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Potenziale einer nichtakademischen Herkunft im Rahmen der Promotion

Herkunftsbezogene Strategien Promovierter aus nichtakademischen Elternhäusern

Prof. Dr. Stephan Otto

veröffentlicht am 03.01.2024


https://doi.org/10.60049/v3bvkgk6

Der Beitrag stellt Befunde einer Interviewstudie (N=8) dar, in der Promovierte aus nichtakademischen Elternhäusern zu ihren herkunftsbezogenen Sozialisationserfahrungen und deren Nutzen für die Anforderungen der Promotion befragt worden sind. Anders als in vielen Arbeiten zu Bildungsungleichheiten wird ein Blick auf Potenziale und nicht auf Defizite von nichtakademischen Elternhäusern geworfen.

Inhalt

  1. 1 Einleitung
  2. 2 Theoretischer Hintergrund
  3. 3 Forschungsstand
  4. 4 Forschungsfrage und Forschungsdesign
  5. 5 Erste Befunde
    1. 5.1 Beteiligte Interviewpartner:innen
    2. 5.2 OK I: Unterstützung durch das Elternhaus
    3. 5.3 OK II: Prägung durch das Verhältnis zur Arbeit im Elternhaus
    4. 5.4 OK III: Unterschiede zu Promovierenden aus akademischen Elternhäusern
  6. 6 Fazit & Diskussion
  7. 7 Literatur

Zusammenfassung

Der enge Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist ein zentraler Problembereich des deutschen Bildungssystems. Hierbei kumulieren sich Ungleichheitseffekte im Verlauf von Bildungsbiografien, sodass es für bestimmte Gruppen, etwa Menschen aus Elternhäusern, die keine Studienerfahrungen haben, kaum möglich ist, bis zur Promotion als höchstem Bildungsabschluss zu gelangen (Lenger 2008). Bislang vorliegende Studien gehen zumeist der Frage nach, wie diese Personen es trotz ihrer Herkunft bis zur Promotion geschafft haben. In diesem Beitrag soll allerdings ein anderer Weg gewählt werden, um zu ermitteln, warum aus Akteurssicht gerade die Herkunft aus nichtakademischen Elternhäusern dazu beigetragen hat, eine Promotion erfolgreich abzuschließen. In dieser qualitativen Studie wurden acht Leitfadeninterviews mit promovierten Personen aus einem nichtakademischen Elternhaus mittels inhaltlich-strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse (Mayring 2019) ausgewertet. Die ersten Befunde verweisen darauf, dass die Untersuchungsteilnehmer:innen Prägungen (Verhältnis zu Arbeit, Arbeitstechniken) aus ihrer Familie wahrnehmen, die ihnen bei der Bewältigung der Anforderungen an eine Promotion geholfen haben. Des Weiteren leiten sie spezifische Fähigkeiten und Kompetenzen explizit aus der eigenen, nichtakademisch geprägten Herkunft ab (Resilienz, bessere Fokussierung), die sogar als Vorteile gegenüber Promovierenden aus akademischen Elternhäusern wahrgenommen werden.

1 Einleitung

Die soziale Herkunft hat nach wie vor einen besonderen Einfluss auf Bildungsbeteiligung und ‑erfolg in Deutschland, wobei sich der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Erfolg im Bildungssystem hierbei in längsschnittlicher Perspektive nicht zu verringert, sondern sogar zu verschärfen scheint (Reiss, Weiß, Klieme & Köller 2019). Betrachtet man hierzu Bildungsbiografien im Verlauf, zeigt sich der Befund einer sogenannten „Leaky Pipeline“ (Stemmer 2019, 3). Diese Metapher besagt, dass der Anteil einer bestimmten Personengruppe auf höheren Qualifizierungsstufen immer weiter abnimmt, was darauf hinweist, dass Ungleichheiten durch das Bildungssystem perpetuiert werden. Besonders deutlich wird diese Leaky Pipeline bei der vergleichenden Betrachtung von Akademiker:innenkindern [1] und Nichtakademiker:innenkindern von der Grundschule bis zur Promotion. Für Nichtakademiker:innenkinder ist es „nahezu unmöglich“ (Lenger 2008, 12) bis zur Promotion als höchstem Bildungsabschluss zu gelangen, weil diese als besonders selektiv gilt. Neben der individuellen Leistung spielen insbesondere als bildungsbürgerlich definierte Kapitalien wie Sprachästhetik, Auslandsaufenthalte oder ehrenamtliches Engagement eine besondere Rolle, um den Zugang und Abschluss der Promotion zu erleichtern (Reuter, Gamper, Möller & Blome 2020).

Allerdings gibt es mittlerweile auch Belege dafür, dass gerade die Sozialisation ohne akademisches Umfeld aus Sicht von Erstakademiker:innen dazu beigetragen hat, sich im universitären Kontext behaupten zu können (Miethe 2017). Die Betreffenden haben sich herkunftsbezogene Verhaltensweisen zunutze gemacht, um mit den Anforderungen in der Hochschule zurecht zu kommen.

