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Felicitas Römer: Arme Superkinder

Rezensiert von Prof. Dr. Claus Melter, 14.10.2011

Cover Felicitas Römer: Arme Superkinder ISBN 978-3-407-85921-1

Felicitas Römer: Arme Superkinder. Wie unsere Kinder der Wirtschaft geopfert werden. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2011. 224 Seiten. ISBN 978-3-407-85921-1. D: 17,95 EUR, A: 18,50 EUR, CH: 27,90 sFr.

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Autorin

Felicitas Römer ist Journalistin, Autorin, Mutter von 4 Kindern und in der systemisch orientierten Familienarbeit tätig.

Thema

Felicitas Römer setzt sich mit diversen Facetten des Zusammenhangs von neoliberalen Wirtschafts-, Bildungs- und Schulpolitiken auf der einen Seite und auf der anderen Seiten den Handlungsweisen, wie Eltern, LehrerInnen, ÄrztInnen, TherapeutInnen und KindergärtnerInnen sowie insbesondere die SchülerInnen mit dem zunehmenden Leistungsdruck umgehen, auseinander. Anhand vieler Studien und ExpertInnenaussagen zeichnet sie nach, wie sich die medial sowie durch Politik und Wirtschaft stets vermittelte Sorge um die berufliche Zukunft der Kinder in einer sich verändernden kapitalistischen, glonalisierten Leistungsgesellschaft auf krankmachende Weise auf die SchülerInnen und auf verunsichernde Weise auf die Eltern auswirkt.

Aufbau

Nach einer Thematisierung, wie Kinder für die Eltern als Prestige bringende und eigene Pläne realisierende Hoffnungsträger funktionalisiert und ihnen gleichzeitig eigene Ängste und Belastungssituationen vermittelt werden („Bespaßt, verwöhnt, übersehen. Das Kind als Glücksbringer und Prestigeobjekt“), setzt sich Felicitas Römer im Kapitel „Defizite überall. Das therapierte Kind“ mit der sich zunehmend verbreitenden Defizitperspektive auseinander, die Kinder mit Norm- und Leistungsvorstellungen konfrontiert und sie bei Auffälligkeiten einem umfangreichen Förder- und Therapieprogramm aussetzt. Im Kapitel „Schluss mit zweckfreien Gekuschel. Das Kind als Leistungsträger von morgen“ wird beschrieben, wie neben schulischen Tätigkeiten auch die Freizeit und spielerische Aktivitäten im Sinne einer Verbesserung der Leistungsfähigkeiten genutzt werden sollen. Dieser Förderzwang reicht von pränatalen Stimulierungen hin zur Baby-, Kleinkind- und Vorschulförderung. Im Kapitel „Viel Geld für wenig Kind. Das Kind als Wirtschaftsfaktor“ zeigen sich die stetig gestiegenen Ausgaben für Kinder, deren Markverhalten und wie sich die Wirtschaft die Unsicherheit der Eltern, ob sie ihr Kind ausreichend fördern, durch die Bereitstellung von Medikamenten [Stichworte: AD(H)S und Ritalin], durch Lernprogramme, Nachhilfe und Therapien für nutzbar macht.

Das Kapitel „Feindliche Übernahme. Das Kind als Investitionsobjekt“ offenbart die Einflussnahme der Wirtschaft auf Schulen, Schulorganisation und das funktionale Verständnis von Bildung sowie die konkrete Unterrichtsgestaltung. Im Kapitel „Abgezockt. Gewinner Wirtschaft. Verlierer Kind“ werden nochmals die ansteigenden Krankheiten durch Leistungsdruck, der zunehmende Medikamentenverbrauch sowie die Zunahme der Kosten für außerschulische Lernförderung, Lernprogramme und Leistungsförderndes Spielzeug auf der einen Seite und die Gewinne der Wirtschaftskonzerne und Förderberufe sowie der Privatschulen auf der anderen Seite dargelegt. Das Kapitel „Offensiver Rückzug. Die globalisierte Jugend“ beschreibt zum einen die fehlende Lust, in anderen Ländern oder fern von Zuhause zu studieren und somit das Elternhaus zu verlassen. Zum anderen wird beschrieben, wie Jugendliche die Ideale der Leistungsgesellschaft verinnerlicht haben und glauben, durch eigene Anstrengungen den zukünftigen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können. Abschließend wird die Aufforderung „Rettet das Biotop Kindheit! Zehn Ideen für die Revolution im Taschenformat“ in kurz skizzierten Empfehlungen ausdifferenziert.

