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Renate Sulser: Ausdrucksmalen für Menschen mit Demenz

Cover Renate Sulser: Ausdrucksmalen für Menschen mit Demenz. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2010. 2., überarbeitete Auflage. 84 Seiten. ISBN 978-3-456-84832-7. 26,95 EUR, CH: 39,90 sFr.

Reihe: Gesundheitsberufe - Künstlerische Therapien.
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Autorin

Die Schweizer Maltherapeutin und zertifizierte Validation-Workerin (nach Naomi Feil) Renate Sulser (geb. 1953) arbeitet nicht nur mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit geistigen und psychischen Behinderungen sondern vor allem mit Menschen, die an dementiellen Erkrankungen leiden. Sulser erhielt 2002 den Schweizerischen Alzheimer Preis für bemerkenswerte Leistungen.

Maltherapie

Maltherapie als eine Form der Kunsttherapie nutzt das Malen diagnostisch und therapeutisch. Aus Formen und Farben eines Bildes können unbewusste Bedürfnisse oder auch Konflikte des Malenden abgelesen und durch die Bildbetrachtung und die darin liegende Symbolik können innere Zusammenhänge erkannt werden, die wiederum dabei helfen, neue, andere, kreativere Lösungen in der Betreuung von Demenzerkrankten zu finden. Der Malende selbst kann durch die Maltherapie neue Ausdrucksmöglichkeiten finden, sein bildhaftes Gedächtnis sowie Konzentration, Ausdauer und Kreativität trainieren. Die eigene schöpferische Tätigkeit wird so zum heilenden Einfluss auf den Patienten.

Entstehungshintergrund

Das vorliegende Buch stammt aus der Projektreihe der Robert Bosch Stiftung und ist im Verlag Hans Huber erschienen. Vom Leiter des gerontopsychiatrischen Krankenheimes Sonnweid (Wetzikon), Michael Schmieder, stammt das Vorwort.

Das Buch ist aus der praktischen Arbeit und den Erfahrungen Sulsers in ihrem „Atelier für Ausdrucksmalen“ und in Zusammenhang mit dem Krankenheim Sonnweid entstanden, in dem Sulser nicht nur Maltherapeutin sondern über sieben Jahre lang auch als Betreuerin in verschiedenen Wohngruppen für dementiell Erkrankte tätig war. Die Autorin erhebt mit dieser Publikation keinen Anspruch auf medizinisch-psychiatrische Deutung der (Krankheit- und Verhaltens-)Bilder.

Aufbau und Inhalt

In ihrem Buch zeigt Sulser Beispiele von sinnes- und körperorientiertem Ausdrucksmalen und gibt den Blick darauf frei, was als nonverbale Äußerung verstanden werden kann. Renate Sulser schildert die Anfänge des Ausdrucksmalens, dessen erstes Atelier 1946 von Arno Stern in Paris eingerichtet wurde, kommt auf Einrichtung und Materialien eines Malateliers zu sprechen und schildert, wie sie seit 1991 dementiell erkrankte Menschen als Maltherapeutin begleitet. Sie arbeitet mit hochbetagten Demenzpatienten ebenso wie mit Patienten, die bereits in jüngeren Jahren daran erkrankt sind.

Was das Buch so einmalig macht sind nicht nur die Abbildungen der entstandenen Bilder sondern es ist die Kombination aus Gemaltem und den dazugehörenden Geschichten vom und über den jeweiligen Malenden.

Das Buch endet mit einem biografischen Lebenslauf Sulsers und zwei Seiten Literaturhinweisen.

Fazit

Für Therapeuten und Einrichtungen, die mit demenzkranken Patienten arbeiten, ist es ein gutes und aus der Praxis resultierendes Grundlagenbuch, das in einfacher, verständlicher Sprache verfasst wurde.


Rezensentin
Ursula Weidmann
Kommunikationswirtin BAW, Case Managerin (DGCC). Sozialdienst Johanneshaus Öschelbronn gGmbH, 75223 Niefern-Öschelbronn
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Zitiervorschlag
Ursula Weidmann. Rezension vom 09.07.2012 zu: Renate Sulser: Ausdrucksmalen für Menschen mit Demenz. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2010. 2., überarbeitete Auflage. ISBN 978-3-456-84832-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/11030.php, Datum des Zugriffs 22.11.2019.


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