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Claas Triebel: Kompetenzbilanzierung als psychologische Intervention

Cover Claas Triebel: Kompetenzbilanzierung als psychologische Intervention. Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften (Saarbrücken) 2010. 304 Seiten. ISBN 978-3-8381-1391-3. 98,00 EUR.
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Kompetenzzentrum Mensch

„Für‘s Zweifeln und Zaudern gibt es überraschend gute Gründe, besonders diesen: Entscheidungen sind genau dann nötig, wenn gute Gründe fehlen. Das macht aus vernünftigen – gut begründeten – Entscheidungen ein Paradoxon.“ (Ortmann 201, 11)

Karrierebrüche können zu Lebensbrüchen werden – die enge Verknüpfung des beruflichen Erfolgs mit der persönlichen Lebensgestaltung bringt Krisen und Chancen mit sich. Die bezahlte Arbeit gilt als Treibstoff für das konsumorientierte und konsumdefinierte Leben – und die Ansprüche, den Anforderungen der beruflichen Aufgaben gerecht zu werden (Damoklesschwert Arbeitslosigkeit) werden immer höher geschraubt.

„Grundsätzlich … sind berufliche Brüche mehr oder weniger gut vorhersehbare Hindernisse auf dem Weg zu Zielen, die häufig in unterschiedlichen Lebensbereichen liegen. Sie stellen die davon betroffenen Personen vor die Aufgabe, ihre Ziele auf neuen Wegen zu erreichen und definieren.“ (Lang-von Wins et al. 2006, 7) Für immer mehr Menschen wird es immer schwieriger, Beruf und Privatleben voneinander zu trennen (work-life-balance). Damit steigt nicht nur die Gefahr der Überforderung (Burn-out Syndrom), sondern Brüche in der einen Sphäre führen unweigerlich zu Brüchen in der anderen Sphäre. Aus Karrierebrüchen werden Lebensbrüche und die Suche nach einer bezahlten Tätigkeit, die den eigenen Vorstellungen vom Leben und den Bedürfnissen und Werten gerecht werden kann, wird immer schwieriger.

Arbeitslosigkeit und insbesondere Langzeitarbeitslosigkeit stellen eine enorme psychische Belastung für Menschen dar – der Verlust einer Erwerbsarbeit ist in der europäischen Gesellschaft, in der „Leistung“ und „Konsum“ zwei sehr wichtige Werte darstellen, ein einschneidendes Erlebnis (stressful-life-event), das immer mehr Menschen begegnet. Einer aktuellen statistischen Erhebung der Eurostat zufolge, sind in der EU27 7,3 Millionen Menschen langzeitarbeitslos. „Eurostat ist das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften. Es hat die Aufgabe, der Europäischen Union Statistiken auf europäischer Ebene bereit zu stellen. Statistiken aus dem Europäischen Statistischen System (ESS) werden durch Harmonisierung nach einer einheitlichen Methodik vergleichbar gemacht.“ (vgl. dazu http://epp.eurostat.ec.europa.eu)

In Österreich wird Langzeitarbeitslosigkeit als Arbeitslosigkeit definiert, die länger als 12 Monate (365 Tage) andauert, und dabei weder durch Krankenstand oder Schulungsmaßnahmen im Ausmaß von 28 Tagen unterbrochen wird. Über diese Definition gibt es in der EU27 keinen Konsens, was den Vergleich zwischen den verschiedenen nationalen Arbeitsmärkten erschwert. Diese Situation am Arbeitsmarkt hat natürlich Auswirkungen auf Armut und soziale Ausgrenzung in der österreichischen Gesellschaft, wie eine aktuelle Veröffentlichung der Eurostat zeigt. Die Studie „Einkommen und Lebensbedingungen in Europa“ zeigt, dass 116 Millionen Menschen im Jahr 2008 in der EU27 von Armut oder sozialer Ausgrenzung gefährdet waren. Für Österreich bedeutet das, dass rund jeder achte Österreicher 2008 von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht war. Über 500.000 lebten unter erheblichen materiellen Einschränkungen.

Damit soll verdeutlicht werden, wie wichtig eine regelmäßige Erwerbstätigkeit tatsächlich für die Menschen ist. Eine kompetenzorientierte Laufbahnberatung ist zwar keine Garantie für eine langanhaltende Berufstätigkeit, kann aber sicherlich einen wichtigen Grundstein dafür legen (vgl. Kratochvila 2010).

