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Alte Frauen sagen was sie wollen

Erwartungen und Befürchtungen alter Frauen an das diplomierte Pflegepersonal

Brigitte Zaugg

Veröffentlicht am 02.01.2006.

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Diplomarbeit vom Mai 2005, Berner Fachhochschule BFH, Hochschule für Soziale Arbeit HSA Bern.

Zusammenfassung

Die Grundgedanken dieser Arbeit liegen im Spannungsfeld zwischen dem Primat der Ökonomie, welches im Gesundheits- und Heimwesen allgegenwärtig ist, und den neueren Erkenntnissen aus der Pflegeforschung, der Gerontologie und den aktuellen Daten zu gesellschaftlichen Veränderungen. Diese sagen unter anderem aus, dass bei Menschen jeglichen Alters in einer Phase von Pflegebedürftigkeit und Krankheit die Selbst- und Mitbestimmung unbedingt erhalten bleiben muss. Die Arbeit befasst sich mit der Frage welche Erwartungen und Befürchtungen 50-60-jährige, 70-jährige und ältere Frauen an das diplomierte Pflegepersonal im Heim und Spital haben. Im Weiteren beschreibt sie die Vorstellungen dieser Frauen über den Pflegeberuf; in einem dritten Aspekt geht die Arbeit der Frage nach, was die Frauen für sich als gesundheitsförderndes Handeln erleben.

Der Theorieteil befasst sich mit der Frage, wie Pflegetheoretikerinnen sowie verschiedene Lehrpläne und Organisationen Pflege und deren Schwerpunkte sehen. Es wird beschrieben, welche Art von Pflege und Betreuung die Schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaft für alte Menschen in den unterschiedlichen Institutionen fordert. Es werden aber auch themenspezifische Begriffe wie etwa Lebensgestaltung definiert und die Bedingungen zu ihrer Umsetzung beschrieben. Im Weiteren geht es um die Frage, ob es zwischen den Grundlagen des Marketings und den Ansprüchen an die Betreuung von alten Menschen Parallelen gibt.

Die Daten für diese Arbeit wurden mittels 32 qualitativer, halbstrukturierter Interviews mit Frauen zwischen 50 und 60 Jahren und mit 70-jährigen und älteren Frauen erhoben. Die Altersgruppe der 70+ teilte sich in drei Gruppen auf; je sieben Frauen, die zu Hause lebten oder sich aktuell im Spital aufhielten und acht Frauen aus zwei Altersheimen. Die Auswertung erfolgte gemäss einer Inhaltsanalyse. Die daraus entstandenen Kategorien wurden mit Ankerbeispielen beschrieben und dem Modell der vier Lebensbereiche (körperlich, psychisch/geistig, sozial und Umwelt)zugeteilt.

Die Ergebnisse zeigen auf, dass die Frauen ein vielfältiges Bild vom Pflegeberuf haben und sich zu der Frage was zukünftige Pflegefachleute lernen sollten, klar äussern können. Die Frauen formulieren des Weiteren konkrete Erwartungen und Befürchtungen und zwar bezogen auf die Pflege im Heim wie auch im Spital. Die gemachten Äusserungen beziehen sich mehrheitlich auf das Verhalten, die Haltung und die Eigenschaften der Pflegenden. Wenn es um das direkte Handwerk geht, wird dies häufig eher summariel formuliert. Quantitativ gesehen werden im Vergleich zu den Erwartungen markant weniger Befürchtungen geäussert (2/3 Erwartungen gegenüber 1/3 Befürchtungen). Die geäusserten Befürchtungen sind allerdings teilweise sehr tiefgreifend und stimmen nachdenklich. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sowohl die Lebensphase wie auch der aktuelle Aufenthaltsort Faktoren sind, welche die Äusserungen der Frauen beeinflussen. So machen die Frauen, welche im Altersheim leben, mehr und auch differenziertere Aussagen als die Frauen, die zu Hause leben oder sich aktuell im Spital aufhalten. Auch die Gewichtung der verschiedenen Lebensbereiche ist von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich. Die 50-60jährigen Frauen machen bedeutend mehr und differenziertere Äusserungen als die 70+. Die Ergebnisse zeigen, dass die Frauen in den Altersheimen vor allem vermehrt in die Lebensgestaltung, in die Qualtitätsentwicklung und in die Überprüfung der Pflege integriert werden müssten und die Frauen im Akutspital vor allem gute Informationen und Aufklärung brauchen. Eine zentrale Erkenntnis aus der Theorie, dass der körperliche Bereich nur ein Teil eines Ganzen ist, muss in der Ausbildung noch vermehrt zum Tragen kommen. Dabei müssen die Aspekte Haltung, Verhalten und Reflexion eine grössere Gewichtung erhalten. Dazu kommt, dass es je nach Einsatzgebiet der Lernenden situationsspezifische Vorbereitungsmodule braucht, um zentrale Anforderungen ausführlich lernen, üben reflektieren und überprüfen zu können.

