socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

„Es war alles neu – die Sprache, die Kultur, das Schulsystem“

Herausforderungen im Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter bei jungen Frauen mit Migrations- und Fluchtbiografie im Kontext Sozialer Arbeit

Anais Schicht

veröffentlicht am 02.05.2022

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Bachelorarbeit zur Abschlussprüfung an der Hochschule Zittau/Görlitz,
Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit“
Erstgutachterin: Prof. Dr. phil. Ulrike Gräßel
Zweitgutachterin: Prof. Dr. phil. Nadine Jukschat
Wintersemester 2021/22
Note: 1,0.

Zusammenfassung

In den 1990er-Jahren entwickelt der Psychoanalytiker Jeffrey Arnett die Theorie einer neuen, eigenständigen Entwicklungsphase, die es vorher in dieser Form noch nicht gab – der „emerging adulthood“ – und erweitert somit verschiedene Modelle der Entwicklungspsychologie (vgl. Seiffge-Krenke 2021: 2). Die Phase beinhaltet Entwicklungsprozesse zwischen der Adoleszenz im Alter von 18 Jahren und dem Übertritt in das Erwachsenenalter mit etwa 25 bis 30 Jahren.

In Deutschland hat etwa jeder vierte Mensch eine Migrationsbiografie, die Bevölkerungsgruppe ist außerdem sehr jung und wird durch fortlaufende Zuwanderung und eine hohe Geburtenrate weiterwachsen (vgl. bpb 2021: 43). Die Anzahl der in Deutschland lebenden Personen mit einer Migrationsbiografie nimmt insofern ohne Zweifel einen hohen Stellenwert bei der Betrachtung der „emerging adulthood“ ein, da sich unter der Gruppe der jungen Erwachsenen eine Vielzahl von Personen mit einer Flucht- und Migrationsbiografie befinden. Weiterhin haben diese, neben den Folgen der Flucht oder der Migrationserfahrungen, ebenfalls die spezifischen Herausforderungen im Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter zu schultern. „Jugendliche und junge Erwachsene erleben die Situation von Flucht und Vertreibung als doppelte Belastung: Am Übergang zum Erwachsenensein müssen sie sich in einer neuen Lebenswelt zurechtfinden und blicken in eine ungewisse private und berufliche Zukunft“ (BMFSFJ 2017: 24). Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung – unter anderem Jugendliche und Heranwachsende – sind insbesondere seit der „Welle“ an Geflüchteten 2015 Thema etlicher Forschungen. Es wird jedoch zumeist der Fokus auf die Fluchtgeschichte und deren Einflussfaktoren gelegt, weitere prägende Anforderungen, wie der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter sowie auseinandergehende Auffassungen von Entwicklungsphasen und Anforderungen im Heimat- und Aufenthaltsort, rücken mithin in den Hintergrund. „Das Interesse richtet sich im öffentlichen Diskurs bisher vorrangig auf deren Bildungsbeteiligung. Doch auch der eigenen oder familialen Migrationserfahrung, der Sozialisation innerhalb der Familie und der allgemeinen Lebenswelt kommt eine zentrale Bedeutung für die Teilhabe und Integration dieser jungen Menschen in Deutschland zu“ (Jähnert & Reisenauer 2020: 15). Die Anforderungen an die „emerging adulthood“ werden in der vorliegenden Arbeit herangezogen, ohne Einflussfaktoren der flucht-, migrations- und kulturspezifischen Hintergründe zu vernachlässigen. Besonderer Fokus wird auf junge Frauen mit Migrationsbiografie und damit einhergehender Genderspezifika gelegt.

Anlagen

  1. Bachelorarbeit (pdf)

Autorin
Anais Schicht
Sozialarbeiterin
E-Mail Mailformular


Zitiervorschlag
Anais Schicht: „Es war alles neu – die Sprache, die Kultur, das Schulsystem“. Herausforderungen im Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter bei jungen Frauen mit Migrations- und Fluchtbiografie im Kontext Sozialer Arbeit. Veröffentlicht am 02.05.2022 in socialnet Materialien unter https://www.socialnet.de/materialien/29466.php, Datum des Zugriffs 22.05.2022.


Urheberrecht
Dieser Beitrag ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, helfen wir Ihnen gerne weiter. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Materialien für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.

Zur Übersicht über alle Materialien