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Christian Münzberg (Hrsg.): Musiktherapie in der Psychosomatik

Rezensiert von Prof. Dr. phil. Rosemarie Tüpker, 17.01.2011

Cover Christian Münzberg (Hrsg.): Musiktherapie in der Psychosomatik ISBN 978-3-89500-731-6

Christian Münzberg (Hrsg.): Musiktherapie in der Psychosomatik. Dr. Ludwig Reichert Verlag (Wiesbaden) 2010. 117 Seiten. ISBN 978-3-89500-731-6.
Reihe: Institut für Musiktherapie : Schriften aus dem Institut für Musiktherapie am Freien Musikzentrum München e.V. - Band 12. Zeitpunkt Musik.

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Thema

Themen des Buchs sind musiktherapeutische Behandlungsansätze in psychosomatischen Kliniken sowie thematisch darauf bezogene allgemein-theoretische Themen.

Herausgeber

Der Herausgeber, Dipl. Sozialpädagoge und Dipl. Musiktherapeut, Musiker und Rhythmuspädagoge Christian Münzberg arbeitet an der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie am LKH Graz und war langjähriger Koordinator des Fortbildungsprogramms am Freien Musikzentrum München. Die Autorinnen und Autoren der einzelnen Beiträge sind überwiegend in der Psychosomatik praktizierende MusiktherapeutInnen.

Entstehungshintergrund

Das Freie Musikzentrum München veranstaltet jährlich eine Fachtagung zur Musiktherapie mit wechselnden Themenschwerpunkten. Der vorliegende Band umfasst die Vorträge der 17. Tagung „Musiktherapie in der Psychosomatik“, die vom 28. Februar bis zum 1 März 2009 stattfand.

Aufbau und Inhalt

Das inhaltliche Zentrum der Tagungsdokumentation bildet die beispielhafte Darstellung der praktischen musiktherapeutischen Arbeit im stationären klinischen Setting. Musiktherapie wird als ein Verfahren gezeigt, welches von der Musik aus subjektbezogene Zugänge zum Patienten/zur Patientin seiner/ihrer individuell-biographischen Geschichte und der aktuellen Lebens- und Leidenssituation sucht. Die Einbindung in das stationären Team ist dabei ebenso selbstverständlich wie die Tatsache, dass die therapeutische Beziehung sich in der musikalischen Improvisation/dem Hören von Musik und im Gespräch konstituiert und entwickelt. Zentral sind hierfür die Beiträge von Cornelia Tonn und Elisabeth Bock. Unter der Überschrift: „Das klang ja heute sogar harmonisch“ stellt Tonn typische Konstellationen der Musiktherapie mit psychosomatischen Gruppen anhand eines Verlaufs dar, während Elisabeth Bock den Weg gewählt hat, anhand zweier auf die Körperwahrnehmung bezogenen Interventionsformen über die unterschiedlichen Reaktionsformen einzelner PatientInnen (in der Gruppe) zu berichten.

Von dem Projekt einer Wanderausstellung mit dem Titel „Klang meines Körpers“ berichten die beiden Beiträge von Stephanie Lauhausen und Dorothea Müller. Das Projekt beruht auf einem musiktherapeutischem Gruppenprogramm, umfasst neben der Ausstellung zum Thema Essstörungen, Seminare und begleitendes Arbeitsmaterial und will dabei helfen, das Thema zwischen SchülerInnen, LehrerInnen, BetreuerInnen und Eltern kommunizierbar zu machen. Die Wanderausstellung ist seit 2006 in Schulen „unterwegs“ und stellt einen kreativen Ansatz im Bereich der Prävention dar.

Die praxeologischen Beiträge werden durch einige eher allgemein-theoretische Vorträge der Tagung ergänzt, wie dem Vortrag des Arztes Peter Heinz zur Integration multiprofessioneller Ansätze in einem Team und den Ausführungen von Hans-Günther Wolf zur OPD2. Ein Zwischenstück nimmt der Beitrag von Kristina Meyer ein, die sich, auf der Grundlage des bekannten Werkes von Léon Wurmser (Die Masken der Scham) mit dem Thema der Scham auseinandergesetzt hat und dies theoretisch, anhand einer biografischen Vignette und einiger konzeptueller Überlegungen erörtert, die auch für die Musiktherapie relevant sein könnten.

Diskussion

Wer vom Haupttitel ausgehend eine umfassende und systematische Darstellung des Themenbereichs der „Musiktherapie in der Psychosomatik“ erwarten würde, würde sicherlich enttäuscht. Als Tagungsdokumentationen folgt die Veröffentlichung naturgemäß den Notwendigkeiten und „Zufälligkeiten“ einer Tagungsorganisation und enthält als solche stilistisch und inhaltlich nur locker aufeinander bezogene Einzelbeiträge unterschiedlicher Qualität, von denen insbesondere die musiktherapeutischen Beiträge – etwa die Hälfte des Bandes – einen guten ersten Einblick in einige Arbeitsformen, Möglichkeiten und Problemstellungen der Musiktherapie in der Psychosomatik geben können.

Fazit

Eine schön gestaltete und preiswerte Tagungsdokumentation aus dem Bereich musiktherapeutischer Arbeit in der Psychosomatik, die neben dem Nachlesen für die Tagungsgäste auch denjenigen Interessierten die Möglichkeit einer nachträglichen inhaltlichen Teilhabe bietet, die nicht die Möglichkeit hatten, die Jahrestagung 2009 in München zu besuchen.

Rezension von
Prof. Dr. phil. Rosemarie Tüpker
Westfälische Wilhelms-Universität Münster Institut für Musikwissenschaft und -pädagogik
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Es gibt 3 Rezensionen von Rosemarie Tüpker.

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Zitiervorschlag
Rosemarie Tüpker. Rezension vom 17.01.2011 zu: Christian Münzberg (Hrsg.): Musiktherapie in der Psychosomatik. Dr. Ludwig Reichert Verlag (Wiesbaden) 2010. ISBN 978-3-89500-731-6. Reihe: Institut für Musiktherapie : Schriften aus dem Institut für Musiktherapie am Freien Musikzentrum München e.V. - Band 12. Zeitpunkt Musik. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/10495.php, Datum des Zugriffs 20.06.2024.


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