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Hintergrundwissen zum Thema

1.1.1. Der persönliche Bezug zum Thema

1.1.2. Gesellschaftliche Veränderungen

1.1.3. Bildungspolitische Veränderungen

1.1.4. Gesundheitspolitische Veränderungen

1.2. Zielsetzungen der Arbeit

2. Theoretischer Hintergrund

2.1. Definitionen

2.1.1. Einleitung

2.1.2. Was ist Pflege?

2.1.3. Kurzer geschichtlicher Rückblick auf die Geschichte der Krankenpflege
in der Schweiz

2.1.4. Die wissenschaftliche Entwicklung der Pflege im Ausland

2.1.5. Welche Gedanken, Theorien, Konzepte liegen den verschiedenen Pflegetheorien zu
Grunde?

2.1.6. Was wird unter Pflege verstanden?

2.1.7. Die neusten Richtlinien der Schweizerischen Akademie der medizinischen
Wissenschaften zur Behandlung und Betreuung ältere pflegebedürftiger Menschen

2.1.8. Die Entwicklung von Pflegesystemen und deren Auswirkung auf die Einflussnahme
der Patientinnen

2.2. Eigene Definition von Pflege

2.2.1. Mein persönliches Verständnis von Gesundheits- und Krankenpflege

2.2.2. Das persönliche Pflegeverständnis im Vergleich zur pflegetheoretischen

2.2.3. Zusammenfassung

2.3. Was ist Gesundheit und was beeinflusst sie?

2.3.1. Einleitung

2.3.2. Der Begriff Gesundheit aus Sicht der WHO und seine Entwicklung

2.3.3. Was ist Gesundheit aus der Sicht der Pflege?

2.3.4. Stellenwert der Gesundheit in pflegetheoretischen Überlegungen

2.3.5. Einflussfaktoren, welche die Gesundheit beeinflussen

2.3.6. Gesundheitsrelevante Verhaltensweisen

2.3.7. Zusammenfassung

2.4. Wie gesund fühlen sich die Schweizerinnen, respektive wie gesund sind sie?

2.4.1. Einleitung

2.4.2. Gesundheitseinschätzung alter Menschen in der Schweiz

2.4.3. Einschätzung des psychischen Wohlbefindens

2.4.4. Körperliche Beschwerden

2.5. Das Systemtheoretische Modell der vier Lebensbereiche

2.6. Begriffsdefinitionen

2.6.1. Definition von Erwartungen

2.6.2. Definition von Befürchtungen

2.6.3. Was ist Lebensgestaltung?

2.7. Erwartungen an die professionelle Altenpflege; Eine repräsentative Studie

2.7.1. Einleitung

2.7.2. Ergebnisse

2.8. Marketing im Bereich der Altenpflege

2.8.1. Einleitung

2.8.2. Was erwarten „reife“ Kunden?

2.8.3. Was heisst dies nun für das Verhalten älteren Kundinnen gegenüber?

3. Fragestellungen

4. Vorgehen

4.1. Methodisches Vorgehen

4.2. Methodenwahl

4.3. Die Untersuchungsgruppe

4.4. Die Voruntersuchungen

4.5. Durchführung der Datenerhebung

4.5.1. Einleitung

4.5.2. Durchführungsorte

4.5.3. Dauer der Interviews

4.5.4. Nutzung des Datenmaterials

4.5.5. Dokumentation des Materials

4.6. Die Erhebung der Daten

4.7. Die Inhaltsanalyse

5. Ergebnisse und Kommentare

5.1. Allgemeines zur Präsentation der Ergebnisse

5.2. Ergebnisse und Kategorisierung zur ersten Fragestellung: „Welche Faktoren
beeinflussen Ihre Gesundheit positiv?„

5.2.1. Dimensionen mit den entsprechenden Kategorien und Ankerbeispielen:

5.2.2. Gesamtergebnisse

5.2.3. Darstellung der Daten:

5.3. Ergebnisse und Kategorisierung zur zweiten Fragestellung: „Wie würden Sie
den Pflegeberuf beschreiben, respektive was verstehen Sie unter „Pflege“?

