Was hält Pflegekräfte im Job? Eine Frage, die der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) jährlich mit seiner Studie "Pflege wie geht es dir?" nachgeht. Auch 2026 wird deutlich: Es sind nicht nur die Arbeitsstrukturen, auf die es ankommt.

Inhalt
  1. Die momentane Lage
  2. Welche Faktoren machen den Unterschied?
  3. Bedeutung für die Personalarbeit

Die momentane Lage

Laut der Umfrage "Pflege, wie geht es dir?" von 2026 des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) empfinden nur 24 Prozent der Befragten die gesellschaftliche Wertschätzung ihrer Arbeitsleistung als ausreichend. 44 Prozent sind unzufrieden mit ihrer Arbeitsauslastung. Personalmangel und schlechte Personalausstattung werden dabei als zentrale strukturelle Ursache benannt.

Laut der BARMER-Pflegestudie aus dem Jahr 2023 waren 51,6 Prozent der befragten Pflegekräfte insgesamt zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Arbeitssituation. Die DBfK-Befragung 2026 deutet darauf hin, dass sich die Stimmungslage seither eher verschlechtert hat. Es stimmen nur drei Prozent der Befragten ohne Führungsverantwortung voll und ganz zu, dass ihre Kompetenz von der Gesellschaft anerkannt wird. Weitere knapp 21 Prozent stimmen eher zu. Rund 58 Prozent sehen ihre Kompetenz gesellschaftlich nicht anerkannt.
Die Befragung zeigt außerdem erstmals einen klaren Befund zur Führungsqualität: 43 Prozent der Befragten sind mit Führung und Management in ihrem Arbeitsbereich unzufrieden. Nur 22 Prozent finden, dass Veränderungen in ihrer Organisation gemeinsam und partizipativ gestaltet werden. Das Problem liegt laut Studie weniger in individuellen Führungspersonen als in fehlenden Strukturen: Beispielsweise werden Entscheidungen zu selten transparent kommuniziert, Beteiligung häufig nicht verbindlich ermöglicht.

Welche Faktoren machen den Unterschied?

Ein zentrales und für die Personalpraxis besonders relevantes Ergebnis liefert die vom Bundesgesundheitsministerium beauftragte Studie zur Arbeitsplatzsituation in der Akut- und Langzeitpflege. Diese Studie war eine der größten Untersuchungen zu diesem Thema in den vergangenen Jahren.
Das Ergebniss zeigt, dass sogenannte „weiche Faktoren", die Stimmung im Team, die Wertschätzung und der Führungsstil der Vorgesetzten, häufig einen höheren Einfluss auf die Arbeitsplatzzufriedenheit haben als Faktoren wie Gehalt oder Sachleistungen.
Dies bedeutet nicht, dass die Bezahlung unwichtig ist. Es zeigt allerdings, dass Träger die nur über Gehalt konkurrieren, zu kurz greifen.
Aus einer Befragung der Hans-Böckler-Stiftung stammt ein weiteres wichtiges Ergebnis: Altenpfleger:innen und Krankenpflegefachkräfte sind insgesamt etwas unzufriedener mit ihrer Arbeit als alle weiteren Erwerbstätigen in Deutschland. Sie weisen eine deutlich höhere Unzufriedenheit mit ihrem Einkommen auf. Gleichzeitig zeigt sich, dass Erzieher:innen und Pflegekräfte wesentlich unzufriedener mit den körperlichen Arbeitsbedingungen sind als andere Berufsgruppen im Sozial- und Gesundheitswesen.

Bedeutung für die Personalarbeit

Die Daten zeigen: Pflegekräfte sind nicht per se mit ihrem Beruf unzurfrieden, sondern mit der Organisation und den Strukturen, in denen sie arbeiten.
Personalverantwortliche bedeutet dies konkret:

  • Verlässliche Dienstplanung mit ausreichend Vorlauf umsetzen.
  • Wertschätzung im Alltag, regelmäßig.
  • Führungskräfte müssen gesundheitsorientiert führen: Wer selbst unter Dauerbelastung steht, kann kein stabiles Arbeitsklima gestalten.
  • Transparenz in Entscheidungen und Planungen voranbringen, so werden die Strukturen nachvollziehbar
  • Einbindung von Fachkräften in Planung und Gestaltung des Arbeitsalltags

Die BMG-Studie zeigt: Arbeitgeber können schon heute mit konkreten Maßnahmen viel bewirken. Von transparenter Kommunikation über Wertschätzung im Alltag bis hin zu partizipativen Führungsmodellen. Weitere konkrete Indikatoren, die die Zufriedenheit im Pflegeberuf maßgeblich beeinflussen und die Einrichtungen selbst gestalten können, können Sie hier nachlesen: "Pflege, wie geht es dir?". 

 

Verfasst von
Cläre McDaniel
Freiberuflerin für Kommunikationsberatung, Text und Design
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