Sophia Altenthan (Hrsg.): Pädagogik
Rezensiert von Prof. Dr. Ulrich Papenkort, 01.08.2011
Sophia Altenthan (Hrsg.): Pädagogik. Bildungsverlag EINS GmbH (Köln) 2008. 4. Auflage. 467 Seiten. ISBN 978-3-8237-5000-0. 36,50 EUR.
Thema
„Das vorliegende Lehr- und Arbeitsbuch gibt eine grundlegende und umfassende Einführung in die Pädagogik“ (S. 9) - offensichtlich für Schüler berufsbildender Schulen.
Autor
Das Lehrbuch „Pädagogik“ hat acht Autoren und einen Herausgeber, der auch zu den acht Autoren zählt. Die Autoren haben das Buch als Team verfasst. Es wird nachträglich nicht ausgewiesen, wer was geschrieben hat. Dieses Team hat auch das „Kompendium Pädagogik“ (vgl. die Rezension) erstellt.
Über die Autoren ist im Buch nichts zu erfahren. Eine Recherche des Rezensenten im Internet blieb ebenfalls ohne Erfolg.
Entstehungshintergrund
Das Buch erschien 1989 in der ersten Auflage. Mit inzwischen vier Auflagen kann es schon als ein Standardwerk für das Unterrichtsfach Pädagogik in berufsbildenden Schulen gelten.
Aufbau
Das Buch besteht aus den Kapiteln
- Pädagogik als Wissenschaft
- Die Möglichkeit und Notwendigkeit der Erziehung
- Möglichkeiten und Grenzen der Erziehung
- Grundlagen und Aufgaben der Erziehung
- Erziehung aus der Sicht der Psychoanalyse
- Erziehung aus lerntheoretischer Sicht
- Ziele in der Erziehung
- Erzieherverhalten und Erziehungsstile
- Maßnahmen in der Erziehung
- Erziehung durch Medien
- Erziehung in pädagogischen Einrichtungen
- Erziehung außerhalb Familie und Schule
- Erziehung unter besonderen Bedingungen
- Mensch und Sexualität
- Alternative Erziehung: Montessori- und Waldorf-Pädagogik
Die einzelnen Kapitel bestehen in sich wiederum aus jeweils vier Teilen. Durch offene Fragen, Fallbeispiele, Gegenüberstellungen von Meinungen etc. und eine Auflistung von Fragen, die im Folgenden geklärt werden, erfolgt die Einführung in die Kapitel. Im Haupt- bzw. eigentlichen Informationsteil werden Fachtermini, optisch abgehoben, definiert. „Beispiele, Übersichten, Fotos und Ähnliches machen die Ausführungen anschaulich.“ (S. 9). Humorvoll aufgelockert werden die Informationsteile durch Gedichte und Karikaturen, insbesondere eigens für das Buch erstellte Zeichnungen um einen ca. 10jährigen Jungen namens „Sigmund“. Es schließt sich jeweils eine Zusammenfassung an. Der vierte und letzte Teil der Kapitel beinhaltet Aufgaben und Anregungen zum vorhergehenden Text. Das ganze Buch schließt mit einem Stichwortverzeichnis.
Inhalt
Die Autoren und Herausgeber verzichten weitgehend darauf, historische und empirische Sachverhalte aufzuarbeiten. Sie fokussieren ihr Thema „Pädagogik“ in systematischer Weise. Dem Anspruch nach allgemeinpädagogisch ausgerichtet hat das Lehrbuch dennoch im Konzert der differentiellen Pädagogiken einen sozialpädagogischen Akzent erhalten und betont unter den Bezugsdisziplinen die Psychologie.
Diskussion
Das Lehrbuch „Pädagogik“ ist flüssig und verständlich geschrieben und optisch in Form und Farbe ansprechend aufbereitet worden. Die Inhalte werden nach dem state of the art dargeboten, wobei Lehrbücher sowohl als Bücher als auch als vornehmlich darstellende und zusammenfassende Werke naturgemäß immer ein wenig hinter dem Stand der wissenschaftlichen Diskussion hinterher hinken. Die Kapitel decken das thematische Spektrum der Pädagogik gut ab. Fraglich bleibt das psychoanalytische Kapitel (5.), weil es das eigentliche Thema der Entwicklung nur aus dieser Sicht angeht und andere Perspektiven auslässt. Die Sexualität als eigenes Kapitelthema (14.) ist zwar von hoher praktischer Relevanz, sprengt aber in gewisser Weise das systematische Grundgerüst im Sinne eines Exkurses. Die zum Schluss behandelte “alternative Erziehung“ wirkt insofern zu beliebig, als die herkömmliche Erziehung nur indirekt und nur anhand zweier, wenn auch nach wie vor attraktiv wirkender Modelle thematisiert wird: der Montessori- und der Waldorf-Pädagogik.
Fazit
Das Lehrbuch „Pädagogik“ ist für den Unterricht in berufsbildenden Schulen unbedingt empfehlenswert.
Rezension von
Prof. Dr. Ulrich Papenkort
Professur für Pädagogik an der Katholischen Hochschule Mainz
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