An diesem Umstand knüpft diese Pilotstudie an: Durch leitfadengestützte Interviews mit acht Personen mit abgeschlossener Promotion aus nichtakademischen Elternhäusern soll untersucht werden, welche Einstellungen und Strategien, die sie explizit aus ihrer nichtakademischen Sozialisation herleiten, hilfreich waren, um eine Promotion abzuschließen.

2 Theoretischer Hintergrund

Die Erkenntnis, dass soziale Herkunft und Bildungserfolg in enger Korrelation stehen und institutionalisierte Bildungssysteme keineswegs gleiche Chancen für alle Menschen eröffnen, sondern vielmehr soziale Ungleichheit reproduzieren, ist insbesondere durch die Arbeiten Pierre Bourdieus untermauert worden. So konnte er durch eine ausführliche Analyse des französischen Bildungssystems nachweisen, dass nicht die jeweils individuelle Leistung ausschließlicher Garant für den Erfolg im Bildungssystem ist, sondern vielmehr die Eigenlogik des Bildungssystems Ungleichheiten perpetuiert und befördert (Bourdieu, 1985 & 1987).

Ein zentrales Konzept für die Analyse von Bildungsungleichheiten ist der soziale Raum. Bourdieu versteht die Gesellschaft und die Sozialstruktur als einen Sozialraum, in dem Individuen eine spezifische Position einnehmen. Diese Position im sozialen Raum ist abhängig von der Verfügbarkeit von ökonomischem, kulturellem, sozialem und symbolischem Kapital. Insbesondere für den Kontext Bildung bedeutet dies, dass Fähigkeiten bzw. Interessen der oberen Klassen unmittelbar in Bildungsprivilegien umgewandelt werden können. Hierbei kommt dem kulturellen Kapital (z.B. dem Zugang zu Büchern oder dem Wissen über legitime Hochkultur) eine besondere Bedeutung zu, da dieses nach Bourdieu nicht nur durch den Schulbesuch, sondern insbesondere durch die Familie weitergegeben wird (Bourdieu 1983). Dies führt dazu, dass trotz einer grundsätzlichen Offenheit des Bildungssystems für alle sozialen Gruppen die oberen Klassen Vorteile (Netzwerke, Kenntnis von Verhaltensweisen etc.) haben, um das Bildungssystem erfolgreich zu durchlaufen.

Ein weiteres zentrales Konzept von Bourdieu zur Erklärung von Bildungsungleichheiten ist der Habitus. Dieser ist nach Bourdieu ein Dispositionssystem, das Wahrnehmung und Handeln prägt und soziale Praxis erzeugt (Bourdieu 1987). Bezüglich des Habitus ist bekannt, dass familiäre Grundmuster darin relativ stabil sind, wobei eine Modifizierung zwar grundsätzlich möglich ist, allerdings elterliche Grundmuster des Habitus üblicherweise nicht komplett aufgegeben werden (Vester 2015).

Für Bildungsaufsteiger:innen bedeutet dies, dass sie ihren Herkunftshabitus transformieren müssen, um privilegierte Positionen erreichen zu können (El-Mafaalani 2012). Laut El‑Mafaalani (2012) kann sich eine solche Habitustransformation in zwei Arten vollziehen: einerseits im Sinne einer bewussten Distanzierung vom Herkunftsmilieu (reflexive Opposition), andererseits in der Form, dass die Aufsteiger:innen Strategien finden, ihre Herkunft und ihre neuen Lebensrealitäten in Beziehung zu setzen und zu beiden Milieus eine Distanz einzunehmen. Hierdurch finden die Aufsteiger:innen kreative Mittelwege in ihrer Lebensgestaltung (empraktische Synthese).

3 Forschungsstand

Betrachtet man Bildungsinstitutionen im Verlauf, stellt man fest, dass sich die sogenannte Leaky Pipeline für Bildungsaufsteiger:innen zeigt. Das bedeutet, dass der Anteil von Menschen aus niederen sozialen Schichten auf höheren Qualifizierungsstufen immer weiter abnimmt. So beginnen „von 100 Nichtakademikerkindern […] nur 27 ein Studium; bei Akademikerkindern sind es 79“ (Stifterverband 2021, 4). Dies führt letztlich dazu, dass nur 2 % der Nichtakademiker:innenkinder eine Promotion abschließen, während dies 6 % der Kinder aus akademischen Elternhäusern tun (ebd.).

Bislang ist der Fokus der Forschung zu Bildungsaufsteiger:innen eher defizitorientiert, indem vor allem untersucht wird, warum es weniger Promovierende aus niederen sozialen Schichten gibt. So ist belegt, dass Bildungsaufsteiger:innen zwar einem Studium einen Nutzen für höheres Einkommen im Beruf zuschreiben, allerdings eine Promotion nach Abschluss nicht mehr in Betracht ziehen, weil diese als finanziell unsicher wahrgenommen wird (Hild 2019). Zudem machen Bildungsaufsteiger:innen im Hochschulsystem Fremdheitserfahrungen, da sie zunächst die Kapitalien und Umgangsformen des Systems erlernen müssen (Alheit 2005). So erweist sich die im familiären Milieu gesprochene Sprache an Universitäten als unpassend, da sie etwa einen dialektalen Einfluss aufweist (Reuter u.a. 2020). Dies erfordert zusätzliche Anpassungsleistungen und Aufwand über das eigentliche Studium hinaus. Dies gilt auch für die kulturelle Bildung: Sind Bücher oder Musikinstrumente in den Elternhäusern nicht vorhanden, muss Wissen hierzu autodidaktisch erworben werden (Reuter u.a. 2020). Zudem haben Bildungsaufsteiger:innen seltener Zugang zu Tutor:innentätigkeiten oder Hilfskraftstellen, die oft als Sprungbrett für den Zugang zur Promotion gelten (Lenger 2008). Eltern ohne akademischen Abschluss können bei solchen Passungsproblemen zwar emotionale und finanzielle Unterstützung bieten (Gofen 2009), jedoch keine konkreten Hilfestellungen (Miethe u.a. 2014), was dazu führt, dass Menschen nichtakademischer Herkunft weniger Chancen auf eine Promotion haben.

