Der Berufseinstieg für Absolvent:innen der Sozialen Arbeit ist geprägt von zahlreichen Möglichkeiten und Erwartungen. Während sie gut ausgebildet und voller Tatendrang von den Hochschulen kommen, stehen viele Träger vor der Herausforderung, diese jungen Fachkräfte für sich zu gewinnen. Der Schlüssel liegt darin, die richtigen Anreize zu setzen und die Bedürfnisse der neuen Generation zu verstehen, um langfristig erfolgreich im Wettbewerb um die besten Talente zu bestehen. Dieser Beitrag beleuchtet, welche Faktoren Träger für Absolvent:innen der Sozialen Arbeit besonders attraktiv machen und wie eine zielgerichtete Ansprache gelingen kann.

Inhalt
  1. Wer sind die Absolvent:innen der Sozialen Arbeit?
  2. Was die Generation Z von Arbeitgebern erwartet
  3. Bedeutung für die erfolgreiche Personalgewinnung
  4. Der Unterschied liegt oft im Praktikum
  5. Praktischer Tipp

Jährlich beenden tausende Studierende der Sozialen Arbeit ihr Studium an deutschen Hochschulen, mit umfassender Ausbildung und ausgeprägtem Engagement sowie klaren Vorstellungen ihrer zukünftigen Arbeitsbedingungen und der Arbeitsorte. Trotzdem ist die Fachkräftesituation im Sozial- und Gesundheitswesen weiterhin angespannt. Es ist also von Vorteil, wenn Träger wissen, worauf es bei der Gewinnung junger Absolvent:innen ankommt. 

Wer sind die Absolvent:innen der Sozialen Arbeit?

Wie aus Daten des Deutschen Berufsverbands für Soziale Arbeit (DBSH) hervorgeht, gehört Soziale Arbeit zu den beliebtesten Studienrichtungen an deutschen Fachhochschulen. Die Berufsaussichten sind vielversprechend: Lediglich etwa vier Prozent der Absolvent:innen sind nach dem Abschluss arbeitslos, und auch langfristig zeigt sich, dass 96 Prozent selbst zehn Jahre nach dem Studienabschluss in Beschäftigung sind.

Der Studiengang ist also begehrt, und wer Interesse daran hat, die Absolvent:innen zu überzeugen, muss attraktive Angebote machen. Dafür ist ein Blick auf die Erwartungen der neuen Generationen notwendig. 

Was die Generation Z von Arbeitgebern erwartet

Eine 2025 bei Springer Gabler veröffentlichte Interviewstudie von der Hochschule RheinMain untersucht die Erwartungen der Generation Z an potenzielle Arbeitgeber. Die Ergebnisse zeigen, dass innerhalb dieser Generation die Prioritäten je nach Studienfach variieren. Während für Studierende der Sozial- und Geisteswissenschaften Gehaltsmaximierung weniger im Mittelpunkt steht, legen sie besonderen Wert auf Transparenz und persönlichen Kontakt während des Bewerbungsprozesses.
Diese Aspekte sind für sie entscheidend wichtiger als bei Studierenden anderer Fachrichtungen.

Für sie steht Sinnhaftigkeit vor Gehaltsmaximierung. Sie suchen aussagekräftige Stellenanzeigen mit klarer Struktur, authentische Unternehmensdarstellung und Transparenz sowie persönlichem Kontakt im Bewerbungsprozess.

Bedeutung für die erfolgreiche Personalgewinnung

  • Die Karriereseite sollte nicht nur Organigramme und Leitbildfloskeln zeigen, sondern echte Einblicke in den Arbeitsalltag geben. Mit Bildern, kurzen Mitarbeitenden-Statements und konkreten Tätigkeitsbeschreibungen.
  • Stellenanzeigen sollten klar die Vorteile der Position aufzeigen, wie Supervision, Fallbegleitung, Teamstrukturen, Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Der Bewerbungsprozess sollte zügig, persönlich und wertschätzend gestaltet sein. Besonders in Anbetracht dessen, dass Absolvent:innen mit mehreren Angeboten oft den am schnellsten und freundlichsten agierenden Träger bevorzugen.
  • Die Recruitingkanäle sollten auf die Nutzungsweise der jüngeren Generation abgestimmt sein. Recruitingkampagnen auf Social-Media sollten Einfallsreichtum und den authentischen Arbeitsalltag abbilden.

Der Unterschied liegt oft im Praktikum

Ein häufig unterschätzter Ansatz zur Gewinnung von Absolvent:innen der Sozialen Arbeit ist das im Studium integrierte Pflichtpraktikum. Eine gute Begleitung von Praktikant:innen kann sich lohnen, da dies langfristig potenzielle Mitarbeitende fördern kann. Der DBSH bietet hierfür eine Praktikumskarte an, um Einrichtungen und Praktikumsplätze sichtbar zu machen.

Praktischer Tipp

Kostenlose Informationen, Daten und Fakten zum Studium der Sozialen Arbeit, basierend auf Statistiken des Statistischen Bundesamts, sind über den DBSH verfügbar.

Der Bericht der Bundesagentur für Arbeit über das Sozialwesen bietet darüber hinaus einen umfassenden Überblick über die Lage auf dem Arbeitsmarkt, Beschäftigungsentwicklungen und Berufsfelder.

Quellen

Kochhan / Cichecki (Hrsg.): Hochschulabsolventen der Generation Z in Europa und USA – Interviewstudie zu Anforderungen junger Arbeitnehmer an potenzielle Arbeitgeber. Springer Fachmedien Wiesbaden 2025

myStipendium: Soziale Arbeit – Studium, Berufseinstieg, Gehalt (Stand Februar 2026)

Berufsberatung Basel / BFS: Soziale Arbeit FH – Berufseinstieg, Zusammenfassung (Abschlussjahrgang 2020)

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder persönliche Beratung.

Verfasst von
Cläre McDaniel
Freiberuflerin für Kommunikationsberatung, Text und Design
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