Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) revolutioniert viele Arbeitsbereiche, doch sie bringt auch Unsicherheiten mit sich. Besonders in der Sozialwirtschaft, einem Sektor, der stark auf menschliche Interaktion angewiesen ist, sind die Befürchtungen über den Einfluss von KI auf die Arbeitswelt präsent. In diesem Beitrag wird untersucht, wie Personalverantwortliche konstruktiv mit Ängsten und Unsicherheiten bezüglich Automatisierung im Team umgehen können.

Inhalt
  1. Die Datenlage
  2. Relevanz für die Sozialwirtschaft
  3. Handlungsstrategien für Personalverantwortliche
  4. Fazit

Im Jahr 2026 ist die Künstliche Intelligenz ein allgegenwärtiges Thema, auch in der Sozialwirtschaft. Ob bei der Erstellung von Dienstplänen, der Dokumentation oder der Kommunikation mit Bewerber:innen: KI-gestützte Technologien werden zunehmend im Arbeitsalltag integriert. Doch anstelle von Aufbruchsstimmung erleben viele Beschäftigte eher Verunsicherung. Personalverantwortliche müssen auf diese Bedenken eingehen.

Die Datenlage

Laut dem Worklife Trends Report 2026 von Glassdoor, der auf der Auswertung von Millionen Arbeitgeberbewertungen basiert, sind Beschäftigte zunehmend besorgt. Frühere Glassdoor-Daten zeigen, dass 56 Prozent der befragten Fachkräfte befürchten, ihre Arbeitsplätze könnten langfristig durch Automatisierung gefährdet sein.

Dabei zeigt der Report, dass die tatsächlichen Auswirkungen von KI auf die Arbeitszufriedenheit bisher gering sind. Laut einer separaten Auswertung von Glassdoor-Bewertungen (2019–2026) sank der Anteil positiver Aussagen zu KI von 81 auf 43 Prozent, während negative Einschätzungen auf 53 Prozent stiegen.

Laut der Bitkom-Studie Künstliche Intelligenz 2025 setzt inzwischen rund ein Drittel der Unternehmen KI-Technologien ein (36 Prozent). Beinahe doppelt so viele wie im Jahr davor (20 Prozent). Weitere 47 Prozent der befragten Unternehmen planen oder erwägen den Einsatz von KI. Nur 17 Prozent geben an, dass KI für sie kein Thema ist. Zum Vergleich waren es 41 Prozent im Vorjahr.

Gleichzeitig wird in der Studie deutlich, dass die Verbreitung von KI keine Selbstverständlichkeit ist. Zu den größten Hürden zählen rechtliche Unsicherheiten und fehlendes technisches Know-how, die jeweils von 53 Prozent der Befragten genannt werden, sowie der Mangel an personellen Ressourcen. Darüber hinaus sehen 31 Prozent der Unternehmen die mangelnde Akzeptanz der Mitarbeitenden als ein wesentliches Hindernis an.

Relevanz für die Sozialwirtschaft

Die Sozialwirtschaft scheint weniger anfällig für Automatisierungen, da Berufe in diesem Bereich auf menschliche Eigenschaften wie Empathie und Urteilsvermögen angewiesen sind: Qualitäten, die KI nicht ersetzen kann. Dennoch besteht auch hier Unsicherheit. Pflegekräfte oder Verwaltungsmitarbeiter:innen könnten sich fragen, welche Auswirkungen die Automatisierung auf ihre Rollen hat.

Zudem zeigt der Glassdoor Worklife Trends Report 2026 eine tiefgreifende Vertrauenskrise: Begriffe wie "Misalignment", "Distrust" und "Disconnect" tauchten 2025 in Mitarbeitendenbewertungen deutlich häufiger auf als im Vorjahr. Dieser Trend hat sich laut dem Glassdoor-Midyear-Update 2026 weiter verschärft. Das Vertrauen in Führungskräfte liegt auf dem niedrigsten Stand seit 2017. Was hat das mit KI zu tun? Wer als Führungskraft KI einführt, ohne offen zu kommunizieren warum und was das für die Mitarbeitenden bedeutet, riskiert, das Vertrauen weiter zu beschädigen.

Handlungsstrategien für Personalverantwortliche

Die Angst vor KI kann nicht allein durch Zahlen entkräftet werden. Wichtig ist eine transparente und rechtzeitige Kommunikation. Wenn KI-Tools geplant sind, sollten Mitarbeitende frühzeitig informiert und eingebunden werden:

  • Was verändert sich konkret?
  • Welche Aufgaben übernimmt die KI und welche bleiben menschlich?
  • Was ist der Mehrwert für Mitarbeitende?

Nach dem Hays-Trendbericht 2026 hängt der Erfolg nicht nur von der Technologie ab, sondern von den Menschen, die diese in ihren Arbeitsablauf integrieren. Daher ist der Aufbau von Kompetenzen ebenso wichtig wie die Einführung der Technologie. Ohne Schulung und Anleitung können neue Tools überfordernd statt entlastend wirken.

Drei Leitfragen helfen bei der Strukturierung:

  • Welche KI-Tools werden eingeführt und in welchen Bereichen?
  • Welche Mitarbeitenden sind besonders betroffen und werden diese einbezogen?
  • Welche Fähigkeiten benötigen Mitarbeitende, um die Tools effektiv zu nutzen?

Fazit

Der Einsatz und die Einführung von Künstlicher Intelligenz kann Ängste bei Mitarbeitenden erzeugen. Durch transparente Kommunikation, frühzeitige Einbindung der Mitarbeitenden und gezielte Schulungsmaßnahmen können Personalverantwortliche Bedenken gegenüber Automatisierung effektiv begegnen und so eine konstruktive Arbeitsumgebung fördern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung. Die zitierten Studien beziehen sich überwiegend auf branchenübergreifende Befragungen und internationale Daten. Für einrichtungsspezifische Entscheidungen zur KI-Einführung wird die Einbindung von Fachleuten für Organisationsentwicklung sowie empfohlen.

Verfasst von
Cläre McDaniel
Freiberuflerin für Kommunikationsberatung, Text und Design
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