Diese angedeuteten Karriere- und Lebensbrüche sind nur Teil der Veränderungen, die sich in den letzten Jahren in den europäischen Industrienationen herauskristallisiert haben – in diesem Zusammenhang wird auch von „Megatrends“ gesprochen, die unsere Biographien verändern. Hans-Uwe Hohner hat vier dieser Megatrends beschrieben, und sie zum Ausgangspunkt seiner Laufbahnberatung gemacht. Für ihn sind (A) die zunehmende Lebenserwartung, (B) das lebenslange Lernen, (C) der Zwang zur Autonomie und (D) die Normalbiographie als Ausnahme wesentliche Rahmenbedingungen für Menschen, die im Berufsalltag stehen (bzw. Teil des Arbeitsmarktes sind). (vgl. Hohner 2006, 17-25)

Autor

Claas Triebel ist promovierter Psychologe und Autor und beschäftigt sich seit einigen Jahren mit dem Thema Laufbahnberatung. Zum einen hat er bereits 2006 mit Thomas Lang-von Wins im Springer Verlag (www.springer.de) ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht, das in der Fachliteratur sehr breit rezipiert worden ist, zum anderen hat er gemeinsam mit Hans G. Bauer 2011 ein Arbeitsbuch zur KomBI Laufbahnberatung herausgegeben – das Akronym steht dabei für: Kompetenzorientiert - Biografisch – Interkulturell (vgl. www.andereleben.de).

Kompetenzbilanzierung in Laufbahnberatung und Coaching

Die bereits erwähnten Karriere- und Lebensbrüche stellen den Ausgangspunkt für viele Formen der psychologischen Intervention dar. Psychotherapie und Coaching können in diesen Situationen eine wichtige Unterstützung für hilfesuchende Menschen bedeuten und zielen auf die Vertiefung der individuellen Autonomie und der Steigerung der Selbstwirksamkeit ab.

Für Claas Triebel setzt Laufbahnberatung „an allen Punkten an …, an denen berufliche Übergänge stattfinden: (a) Übergang von der Schule in die Ausbildung bzw. den Beruf, (b) Übergang von der Ausbildung in die Erwerbsarbeit, (c) Berufliche Umorientierung, (d) Existenzgründung, (e) Wiedereinstieg in die Erwerbsarbeit, (f) altersbedingter Ausstieg aus der Erwerbsarbeit“ (Triebel 2010, 10). Von einer erfolgreichen Laufbahnberatung kann dann gesprochen werden, wenn sich im Zuge der Intervention die Zufriedenheit im Berufsleben steigert (sprich: mehr Verantwortung, höheres Einkommen, erfüllende berufliche Tätigkeit), sich die eigene Berufsfähigkeit erhöht (gestiegene Beschäftigungsfähigkeit) oder die berufliche Autonomie wächst (in Balance mit der Lebensqualität).

Laufbahnberatung als Intervention basiert auf der Kompetenzenbilanz - „Die Kompetenzenbilanz ist ein Verfahren zur Ermittlung individueller Stärken, das von den Entwicklern als Methode der kompetenzorientierten Laufbahnberatung eingeordnet und beschrieben wird.“ (Triebel 2010, 7). Der Autor definiert sie als „ein überwiegend qualitativ-subjektivierend und formativ vorgehendes Verfahren zur Feststellung von individuellen Kompetenzen.“, und sieht ihr Ziel und ihren Erfolg „darin, die Aktivität, die Selbststärke und das Kompetenzerleben der teilnehmenden Personen zu fördern sowie einen Reflexions- und Entwicklungsprozess bei ihnen anzuregen.“ (beide Triebel 2010, 83)

Das Buch selbst besteht aus drei Teilen – im vorangestellten theoretischen Teil werden verschieden Modelle der Laufbahnberatung beschrieben und deren Voraussetzungen diskutiert. Claas Triebel geht darin auch auf die Wirkungsweise psychologischer Interventionen ein – das ist ein wesentlicher Punkt in seiner Darstellung seines Modells der Kompetenzbilanzierung, die schließlich diesen Teil des Buches abrundet. Den zweiten Teil des Buches nimmt die Darstellung einer empirischen Untersuchung ein, die Claas Triebel (gemeinsam mit Thomas Lang-von Wins) zur Untermauerung der Wirksamkeit und des Erfolgs der Kompetenzorientierten Laufbahnberatung durchgeführt haben. Im dritten Teil fasst der Autor nochmals die theoretischen sowie empirischen Ergebnisse zusammen.