Neben dieser Forschungslinie existieren jedoch auch vereinzelte Studien, die belegen können, dass die Unkenntnis akademischer Gepflogenheiten keinen Nachteil darstellen muss, sondern vorteilhaft für die eigene Karriere genutzt werden kann. So zeigt Miethe (2017) anhand von Interviews mit Bildungsaufsteiger:innen, dass sie sogar „keinerlei Fremdheits- und Diskriminierungserfahrungen“ (ebd. 694) an Hochschulen machen. Vielmehr gibt es Hinweise darauf, dass Verhaltensweisen, die für Hochschulen als eher unüblich angesehen werden (z.B. „mit der Faust auf den Tisch geknallt“ und „Ich sag, was ich denke“ ebd. 694) und dem eigenen Herkunftsmilieu zugeschrieben werden, einen positiven Effekt auf das Zurechtkommen im akademischen Kontext haben können. Auch in Bourdieus & Passerons Standardwerk „Die Illusion der Chancengleichheit“, in dem sie das französische Bildungssystem untersuchten, lassen sich bereits implizit Potenziale einer nichtakademischen Herkunft im universitären Kontext ableiten. So sprechen die Autoren „Arbeiter- und Kleinbürgerkindern“ (Bourdieu & Passeron 1971, 43) an Hochschulen eine höhere Widerstandfähigkeit und eine höhere Motivation im Vergleich zu Studierenden aus akademischen Elternhäusern für den erfolgreichen Abschluss zu, da sie erlebte Benachteiligungen im Bildungssystem als Ansporn wahrnehmen (ebd.). An diesen Befunden knüpft die hier vorliegende Pilotstudie an, um die individuellen Perspektiven von Promovierten aus nichtakademischen Elternhäusern hinsichtlich ihrer herkunftsbezogenen Strategien bei der Bewältigung der Anforderungen der Promotion zu untersuchen.

4 Forschungsfrage und Forschungsdesign

Bislang vorliegende Forschungsarbeiten befassen sich insbesondere mit der Frage, wie Personen aus nichtakademischen Elternhäusern es trotz ihrer Herkunft bis zur Promotion geschafft haben. In diesem Beitrag soll ermittelt werden, warum eine nichtakademische Sozialisation aus Akteursperspektive gerade dazu beigetragen hat, eine Promotion erfolgreich abzuschließen. Hieraus ergeben sich die zentrale Forschungsfrage und folgende Unterfragen:

  • Inwieweit erleben Promovierte aus nichtakademischen Elternhäusern ihre familiäre Sozialisation als hilfreich für die Anforderungen der Promotion?
    • Inwieweit erlebten die Promovierten Unterstützung durch ihre Familie während der Promotion?
    • Inwieweit erleben sich die Promovierten als beeinflusst durch das vom Elternhaus geprägte Verhältnis gegenüber Arbeit?
    • Welche Unterschiede nehmen die Promovierten gegenüber Doktorand:innen aus akademischen Elternhäusern wahr?

Die Interviews wurden mithilfe des Transkriptionssystems Talk in Qualitative Research (TiQ) transkribiert. Die Auswertung erfolgte anschließend in Anlehnung an die inhaltlich-strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2019). Diese Variante der Inhaltsanalyse dient dazu, im „Material ausgewählte inhaltliche Aspekte zu identifizieren, zu konzeptualisieren und das Material im Hinblick auf solche Aspekte systematisch zu beschreiben“ (Schreier 2014, 5).

Die Kategorienbildung erfolgte sowohl induktiv als auch deduktiv, basierend auf den subjektiven Einschätzungen der Promovierten zu herkunftsbezogenen Potenzialen für die Bewältigung der Promotionsanforderungen. Im Auswertungsprozess wurde ein Kategoriensystem entwickelt, das die thematischen Schwerpunkte der Fragestellungen der Studie aufgreift.

In einem Team aus zwei Personen mit Expertise im Bereich der qualitativen Sozialforschung wurde ein Codebuch für die jeweiligen Ober- und Unterkategorien erarbeitet. Dieses umfasst Definitionen der Kategorien und ihrer jeweiligen Ausprägung. Ebenso wurden Kodierregeln für die Kategorien mit konkreten Ankerbeispielen erarbeitet, um eine möglichst optimale Intercoderreliabilität erreichen zu können. Die Kodierung des Materials erfolgte dann im Sinne des konsensualen Kodierens im benannten Team von zwei Personen (Hopf, 2007). Voneinander abweichende Kodierungen wurden diskutiert, um hierdurch die Trennschärfe und die intersubjektive Nachvollziehbarkeit der Kategorien sicherzustellen. Das Maß der Übereinstimmung wurde mittels Cohens Kappa berechnet und lag im Bereich einer guten Übereinstimmung.

