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Bundesverband der Elternkreise Drogengefährdeter und Drogenabhängiger Jugendlicher BVEK e.V. (Hrsg.): Eltern und ihre suchtkranken Kinder

Cover Bundesverband der Elternkreise Drogengefährdeter und Drogenabhängiger Jugendlicher BVEK e.V. (Hrsg.): Eltern und ihre suchtkranken Kinder. Ein Leitfaden zur Selbsthilfe. Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2003. 94 Seiten. ISBN 978-3-7841-1474-3. 8,50 EUR.
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Einführung

Die Erkenntnis, dass das eigene Kind Drogen nimmt, kommt für die meisten Eltern überraschend und ist häufig gepaart mit einer Melange von Gefühlen: "Fassungslos, empört und enttäuscht" beschreibt es eine betroffene Mutter und: "Hatte ich nicht alles getan, um ihr Schwierigkeiten und Probleme aus dem Weg zu räumen...?", "Hatte ich nicht manches, was sie eigentlich selbst für sich hätte tun müssen, für sie erledigt, still und ohne davon Aufhebens zu machen ...?"

Inhalt

  • Der Leitfaden holt die betroffenen Eltern direkt bei diesen Fragen ab und macht Mut, sich im Austausch mit anderen Eltern der neuen Situation zu stellen. Kurze, prägnante Fallgeschichten verdeutlichen die Situation der Eltern und laden zur Identifikation ein.
  • Im zweiten Teil wird die Eltern-Selbsthilfe ausführlich vorgestellt: Historie, Konzept, Inhalte und zentrale Themen werden übersichtlich dargestellt und insbesondere das Grundkonzept der Co-Abhängigkeit benannt. Die erste Kontaktaufnahme wird ebenso beschrieben wie erste nützliche Empfehlung für Eltern, die noch keine Gruppe gefunden haben.
  • Der dritte Teil befasst sich ausführlich mit der "Elternkreisarbeit in der Praxis". Hier werden konkrete Anregungen für die Gründung eines entsprechenden Kreises gegeben: Wo bekomme ich Unterstützung, finanzielle Mittel und wie können andere Eltern erreicht werden? Gründung und Anfangsphase werden ebenso beschrieben wie konkrete Vorschläge über Zeit, Ort, Dauer, Teilnehmerzahl sowie zeitliche, inhaltliche und organisatorische Rahmenbedingungen. Es folgen hilfreiche Anregungen für die Planung von telefonischen Erstkontakten und Vorgesprächen mit interessierten Eltern.
  • Im vierten Teil wird Basiswissen für die Leitung und Gesprächsführung vermittelt. Techniken der Gesprächslenkung werden anschaulich vorgestellt, ebenso Grundbegriffe der Kommunikation auf verschiedenen Ebenen. Dabei wird auf "Fallstricke" und "Killerphrasen" verwiesen, die die Kommunikation im Elternkreis behindern und blockieren können.
  • Aufbauend auf den vierten Teil werden im fünften Abschnitt typische Gesprächssituationen thematisiert und praktische Vorschläge für deren Bewältigung gegeben.
  • Das sechste Kapitel widmet sich ergänzenden Aktivitäten und Angeboten (Fortbildungen, Referenteneinladungen, Seminare, Freizeitangebote), die neben den regelmäßigen Treffen stattfinden sollten.  Die Öffentlichkeitsarbeit und die Akquirierung von finanziellen Mitteln haben neben der Einbindung in die Bundes- und Landesverbände ihren Platz. Literaturempfehlungen und weitere Adressen und Anlaufstellen runden den Leitfaden ab.

Diskussion

Die Möglichkeiten, die Elternkreise für betroffene Eltern bieten können, werden sachlich und anschaulich vermittelt, insbesondere die praktische Arbeit der Elternkreise wird transparent und lebensnah geschildert. Ein explizites Anliegen des Herausgebers besteht in der Ermunterung, selbst einen Elternkreis zu gründen, wozu sehr praktische und hilfreiche Anleitungen vermittelt werden.

Es wird die Absicht deutlich, jedem Elternkreis einen theoretisch fundierten Baukasten mit auf den Weg zu geben. Daher wurde ein umfangreiches Basiswissen zur Leitung und Gesprächsführung "eingebaut", damit die Elternarbeit gelingen kann.

Fazit

Der Leitfaden ist eine gute und lohnende Hilfe für all diejenigen, die sich über die Arbeit von Elternkreisen informieren oder selbst einen Elternkreis gründen und/oder leiten möchten.


Rezension von
Dipl.-Psychol. Martin Zobel
Psychologischer Psychotherapeut, Lehrbeauftragter an der Katholischen Hochschule Köln, Dozent an der Akademie für Verhaltenstherapie (AVT) Köln sowie am Eifeler Verhaltenstherapie Insititut (EVI) Daun, Psychotherapeutische Praxis in Koblenz.
Homepage www.martin-zobel.de
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Zitiervorschlag
Martin Zobel. Rezension vom 29.06.2004 zu: Bundesverband der Elternkreise Drogengefährdeter und Drogenabhängiger Jugendlicher BVEK e.V. (Hrsg.): Eltern und ihre suchtkranken Kinder. Ein Leitfaden zur Selbsthilfe. Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2003. ISBN 978-3-7841-1474-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/1095.php, Datum des Zugriffs 08.08.2020.


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