Inhalt

Felicitas Römer liefert in ihrem Buch „Arme Superkinder.Wie unsere Kinder der Wirtschaft geopfert werden“ eine Analyse ökonomisierter gesellschaftlicher Verhältnisse und einen Überblick, wie sich dies auf Eltern-Kind-Verhältnisse und Erziehungsinstitutionen und ihren Kontakt mit Eltern und Kindern auswirkt. Eingerahmt von Ratgeberliteratur, umfangreichen Diagnose- und Testprogrammen (Stichworte: PISA und Sprachförderung) wird Eltern und Kindern nahegelegt, dass ein gelingendes Funktionieren in der Schule nur durch ständiges Fördern und durch Leistungsdruck auf das Kind zu erreichen ist und von ständigen Versagensmöglichkeiten begleitet wird. Wenn bei Kindern durch KindergärtnerInnen, LehrerInnen, andere Eltern, eigene Beobachtungen oder bei Leistungstests Defizite in Bezug auf allgemein normierte altersgemäße Leistungsfähigkeiten oder Auffälligkeiten in Relation zu erwarteten, angepassten Verhaltensweisen diagnostiziert werden, suchen Eltern oft nach Therapien, Nachhilfeunterricht oder ärztlichem Rat. „Überall schießen Lerntherapiezentren aus dem Boden, die Kindern mit Teilleistungsschwächen, Dsykalkulie oder Legasthenie das schwere Leben erleichtern wollen: notwendige Hilfe oder einfach ein gutes Geschäft?“ (S. 44) Eingebettet ist der Druck auf die SchülerInnen in ein selektierendes Schulsystem, welches mit dem verkürzten Abitur den Zeit- und Leistungsdruck weiter erhöht. Vielfach wird ein Teil der Kinder aus der Ober- und Mittelschicht – und auf diese konzentrieren sich weite Teile des Buches – psychisch oder körperlich krank oder zeigen Auffälligkeiten, worauf die Eltern oft nicht nach den Ursachen fragen würden, sondern das Kind behandeln und wieder „funktionsfähig“ machen wollen. Auf das System Schule wird seitens der Eltern und LehrerInnen hingegen wenig Änderungsdruck im Sinne eines entspannteren und fördernden Lernklimas ausgeübt. „Statt den ohnehin überladenen Lehrplan ordentlich zu durchforsten und zu entrümpeln, wird an den Kids herumgedoktert, die wie Manager funktionieren sollen.“ (S. 47) Die Unsicherheiten der Eltern würden durch die Verkleinerung der Mittelschicht und somit entstehende berufliche Unsicherheiten verstärkt. „Immer mehr Menschen mit mittlerem Einkommen sind Dank Finanzkrise und einseitiger bundesdeutscher Sparmaßnahmen massiv vom Abrutschen in den Niedriglohnbereich oder in Hartz IV bedroht.“ (S. 59) Hierunter würden auch die Kinder unweigerlich leiden. Felicitas Römer verbindet pädagogische, medizinische und psychologische Befunde mit der aktuellen Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Sozial und- Bildungspolitik, die zunehmend von der Idee des neoliberalen Marktes, aus dem sich der regulierende Staat zurückzieht, bestimmt werden. Plädiert wird von der Autorin gegen eine unreflektierte Übernahme des Leistungs-, Konkurrenz- und normierenden Defizitdenkens seitens der Eltern, aber auch seitens KindergärtnerInnen, LehrerInnen und TherapeutInnen, die oft die familiären und gesellschaftlichen Hintergründe ausblenden würden. Insbesondere die oftmals vorschnelle und drastisch steigende Diagnose AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom/Aufmerksamkeitsdefizits-Hyperaktivitätssyndrom) und die zunehmende Verabreichung des ruhigstellenden und leistungsfördernden Psychopharmakas Ritalin werden kritisch kommentiert (vgl. S. 71). Die Leistungs- und Förderideologie setzt die Wirtschaft in Baby-, Kleinkind- und SchülerInnenförderprogrammen und entsprechenden Produkten um, die sich die gestiegenen elterlichen „Ängste um Schulbildung, Ausbildung und Berufsfindung der Kinder“ (S. 83) zunutze machen. „Der Zugriff auf unsere Kinder durch Politik und Wirtschaft hat längst begonnen und Staat und Gesellschaft nehmen Eltern in diesem Prozess hemmungslos in die Pflicht.“ (S. 86) Zum einen benachteiligt das Schulsystem nachweislich – siehe PISA-Studien – Kinder aus Familien mit geringen wirtschaftlichen Einkommen und/oder mit Migrationshintergrund. Zum anderen bürdet die Schule den Leistungserfolg der Kinder den Eltern auf, von denen mittlerweile sowohl erwartet wird, dass sie mit ihren Kindern zuhause lernen als auch Nachhilfeunterricht und Fördermaterialien erwerben. Längst habe sich die Schule von ihrer zentralen Aufgabe verabschiedet, allen Kindern während der Unterrichtszeit die Inhalte und Fähigkeiten zu vermitteln. Dies hänge auch mit Einsparmaßnahmen im Schulsystem zusammen. Gleichzeitig sollen die Kinder leistungsfähiger werden, um in einer sich verändernden Arbeitswelt in der globalisierten Welt bestehen zu können. „Weil wir sparen müssen und damit Deutschlands Wirtschaft konkurrenzfähig bleiben kann, müssen sich unsere Kinder in ihrem Entwicklungsprozess ein bisschen beeilen. So einfach ist das.“ (S. 88) Die Schule reagiert auch angesichts der schlechten Leistungen der SchülerInnen in Deutschland mit zunehmenden Tests, die allerdings die Gefahr bergen, dass vor allem positive Testergebnisse angestrebt und Defizite festgestellt werden, anstatt den Kindern (Selbst-)Bildungs- und Persönlichkeitsentwicklungsprozesse zu ermöglichen. Auch der Kontakt zwischen Eltern und Kindern steht in Gefahr nur noch aus dem Blickwinkel der Nützlichkeit im Sinne einer Leistungsförderung gesehen zu werden.