5 Erste Befunde

Im Folgenden sollen erste Befunde des Forschungsprojektes am Beispiel dreier Oberkategorien dargestellt werden. Hierfür werden neben dem quantitativen Auftreten bestimmter Unterkategorien auch exemplarische Beispiele der Äußerungen dargestellt.

5.1 Beteiligte Interviewpartner:innen

Das Sampling wurde nach dem Schneeballprinzip (Reinders 2005) durchgeführt. Dabei war handlungsleitend, dass keines der Elternteile studiert hatte. Da dieses Merkmal eher genereller Natur ist, wurde eine weitergehende Kategorisierung der beteiligten Interviewpartner:innen nach dem Milieuansatz von Vester (2015) vorgenommen, um eine genauere Differenzierung der sozialen Herkunftsmilieus vornehmen zu können. Insgesamt ist das Sample hinsichtlich des Alters, der Fachrichtung der Promotion sowie der sozialen Milieus, aus denen die Interviewten stammen, und auch bezogen auf das Jahr des Promotionsabschlusses als durchaus divers zu qualifizieren, was einen multiperspektivischen Blick auf den Untersuchungsgegenstand ermöglicht. Die folgende Übersicht fasst die Interviewpartner:innen zusammen:

Tabelle 1: Interviewpartner:innen (Namen pseudonymisiert)
Name/ Kennnr. Alter Fach der Promotion Abschluss der Promotion Milieu nach Vester (2015) Aktuelle Tätigkeit
Björn (1) 34 Soziale Arbeit 2019 Modernes kleinbürgerliches Arbeitnehmermilieu Professor Soziale Arbeit (FH)
Judith (2) 41 Soziale Arbeit 2020 Traditionelles Arbeitermilieu Professorin Soziale Arbeit (FH)
Klaus (3) 36 BWL 2014 Leistungsorientierte Arbeitnehmer Professor Marketingmanagement (FH)
Lukas (4) 41 BWL 2014 Modernes kleinbürgerliches Arbeitnehmermilieu Professor BWL (FH)
Markus (5) 29 Mediendesign 2022 Modernes kleinbürgerliches Arbeitnehmermilieu Mediendesigner
Peter (6) 53 Soziale Arbeit 2001 Modernes kleinbürgerliches Arbeitnehmermilieu Professor Soziale Arbeit (FH)
Sarah (7) 42 EZW 2014 Traditionelles Arbeitermilieu Professorin Soziale Arbeit (FH)
Tanja (8) 41 EZW 2021 Traditionelles Arbeitermilieu Professorin Soziale Arbeit (FH)

5.2 OK I: Unterstützung durch das Elternhaus

Die Interviews mit den Promovierten offenbarten insgesamt, dass die Interviewten diverse Formen der Unterstützung durch das jeweilige Elternhaus während der Promotion wahrnahmen. Es konnten insgesamt vier trennscharfe Unterkategorien identifiziert werden, welche die verschiedenen Formen der Unterstützung beschreiben. Abbildung 1 zeigt die Häufigkeit des Auftretens sowie die Kennnummer der Befragten, die sich jeweils der entsprechenden Kategorie zuordnen ließen.

Abbildung 1
Abbildung 1: OK 1: Unterstützung durch das Elternhaus

Drei der befragten Personen (Peter, Sarah und Lukas) äußerten, dass sie keine dezidierte Unterstützung aus ihrer Familie wahrgenommen haben. Wichtig ist hierzu allerdings zu erwähnen, dass sich für diese Interviewpartner:innen nicht generell keinerlei Prägung durch das Elternhaus auch in anderen Kategorien nachweisen ließ, sondern sie hier durchaus Einflüsse wahrnahmen (siehe hierzu 5.3).

Die am häufigsten wahrgenommene Form der Unterstützung war emotionale Unterstützung bzw. Gutes Zureden (UK 1.1). In dieser Unterkategorie wurden Aussagen zusammengefasst, die sich durch die verbalisierte ermutigende Einwirkung der Familie auszeichnen. Diese Unterstützung kann durch Worte, Gesten oder einfach durch das Dasein für die betroffene Person geschehen. Insgesamt fünf der befragten Personen, die aus verschiedenen sozialen Milieus stammen und in verschiedenen Fachbereichen promoviert haben, nannten diese Form der Unterstützung. Die Bandbreite der konkreten Formen der Unterstützung reichte hierbei von einem generellen Ausdruck von Stolz auf das Erreichte bis hin zu konkretem Empowerment, in dem auch Chancenungleichheiten reflektiert werden, wie dies etwa von Markus geäußert wird, was zugleich auf eine besondere Sensibilität der Familie des Interviewpartners für soziale Ungleichheiten schließen lässt:

Mir wurde eben nicht vermittelt, dass mir irgendwelche Grenzen auferlegt sind, weil eben meine Eltern nicht studiert haben oder promoviert haben.

