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Sophia Altenthan (Hrsg.): Kompendium der Pädagogik

Rezensiert von Prof. Dr. Ulrich Papenkort, 01.08.2011

Cover Sophia Altenthan (Hrsg.): Kompendium der Pädagogik ISBN 978-3-427-40071-4

Sophia Altenthan (Hrsg.): Kompendium der Pädagogik. Bildungsverlag EINS GmbH (Köln) 2009. 316 Seiten. ISBN 978-3-427-40071-4. 29,95 EUR.

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Thema

Das „Kompendium der Pädagogik“ genannte Buch ist der Form nach ein Wörterbuch, der Funktion nach ein Lehrbuch. Es handelt sich, anders gesagt, um eine alphabetisch, nicht systematisch geordnete „Einführung in die wissenschaftliche Pädagogik“. Wer eingeführt werden soll, wird nicht benannt und lässt sich allenfalls aus dem Umstand erschließen, in welchem Verlag das Buch erschienen ist. Danach wären die angedachten Leser des Kompendiums Schüler berufsbildender Schulen, nicht solche allgemeinbildender Schulen oder Studenten.

Autor

Das „Kompendium der Pädagogik“ hat acht Autoren und einen Herausgeber, der auch zu den acht Autoren zählt. Die Autoren haben das Buch, in dieser Zahl sowohl für Wörter- als auch für Lehrbücher ungewöhnlich, als Team verfasst. Es wird nachträglich nicht ausgewiesen, wer was geschrieben hat. Dieses Team hat auch das Lehrbuch „Pädagogik“ (vgl. die Rezension) erstellt.

Über die Autoren und den Entstehungshintergrund des Kompendiums ist im Buch nichts zu erfahren. Eine Recherche des Rezensenten im Internet blieb ebenfalls ohne Erfolg.

Aufbau

Das Buch besteht aus zwei Teilen: einem „Themen-“ und einem „Nachschlagebereich“. Beide sind alphabetisch geordnet. Der Themenbereich beinhaltet im Vergleich längere Artikel, während der Nachschlagebereich im Einzelnen entweder kurz gefasst bleibt oder nur Querverweise führt. Im Themenbereich finden sich 17 Hauptartikel, „in denen es um die zentralen Inhalten der Pädagogik geht“ und 35 Unterartikel, „die bestimmte Informationen der Pädagogik beinhalten und einem Hauptartikel zugeordnet werden können“. Dieser Buchteil verfügt über ein eigenes Inhaltsverzeichnis und damit eine Zusammenschau aller Haupt- und Unterartikel. Die Hauptartikel führen rote, die Unterartikel blaue Überschriften und beide werden durch Seitenränder entsprechend farbig markiert. Die Stichwörter des Nachschlagebereichs enthalten noch einmal (in blau) die der Unterartikel des Themenbereichs und (in schwarz) viele zusätzliche.

Alle Stichwörter beider Buchteile sind durch Pfeile untereinander vernetzt. Die Pfeile verweisen vertikal auf über- oder untergeordnete und horizontal auf nebengeordnete Artikel.

Inhalt

Auf der Ebene der Hauptartikel steht der „einheimische“ (Johann Friedrich Herbart) Begriff der Erziehung im Zentrum, flankiert von den ‚auswärtigen‘der Enkulturation, Sozialisation und Personalisation. Die anderen traditionellen Begriffe der Bildung und des Unterrichts werden auf der Ebene der Unterartikel angesiedelt. Die psychologischen auswärtigen Begriffe des Lernens und der Entwicklung fehlen ganz.

„Erziehung bedeutet ein soziales Handeln, welches bestimmte Lernprozesse bewusst und absichtlich herbeiführen und unterstützen will, um relativ dauerhafte Veränderungen des Verhaltens und Erlebens, die bestimmten Erziehungszielen entsprechen, zu erreichen.“ (44)

Dem Umfeld des Erziehungsbegriffs zugehörig sind die anthropologischen Begriffe der Erziehbarkeit und Erziehungsbedürftigkeit des Menschen und die handlungstheoretischen des Erzieherverhalten nebst der Erziehungsstile und der Beziehung in der Erziehung, der Erziehungsmaßnahmen und Erziehungsziele. Daneben wird mit der Schule auf der ersten Ebene der formalste Ort der Erziehung thematisiert, während Familie, Kindertagesstätten, Jugendarbeit und Heim - die Erwachsenenbildung fehlt - auf der zweiten Ebene angesprochen werden.

Auf der Metaebene sind Hauptartikel „Pädagogik als Wissenschaft“, „Pädagogik und Erziehungswissenschaft“ und „Methoden der Erziehungswissenschaft“ vertreten. Eigens thematisiert werden zentral die pädagogischen Teildisziplinen Heil- bzw. Sonderpädagogik, Medienpädagogik und Sexualpädagogik, während die Sozialpädagogik in dem Hauptartikel „Soziale Arbeit“ aufgeht.

Diskussion

Das „Kompendium der Pädagogik“ zeichnet sich formal gegenüber anderen Wörterbüchern durch zwei Besonderheiten aus. Die Stichwörter werden in drei Ebenen hierarchisiert (Hauptartikel - Unterartikel - Kurzartikel) und durch vertikale und horizontale Pfeile ausführlich miteinander vernetzt. Diese Konstruktion erinnert an einen elektronischen Hypertext. Nur dass die Verlinkung beim Buch durch Hin- und Herblättern erfolgt.

Die Artikel sind, insbesondere für die vermutliche Zielgruppe der Schüler beruflicher Schulen, verständlich geschrieben und halten insgesamt zugleich das Niveau entsprechender wissenschaftlicher Diskurse. Sie sind zudem durchgängig in systematischer Absicht verfasst worden.

Fazit

Das „Kompendium der Pädagogik“ schließt in seiner Kombination von Lehr- und Wörterbuch eine Lücke, die bisher noch nicht wahrgenommen worden ist. Mit seiner ausgeklügelten Struktur ist es ein zusätzlicher Gewinn.

Rezension von
Prof. Dr. Ulrich Papenkort
Professur für Pädagogik an der Katholischen Hochschule Mainz
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Es gibt 52 Rezensionen von Ulrich Papenkort.

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ISSN 2190-9245