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Website Promotion

Christian Koch

Veröffentlicht am 02.04.2001.

Damit eine Website besucht wird, muss sie bekannt gemacht werden. Dazu dienen unter anderem

  • Eintragungen in Suchmaschinen und Webkataloge (auch gedruckt),
  • (gegenseitige) Verweise von Verbänden und Partnern,
  • Angaben auf Geschäftspapieren und Publikationen,
  • Give-Aways (z.B. Kugelschreiber, Mousepads, Haftnotizen),
  • Pressemitteilungen in Verbindung mit besonderen Angeboten und
  • Events, besonders in Zusammenarbeit mit den Medien (z.B. eine Wohltätigkeitsversteigerung)
  • Anzeigen einschließlich Bannerwerbung (Anzeigen auf Webseiten).

Eine aufwendigere Site Promotion lohnt sich nur, wenn auch entsprechende Angebote bereitstehen, z.B. eine Spendenkampagne oder Aufruf zu Protest-E-Mail. Art und Umfang der Werbung müssen zu der Organisation und den Kommunikationszielen passen. Das zur Verfügung stehende Budget stellt regelmäßig einen weiteren begrenzenden Faktor dar. Allerdings sind auch Sponsoringangebote für Nonprofit-Organisationen nicht ungewöhnlich.

Die Eintragung in Suchmaschinen ist ein sehr komplexer Vorgang. Dazu müssen sowohl die Seiten entsprechend gestaltet werden, als auch die Eintragungen optimal vorgenommen werden. Mittlerweile bieten zahlreiche Dienstleister Unterstützung an. Kompetente Multimediaagenturen übernehmen die Eintragung im Rahmen einer Website Promotion-Dienstleistung.

Bei der Gestaltung der Seiten ist besondere Aufmerksamkeit auf die Formulierung von

  • Seitentitel
  • Metatags
  • Überschriften
  • und den Textanfang zu legen.

Bei der Eintragung bei Suchmaschinen einschließlich Webkatalogen existieren zwei Vorgehensweisen:

  1. Die manuelle Eintragung ermöglicht eine optimale Ausnutzung der Eigenheiten jeder einzelnen Suchmaschine. Das Verfahren ist sehr zeitaufwendig und nur dann optimal, wenn ausreichende Kenntnisse über die jeweiligen Suchstrategien vorliegen.
  2. Die automatisierte Eintragung wird entweder über Online-Dienstleister vorgenommen oder erfolgt mit einer entgeltlich erworbenen Software. Die Online-Dienstleister können sich schneller an neue Suchmaschinen oder geänderte Strategien anpassen. Die erworbene Software kann für mehrere Sites verwendet werden. Allerdings erfordert auch die automatisierte Anmeldung eine ausreichende Beschäftigung mit dem Anmeldeverfahren.
    Einen guten Kompromiss stellen in den meisten Fällen die Angebote für eine automatische Anmeldung der web hosting-Provider dar. Diese Anmeldung ist nicht so umfassen und ausgefeilt, wie die Anmeldung durch eine Agentur, aber meist im Preis für das hosting inbegriffen.

Die Verlinkung mit Partnern und Verbänden erfordert zwar individuelle zeitaufwendigere Absprachen, ist dafür aber kostenlos und erreicht ein sehr spezifisches Zielpublikum. Auch hier stellt wieder die Zielgruppe den Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten dar. Ausgehend von der Frage "Wo surft mein Zielpublikum?" müssen genau diese Websites um Plazierung von Links oder redaktionelle Hinweise gebeten werden, damit der Surferstrom auf die eigene Site geleitet wird.

Selbstverständlich sollten alle Drucksachen, insbesondere Geschäftspapiere für Website Promotion genutzt werden. Dadurch entstehen keine zusätzlichen Kosten. Vielmehr entsteht ein professionellerer Eindruck durch die Vermittlung einer Internetpräsenz. Neben Geschäftspapieren und Broschüren sollten auch alle anderen Medien bedacht werden: Plakate, Fernsehspots, Radiobeiträge, Messe-/Infostände, etc.