Aufschlussreich erschienen zudem die Aussagen von Björn und Markus, die der UK 1.3 zugeordnet werden konnten. Unter dieser Kategorie wurden Äußerungen zusammengefasst, die explizit thematisieren, dass die Interviewten sich über den Inhalt der jeweiligen Dissertation mit ihrer Familie austauschen. Exemplarisch zeigt dies die folgende Aussage von Björn:

Sehr viel Interesse auch, viele Nachfragen, aber jetzt ohne Druck auszulösen. Ging darum, woran ich gerade arbeite oder ob ich Lust habe, das zu erklären […]. Ging dann weniger um irgendwelche Theorien, sondern eher, dass man über konkrete Beispiele geschnackt hat.

Björns Aussage offenbart, dass er in einen inhaltlichen Austausch über seine Promotion mit seiner Familie gegangen ist. Wenngleich er erwähnt, dass nicht die wissenschaftliche Ebene (irgendwelche Theorien), sondern eine praktische Ebene vordergründig war (konkrete Beispiele), erscheinen die Aussagen als Indikator für einen inhaltlichen Diskurs über seine Dissertation, was von ihm im weiteren Verlauf der Interviews auch positiv bewertet wurde.

Auch Markus erhielt inhaltliche Rückmeldungen zu seiner Dissertation aus seinem Familienkreis, die er wie folgt verbalisiert:

(Lachen) meinem Opa habe ich tatsächlich auch vorab ein Exemplar von meiner Diss geschenkt. Der war auch sehr stolz darauf und er hat auch tatsächlich die ganze Diss durchgelesen und mir dann tatsächlich auch einen Brief geschickt mit Seitenzahlen und Fragen und der Brief war auch mit Professor Doktor adressiert.

Neben dem Ausdruck von Stolz seines Großvaters über seine Dissertation, der in der Aussage ebenfalls deutlich mitschwingt, beschreibt er explizit eine inhaltliche Rückmeldung zur Dissertation durch seinen Großvater, der selbst, wie aus dem übrigen Interviewverlauf deutlich wurde, keinerlei Erfahrungen im akademischen Bereich hat. Da sowohl Björn als auch Markus dem gleichen Milieu angehören, ergibt sich weitergehend hieraus noch die Frage, ob diese Form der inhaltlichen Unterstützung damit zusammenhängt.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass ein Großteil der Promovierten explizite Unterstützung durch die Familie erlebt hat. Hierbei reichen die Formen der Unterstützung von ideellem Beistand über finanzielle Unterstützung bis hin zu einem inhaltlichen Austausch über die jeweiligen Promotionsthemen.

5.3 OK II: Prägung durch das Verhältnis zur Arbeit im Elternhaus

Neben der Unterstützung durch das Elternhaus äußerten sich die Interviewten auch dazu, wie sie sich durch das Verhältnis zur Arbeit während der Promotion geprägt fühlten, das sie in der Familie kennengelernt hatten.

Zunächst ist diesbezüglich festzuhalten, dass keiner der Befragten keinerlei Prägung durch das Elternhaus wahrgenommen hat, sondern sich alle Interviewten hierdurch beeinflusst fühlten. Diese Prägung ließ sich in zwei trennscharfe Unterkategorien unterteilen: einerseits in die Übernahme konkreter Arbeitstechniken (UK 2.1), andererseits in der Übernahme der im Elternhaus wahrgenommenen Arbeitsmoral (UK 2.2).

Abbildung 2
Abbildung 2: OK II: Prägung durch das Verhältnis zur Arbeit im Elternhaus

Auf UK 2.1 entfallen Aussagen, in denen die Interviewten verbalisieren, dass vom Elternhaus bekannte Arbeitstechniken/​Arbeitsweisen explizit für die Arbeit an der Dissertation übernommen werden. Zwei der Interviewten (Markus & Björn) tätigen diesbezüglich Aussagen, die auf eine Übernahme der aus dem Elternhaus bekannten Arbeitsweisen bzw. ‑techniken verweisen. Markus führt hierfür folgendes Beispiel an:

Und ich […] hab mitgenommen, seit 1000 Jahren hat der [sein Vater Anm. S.O.] son Tischkalender (lachen) und irgendwann hab ich angefangen und auch einfach angefangen minutiös alles mit diesem Tischkalender zu planen […]. Kann mir dann immer so 'ne Hierarchie setzen, bis das dann wieder dran ist.

Die Aussage von Markus zeigt, dass er eine im Elternhaus erlernte Form der Arbeitsorganisation (Tischkalender) für die Arbeit an der Dissertation genutzt hat und ihr einen unmittelbaren Nutzen zuschreibt, da sie ihm hilft, sich besser zu fokussieren. Wie bereits in OK 1 ergeben sich Parallelen bei den Aussagen von Björn und Markus, die beide dem modernen kleinbürgerlichen Arbeitnehmer:innenmilieu entstammen.