Kompetenz ist der Schlüsselbegriff dieser Arbeit – ein diffuser Begriff, der selbst nicht einfach zu definieren ist und der mit „Kenntnissen, Fähigkeiten und Einstellungen“ zu tun hat, die den Begriff der Kompetenz praktikabel machen (Triebel 2010, 90). Wenn von Kompetenzen die Rede ist, dann sind verschieden Dimensionen zu beachten: „Die Analyse ergab, dass überzeugende Kompetenzbeschreibungen dadurch gekennzeichnet sind, dass darin folgende Informationen enthalten sind: (a) Erfahrungsmenge: Seit wann verfügt der Teilnehmer über die Kompetenz?, (b) Erfahrungsvielfalt: An welchen Stationen seines Werdegangs kam die jeweilige Kompetenz zum Einsatz?, (c) Komplexität: Welche Anforderungen hat der Teilnehmer mit Hilfe dieser Kompetenz bewältigt?, (d) Vernetzung: Welche Fertigkeiten und andere Kompetenzen kommen zum Einsatz, wenn diese Kompetenz aktiviert wird?“ (Triebel 2010, 256)

Die Kompetenzbilanz als Intervention kann aufgrund ihrer Wirkfaktoren und ihrer Wirkprinzipien anschaulich beschrieben werden. Claas Triebel führt dazu aus: „Als Definition möchte ich es folgender maßen formulieren: (a) Wirkfaktoren sind psychologische Vorgänge innerhalb einer psychologischen Intervention. (b) Wirkprinzipien beschreiben den idealtypischen Wirkverlauf einer geglückten psychologischen Intervention. (c) Interventionsschritte sind konkrete Maßnahmen und Vorgehensweisen innerhalb einer Intervention.“ Daraus folgt für den Autor: „(d) Jeder Interventionsschritt sollte durch einen oder mehrere Wirkfaktoren begründet sein. (e) Wirkfaktoren und Interventionsschritte sollten innerhalb einer psychologischen Intervention bestimmten Wirkprinzipien zuordenbar sein.“ (Triebel 2010, 55) Als Wirkprinzipien beschreibt der Autor (Triebel 2010, 65 ff.): (a) Prozessurale Aktivierung, (b) Ressourcenaktivierung, (c) Intentionsveränderung, (d) Intentionsrealisierung. Als Wirkfaktoren (Triebel 2010, 80): (a) Lernen am Erfolg, (b) Sicherung des Lernens am Erfolg durch Selbstwirksamkeitserleben, (c) Einsicht, (d) Kognitive Fixierung des „Verstandenen“, (e) Desensitivierung gegenüber den eigenen Problemen, (f) Lernen am Modell.

Claas Triebel stellt im zweiten, praktischen Teil die Studie vor, mit der er die Wirksamkeit und Wirkung der Kompetenzbilanz nachweisen wollte. „An der Interviewstudie haben anfangs 61 TeilnehmerInnen teilgenommen. Das Abschlussgespräch zum Zeitpunkt T4 wurde mit 34 TeilnehmerInnen geführt. Es liegen 25 vollständige Längsschnitte mit Interviews zu allen Zeitpunkten vor.“ (Triebel 2010, 125). „Als Zusammenfassung der empirischen Untersuchung kann daher festgehalten werden: (a) die weit überwiegende Zahl der TeilnehmerInnen ist sowohl in der quantitativen als auch in der qualitativen Studie zufrieden mit dem Verfahren. (b) Kritik wurde ausschließlich von Personen geübt, die statt eines prozessorientierten Verfahrens ein ergebnisorientiertes Vorgehen vorgezogen hätten. (c) in den Zufriedenheitsäußerungen finden sich deutliche Hinweise auf die Wirkprinzipien nach Grawe. So lassen sich Äußerungen der TeilnehmerInnen auf die Prinzipien der Prozessualen Aktivierung, der Ressourvenaktivierung und der Intentionsveränderung beziehen. Zudem habe der „Blick von außen“ den Prozess der Kompetenzenbilanz befördert – so empfinden es zumindest viele der TeilnehmerInnen. (d) die Kompetenzenbilanz wird von vielen TeilnehmerInnen weiterempfohlen, insbesondere an Personen, die neue Ziele finden möchten und eine Stärkung ihres Selbstbewusstseins benötigen. (e) Einschränkungen hinsichtlich der Weiterempfehlbarkeit der Kompetenzenbilanz beziehen sich auf den unmittelbaren praktischen Nutzen, den manche der TeilnehmerInnen nicht gegeben sehen.“ (Triebel 2010, 150-151)

Im Schlussteil werden die Ergebnisse der empirischen Untersuchungen nochmals mit den theoretischen Vorgaben und Voraussetzungen zur Deckung gebracht.

