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Emanzipatorische Potenziale Systemischer Therapien

Yolanda Wunderlich

veröffentlicht am 09.12.2024


https://doi.org/10.60049/ahpy19sq

socialnet Materialien. Reihe 14: Kritische Psychologie, Psychotherapie und emanzipatorische Praxis

Beitrag zum Open-Access-Buch:
Boris Friele, Lisa Reuter, Kübra Çığ, Erik Petter, Stefan Meretz (Hrsg.), Kritische Psychologie, Psychotherapie und emanzipatorische Praxis. Bonn: socialnet Verlag.
ISBN 978-3-936978-08-7
DOI: https://doi.org/10.60049/tioqsvb7

Die Systemischen Therapien scheinen auf den ersten Blick machtkritisch ausgerichtet zu sein. Werden doch hier Patient*innen als „Symptomträger*innen“ eines dysfunktionalen Systems und Expert*innen ihrer Situation gesehen. In diesem Beitrag werden einzelne Aspekte zum emanzipatorischen Potenzial der systemischen Therapien, die aus Interviews mit kritischen Psychotherapeut*innen abgeleitet sind, dargestellt.

Zusammenfassung

Die vorliegende Studie wurde durchgeführt, um zu untersuchen, inwiefern systemische Psychotherapien in Deutschland emanzipatorisches Potenzial haben, ob sie also in der Praxis dazu geeignet sind, zu fördern, dass sich Klient*innen aus leiderzeugenden Lebensverhältnissen befreien oder ob sie eher begünstigen, dass sich diese an die Verhältnisse anpassen. Es wurde ein exploratives Vorgehen gewählt, zur Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern in systemischen Therapien gesellschaftliche Abhängigkeitsverhältnisse thematisiert werden und ihre Klient*innen eine Hilfe dabei sind, diese zur Verbesserung der Lebensbedingungen zu überwinden.

Zu diesem Zweck wurden fünf leitfadengestützte Interviews mit kritischen systemischen Psychotherapeut*innen und eine Gruppendiskussion durchgeführt. Die Daten wurden nach der Gioia-Methode, eine Form der Grounded Theory Methode analysiert und aus der Perspektive der emanzipatorisch-intendierten Kritischen Psychologie interpretiert.

Die Auswertung hat ergeben, dass die systemischen Therapien begrenztes emanzipatorisches Potenzial haben. Dabei sind insbesondere die theoretischen Grundlagen, die eine Parteilichkeit verhindern und die gesundheitspolitischen sowie gesellschaftlichen Gegebenheiten limitierende Faktoren. Wobei sich laut der Befragten die systemischen Haltungen, die pathologiesierungskritisch und empowernd wirken können, insbesondere für diskriminierungssensible Therapien eignen.

Verfasst von
Yolanda Wunderlich
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ORCID: https://orcid.org/0009-0006-6223-6168

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Zitiervorschlag
Wunderlich, Yolanda, 2024. Emanzipatorische Potenziale Systemischer Therapien [online]. socialnet Materialien. Bonn: socialnet, 09.12.2024 [Zugriff am: 18.02.2026]. https://doi.org/10.60049/ahpy19sq

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