Alle Interviewten - und damit unabhängig von den in der Tabelle dargestellten Differenzmerkmalen - nehmen eine Prägung durch die familiäre Arbeitsmoral, also die Einstellung und Haltung gegenüber der beruflichen Tätigkeit, wahr, die sich exemplarisch in den folgenden Aussagen von Björn und Sarah ablesen lässt:

Und irgendwie ist es so krass hängengeblieben diese Form von Disziplin […] zum Leben gehört auch früh aufstehen, ist jetzt so ja nicht unbedingt so unitypisch.

Aber das ist son Credo in meiner Familie, was willste machen, da musste jetzt durch […], was halt passend [aus der Familie Anm. S.O.] ist, so 'ne Malochermentalität, ist eigentlich gut.

Auffällig an den Äußerungen ist, dass hier familiäre Verhaltensweisen (früh aufstehen & Malochermentalität), die als unüblich für den akademischen Kontext charakterisiert werden, von den Interviewten internalisiert worden sind und retrospektiv als nützlich für die Promotion wahrgenommen werden. Den familiären Einstellungen zur Arbeit wird somit eine unmittelbare Relevanz für die Bewältigung der Anforderungen der Promotion zugesprochen.

Zusammenfassend zeigt sich eindeutig, dass die Interviewten eine Prägung bezüglich ihres Verhältnisses zur Arbeit durch das Elternhaus wahrnehmen. Alle Befragten äußern, dass die familiäre Arbeitsmoral sie während der Promotion geprägt hat; zwei der Interviewten geben zusätzlich an, konkrete Arbeitstechniken aus dem familiären Kontext für die Arbeit an der Dissertation übernommen zu haben.

5.4 OK III: Unterschiede zu Promovierenden aus akademischen Elternhäusern

Während der Interviews wurden die Befragten auch danach gefragt, ob sie während ihrer Promotion Personen getroffen haben, von denen sie wussten, dass sie aus akademischen Elternhäusern stammen, und ob sie Unterschiede in der Art und Weise bemerkt haben, wie sie mit den Anforderungen der Promotion umgegangen sind. Bis auf zwei der Interviewten, die hierzu keine Einschätzung vornehmen konnten, da sie durch ihre stipendienfinanzierte Promotion nahezu keinen Kontakt zu anderen Promovierenden hatten, tätigten sechs Interviewpartner:innen diverse Äußerungen, die sich in diese Unterkategorien mit folgender Häufigkeit differenzieren ließen:

Abbildung 3
Abbildung 3: OK III: Unterschiede zu Promovierenden aus akademischen Elternhäusern

Grundsätzlich ist bei dieser Kategorie auffällig, dass ein Großteil der Befragten Einschätzungen und Ansichten dazu hat, wie sie sich selbst von Promovierenden aus akademischen Elternhäusern unterscheiden. Dies verweist zunächst darauf, dass sie über eine gewisse Sensibilität für herkunftsbezogene Unterschiede und ihren Einfluss auf das Bildungssystem verfügen. Die wahrgenommenen Unterschiede erscheinen als thematisch divers.

Neben der Selbstwahrnehmung, dass man die eigenen Arbeitskapazitäten besser auf die promotionsrelevanten Aufgaben fokussieren konnte, erscheint besonders auffällig, dass sich die Interviewpartner:innen gegenüber Promovierenden akademischer Herkunft als widerstandsfähiger und belastbarer wahrnehmen. Eine exemplarische Aussage dieser Art, die der UK 3.2 Stärkere Resilienz zugeordnet werden kann, ist die folgende Passage aus dem Interview mit Judith:

Ich glaube, dass die Personen […] haben vielleicht auch gedacht, weil sie es auch leichter hatten und leichter hätten haben können, natürlich nicht so einen Wert hatte. Und für mich war das so ein Schatz, den ich nicht aufgeben wollte.

Diese Aussage von Judith offenbart grundsätzlich die Wahrnehmung, dass sie den Weg zur Promotion für sich als schwieriger und herausfordernder wahrnahm, als dies bei Promovierenden aus akademischen Elternhäusern der Fall war. Die geringeren Barrieren zur Promotion sind für Judith zugleich einhergehend mit einem Bedeutungsverlust des Wertes der Promotion. Dadurch, dass sie der Promotion letztlich eine höhere Bedeutung zuschrieb, erlebte sie sich auch selbst als resilienter als die Promovierenden aus Elternhäusern, die bereits studiert haben.

Noch drastischer formuliert Peter seine Wahrnehmung der eigenen Widerstandsfähigkeit im Vergleich zu Promovierenden aus akademischen Elternhäusern, wie seine nachfolgende Aussage offenbart:

Das ist sicherlich ein Unterschied, ich habe viele erlebt, die haben sich einfach übernommen, und diese Angst, was kommt danach, hat auch viele einfach gelähmt, wohingegen ich die Einstellung hatte, danach kann ich meinetwegen sterben, aber ich werde diesen Titel kriegen.

Peter sieht sich also letztlich als weniger von Angst bestimmt, was ihm aus seiner Perspektive mehr Handlungsmöglichkeiten bietet und ihm somit eine Haltung bis zum metaphorischen Ultimum eröffnet (danach kann ich meinetwegen sterben), um die Promotion erfolgreich abzuschließen.