Diskussion

Die Kompetenzbilanz ist eine Methode die individuelle Selbstreflexion zu fördern und zu gestalten; nicht umsonst wird sie als Methode des Coachings und der Laufbahnberatung vorgestellt. Claas Triebel hält auch in der Ergebnissen seiner empirischen Erhebungen fest, dass es gerade die Frage nach persönlicher Orientierung ist, die von den TeilnehmerInnen als wesentlich gewertet wird - „Als wesentlicher Veränderungsbedarf geht aus der Studie die Notwendigkeit hervor, stärker an der Entwicklung von Zielen und nächsten Schritten zu arbeiten.“ (Triebel 2010, 253). Leider bleibt der Autor schuldig, dieses individuelle Bedürfnis nach Orientierung stärker in den Rahmen des Coachings und von philosophischen Überlegungen zur Gestaltung des Lebens einzubinden.

So bleibt diese Suche nach Orientierung etwas in der Luft hängen – es fehlt zum einen der Versuch, Überlegungen zum guten Leben aufzustellen (und damit auch eine normative Dimension aufzuspannen) - “Nach unserer Deutung ist das gut für den Menschen, was der ihm eigentümlichen Möglichkeit zu einem guten Leben entspricht.” (Kallhoff 2010, 112). Und es fehlt eine Diskussion wesentlicher Konzepte (psychologischer wie auch philosophischer Provenienz) wie zum Beispiel Autonomie und Selbstwirksamkeit - „Thus it seems that being at the top of the social heap only makes you happy in as much as it gives you the opportunity to control your life, then you can be just as happy even if your income is low. The feeling of autonomy, of being able to choose what happens next in life, is also related to health.” (Nettle 2005, 74-75) (zum Thema Gesundheitscoaching vgl. Ostermann 2010). Gerade die Fähigkeit, sich Ziele zu setzen und damit eine autonomes Leben zu führen wird von Claas Triebel zu wenig beschrieben und damit bleiben interessante Möglichkeiten in der Vertiefung des Themas Lebensgestaltung ungenützt - “It has been argued that the capacity for experience-responsive critical reflection (ERCR) is a necessary condition for autonomy in the capacity sense and that exercising ERCR increases the degree of autonomy in the achievement-sense. … Like the sea that supplies the sailors with new material to repair their boat, it is the future that supplies us with new opportunities to question our values and to consider them anew. This is why full autonomy in the achievement-sense is an ideal: its realization always lies in the future, since there are always potential new experiences to be made.” (Willaschek et al. 2010, 252) Über die Rolle der Philosophie und ihrer Methoden als Ergänzung der gebräuchlichen Coachingmethoden gibt es eine Menge aktueller Literatur, die diesen Schwachpunkt des Buches ergänzen kann (vgl. Kratochvila 2011b).

Laufbahnberatung und Coaching sind wichtige Instrumente in der Unterstützung von Menschen in bedeutsamen Entscheidungssituationen. Dabei zeigt sich auch in den Untersuchungen von Claas Triebel, dass es ohne dem (schwierigen) Blick nach innen als Teil der Selbsterfahrung wohl kaum Fortschritte in der Persönlichkeitsentwicklung geben kann - „Insbesondere die Wirkfaktoren „Selbstreflexion“ und „Kognitives/schriftliches Fixieren“ hatten für die TeilnehmerInnen im Verlauf der Kompetenzenbilanz immer wieder besondere Bedeutung.“ (Triebel 2010, 248) Das ist nicht verwunderlich, denn schließlich geht es dabei um eine ganz zentrale Frage – die Frage nach dem individuellen Selbstverständnis – Wie heißt es bei Burkhard Liebsch so treffend? „Ich halte aber daran fest, dass die Frage, wer wir sind bzw. als wer wir uns verstehen (oder verstehen wollen) – und in diesem Sinne das Selbst – nach wie vor im Zentrum des Fragens nach einem zeitgemäßen Menschenbild steht.“ (Liebsch 2010, 138) Die Frage: Was für ein Mensch will ich sein? ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil im Coaching, sondern auch in der Laufbahnberatung ein wichtiger Orientierungspunkt. Die vom Autor vorgestellte Kompetenzbilanz ermöglicht eine systematische Annäherung an diese Frage - „Aus den weiter oben kurz skizzierten Evaluationsergebnissen geht hervor, dass es sich bei Kompetenzenbilanz um eine Intervention handelt, also um einen Beratungsansatz, der deutliche Veränderungen bei den Teilnehmern hervorzurufen imstande ist. Da sich die hier angesprochenen Veränderungen nicht auf klinisch relevante Phänomene, sondern im weitesten Sinne auf berufliche Fragestellungen beziehen, kann die Kompetenzenbilanz als Coaching-Verfahren oder Methode zur Laufbahnberatung bezeichnet werden.“ (Triebel 2010, 13)

