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Christian Reutlinger, Nadia Baghdadi u.a. (Hrsg.): Die soziale Welt quer denken

Cover Christian Reutlinger, Nadia Baghdadi, Johannes Kniffki (Hrsg.): Die soziale Welt quer denken. Transnationalisierung und ihre Folgen für die Soziale Arbeit. Frank & Timme (Berlin) 2010. 232 Seiten. ISBN 978-3-86596-335-2. D: 24,80 EUR, A: 24,80 EUR, CH: 37,20 sFr.
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Thema

Thema ist, wie im Titel angegeben, vorrangig Transnationalisierung/Transnationalismus. Die zweite Komponente des Titels, die Soziale Arbeit, wird im größeren Teil dieses Sammelbandes nur am Rande oder indirekt thematisiert - z.B. via raumtheoretische Überlegungen.

HerausgeberInnen

Bei den HerausgeberInnen handelt es sich um eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, gleichzeitig Geschäftsführerin des Ressorts Internationales am Fachbereich Soziale Arbeit der FHS St. Gallen (Nadia Baghdadi), und um zwei Hochschullehrer, von denen der eine, Christian Reutlinger, sowohl in der Schweiz, als Leiter des Kompetenzzentrums Soziale Räume der FHS St. Gallen, wie auch in Deutschland, als Privatdozent an der TU Dresden, beruflich beheimatet ist. Johannes Kniffki ist Professor für Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Die FHS St. Gallen ist Herausgeber von Transposition. Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um den zweiten Band dieser Reihe. Der Fachbereich Soziale Arbeit der FHS St. Gallen erachtet „den Transnationalismus-Ansatz als unabdingbar“ in vielerlei Hinsicht, unter anderem auch dafür, sich „auf einem international gewordenen Markt von Bildungsanbietern mit einem so genannten ‚Alleinstellungsmerkmal‘ zu positionieren“, wie dem Einleitungskapitel zu entnehmen ist, für das die HerausgeberInnen verantwortlich zeichnen. (S. 8).

Entstehungshintergrund

„Ausgangspunkt ... war eine Summerschool und eine darin integrierte Tagung zum Themenkreis Transnationalisierung und Soziale Arbeit ..., welche die FHS St. Gallen in Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) im Sommer 2009 in Rohrschach am Bodensee durchgeführt hatte“ (ibd.). Den Veranstaltungen hat, so die Herausgeber, die „Haltung des notwendigen Querdenken-Müssens bzw. -Könnens“ (ibid.) zu Grunde gelegen.

Aufbau, Autorinnen und Autoren

Der Band gliedert sich - nach dem schon erwähnten Einleitungskapitel - in drei Teile.

  1. Teil I, getitelt als „Transnationalisierung der sozialen Welt und der Sozialräume“, stellt den Theorieaufriss dar. Auf insgesamt 72 Seiten finden sich hier drei Beiträge - von den Herausgebern Kniffki und Reutlinger und außerdem von Ludwig Pries, Lehrstuhl für Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum.
  2. Teil II trägt den Titel „Transnationale Lebenswelten und Netzwerke“, enthält vier Beiträge und ist mit 96 Seiten für diese vier Beiträge ähnlich ‚gewichtig‘ wie Teil I. Der Teil II stellt die AkteurInnen - i.S. von Migrationserfahrenen, nicht SozialarbeiterInnen - und ihre Netzwerke in den Blickpunkt. In diesem Teil schreiben: Janine Dahinden, Sozialanthropologin und Professorin für transnationale Studien in Neuenburg, Schweiz; Gianni D'Amato, Professor für Migration und Staatsbürgerschaft an der Universität Neufchâtel, Schweiz; Christine Riegel, Sozialwissenschaftlerin und Pädagogin, akademische Rätin a.Z. in Tübingen; Christian Reutlinger, s.o., und Bettina Brüschweiler, Studentin der Sozialen Arbeit an der FHS St. Gallen und wissenschaftliche Assistentin am Kompetenzzentrum Soziale Räume.
  3. Teil III des Bandes, „Soziale Unterstützung und Soziale Arbeit“, ist mit drei Beiträgen auf 44 Seiten knapper gehalten und eher ‚weiblich‘. Autorinnen sind: Nadia Baghdadi, s.o., und Mandy Schöne, Pädagogin und wiss. Mitarbeiterin an der FHS St. Gallen; Johanna Krawietz, Soziologin und Promovendin an der Universität Hildesheim, mit Wolfgang Schröer, Professor für Sozialpädagogik an der Universität Hildesheim; Marina Richter, Doktorassistentin am Studienbereich Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit der Universität Freiburg i.Ü., Schweiz.