Die Unsicherheiten der Eltern nutzt die Werbewirtschaft aus, indem sie bei vielen Produkten mit der Vorstellung einer Entlastung für den Alltag und mit dem Prinzip „‘Kaufe dies und dann bist du eine gute Mutter!‘“ (S. 104) arbeiten. So geben Eltern für demographisch gesehen immer weniger Kinder immer Geld aus. Gleichzeitig würden Ober- und Mittelschichtseltern darauf achten, dass ihre Kinder nicht mit ärmeren Kindern Freundschaften pflegen und spielen. Somit tragen das Bildungssystem und die wirtschaftlich reicheren Eltern bei der Schulwahl, der Beziehungsgestaltung der Kinder ihren Beitrag zu einer klassenbezogenen Segregation der Gesellschaft bei. „Besonders die 2,5 Millionen deutschen Kinder, die in Armut leben spüren täglich, dass man in unserer Überflussgesellschaft nicht dazugehört, wenn man nur das allernötigste hat: die betroffenen Kinder sind von der sogenannten ‚Soziokulturellen Teilhabe‘, also vom gesellschaftlichen Leben, schlichtweg ausgeschlossen, ihre Zukunftschancen sind schlecht.“ (S. 110) Politisch werde diese Entwicklung nichts Wirksames entgegengesetzt. Große Firmen hingegen nutzen die Hierarchisierung der Gesellschaft, indem teure Markenprodukte beworben und verkauft werden, die dann als Mittel sozialer Distinktion von Kindern und ihren Eltern verstanden werden. Durch Werbung in verschiedenen Medien wird Kindern schon früh Markenbewusstsein vermittelt, welches oft als langjährige Produktbindung fortdauere. So stelle sich die Frage, ob die durch das Bildungssystem erreichte partielle „Verdummung“ der Gesellschaft politisch und wirtschaftlich gewollt sei, da beworbene Produkte sich an unkritische Kundschaft leichter verkaufen lässt (vgl. S. 123).