Fazit

Das Buch von Claas Triebel ist eine anschauliche Arbeit zum Thema Laufbahnberatung und überzeugt durch einen systematischen Theorieteil (mit Stärken in der Vermittlung psychologischer Ansätze zum Thema und mit Schwächen im Bereich der Coachingforschung und der Philosophie als wichtigem Zugang zum Thema Laufbahnberatung), der für alle jene von Interesse sein wird, die sich mit Berufsentwicklung, Karriereplanung oder Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen. Der empirische Teil fällt dagegen dürftig aus – die Fallzahlen sind zu gering und die Ergebnisse zu heterogen, um verallgemeinerbare Aussagen treffen zu können. Das fällt aber bei dem gelungenen ersten Teil des Buches nicht so sehr ins Gewicht. Die Kompetenzenbilanz als Instrument im Coachingprozess einzusetzen wird durch den Autor leider nur wenig systematisch abgehandelt – es fehlt an einer überzeugenden Darstellung der Möglichkeiten des Coachings und der Einbettung der eigenen Überlegungen in das, was Bernd Birgmeier „Coaching Science“ genannt hat (Birgmeier 2011, besonders 421-432). Die philosophischen Überlegungen zum guten Leben bleiben ebenfalls ohne Resonanz (vgl. als Ausgangspunkt Griffin 1986)

Literatur:

  • Birgmeier, B., Hrsg. (2011). Coachingwissen. Wiesbaden (GER), VS Verlag für Sozialwissenschaften
  • Hohner, H.-U. (2006). Laufbahnberatung. Wege zur erfolgreichen Berufs- und Lebensgestaltung. Bern (SUI), Verlag Hans Huber
  • Griffin, J. P. (2002 [1986]). Well-Being. Its Meaning, Measurement and Moral Importance. Oxford (UK), Clarendon Press
  • Kallhoff, A. (2010). Ethischer Naturalismus nach Aristoteles. Paderborn (GER), mentis
  • Kratochvila, H. G. (2010). „Kompetenzorierntierte Laufbahnberatung – Zur Anwendung von Kommunikation nach Eco-C“ – bisher unveröffentlichtes Konzeptpapier
  • Kratochvila, H. G. (2011a). "Kopfarbeit - Den emotionalen Krisen auf der Spur." (www.socialnet.de/rezensionen/10884.php)
  • Kratochvila, H. G. (2011b). "Philosophische Lebenspraxis – eine Alternative zum Coaching?" (www.socialnet.de/rezensionen/10926.php)
  • Lang-von Wins, T. und C. Triebel (2006). Kompetenzorientierte Laufbahnberatung. Heidelberg (GER), Springer Medizin Verlag
  • Liebsch, B. (2010). Renaissance des Menschen? Zum polemologisch-anthropologischen Diskurs der Gegenwart. Weilerswist (GER), Velbrück Wissenschaft
  • Nettle, D. (2005). Happiness - The Science behind your smile. Oxford (UK), Oxford University Press
  • Ortmann, G. (2011). Kunst des Entscheidens - Ein Quantum Trost für Zweifler und Zauderer. Weilerswist (GER), Velbrück Wissenschaft
  • Ostermann, D. (2010). Gesundheitscoaching - Integrative Modelle in Psychotherapie, Supervision und Beratung. Wiesbaden (GER), VS Verlag für Sozialwissenschaften
  • Willaschek, M., C. Blöser, et al. (2010). "Autonomy, Experience, and Reflection. On a Neglected Aspect of Personal Autonomy." Ethical Theory and Moral Practice 13(3): 239-253

Rezensent
Mag. Harald G. Kratochvila
Homepage www.kompetenz-coaching.at


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Zitiervorschlag
Harald G. Kratochvila. Rezension vom 11.07.2011 zu: Claas Triebel: Kompetenzbilanzierung als psychologische Intervention. Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften (Saarbrücken) 2010. ISBN 978-3-8381-1391-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/10632.php, Datum des Zugriffs 27.07.2017.


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