Gewalt in der Nachbarschaft
Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit wird die sozialräumliche Funktion von Gewalt untersucht. Ziel ist es, zu einem umfassenden Verständnis von Gewalt in Nachbarschaften beizutragen und Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit abzugeben. Es wird dargelegt, dass Gewalt bisher nur ungenügend in ihren Auswirkungen auf Sozialräume diskutiert wird. An Beispielen aus den Bereichen Rechtsextremismus, mafiös organisierter Kriminalität und religiösen Fundamentalismus kann jedoch gezeigt werden, dass Gewalt eine zentrale strategische Funktion in Bezug auf Nachbarschaften und in der praktischen Umsetzung von Ideologien der Ungleichheit zukommen kann. Aufbauend auf Rommelspachers „Theorie der kulturellen Dominanz“, Heitmeyers sozialräumlichem Stufenmodell zum Verständnis Rechter Dominanz sowie Robert Sacks „Human Territoriality“ wird ein eigenes Konzept der „territorialen Kontrolle“ abgeleitet.
Diese wird in den vier Dimensionen Verhalten, Symbole, Aufenthalt und Ökonomie beschrieben und um die Querschnittsfunktion von Gewalt als Botschaft ergänzt. Hierdurch ergibt sich die Möglichkeit, Gewalt gezielt auf den Versuch sozialräumlicher Dominanz in der Nachbarschaft hin zu untersuchen. Zentrale Schlussfolgerungen für die Soziale Arbeit sind (1) die Fokussierung auf alle Betroffenen, (2) eine selbstkritische Auseinandersetzung in der Arbeit mit Täter*innen, (3) Sensibilität für territoriale Kontrolle in diversen Settings und (4) eine Menschenrechtsorientierung als Handlungsrahmen.
Verfasst von
Annika Schauer
Leitung des Mehrgenerationenhauses Gneisenaustraße in Berlin
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Zitiervorschlag
Schauer, Annika, 2026.
Gewalt in der Nachbarschaft [online]. socialnet Materialien.
Bonn: socialnet, 02.02.2026 [Zugriff am: 19.02.2026].
https://doi.org/10.60049/qohhhipn
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