Felicitas Römer kritisiert im Folgenden den Ansatz der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), die auch den PISA-Test durchführt, da dieser vor allem auf die Vergrößerung des Humankapitals im Sinne einer hohen Verwertbarkeit für die Wirtschaft anstrebe und eine Orientierung weg von Lerninputs hin zu überprüfbaren Leistungen (Outputs und Kompetenzen). So sei geringe Bildung zwar für die Gesamtvolkswirtschaft schädlich, führe jedoch zu vielfachen wirtschaftlichen Einnahmen einiger großer Firmen, wie Pharmakonzernen. Es sei die Tendenz festzustellen, dass das Verständnis von Bildung weg vom Bildungsbegriff Humboldts – der von Selbstbildung, Persönlichkeitsentfaltung und der Zweckfreiheit von Bildung sprach – hin zu einer Kompetenzen vermittelnden Berufsausbildung geht (vgl. S. 140). So ist das Schul-Sponsering vieler großer Firmen sowohl mit dem Einsatz von Unterrichtsmaterialien, die von den Firmen erstellt weurden und deren Produkte positiv erwähnen, verbunden als auch mit Inhalten, die den SchülerInnen das Bild funktionstüchtiger, leistungsorientierter und unkritischer ArbeiterInnen vermittelt. Diese Wirtschaftsorientierung werde von vielen Schulen übernommen: „Was Schule heute den Kindern beibringen soll, muss nützlich sein, effizient, ökonomisch verwertbar und natürlich messbar. Schulbildung unterliegt damit zunehmend dem Utilitarismus, von Bildung im eigentlichen Sinne ist hier überhaupt keine Rede mehr.“ (S. 159) Die Ökonomisierung und Leistungsorientierung werde von vielen LehrerInnen und Privatschulen, die zunehmend mehr werden, übernommen und durch Bildungscamps und Nachhilfe verstärkt. Bei dieser Entwicklung blieben zunehmend mehr Kinder und Jugendliche auf der Strecke, da sie dem Druck nicht standhielten und erkrankten, woran wiederum bestimmte Wirtschaftssektoren verdienen würden.

Kinder und Jugendliche, so zeigten diverse Studien, würden trotz und in der aktuellen Leistungsgesellschaft jedoch tendenziell pragmatisch und positiv in die Zukunft blicken. Sie würden das meritokratische Prinzip des Kapitalismus („Alle haben die gleichen Chancen und Leistung wird gerecht belohnt“) verinnerlichen und eigene Bewältigungsstrategien entwickeln.

Somit schließt sich der Kreis der neoliberalen Entwicklung der Gesellschaft: Der von Wirtschaft und großen Teilen der Politik vermittelte Leistung- und Funktionalitätsdruck wird medial vermittelt, von Bildungsinstitutionen den Eltern nahegelegt und dann von Eltern und Kindern in der Regel unkritisch übernommen. Profitieren würden große Firmen, während ein Großteil der Gesellschaft darunter leiden würde, insbesondere SchülerInnen und deren Eltern.

