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Claus Barkmann, Michael Schulte-Markwort u.a. (Hrsg.): Klinisch-psychiatrische Ratingskalen für [...]

Cover Claus Barkmann, Michael Schulte-Markwort, Elmar Brähler (Hrsg.): Klinisch-psychiatrische Ratingskalen für das Kindes- und Jugendalter. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2011. 503 Seiten. ISBN 978-3-8017-2349-1. 79,95 EUR.

Reihe: Diagnostik für Klinik und Praxis – Band 6.
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Thema

In der Reihe „Diagnostik für Klinik und Praxis“ des Hogrefe-Verlages sind bereits fünf Bände von Prof. Dr. Elmar Brähler und Prof. Dr. Bernhard Strauß veröffentlicht worden. Bei diesem Buch handelt es sich um den sechsten Band, gleichzeitig aber auch um den ersten Band, in dem speziell die sogenannten „Paper-Pencil-Verfahren“ (Fragebögen) des Bereichs Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie umfassend dargestellt werden.

Herausgeber

  • Prof. Dr. Dipl.-Psych. Claus Barkmann, arbeitet am UKE-Hamburg mit den Fachgebieten Klinische Psychologie im Arbeitsschwerpunkt Forschung.
  • Prof. Dr. med. Schulte-Markwort, hat seit 2004 eine Professur für Kinder- und Jugendpsychosomatik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) inne. Er ist Ärztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und dem Altonaer Kinderkrankenhaus.
  • Prof. Dr. Dipl.-Psych. Elmar Brähler, ist seit 01.02.2009 Medizinisch-Wissenschaftlicher Leiter des Departments für Psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Leipzig AöR und in wissenschaftlichen Funktionen in diversen Gremien (z. B. wiss. Beirat des Sigmund-Freud-Institutes, Hochschulrat der Uni Leipzig) tätig. Er ist Mitherausgeber der gesamten Reihe.

Entstehungshintergrund

Eine übersichtliche Auflistung sämtlicher gängiger (psychometrischer) Testverfahren im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie war bislang in gedruckter Form nicht erhältlich. Im Internet finden sich beim Hogrefe-Verlag (www.testzentrale.de), dem „Marktführer“ in Sachen Fachliteratur zwar die meisten diesbezüglichen Verfahren wieder, die Verfahren, die bei anderen Verlagen veröffentlicht wurden, fehlen an der Stelle jedoch. Im Rahmen dieses Bandes werden über 90 Verfahren übersichtlich dargestellt. Ziel dieses Bandes sei lt. Angaben der Herausgeber

  • einen umfassenden und zuverlässigen Überblick über den aktuellen deutschsprachigen Verfahrensbestand zu geben,
  • detaillierte Informationen zu Form, Inhalt Anwendung und Güte der Verfahren zu liefern,
  • eine gezielte Testauswahl für bestimmte Anwendungszwecke zu ermöglichen,
  • bewertende Verfahrensvergleiche zu ermöglichen und
  • zukünftigen Entwicklungsbedarf aufzudecken.

Das Buch richte sich an alle Personen, die solche Verfahren in Forschung und Praxis nutzen.

Aufbau und Inhalt

Durch einen kurzen Artikel der Herausgeber wird in das Nachschlagewerk eingeleitet. Sie erläutern hier unter anderem die Einschlusskriterien zur Testauswahl, denen gemeinsam sein sollte, dass sie „die Mindestkriterien praktischer Anwendbarkeit erfüllen“ (S. 9) und bieten eine kurze „Anleitung“ zur Anwendung des Buches.

Der Aufbau folgt einem klar strukturierten Gesamtschema. Sämtliche Testverfahren werden alphabetisch (nach Abkürzung) sortiert wie folgt vorgestellt:

  • Abkürzung/Volltitel des Verfahrens
  • Testautoren
  • Kurzbeschreibung
  • Quelle
  • Versionen
  • Testmaterial
  • Anwendungsbereich
  • Art des Verfahrens
  • Bearbeitungszeit
  • Voraussetzungen für die Anwendung
  • Theoretischer Hintergrund
  • Entwicklung des Verfahrens
  • Aufbau und Auswertung
  • Gütekriterien
  • Normen/Vergleichswerte
  • Literatur
  • WWW-Ressourcen
  • Autoren des Beitrags

Da im Buch über 90 Verfahren umfassend dargestellt werden, würde eine Auflistung sämtlicher Verfahren den Rahmen der Rezension sprengen. In vielen Fällen erfolgt die Beschreibung des Verfahrens durch den oder die Autoren des Verfahrens selbst.

Diskussion

Es handelt sich hierbei um ein Nachschlagewerk, auf das man lange warten musste. Die oben genannten Zielsetzungen der Herausgeber wurden komplett erreicht. Mit Hilfe dieses Bandes kann man sich schnell und übersichtlich die Informationen zusammensuchen, die man zur Auswahl eines Testverfahrens benötigt. Die Beschreibungen sind umfangreicher als die, die man im Bestellkatalog des Internets findet, sie sind jedoch auch deutlich kürzer und vor allem übersichtlicher als die Beschreibungen in den jeweiligen Testmanualen (die ja auch erst vorliegen, nachdem man sich das Testverfahren zugelegt hat). Ich hätte mir zusätzlich eine kritische Würdigung der Testverfahren gewünscht. Amelang & Zielinski (1997) ziehen in ihrer Fachliteratur abschließend beispielsweise jeweils ein kurzes Fazit. Dies sollte dann jedoch durch die Herausgeber erfolgen, da die Autoren ihr eigenes Werk i. d. R. eher nicht objektiv bewerten dürften. Des Weiteren stellt der Band natürlich nur eine Momentaufnahme dar, da die Testverfahren regelmäßig neu normiert werden, bzw. neue Testverfahren auf den Markt kommen. Es ist also davon auszugehen, dass eine regelhafte Neuauflage der Bände dieser Reihe erforderlich sein wird. Denkbar wäre diesbezüglich auch eine Online-Datenbank gewesen, die regelhaft gepflegt und gegen Nutzungsgebühren abrufbar wäre.

Fazit

Bei dem Buch handelt es sich um einen hervorragenden Band, der als Nachschlagewerk in keiner gut sortierten Bibliothek im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie und -psychotherapie fehlen darf.


Rezension von
Dr. Alexander Tewes
Ausbildungsambulanzleiter LAKIJU-VT Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPP)
Psychiatrische Klinik Lüneburg gemeinnützige GmbH im Verbund der Gesundheitsholding Lüneburg
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Zitiervorschlag
Alexander Tewes. Rezension vom 30.09.2011 zu: Claus Barkmann, Michael Schulte-Markwort, Elmar Brähler (Hrsg.): Klinisch-psychiatrische Ratingskalen für das Kindes- und Jugendalter. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2011. ISBN 978-3-8017-2349-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/11067.php, Datum des Zugriffs 08.08.2020.


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ISSN 2190-9245

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