Arbeitgeberattraktivität – das Fundament jeder Arbeitgebermarke
Expertenserie: Arbeitgebermarke #1
14.10.2025 | Prof. Dr. Anja Seng, Prof. Dr. Jan Tietmeyer | 2 Minuten Lesezeit
In der Sozialwirtschaft wird die Attraktivität von Arbeitgebern angesichts des Fachkräftemangels zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Neben der Vergütung spielen Sinnhaftigkeit, Entwicklungschancen und Arbeitskultur eine zentrale Rolle für die Anziehung und Bindung von Mitarbeitenden.
In Zeiten des Fachkräftemangels wird Arbeitgeberattraktivität zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor – auch und gerade in der Sozialwirtschaft.
Attraktivität beinhaltete in diesem Zusammenhang nicht ausschließlich die Komponente der Vergütung. Vielmehr steht das Zusammenspiel aus
- Sinnhaftigkeit,
- Entwicklungschancen,
- Arbeitsbedingungen und
- Kultur
im Vordergrund.
Lohaus & Rietz (2020) definieren diese Komponenten als subjektive Bewertung der Attraktivität eines Arbeitgebers.
Diese Attraktivität ist auch messbar, z. B. mit dem AGA-I-Inventar. Organisationen, die ihre Attraktivität regelmäßig erfassen, können frühzeitig erkennen, an welchen Stellen Bindung und Motivation schwächeln. Insbesondere Träger der Sozialwirtschaft können in diesen Kontexten mit Purpose – also Sinnhaftigkeit – punkten. Wenn Führung oder Kommunikation aber in diesem Bereich inkonsistent wirken, gehen die möglichen Vorteile schnell verloren.
Attraktivität entsteht, wenn Versprechen und erlebte Realität übereinstimmen. Sie bildet damit das Fundament für jede Arbeitgebermarke.
In der Praxis empfiehlt sich eine Kombination aus
- Mitarbeitendenbefragung,
- Kennzahlen (z. B. Fluktuationsraten)
- und Feedbackgesprächen.
Wer hier investiert, spart später in Recruiting-Kosten und kann eine stabile Belegschaft für eine gute Qualitätsentwicklung nutzen.
Autor:innen
Prof. Dr. Anja Seng
Professorin für Personalmanagement und Direktorin des Instituts für Public Management
FOM Hochschule
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Prof. Dr. Jan Tietmeyer
Professor für Innovationen in der Sozialen Arbeit Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen
Lehrbeauftragter der Hochschule Fulda und der FOM Hochschule
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Literatur:
- Backhaus, K. & Tikoo, S. (2004). Conceptualizing and researching employer branding. Career Development International, 9(5).
- Klemm, B., Lambert (2021): Arbeitgebrattraktivität erhöhen, in: Sozialwirtschaft, Nr 5, Jg. 31, S. 23-25 https://doi.org/10.5771/1613-0707-2021-5-23
- Lohaus, D. & Rietz, C. (2020). Arbeitgeberattraktivitätsinventar (AGA-I). Hogrefe.
- Pfiffner, R., Matt, T.i (2021): Arbeitgeber- und Arbeitsfeldattraktivität aus Sicht von Studierenden der Sozialen Arbeit. Wie Karriereziele ihre Präferenzen beeinflussen
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