Aufschlussreiche Einblicke in die Selbst- und Fremdwahrnehmung der Promovierten aus nichtakademischen Elternhäusern bieten auch die Aussagen der UK 3.4 Falsche Motivation für die Promotion, in der sich die Promovierten von Motiven abgrenzten, die sie bei Promovierenden aus akademischen Elternhäusern wahrnahmen. Hierbei wurden alle Aussagen dieser Kategorie von Interviewpartner:innen getätigt, die dem traditionellen Arbeiter:innenmilieu entstammen. Eine exemplarische Textpassage, die dieser Kategorie zugeordnet werden kann, ist die folgende Aussage von Sarah:

Ich hab mit sehr vielen jungen Männern zusammengearbeitet, für die war das einfach geil zu sagen, ich mach 'ne Promotion, ich hab 'nen Mitarbeiterausweis, […]aber das war für die son Ding, das haben die so gemacht […], aber das hat denen so gereicht, son Status zu haben.

Deutlich wird an dieser Aussage, dass Sarah den Promovierenden, deren Eltern bereits studiert haben, eine andere Motivation für die Promotion zuspricht als sich selbst. Die besagten jungen Männer, erscheinen aus ihrer Sicht lediglich extrinsisch motiviert gewesen zu sein, was zugleich auf eine geschlechtsspezifische Wahrnehmung verweist. Von dieser Einstellung grenzt sich die Interviewpartnerin klar ab, da in ihrer Aussage mitschwingt, dass es ihr nicht ausreichend erschien, den erwähnten Status als Promovierende zu haben.

Letztlich lässt sich zur OK 3 festhalten, dass die Interviewpartner:innen eine deutliche Position gegenüber Personen aus akademischen Elternhäusern beziehen, die sie während ihrer Promotion kennengelernt haben. Sie nehmen eindeutig Unterschiede zu dieser Personengruppe und den eigenen Einstellungen wahr, die sie auf die jeweilige Herkunft zurückführen.

6 Fazit & Diskussion

In diesem Beitrag wurde gezeigt, dass Promovierte aus nichtakademischen Elternhäusern retrospektiv Facetten ihrer familiären Sozialisation als Potenzial für den erfolgreichen Abschluss der Promotion ansehen. Die Ergebnisse verweisen auf Habitustransformationen der Promovierten im Sinne einer empraktischen Synthese (El-Mafaalani 2012), da in keinem Interview lediglich Abgrenzungsprozesse vom Elternhaus thematisiert werden. Vielmehr erleben die Promovierten Prägungen ihrer familiären Sozialisation explizit als Potenzial, um die Anforderungen einer Promotion bewältigen zu können. Eine generell defizitäre Sichtweise auf die familiäre Herkunft lässt sich im vorliegenden Sample nicht nachweisen. Ebenso werden diverse Formen der Unterstützung durch die Elternhäuser (emotional, finanziell) wahrgenommen, was im Einklang mit dem Forschungsstand zu Bildungsaufsteiger:innen steht (Gofen 2009). Insbesondere die Aussagen von Björn und Markus zur inhaltlichen Unterstützung durch ihre Familien sind dabei besonders aufschlussreich, da eine solche Unterstützung nicht von Angehörigen ohne akademische Erfahrung erwartbar war. Hinsichtlich familiärer Prägungen (z.B. Arbeitsmoral und Arbeitstechniken) zeigt sich, dass diesen ein unmittelbarer Nutzen für die Bewältigung der Anforderungen der Promotion zugesprochen wird. Ebenfalls nehmen die hier interviewten Personen Unterschiede in ihrer eigenen Herangehensweise an den Promotionsprozess sowie in ihrer Einstellung gegenüber Promovierenden aus akademischen Elternhäusern wahr. Dies spricht deutlich für einen bereits erfolgten Reflexionsprozess über herkunftsbedingte Unterschiede im Bildungssystem und für eine besondere Sensibilität für diesen Themenbereich. Hierbei sind die wahrgenommenen Unterschiede (z.B. stärkere Resilienz) anschlussfähig an bereits vorliegende Befunde zu Bildungsaufsteiger:innen an Universitäten (Bourdieu & Passeron 1971).

Das entwickelte Kategoriensystem hat sich als geeignetes Instrumentarium erwiesen und könnte für weitere Interviews mit Personen des hier untersuchten Personenkreises genutzt werden. Eine über die aktuellen Auswertungen hinausgehende typenbildende qualitative Inhaltsanalyse des Materials könnte dazu beitragen, die Erkenntnisse noch weitergehend zu differenzieren. Potenzial böten diesbezüglich Analysen, die etwa das jeweilige Milieu der Untersuchten weitergehend berücksichtigten oder eine gender- oder fachspezifische Perspektive fokussieren, um herauszustellen, ob hierbei noch weitergehende Differenzierungen möglich sind.

Insgesamt bietet das bereits vorliegende Datenmaterial Potenzial für weitergehende Analysen. Inhaltlich, da es noch weitere Facetten umfasst (z.B. Einblick in Diskriminierungserfahrungen, Wahrnehmung von Nachteilen aufgrund der Herkunft), und auch methodisch, da eine qualitativ-rekonstruktive Auswertung des Materials tiefergehende Einblicke erlauben würde.

