Führungskräfte gelten in der Forschung als einer der stärksten Einflussfaktoren auf die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden. Das gilt in allen Branchen, in der Sozialwirtschaft, wo Arbeit unter emotionalem Druck stattfinden kann, ganz besonders.

Inhalt
  1. Was bedeutet „gesundes Personalmanagement" konkret?

Der Gallup Engagement Index 2025 zeigt: Nur noch neun Prozent der Beschäftigten in Deutschland fühlen sich stark emotional an ihren Arbeitgeber gebunden, ein neuer Tiefstand.
Gering gebunden fühlen sich 78 Prozent. Die Konsequenzen sind direkt messbar: Mitarbeitende mit starker emotionaler Bindung fehlten 2024 durchschnittlich 5,5 Tage im Jahr. Bei kündigenden Mitarbeitenden waren es 7,9 Tage.
Führung und Gesundheit sind damit keine getrennten Themen.

Was bedeutet „gesundes Personalmanagement" konkret?

Es geht nicht darum, dass Führungskräfte keine Anforderungen stellen. Es geht darum, wie sie führen.
Dazu gehört, eine Unternehmenskultur zu fördern, in der Gedanken und Ideen offen kommuniziert werden können. Teil davon sollte sein, Mitarbeitende in Entscheidungsprozesse einzubinden und ihnen Gestaltungsspielraum zu geben. Und es gehört dazu, Wertschätzung nicht als Ausnahme, sondern als Haltung zu verstehen.

Laut der Randstad Employer Brand Research 2025 fühlen sich 41 Prozent der Beschäftigten nicht anerkannt. Fehlende Anerkennung schwächt Motivation, Bindung und Produktivität. Dabei kostet ein ehrliches und wertschätzendes „gut gemacht" im Alltag nichts.

Besonders wichtig: Führungskräfte müssen selbst vor Überlastung geschützt werden. Eine leitende Pflegefachkraft, die dauerhaft im Spannungsfeld zwischen Personalengpässen, Dokumentationspflichten und Mitarbeiterkonflikten steht, kann nicht gesundheitsfördernd führen. Gesundheitsorientierte Führung braucht Rahmenbedingungen. Angefangen bei der eigenen Entlastung durch vorgesetzte Stellen.

Praktischer Tipp: Das IFPM Center for Healthy Leadership des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen erforscht gezielt, durch welche Führungsstrategien die mentale Gesundheit von Mitarbeitenden gefördert werden kann und wie die Gesundheit der Führungskraft selbst gesichert werden muss, damit das gelingt. Einen Überblick über Forschungsansätze und Praxisimpulse bietet die Institutsseite direkt

Quellen:

Gallup Engagement Index 2025, Personalwirtschaft
Randstad Employer Brand Research 2025
Vollständiger Gallup-Bericht Deutschland 2025

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Orientierung. Für die Entwicklung und Implementierung gesundheitsorientierter Führungskonzepte empfehlen wir die Zusammenarbeit mit qualifizierten Organisations- und Personalentwickler:innen.

Verfasst von
Cläre McDaniel
Freiberuflerin für Kommunikationsberatung, Text und Design
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