Inhalte

Die theoretischen Beiträge in Teil I des Sammelbandes führen in die Thematik der ‚Transnationalisierung der sozialen Welt‘ ein. Ludger Pries thematisiert die aktuellen Veränderungen in der internationalen Migration auf dem Hintergrund soziologischer Raumtheorie: Neben Emigration und Rückkehr-Migration tritt immer stärker die Transmigration, die es mit sich bringt, dass TransmigrantInnen ihre ‚sozialen Räume‘ zwischen Wohnorten in verschiedenen Ländern ‚aufspannen‘ und ihre Haushaltsstrategien entsprechend transnational organisieren. RaumtheoretikerInnen müssen angesichts dieser Prozesse ihre Vorstellungen von absoluten Räumen aufgeben. Es intensivieren sich aktuell nicht nur die Beziehungen zwischen Staaten bzw. ‚nationalgesellschaftlichen Containerräumen‘ im Sinne einer zunehmenden Inter-Nationalisierung. Es kann auch nicht mehr nur von Supranationalisierung oder Globalisierung im Sinne der Ausdehnung von geographischem oder sozialräumlichem Bezugshorizont gesprochen werden. Die Transmigration einzelner AkteurInnen oder Gruppen erweitert die in diesem Sinne übliche Internationalisierung um neue Verflechtungsbeziehungen. Die Notwendigkeit zur kritisch-reflexiven Überprüfung absoluter Raumvorstellungen ist auch Christian Reutlinger ein Anliegen. Der traditionelle ‚Raum der Orte‘ werde immer mehr durch den ‚Raum der Ströme‘ abgelöst. Reutlinger bezieht sich auf Castells, der allerdings auf ökonomische und kommunikationstechnische AkteurInnen fokussiert; er greift aber auch Pries' Theorie zu Transnationalen Sozialräumen auf - und er stellt die Frage der „Verortung Sozialer Arbeit angesichts der Neuordnung des Räumlichen“ (S. 57). Seine Antwort auf diese Frage bleibt allgemein: „Dies [die aktive und explizite Verortung] gelingt, indem einerseits ein Wissen über die Bedeutung der konkreten Orte für die verschiedenen Handelnden auf den unterschiedlichen politischen, praktischen und alltäglichen Ebenen vorhanden ist“ (S. 57). Johannes Kniffki beschäftigt sich mit den lokalen Folgewirkungen transnationaler Prozesse. Er bezieht sich im Gegensatz zu Pries und Reutlinger nicht auf Sozialraumtheorien, sondern argumentiert diskursanalytisch (Foucault), geht aber - zum Erstaunen der Rezensentin - gar nicht auf die Probleme ein, die sich im Diskurs und in der Interpretation eines Diskurses ergeben, wenn native und non-native Sprecher (und zusätzlich möglicherweise auch noch DolmetscherInnen?) aufeinander treffen, ganz abgesehen davon, dass sich auch die „notorische Frage nach den Machtverhältnissen in transkulturellen Begegnungen“ (S. 73) stellen könnte. Kniffki gibt ein Beispiel für eine Alltagsbegegnung, die in Bolivien stattfindet und interpretiert diskursanalytisch ein Gespräch zwischen dem (vermutlich deutschen) Pressevertreter einer „transnational agierenden sozialen Organisation“ (S. 64), vermutlich einer deutschen, und einer indigenen Teilnehmerin an einem Präventionsprogramm, das, wieder vermutlich, von der deutschen Organisation finanziert und durchgeführt wurde. Auf der Grundlage dieses Beispiels formuliert er fünf Thesen zu lokalen Folgewirkungen transnationaler Prozesse. Auch er kommt zu dem Ergebnis, dass eine “... Soziale Arbeit, die Transnationalisierungsprozesse in das Handeln zu integrieren bereit ist, ... ergebnisoffen“ (S. 77) sein muss. Und: „Die in der Sozialen Arbeit Tätigen sind die Agonisten (vgl. Mouffe 2007), deren Aufgabe es ist, den Kontakt und die Begegnung beider als kollektiv Handelnde zu gestalten“ (S. 78), wobei ‚die Beiden‘ Protagonist und Antagonist sind, zwei Fremde, für deren Begegnung die Fremdheitserfahrung charakteristisch ist.