Um die hier gewonnenen Erkenntnisse noch weitergehend einordnen zu können, ergibt sich jedoch weiterführender Forschungsbedarf. Beispielsweise wäre ein Vergleich mit Promovierten aus akademischen Elternhäusern sehr aufschlussreich, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der familiären Sozialisation und den Arten der Unterstützung erkennen zu können. Dies würde zudem Potenzial bieten, noch besser bewerten zu können, ob die Facetten der nichtakademisch geprägten familiären Sozialisation, die in dieser Pilotstudie bei den interviewten Personen typisch sind, tatsächlich im Kontrast zur Sozialisation von Promovierten aus akademischen Familien stehen.

Dennoch bieten die bereits hier vorliegenden Befunde wichtige Implikationen für die Förderung von Promovierenden aus nichtakademischen Elternhäusern. So könnte über Mentoring für Promovierende ein Verständnis dafür geschaffen werden, dass Bildungsaufsteiger:innen Fähigkeiten und Einstellungen mitbringen, die ihnen im Promotionsprozess nützlich sein können. Zudem sollte bereits im Studium mit der Förderung von Promotionsinteressierten begonnen werden, beispielsweise die stärkere Integration von Bildungsaufsteiger:innen (z.B. über Tutor:innentätigkeiten), um ihnen den Zugang zu erleichtern.

7 Literatur

Alheit, P. (2005): „Passungsprobleme“: Zur Diskrepanz von Institution und Biographie – Am Beispiel des Übergangs so genannter „nicht-traditioneller“ Studenten ins Universitätssystem. In: H. Arnold, L. Böhnisch & W. Schröer (Hrsg.): Sozialpädagogische Beschäftigungsförderung. Lebensbewältigung und Kompetenzentwicklung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter, Weinheim: Juventa, 159–172.

Bourdieu, P. & Passeron, J. C. (1971): Die Illusion der Chancengleichheit. Untersuchungen zur Soziologie des Bildungswesens am Beispiel Frankreichs. Stuttgart. Ernst Klett Verlag.

Bourdieu, P. (1983): Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: R. Kreckel (Hrsg.): Soziale Ungleichheiten, Soziale Welt. Sonderband 2. Göttingen: Schwartz. S. 183–198.

Bourdieu, P. (1985): Sozialer Raum und „Klassen“. Zwei Vorlesungen. Frankfurt/M: Suhrkamp.

Bourdieu, P. (1987): Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt/M: Suhrkamp: Suhrkamp.

El-Mafaalani, A. (2012): BildungsaufsteigerInnen aus benachteiligten Milieus. Habitustransformation und soziale Mobilität bei Einheimischen und Türkeistämmigen. Wiesbaden: Springer.

Gofen, A. (2009): Family capital: How first-generation higher education students break the intergenerational cycle. Family Relations: An Interdisciplinary Journal of Applied Family Studies, 58(1), 104–120.

Hild, P. (2019): Habitus und seine Bedeutung im Hochschulstudium. Aneignungspraktiken und ‑logiken von Studierenden, Weinheim/​Basel: Beltz Juventa.

Lenger, A. (2008): Die Promotion. Ein Reproduktionsmechanismus sozialer Ungleichheit. Konstanz. UVK Verlagsgesellschaft mbH.

Mayring, P. (2019): Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim: Beltz.

Miethe, I., Boysen, W., Grabowski, S. & Kludt, R. (2014): First generation students an deutschen Hochschulen. Selbstorganisation und Studiensituation am Beispiel der Initiative www.arbeiterkind.de. Berlin. Edition sigma.

Miethe, I. (2017): Der Mythos von der Fremdheit der Bildungsaufsteiger_innen im Hochschulsystem. Ein empirisch begründetes Plädoyer für eine Verschiebung der Forschungsperspektive. Zeitschrift für Pädagogik 63, 6, 686–707.

Reinders, H. (2005). Qualitative Interviews mit Jugendlichen führen. Ein Leitfaden. München. Oldenbourg.

Reiss, K., Weis, M., Kieme, E., & Köller, Olaf (Hrsg.) (2019). PISA 2018: Grundbildung im internationalen Vergleich. Waxmann.

Reuter, J., Gamper, M. Möller, C. & Blome, F. (Hrsg.) (2020): Vom Arbeiterkind zur Professur. Sozialer Aufstieg in der Wissenschaft. Autobiographische Notizen und soziobiographische Analysen. Bielefeld. Transcript.

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[1] Entsprechend der Definition des Hochschulbildungsreports werden „Personen mit mindestens einem studierten Elternteil“ (Stifterverband 2021, 7) als Akademiker:innenkinder bezeichnet.

Verfasst von
Prof. Dr. Stephan Otto
Professor für Kindheitspädagogik
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https://orcid.org/0000-0002-1313-8768

Es gibt 1 Materialie von Stephan Otto.

Zitiervorschlag
Otto, Stephan, 2024. Potenziale einer nichtakademischen Herkunft im Rahmen der Promotion [online]. socialnet Materialien. Bonn: socialnet, 03.01.2024 [Zugriff am: 27.02.2024]. https://doi.org/10.60049/v3bvkgk6

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