Give Aways sind bereits klassische Träger von Internetadressen. Besonders geeignet sind kleine Präsente, die an einem EDV-Arbeitsplatz auftauchen können. Dies reicht von unspezifischen Utensilien, wie Kugelschreibern, bis zu Mousepads oder Bildschirmschonern. Allerdings sollte hier bedacht werden, dass der Markt gerade mit solchen Angeboten fast schon überschwemmt wird. Nur besonders originelle Angebote oder eine Zielgruppe mit einer besonders hohen Bindung an gerade diese Organisation wird zu erreichen sein. Auch muss der Charakter dieser Promotionsform zur Organisation passen. Gerade bei Nonprofit-Organisationen kann schnell ein Widerspruch zwischen Spenden sammeln und Werbegeschenke verteilen entstehen. Denkbar ist auch der Verkauf der Utensilien zu Wohltätigkeitszwecken: Mousepad oder Kaffeebecher statt Anstecknadel. Besonders bei Sportvereinen hat sich eine breite Palette von Merchandisingprodukten entwickelt, die auch Träger von Website Promotion sein können.

Redaktionelle Werbung (Print, Funk, Fernsehen) ist immer noch eine besonders preiswerte und je nach Medium und Kontext zielgruppenspezifische Form der Site Promotion.

Besonders wirksam ist die Verteilung von Inhalten über mehrere Medien: Im Radio oder Zeitschriftenartikel wird auf weiterführende oder laufend aktualisierte Informationen auf der Website verwiesen. Dies kommt einerseits dem Medium Web entgegen: Es kennt praktisch keinen Kapazitätsgrenzen und kann täglich oder stündlich aktualisiert werden. Andererseits wird der Besucher mit einem konkreten Nutzen angelockt: umfangreichere oder aktuellere Information. Dies ist auch ein Grund zum regelmäßigen Wiederkehren, sofern das Thema dazu geeignet ist, von dauerhaftem Interesse zu sein.

Daneben kommen als eigenständige Promotionsaktionen Events in Frage, die vorzugsweise online stattfinden sollten. Diese Veranstaltungen werden sehr spezifisch für die jeweilige Organisation ausfallen. Sie reichen von der Wohltätigkeitsversteigerung bis zur Lifeübertragung mittels web cam aus dem Katastrophengebiet. Hier besteht ein fließender Übergang zu neuen, eigenständigen Kommunikationsformen, die erst durch die Internettechnologie möglich wurden. Bestand bisher die Möglichkeit, Patenschaften zu übernehmen und so für eine bestimmte Person, Einrichtung oder Projekt zu spenden, kann jetzt diese Strategie durch individualisiertes Feedback konsequent fortgesetzt werden:

  1. E-Mail oder Homepage mit Fotos, Zeichnungen und Grüßen des Patenkindes
  2. Web-Cam oder digitalisierte Fotos von dem Baufortschritt des geförderten Projektes
  3. Diskussionsforum mit der geförderten Zielgruppe
  4. Spendertafel mit Name und Betrag (sofern gewünscht) und laufender Aktualisierung des kumulierten Spendenbetrages in Relation zum erforderlichen Betrag für die Projektfinanzierung.

Dies sind nur einige Anregungen, um eigenständige Lösungen für eine internetbasierte Fundraisingstrategie zu finden.

Schließlich kommt noch klassische Werbung, im Internet als Bannerwerbung, in Frage. Ähnlich wie bei Zeitschriften sollten auch hier Sponsoringangebote erschlossen werden. Kostenlos, aber für die meisten Organisationen nicht passen, ist die Steigerung der Besuchszahlen über Webringe. Diese Strategie könnte auch unter Verlinkung aufgeführt werden, da es sich um eine thematisch orientierte zyklische Verlinkung mit anderen Angeboten handelt, die bei NPO nicht sehr verbreitet ist.


Autor
Dipl.-Kfm. Christian Koch
Geschäftsführer der socialnet GmbH und selbständiger Unternehmensberater für Nonprofit-Organisationen
Homepage www.npoconsult.de
E-Mail Mailformular


Zitiervorschlag
Christian Koch: Website Promotion. Veröffentlicht am 02.04.2001 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/82.php, Datum des Zugriffs 26.07.2017.


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