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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV) (Hrsg.): Bildkalender Lebenszeichen 2011

Rezensiert von Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer, 06.01.2011

Cover  Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)  (Hrsg.): Bildkalender Lebenszeichen 2011 ISBN 978-3-9500796-7-8

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV) (Hrsg.): Bildkalender Lebenszeichen 2011. Autonomie und Selbstbestimmung. Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) 2010. ISBN 978-3-9500796-7-8. 19,90 EUR.
13 Farbbilder im Format DIN A 3, rückseitig informative Texte und zahlreiche farbige Fotos. Zzgl. 4,50 Euro Versand bei Bestellung über Christian Rach, Tel.: 05 51 - 4 99 06 26 oder c.rach@gfbv.de.

Weitere Informationen bei DNB KVK GVK.

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Lebenszeichen – Fingerzeige für Menschenrechte

Die internationale Menschenrechtsorganisation, die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), setzt sich seit Jahrzehnten engagiert und weltweit für die Rechte von religiöse, sprachliche und ethnische Minderheiten ein. Das Engagement der überwiegend ehrenamtlichen Mitglieder der Gesellschaft findet Gehör und Aufmerksamkeit, nicht nur bei den ansonsten vielfach unbeachteten Betroffenen, sondern auch bei den Regierungen und gesellschaftlichen Gruppen. Das Ziel des eingetragenen Vereins ist es, „jeden Versuch, ein Volk, eine ethnische oder religiöse Gemeinschaft oder Minderheit, ihre Sicherheit, ihr Leben, ihr Recht auf Eigentum und Entwicklung, Religion sowie ihre sprachliche und kulturelle Identität zu zerstören“, zu verhindern, öffentlich zu machen und alle völkerrechtlichen und politischen Mittel dafür einzusetzen.

Die in Göttingen gegründete Gesellschaft für bedrohte Völker hat mittlerweile Einrichtungen in Österreich, der Schweiz, Südtirol/Italien, Luxemburg, Bosnien-Herzegowina, Chile sowie im Irak und Repräsentanten in London und New York. Sie sind in der GfbV International mit Sitz in Göttingen zusammengeschlossen.

Inhalt

Die Sektion in Wien hat den Bildkalender „Lebenszeichen 2011“ herausgebracht. Die Forderungen nach Autonomie und Selbstbestimmung der Völker werden in den großformatigen Fotos eindrucksvoll und identitätsstiftend dargestellt. Jeder Monat widmet sich einem konkreten Beispiel von Bemühungen indigener Völker und Volksgruppen, ihr Recht auf Anerkennung ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Identität gegenüber dem Staat und dominanten Mehrheitsgesellschaften und Politiken durchzusetzen. Es geht um die ethnische Vielfalt in Burma, der Verteidigung von Rechten der Indianervölker in den USA und Kanada, den Konflikten in Irakisch-Kurdistan, dem Leben der Inuit in der Arktis Kanadas, den Autonomiebestrebungen in Südtirol, die Tibet-Frage, der Situation der Völker in der Westsahara, um Namibias schweres, koloniales Erbe, gegen Raubbau und Staudammbau im brasilianischen Regenwald, um die Lebensbedingungen der Adivasi in Indien, die Lebensperspektiven der Völker in der Sierra Nevada und um Autonomiebestrebungen in Sibirien. Jede Thematik wird mit einem eindrucksvollen Foto vermittelt; und auf der Rückseite des Bildposters werden Informationen über die Lebenssituationen der indigenen Völker und Minderheiten vermittelt und mit einem Expertenbeitrag auf die jeweilige Menschenrechtslage aufmerksam gemacht.

Fazit

Die Forderungen nach Autonomie und Selbstbestimmung als Menschenrechtsanspruch lassen sich im allgemeinen nicht immer konkret vermitteln. Mit dem Bildkalender „Lebenszeichen 2011“ gelingt dies der Gesellschaft für bedrohte Völker ausgezeichnet. Die empathisch und in ausgezeichneter Druckqualität abgedruckten Fotos sind Anreiz für den Betrachter, sich mit den vielfältigen Aktivitäten der Betroffenen zu identifizieren und mitzuarbeiten an den Bemühungen von Menschenrechtsorganisationen, Eine-Welt-Gruppen und Solidaritätsaktionen, ein gerechteres, friedlicheres, demokratisches und dialogisches Zusammenleben der Menschen auf der Erde zu ermöglichen. Ein Jahresbildkalender als Blickfang und Zeigefinger ist dafür keine schlechte Motivation.

Rezension von
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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Es gibt 1748 Rezensionen von Jos Schnurer.

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ISSN 2190-9245