In Teil II des Sammelbandes beschäftigt sich zunächst Janine Dahinden mit den AkteurInnen der Transnationalisierung und fragt, wer einen „transnationalen Habitus“ entwickelt. Die empirischen Studien, die sie referiert, weisen in eine Richtung - die nicht alle, die sich der Transnationalisierung verschrieben haben, vermuten: (Teil-) Assimilation scheint der Entwicklung transnationaler Praktiken eher vorauszugehen, als ihr entgegen zu stehen; und eine hohe gesellschaftliche Position wie auch akademische Ausbildung erhöht die Wahrscheinlichkeit der Einbindung in transnationale Netzwerke. Auch Janine Dahinden rekurriert auf einschlägige Theorien (z.B. Bourdieu und Han) - beendet ihren Beitrag aber mit einem deutlichen Appell: „In diesem Sinne schlage ich vor, ins Feld zurück zu gehen und diese Spielarten resp. Deklinationen von Assimilation und Transnationalität empirisch zu erfassen und weiter zu theoretisieren“ (S. 103). Gianni d'Amato argumentiert in seinem Beitrag zu transnationalen Praktiken von MigrantInnen in der Schweiz und Europa ähnlich: „Während die theoretische Literatur zum Transnationalismus ... gut entwickelt ist, sind die empirischen Grundlagen in Bezug auf die Praktiken eher begrenzt...“ (S. 112). Er stellt eine Studie vor, die im Rahmen des Network of Excellence Imiscoe des sechsten Europäischen Rahmenprogramms in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt wurde und deren Ziel die Herstellung von Typologien transnationaler Praktiken war, um diese dann vergleichen zu können. Transnationale Praktiken waren in diesem Projekt Aktivitäten von MigrantInnen, die mindestens zwei (National-) Staaten involvierten. Es zeigte sich u.a., dass nur eine Minderheit innerhalb der Migrantengruppen für transnationale Aktivitäten sorgt und dass MigrantInnen mit hohem sozio-ökonomischen und hohem Bildungskapital am stärksten in solche Aktivitäten involviert sind. „In anderen Worten: Die Implikation in transnationale Praktiken ist nicht nur eine Funktion der strukturellen Lage der Migranten in der Gastgesellschaft und Integration führt nicht zu einer dissuasiven Wirkung in Bezug auf transnationale Identifikationsmuster“ (S. 122). Christine Riegel geht in ihrem Beitrag „Biografien im transnationalen Raum“ anders, als der Titel und einige der vorgenannten Kapitel vermuten lassen, nicht auf die soziologische Raumtheorie ein. Sie bezieht sich theoretisch auf Holzkamp und die Kritische Psychologie, hier den von Holzkamp postulierten „subjektiven Möglichkeitsraum“ und expliziert am Beispiel eines Interviews mit einer jungen Frau, die als Tochter von Arbeitsmigrant_innen (Schreibweise Riegel) aus Spanien aufgewachsen ist, das Potential transnationaler (Möglichkeits-) Räume für die Lebensplanung und biografische Gestaltung für junge Erwachsene mit Migrationsbackground. Maria L., so der Name der Interviewten, migriert am Ende ihrer Berufsausbildung ins Herkunftsland ihrer Eltern. Das mit Migration und Neuanfang verbundene Risiko ist durch die Rückkehrmöglichkeit (nach Deutschland) minimiert. Als EU-Bürgerin hat Maria optimale Voraussetzungen, den transnationalen Raum, der sich ihr hier bietet, zu nutzen. Diese Möglichkeit haben nicht alle jungen Leute mit Migrationsbackground, das räumt Riegel ein (S. 140). Auch dass es bei der Orientierung und Planung von Migration zu Idealisierungen und Überhöhungen der Möglichkeiten im transnationalen Raum kommen kann, erwähnt sie. Gleichwohl: Es ist ihr ein Anliegen, auf die positiven Möglichkeiten hinzuweisen, die sich jungen Leuten mit Migrationsbackground in Europa auch bieten. Christian Reutlinger und Bettina Brüschweiler greifen im folgenden Beitrag wieder auf die Theorien des Sozialen Raums zurück und durchleuchten auf diesem Hintergrund die ‚Rede von der Parallelgesellschaft‘. Mit den konkreten AkteurInnen von Transnationalisierung befassen sie sich weniger und stellen eher allgemein - oder theoretisch - fest, dass die “... in der Sozialraumforschung propagierte reflexive räumliche Haltung .... den Blick frei [macht] auf die unterschiedlichen AkteurInnen mit den damit verbundenen Perspektiven auf aktuelle gesellschaftliche (Veränderungs)Prozesse“ (S. 172).