Diskussion

Wirken anfangs einige Aussagen – ebenso wie der Titel – plakativ und Beifall heischend, so zeigt sich im Laufe des Buches, dass nachweisbare Entwicklungen im Schulsystem und in der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen systematisch dargestellt werden und diese mit der Einflussnahme von Politik und Wirtschaftsunternehmen auf Bildungsinstitutionen im Zusammenhang stehen. So plädiert die Autorin für die institutionelle und familiäre Selbstreflexion, welchen Werten, Mechanismen und Vorstellungen gefolgt wird. Sie fordert die Rückorientierung zu einem Bildungsverständnis, welches die Individualität der Persönlichkeit, dessen Entfaltung und ihre individuelle Lerngeschwindigkeit berücksichtigt, und wendet sich gegen überhöhten Leistungsdruck und die Erziehung zu wirtschaftlicher Verwertbarkeit.

Diese Zielsetzungen, die mehr als nachvollziehbar sind, werden wiederum vor allem an Eltern aus der herkunftsdeutschen Mittel- und Oberschicht gerichtet. Dieser Bezug auf die Handlungsfähigkeit der wirtschaftlich reicheren Eltern kann einerseits als Rat verstanden werden, die eigenen Kinder nicht dermaßen unter Druck zu setzen und sie nicht unkritisch norm- und leistungskonform zu erziehen sowie bei Auffälligkeiten vorschnell als zu behandelnde Problemträger zu sehen, sondern als Personen, die Probleme haben und die auf Fehler im Familien- oder/und Gesellschaftssystem hinweisen. Andererseits kann die Betonung vor allem der Handlungsfähigkeit der Mittel- und Oberschichtseltern sowohl als neue Form der Druckausübung („Fördert eure Kinder nicht nur, sondern überlegt stets selbstreflexiv, ob das auch richtig ist und ob ihr nicht eigene Probleme oder Träume delegiert und welche Werte ihr mit eurem Handeln unterstützt!“) gelesen werden könnte auch als Vermittlung einer möglichen Illusion („Selbstreflexion löst gesellschaftliche Konflikte“) verstanden werden. Eine erweiterte Analyse, die auch das Prekariat und Familien mit Migrationsgeschichte systematischer mit einbezieht, würde das Buch sicher bereichern, da die Frage, wie sich Kinder und Eltern gegen klassenbezogene Ausgrenzung und rassistische bzw. natio-ethno-kulturelle Benachteiligung wehren können, für zunehmend mehr Eltern bedeutsam wird. Auch die Rolle der LehrerInnen und der Schulorgaisation (Stichwort: Institutionelle Diskriminierung) hätte mehr ins Zentrum gerückt werden können.

Fazit

Felicitas Römer hat ein lesenswertes und inspirierendes Buch geschrieben, aus dem die LeserInnen viele psychologische, bildungsbezogene und politische Anregungen entnehmen können. Die aufgestellten Ratschläge an die Eltern der Mittel- und Oberschicht sowie ihre Kritik an der neoliberalen Wirtschaftsorientierung von Bildungsinstitutionen sind es wert, weiter politisch für alle gesellschaftlichen Klassen sowie mit VertreterInnen von Bildungsinstitutionen und Politik diskutiert zu werden, um Aussonderungsprozessen, krankmachendem Leistungsdruck und einer Verwertbarkeitsideologie politisch und systematisch etwas entgegen zu setzen. Wirkt das Buch anfangs populärwissenschaftlich und zum Teil ohne umfangreiche Belege, zeigt sich im gesamten Buch eine fundierte und belegte Recherche mit solider Argumentation.

Rezension von
Prof. Dr. Claus Melter
Fachhochschule Bielefeld, Arbeitsschwerpunkte diskriminierungs- und rassismuskritische Soziale Arbeit und Bildung, Dekolonisierung sowie Diskriminierung und Verfolgung von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus als „behindert“ und „krank“ angesehen wurden. Mitarbeiter bei Entschieden gegen Rassismus und Diskriminierung – Bielefeld
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Es gibt 14 Rezensionen von Claus Melter.

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Zitiervorschlag
Claus Melter. Rezension vom 14.10.2011 zu: Felicitas Römer: Arme Superkinder. Wie unsere Kinder der Wirtschaft geopfert werden. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2011. ISBN 978-3-407-85921-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/11114.php, Datum des Zugriffs 27.01.2023.


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