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Gabriele Bensberg, Jürgen Messer: Survivalguide Bachelor

Cover Gabriele Bensberg, Jürgen Messer: Survivalguide Bachelor. Leistungsdruck, Prüfungsangst, Stress u. Co? ; erfolgreich mit Lerntechniken, Prüfungstipps ; so überlebst Du das Studium! ; mit 26 Tabellen. Springer (Berlin) 2010. 270 Seiten. ISBN 978-3-642-12855-4. 19,95 EUR.
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Thema

Studieren ist mit einer Vielzahl von Herausforderungen verbunden: Die Orientierung in der „fremden Lebenswelt“ Hochschule, der Umgang mit dem wissenschaftlichen Schreiben oder der Prüfungsvorbereitung sind nur einige davon. Reformen im Zusammenhang mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen haben die Studienarchitektur nachhaltig verändert und verlangen eine schnelle Orientierung im System. Diese Anforderungen können schnell überfordern: So lässt sich als Folge ein hoher Prozentsatz an psychischen Schwierigkeiten bei Studierenden und ein ausgeprägtes Hilfesuchverhalten beobachten (Ackermann & Schumann, 2010). Beratungsangebote, die bei der Bewältigung des Studienalltages unterstützen, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Das Buch „Survivalguide Bachelor“ bietet eine Zusammenschau, was Studierende erwartet – von der Entscheidung für ein Studienfach bis hin zur Bachelor-Thesis – und zahlreiche Hilfestellungen, um die Studienzeit erfolgreich zu bewältigen.

Entstehungshintergrund

Das Buch basiert auf dem Erfahrungshintergrund der AutorInnen, die in der psychotherapeutischen Beratungsstelle, Studentenwerk Mannheim, arbeiten. Teile des Werkes fußen auf dem Mannheimer Prüfungscoaching-Programm (PCP), das die AutorInnen im Jahre 2009 in vierter, unveränderter Auflage veröffentlicht haben.

Aufbau und Inhalt

Das Buch gliedert sich in fünf Abschnitte:

Abschnitt 1 widmet sich primär der Zeit vor Studienbeginn: Das Bachelorstudium wird mit seinen Vor- und Nachteilen vorgestellt sowie die Veränderungen, die mit der Einführung der neuen Studiengänge einhergehen, werden erläutert. Informationen und Tipps rund um das Thema Studienwahl schließen daran an. Finanzierung des Studiums, Wohnformen, behördliche Wege zu Studienbeginn und Haushaltsführung werden anschließend thematisiert; eine Vorstellung der Personengruppen an der Hochschule (von Professoren bis Kommilitonen) rundet diesen Teil ab.

Abschnitt 2 beschäftigt sich mit Fragen des Lebensstils, nämlich Ernährung und körperliche Aktivität, und zeigt auf, wie diese Gesundheitsverhaltensweisen die Leistungsfähigkeit verbessern können. Unterschiedliche Entspannungsverfahren zur Stressreduktion werden vorgestellt. Positive Verstärkung oder die positive Selbstinstruktion werden als Strategien zur erfolgreichen Bewältigung von hochschulischen Herausforderungen thematisiert. Abschließend wird das Bild des heutigen Studierenden gezeichnet.

Abschnitt 3 steht ganz im Zeichen praktischer Handanweisungen für das Studium: Nach einleitenden Bemerkungen zur Gestaltung des Arbeits- bzw. Lernplatzes, folgen Hinweise zur Erstellung von Lernplänen. Zeitmanagement und unterschiedliche Lern- und Gedächtnistechniken werden ebenso besprochen. Der Umgang mit der Zeit unmittelbar vor, während und nach einer Prüfung wird thematisiert und auch dem Erstellen der Bachelor-Thesis wird Raum gegeben.

Abschnitt 4 widmet sich potentiellen Problemen während des Studiums: Wie kann man mit Motivationsschwierigkeiten, Konzentrations- und Schreibproblemen oder auch Prüfungsangst umgehen? – Antworten dazu finden sich in diesem Teil des Buches. Zum Abschluss werden der Idee eines Lexikons folgend noch einige Tipps rund um Prüfungsvorbereitung, Schreiben und Co gegeben.

Im Abschnitt 5 finden sich neben Schlussworten das Literatur- und das Stichwortverzeichnis.

Diskussion

Das Buch bietet einen Einblick in ein breites Spektrum an Themen, die für (angehende) Studierende relevant sind. Aufgrund der Breite fehlt es allerdings an manchen Stellen an der Tiefe in der Auseinandersetzung. Das bildet sich auch im Inhaltsverzeichnis ab, das durch die starke „Zergliederung“ etwas unübersichtlich wirkt. Das Werk liefert aber zahlreiche Anregungen, die zu einer weiterführenden Lektüre animieren können. Sehr positiv fallen die Arbeitsblätter, die auch online zum Download zur Verfügung stehen, auf. Weiter kann man online ein Bachelor-Quiz machen (http://lehrbuch-psychologie.de/quiz/136.html), um sein vorhandenes Wissen rund um das Thema Studium zu überprüfen. Besonders hilfreich erscheinen auch die Punkte, die zum Abschluss jedes Kapitels unter „Merke“ zusammengefasst werden. Mit viel Humor und zahlreichen Tipps bereitet das Buch auf das Studierendenleben vor, wobei das Bild an manchen Stellen fast parodistisch überzeichnet erscheint (z.B. 11.3.1 „Ein Bachelor lebt asketisch“).

Fazit

Alles in allem bietet das Buch „Survivalguide Bachelor“ zahlreiche Rettungsanker, um im System Hochschule nicht unterzugehen. Doch in so manchem Kapitel entsteht der Eindruck, dass Themen lediglich angerissen werden und man an anderer Stelle nach vertiefenden Informationen suchen muss. Die Ratschläge der AutorInnen anzunehmen, fällt leicht, zumal die Tipps und Tricks studierendennah formuliert sind und keinen belehrenden Charakter aufweisen.

Literatur

Ackermann, E. & Schumann, W. (2010). Die Uni ist kein Ponyhof. Zur psychosozialen Situation von Studierenden. Prävention und Gesundheitsförderung, 3, 231-237.


Rezension von
Dr.in Eva Brunner
Mag.a, Arbeitspsychologin
Professur für Angewandte Sozialwissenschaften, Studienbereich Gesundheit und Pflege, Fachhochschule Kärnten
Homepage www.fh-kaernten.at


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Zitiervorschlag
Eva Brunner. Rezension vom 11.03.2011 zu: Gabriele Bensberg, Jürgen Messer: Survivalguide Bachelor. Leistungsdruck, Prüfungsangst, Stress u. Co? ; erfolgreich mit Lerntechniken, Prüfungstipps ; so überlebst Du das Studium! ; mit 26 Tabellen. Springer (Berlin) 2010. ISBN 978-3-642-12855-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/10896.php, Datum des Zugriffs 11.07.2020.


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