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Herbert Loebe, Eckart Severing (Hrsg.): [...] Personalpolitik in der Altenpflege

Rezensiert von Claudia Schwill, 25.07.2011

Cover Herbert Loebe, Eckart Severing (Hrsg.): [...] Personalpolitik in der Altenpflege ISBN 978-3-7639-4667-9

Herbert Loebe, Eckart Severing (Hrsg.): Handlungsfelder zur Gestaltung einer demografiefesten Personalpolitik in der Altenpflege. Methoden, Konzepte, Praxisbeispiele. W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG (Bielefeld) 2010. 64 Seiten. ISBN 978-3-7639-4667-9. 17,90 EUR. CH: 31,90 sFr.
Reihe: Leitfaden für die Bildungspraxis - Band 46
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Ein Leitfaden mit Empfehlungen ...

… zur Umsetzung von Projekten zum Erhalt der Personalstruktur in der Altenpflege. So sperrig diese Überschrift auch klingt, so gibt der Band Nr. 46 des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (f-bb) einen Überblick über Möglichkeiten, der Personalfluktuation in der Altenpflege vorzubeugen und Personal motiviert und gesund zu erhalten.

Ausgangspunkt ist die demografische Entwicklung nicht nur in der Bevölkerung mit ihren Problemen in der Pflege und Betreuung sondern auch die der handelnden Personen selbst - sprich Pflegende und Betreuungspersonen.

Zu diesem Thema fand unter Beteiligung mehrerer Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege ein vom f-bb und der BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) gesteuertes Projekt unter Schirmherrschaft der Robert-Bosch-Stiftung statt. Der vorliegende Band beschreibt das Vorgehen und die Ergebnisse.

Da es sich um eine Ergebnispräsentation eines Projektes handelt, ist dieser Band - auch in seinem Umfang - knapp aber aussagekräftig zu nennen.

Die Vorgaben des Projektes werden dargestellt, die Schwierigkeiten und Hindernisse geschildert, aber auch die positiven Ergebnisse, die sich aus dem Handeln in den beteiligten Einrichtungen ergaben.

Aufbau und Inhalte

Der Inhalt lässt sich leicht überblicken und ist praktisch aufgebaut. Man kann sehr wohl den gesamten Inhalt lesen oder nur die momentan interessierenden Kapitel. Alle Kapitel sind mit besonderen Hinweisen gekennzeichnet und mit Beispielen veranschaulicht.

Einleitung. Zum Einstieg wird die aktuelle Situation der Personalstrukturen in der Altenpflege geschildert und die beteiligten Einrichtungen (zwei stationäre, zwei ambulante) genannt. Eine Bewertung und ein Ausblick hinsichtlich der Personalprobleme ist der größte Bestandteil und wird, wie es sich für ein gefördertes Projekt gehört, mit Statistiken und weiteren Quellen belegt. Fakt ist, nach Meinung der Autoren, dass es immer schwieriger wird, kompetentes und motiviertes Personal für die wachsende Anzahl der zu pflegenden Personen zu finden. Hinzu kommt die altersmäßige Steigerung auch auf Seiten des Personals, wie sie jetzt schon in vielen Betrieben zu sehen ist. Der Ansatz des Projektes wird beschrieben und auf die Vorgängerbände hingewiesen, die sich mit der Analyse des Problems beschäftigen.

Ein Demografieprojekt managen. Es wird darauf hingewiesen, dass ein Demografieprojekt sich nicht von anderen Projekten unterscheidet. Wichtig ist in jedem Fall das Vorgehen nach Vorgaben des Projektmanagements (z.B. Team- und Zeitstrukturen festlegen). Jedoch ist das Thema Demografie sensibler zu sehen und bedarf einer besonderen Unterstützung durch die Führungspersonen. Risiken und Potenziale der Altersstruktur müssen vertraulich behandelt werden. Aus der Analyse, die mit Fallbeispielen gut nachvollziehbar unterstrichen wird, ergibt sich die Planung der Handlungsfelder im Einzelnen. Diese können und müssen variieren, hierzu gibt es jedoch auch gute anschauliche Beispiele (z.B. Prävention von Rückenbeschwerden). Nach der Probephase erfolgt die Evaluation - dies alles als Bausteine des Projektmanagements zu sehen und die Vorstellung von einigen speziellen Methoden.

Handlungsfelder auswählen und bearbeiten. In diesem Kapitel wird ein Baustein des Projektes näher beleuchtet. Es handelt sich dabei um die wesentlichen Handlungsbedarfe, die während der Projektarbeit identifiziert wurden und als Beispiel für andere Einrichtungen dienen können. Genannt werden die Themen:

  • Gesundheitsförderung und Prävention
  • Personalgewinnung und -bindung
  • Führung und Unternehmenskultur
  • Kompetenz und Entwicklung
  • Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung.

Diese Themen werden im Folgenden erläutert und es werden Maßnahmen dazu aufgezeigt, die sich in den am Projekt beteiligten Einrichtungen als sinnvoll und machbar herausgestellt haben. Wie auch vorher werden diese mit gut nachvollziehbaren und anschaulichen Beispielen unterlegt. Dabei werden auch die Hindernisse geschildert und Möglichkeiten aufgezeigt, diesen vielleicht schon im Vorfeld aus dem Wege gehen zu können.

Das vom Umfang her größte Kapitel bietet auch die meisten Hilfestellungen.

Fazit und Ausblick. Die Teilüberschrift sagt es deutlich, es geht darum, die Pflegenden zu pflegen, um auch in Zukunft handeln zu können.

Diskussion

Da es sich um eine Projektarbeit handelt, die in den Jahren 2008-2010 stattfand, ist über die Autoren und Herausgeber nicht mehr als deren Namen zu erkennen. Dies schmälert aber keinesfalls den Inhalt des Buches , der sich vor allem in der praktischen Umsetzbarkeit herausstellt. Hierin liegt der eigentliche Wert dieses schmalen Büchleins: die Tipps und Hilfen, die sich für alle mit dem Thema beschäftigten Einrichtungen der Altenpflege ergeben.

Schön ist, dass die beteiligten Einrichtungen genannt werden, so kann bei Interesse sicher nach den Erfahrungen gefragt werden.

Die Aktualität ist das große Plus dieses Bandes, ein kleiner Appell an Verantwortliche aus Politik und Gesellschaft findet sich ganz am Schluss und verpufft leider dabei fast.

So bleibt es den Einrichtungen überlassen, Hilfen und Anregungen aus dem geschilderten Projekt zu ziehen und individuell umzusetzen.

Fazit

Als Ergebnisdarstellung eines geförderten Projektes ein leicht lesbares, anschauliches Dokument, welches für interessierte Einrichtungen sehr hilfreich sein kann. Wünschenswert wären eine breitere Diskussion der Problematik und die daraus entstehende Verbreitung des Inhalts und der möglichen Lösungen.

Rezension von
Claudia Schwill
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Es gibt 20 Rezensionen von Claudia Schwill.

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Zitiervorschlag
Claudia Schwill. Rezension vom 25.07.2011 zu: Herbert Loebe, Eckart Severing (Hrsg.): Handlungsfelder zur Gestaltung einer demografiefesten Personalpolitik in der Altenpflege. Methoden, Konzepte, Praxisbeispiele. W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG (Bielefeld) 2010. ISBN 978-3-7639-4667-9. Reihe: Leitfaden für die Bildungspraxis - Band 46. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/10836.php, Datum des Zugriffs 26.11.2022.


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