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Rosemarie Portmann: Die 50 besten Spiele für mehr Selbstvertrauen

Cover Rosemarie Portmann: Die 50 besten Spiele für mehr Selbstvertrauen. Don Bosco Verlag (München) 2011. 77 Seiten. ISBN 978-3-7698-1890-1. D: 5,00 EUR, A: 5,20 EUR, CH: 8,50 sFr.

Reihe: MiniSpielothek.
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Thema

„Spiele für mehr Selbstvertrauen“ ist ein Praxishandbuch, in dem Gruppenspiele für Kinder zusammengefasst werden.

Alle Spiele zielen darauf ab, das Selbstvertrauen eines einzelnen Kindes zu stärken, indem es seine Kompetenzen und Einzigartigkeit erleben kann. Die Gruppe als Zuhörer oder Unterstützer (z.B. durch Klatschen) verstärkt diesen Effekt. Gleichzeitig erlernen die Kinder als Gruppenmitglieder soziale Kompetenzen, indem sie erleben, dass ihr Verhalten bzw. ihre reine Anwesenheit ein anderes Kind froh macht. Die Gruppenstärke ist variabel. Neben Partnerspielen gibt es Spiele, die mit einer beliebig großen Gruppe gespielt werden können.

Die Spiele erfordern meist gar keinen bzw. nur minimalen Materialaufwand und können daher fast beliebig an jedem Ort und zu jeder Zeit gespielt werden.

Aufbau

Die 50 Spielideen sind in fünf Kategorien mit jeweils zehn Spielideen unterteilt

  • Kategorie 1: Spiele um sich selbst kennen zu lernen
  • Kategorie 2: Spiele um Vertrauen zu schaffen
  • Kategorie 3: Spiele um Selbstvertrauen zu gewinnen
  • Kategorie 4: Spiele um sich selbst was zu trauen
  • Kategorie 5: Spiele um anderen zu vertrauen

Inhalt

1 Spiele um sich selbst kennen zu lernen. Zehn verschiedene Spiele sollen die Selbstwahrnehmung der Kinder schulen. Dabei gibt es Spiele, welche die Körperwahrnehmungen schulen. Das Spiel Herzklopfen und Schwitzehände lässt Kinder beispielsweise erkennen, wie ihr Körper reagiert, wenn sie Angst haben. Andere Spiele wie z.B. die Wunderschachtel führen den Kindern vor Augen, dass jedes Kind einzigartig und wertvoll ist und stärken so die Persönlichkeit der Kinder.

2 Spiele um Vertrauen zu schaffen. Die zehn Spiele dieses Abschnitts sind so konzipiert, dass die Kinder sich gegenseitig angenehme Dinge sagen und ihre Zuneigung zueinander ausdrücken (z.B. beim Spiel Loberunde). Weitere Spiele schaffen ein schönes Gefühl durch Berührungen (z.B. das Spiel Igel streicheln) und schulen zugleich die Eigenwahrnehmung, indem jedes Kind für sich seine individuelle Grenze erkennen kann.

3 Spiele um Selbstvertrauen zu gewinnen. Die hier beschriebenen zehn Spiele spiegeln Kindern, wie ihr Verhalten und ihre Fähigkeiten andere Kinder beeinflussen können. Dabei gibt es Spiele, in denen Kinder sich als Einzelperson ausprobieren können, wie z.B. im Spiel Möchtest Du meinen Hund kaufen? Dabei lernen Kinder zugleich einzuschätzen, was sie sich zutrauen können. Besonders deutlich wird dies im Spiel Zielwerfen. Andere Spiele stellen die Fähigkeiten eines einzelnen Kindes in den Gruppenzusammenhang, indem am Ende die Gesamtleistung der Gruppe gewertet wird, wie z.B. im Spiel Känguru-Sprung. Die Kinder erleben so, dass sie bestimmte Kompetenzen haben, mit denen sie das Verhalten anderer beeinflussen können, dass die individuellen Kompetenzen – eingesetzt für ein Gruppenziel – aber auch zum Gelingen eines gemeinschaftlichen Auftrags genutzt werden können.

4 Spiele um sich selbst was zu trauen. Körperliches (Kraft, Schnelligkeit, Wahrnehmung) und verbales Kräftemessen stehen im Mittelpunkt dieser zehn Spiele. Die hier vorgestellten Ideen lassen Kinder spielerisch ihre Stärke wahrnehmen, z.B. im Spiel Standhaft bleiben (Körperkraft) oder Sich durchsetzen (Argumente finden). Sie trainieren aber auch den Mut, indem einzelne Kinder vor einer Gruppe eine Leistung erbringen, z.B. beim Spiel Eine Rede halten. Kinder können bei diesen Spielen ihre eigenen Grenzen wahrnehmen, sie jedoch im Rahmen des Spiels zunehmend auch erweitern.