Teil III des Sammelbandes wird dann konkreter - oder empirischer: Nadia Baghdadi und Mandy Schöne referieren empirische Arbeiten zu transnationalen Familien und nehmen dabei Familie als Ressource und Sorgeinstanz in den Blick. Zusammenfassend schätzen sie die Auswirkungen von transnationalen Unterstützungssystemen als „ambivalent“ ein - und hier hätte die Rezensentin ein deutlicherer i.S. von schärferer Kommentar gefreut: Wenn polnische Mütter ihren Kindern via Skype Gutenachtgeschichten erzählen, während sie auf deutsche oder demente oder anderweitig altersbeeinträchtigte Großeltern aufpassen und deutsche Ehepaare derweil beim Italiener um die Ecke zu Abend essen, dann kann man sicherlich von ‚transnationaler Mutterschaft‘ (und von transnationaler Gastronomie) sprechen. Man könnte - nicht nur aus Genderperspektive, sondern auch aus einem Blickwinkel der Internationalen Zusammenarbeit - aber auch anderes dazu sagen. Auch Johanna Krawietz und Wolfgang Schröer thematisieren die ‚transnationale Sorge im lokalen Dienstleistungsmix‘ bzw. die global care chains, nehmen aber eher das Ineinandergreifen von etablierten (nationalen) Pflegeanbietern oder ‚Herstellern von Wohlfahrt‘ (vgl. S. 212) und den transnational tätigen Agenturen in den Blick und stellen fest, dass der neue Dienstleistungsmix in der sozialpädagogischen Diskussion noch kaum zur Kenntnis genommen wird. Sie fordern dazu auf, ihn in den Blick zu nehmen: Soziale Arbeit darf sich nicht in die nationalen Strukturen und Institutionen zurückziehen. Marina Richters Beitrag „Eine transnationale Brille für die Soziale Arbeit?“ schließt diesen Sammelband ab und beginnt mit einer Feststellung, die durchaus als abschließender Kommentar auch für dieses Buch gelten könnte (bei Aufsetzen der passenden Brille?): „Andererseits sickert diese Debatte [die transnationale oder interkulturelle] nur sehr zaghaft in die Soziale Arbeit und wenn, dann in hochtheoretisierter Form, fernab der Praxis“ (S. 221). Für die ‚Übersetzungsarbeit in die Praxis‘ schlägt sie drei Felder vor: 1. den „transnationalen Blick auf die KlientInnen“, der helfen soll, die Fixierung auf kulturelle Stereotypen zu brechen, 2. das Feld „Transnationale SozialarbeiterInnen“ (und hier sind nicht nur diejenigen mit eigenem Migrationsbackground gemeint, sondern auch die, die „kraft ihrer professionellen Ausbildung auch kulturelle Grenzen überwinden“ können, S. 225), und 3. die Organisation Sozialer Arbeit über nationalstaatliche Grenzen hinweg. Worauf die Autorin hofft, ist, dass eine solcherart transnationale Sichtweise oder auch ‚Brille‘ den Blick fokussiert, über Bekanntes hinausführt und ein neues Verständnis ermöglicht.