5.3.1. Dimensionen mit den entsprechenden Kategorien und Ankerbeispielen:

5.3.2. Gesamtergebnisse

5.3.3. Darstellung der Daten:

5.4. Ergebnisse und Kategorisierung zur dritten Fragestellung: „Was erwarten Sie
von einer diplomierten Pflegefachperson, wenn Sie sich in einem Akutspital
aufhalten müssten“?

5.4.1. Dimensionen mit den entsprechenden Kategorien und Ankerbeispielen:

5.4.2. Gesamtergebnisse

5.4.3. Darstellung der Daten:

5.5. Ergebnisse und Kategorisierung zur vierten Fragestellung: „Was für
Befürchtungen haben Sie im Bezug auf die Dienstleistungen der Pflegenden im
Akutspital“?

5.5.1. Dimensionen mit den entsprechenden Kategorien und Ankerbeispielen:

5.5.2. Gesamtergebnisse

5.5.3. Darstellung der Daten:

5.6. Ergebnisse und Kategorisierung zur fünften Fragestellung: „Was müssten die
diplomierten Pflegefachfrauen unternehmen, dass Sie im Fall eines Heimeintritts
ihr Leben am Besten gestalten könnten“?

5.6.1. Dimensionen mit den entsprechenden Kategorien und Ankerbeispielen:

5.6.2. Gesamtergebnisse

5.6.3. Darstellung der Daten:

5.7. Ergebnisse und Kategorisierung zur sechsten Fragestellung: „Was für
Befürchtungen hätten Sie im Bezug auf die Pflegeleistungen in einem Heim“?

5.7.1. Dimensionen mit den entsprechenden Kategorien und Ankerbeispielen:

5.7.2. Gesamtergebnisse

5.7.3. Darstellung der Daten:

5.8. Ergebnisse und Kategorisierung zur siebten Fragestellung: „Was denken Sie, was
müssen die zukünftigen Pflegepersonen aus Ihrer Sicht in der Schule unbedingt
lernen in den Bereichen:
- Wissen; d.h. was müssen sie wissen?
- manuelle Fähigkeiten; d.h. was müssen sie machen können
- soziale Fähigkeiten; d.h. wie müssen sie sich verhalten können“?

5.8.1. Dimensionen mit den entsprechenden Kategorien und Ankerbeispielen:

5.8.2. Gesamtergebnisse

5.8.3. Darstellung der Daten:

6. Zusammenfassung der Ergebnisse

6.1. Beantwortung der Fragen

6.1.1. Einleitung

6.1.2. Zusammenfassung der Ergebnisse zum Modell der Lebensbereiche

6.2. Was beeinflusst die Gesundheit der älteren Frauen positiv?

6.3. Was verstehen ältere Frauen unter Pflege?

6.4. Wo gibt es Übereinstimmungen, wo Diskrepanzen zwischen der Literatur und
den erhobenen Daten aus den Interviews?

6.5. Welche Erwartungen an das Pflegepersonal, haben älter Frauen in einer
Phase, in welcher sie im Akutspital, Altersheim oder zu Hause leben? Welche
Befürchtungen haben sie in Bezug auf eine Situation, in der sie Pflegeleistungen
benötigen?

6.6. Sind Erwartungen je nach Lebenssituation und Lebensphase unterschiedlich? 90

7. Konsequenzen

7.1. Einleitung

7.2. Allgemeine Konsequenzen

7.3. Konsequenzen für die Pflegeausbildung

8. Zusammenfassung

9. Literaturverzeichnis

10. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

11. Verdankung und Selbständigkeitserklärung

12. Anhang

Anlagen

  1. vollständige Diplomarbeit (pdf)

Autorin
Brigitte Zaugg
dipl. Gerontologin FH executiv Master of Gerontology
Berufsschullehrerin am Ausbildungszentrum des Universitätsspital Insel Bern, Schweiz
E-Mail Mailformular


Zitiervorschlag
Brigitte Zaugg: Alte Frauen sagen was sie wollen. Erwartungen und Befürchtungen alter Frauen an das diplomierte Pflegepersonal. Veröffentlicht am 02.01.2006 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/57.php, Datum des Zugriffs 08.12.2019.


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