Diskussion

Zu diskutieren blieben im Wesentlichen zwei Dinge.

Zum einen ist es so, dass in diesem Buch Theorie - und besonders die Sozialraum-Theorie eher soziologischer Prägung - stark dominiert. Empirische Untersuchungen werden referiert; und hier ist die Studie zu transnationalen Praktiken von MigrantInnen in verschiedenen europäischen Ländern, über die Gianni d'Amato berichtet, zweifellos sehr interessant. Was aber die Soziale Arbeit oder die an die jeweiligen nationalen Rahmenbedingungen gebundenen SozialarbeiterInnen mit den in dieser Arbeit vorgestellten theoretischen Erkenntnissen und empirischen Ergebnissen anfangen können, bleibt offen oder ganz individuell ihnen, den SozialarbeiterInnen, überlassen. Hier ist weitere ‚Übersetzungsarbeit‘ (siehe Beitrag von Marina Richter) nötig, eine Übersetzungsarbeit, an der beide Seiten mitwirken sollten, die Theorieseite wie die Praxisseite.

Zum zweiten fällt auf, dass virtuelle Realitäten oder (Sozial-) ‚Räume‘ in den hier versammelten Arbeiten nicht nur nicht behandelt werden, sondern als real schon lange existierende Realitäten offenbar nicht wahrgenommen werden. Wie sonst ist es zu erklären, dass keine/r der AutorInnen auf transnationale soziale - und virtuelle - Netzwerke von außerordentlicher gesellschaftlicher Bedeutung eingeht, die es auch im Jahre 2009, als die Sommerschule, auf die hier Bezug genommen wird, stattfand, schon gab? Reutlingers Aussage, dass der ‚Raum der Orte‘ durch die Dynamiken der Informationstechnologie (und den weltweiten Austausch) durch den ‚Raum der Ströme‘ abgelöst werde, ist eine, um es mit Richter zu sagen, „hochtheoretisierte Form“ der Feststellung der gesellschaftlichen Relevanz von virtuellen Möglichkeiten und Welten. Facebook (z.B.) ist dagegen real existent und sehr konkret. Hier, in Facebook wie auch in anderen sozialen Netzwerken, haben sich längst transnationale Räume gebildet, in denen Grenzen oder die - raumtheoretisch - vielfach beschworenen ‚nationalen Container‘ nicht relevant sind. Hier bilden sich auch virtuelle - und transnationale - Identitäten aus. Und hier, in diesen virtuellen Räumen, müsste auch die Soziale Arbeit agieren und intervenieren können. Das wiederum würde voraussetzen, dass Medienausbildung elementarer Bestandteil der Studiencurricula ist, nicht Wahlfach, wie das an den meisten Hochschulen in der Schweiz und Deutschland wohl heute noch der Fall ist.

Fazit

Ein lesenswertes Buch - aber tatsächlich eher für LeserInnen, die über fundierte Kenntnisse in verschiedenen Theorien, an erster Stelle Theorien des Sozialen Raums, verfügen. Insofern ist der Untertitel irreführend: Nur wenig ist zu erfahren über die Folgen von Transnationalisierung in konkreter Sozialer Arbeit.


Rezensentin
Prof. Dr. rer. soc. Angelika Groterath
Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin, Professorin für Psychologie und Leiterin des Studiengangs Soziale Arbeit Plus - Migration und Globalisierung am Fachbereich Soziale Arbeit der Hochschule Darmstadt.
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Zitiervorschlag
Angelika Groterath. Rezension vom 25.07.2011 zu: Christian Reutlinger, Nadia Baghdadi, Johannes Kniffki (Hrsg.): Die soziale Welt quer denken. Transnationalisierung und ihre Folgen für die Soziale Arbeit. Frank & Timme (Berlin) 2010. ISBN 978-3-86596-335-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/10454.php, Datum des Zugriffs 23.08.2019.


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