5 Spiele um anderen zu vertrauen. Die letzten zehn Spielideen dieses Büchleins bieten Anleitungen für Gruppenspiele, in denen sich ein Gruppenmitglied auf die Hilfestellung seiner Gruppe verlassen muss, um ein gestecktes Ziel zu erreichen. Dabei gibt es Spiele, in denen verschiedene Sinne genutzt werden müssen, z.B. das Gehör beim Spiel Der Schäferhund und die blinden Schafe. Es gibt aber auch Spiele, bei denen Kinder sich auf ihr Einfühlungsvermögen in den Rest der Gruppe verlassen müssen, z.B. beim Spiel Gemeinsam Bilder malen, bei dem die Kinder sich nicht durch Gesten oder Worte verständigen dürfen. Kinder können so erleben, dass sie selbst durch die Unterstützung von anderen und das Vertrauen in die Fähigkeiten der anderen Dinge erreichen können, die sie alleine nicht schaffen würden.

Diskussion

Das Buch ist eine reine Spielesammlung, die ohne Einleitung oder Hinweise auf die Einsatzmöglichkeiten der Spiele mit der Aufzählung der 50 Spielanweisungen beginnt. Auch werden weder am Anfange der einzelnen Abschnitte noch am Ende Einführungen zu den pädagogischen Absichten bzw. Möglichkeiten der aufgeführten Spiele gegeben. Die einzige Orientierung für den Spielleiter bietet die Untergliederung in die fünf Kategorien.

Das Buch ist seiner Größe und seinem Umfang nach als Praxistaschenbuch konzipiert, das durch sein handliches Format jederzeit überall hin mitgenommen werden kann. Professionell ausgebildete Erzieher kennen diese oder leicht abgewandelte Spiele im Normalfall auf Grund ihrer Ausbildung. Für Eltern ohne pädagogische Ausbildung, für die das Buch z.B. bei Kindergeburtstagen oder auch für die eigenen Kinder sehr gut einsetzbar sein dürfte, wären einige Hinweise zu den Einsatzmöglichkeiten und auch der pädagogischen Absichten der Spiele sicherlich sinnvoll.

Das Buch beinhaltet keine Altersangaben. Bedenkt man die nötigen kognitiven und körperlichen Voraussetzungen der Kinder, die erfüllt sein müssen, damit sie die Spiele spielen können, so ist das Buch frühestens (je nach Entwicklungsstand) ab vier Jahre geeignet, zielt aber eigentlich eher auf Vorschulkinder bis zum Ende der Grundschulzeit. Viele Spiele setzen bereits eine gute Sprachbeherrschung, einige sogar die Fähigkeit zu schreiben voraus. Für ausgebildete Erzieher ist es unschwer möglich die Anleitungen so zu verändern, dass das Spiel auch mit kleineren Kindern durchgeführt werden kann. Für Laien wird dies jedoch sehr viel schwieriger sein.

Ähnliches gilt für Angaben zur Gruppengröße. Außer einigen Spielen, aus deren Beschreibung klar hervorgeht, dass es sich um Partnerspiele handelt, gibt es keinen Hinweis auf die Gruppenstärke. Für Laien ist es eher schwierig abzuschätzen, ab welcher Kinderzahl bzw. bis zu welcher Kinderzahl ein Spiel gut durchführbar ist. Alle Ideen sind theoretisch bereits ab zwei Kindern umsetzbar, das erfordert aber eine gute Anleitung des Spiels durch den Spielführer und eine hohe Flexibilität auf die spezielle Dynamik einzugehen. Die meisten Spiele sind mit einer Gruppenstärke von etwa acht bis zehn Kindern besonders sinnvoll (z.B. Namenskette, Ich bin – Ich kann – Ich habe oder „Ich“ sagen) , es gibt jedoch auch Spiele, die erst ab etwa 20 Kindern den größten Spaßeffekt für die Kinder ermöglichen (z.B. Rückendrücken, Jeder fängt jeden oder Tunneldurchquerung).

Fazit

Die 50 besten Spiele für mehr Selbstvertrauen richten sich an Eltern, an alle, die Kinder ehrenamtlich betreuen und an Fachpersonal. Das Buch ist gut einsetzbar für Vorschul- und Grundschulkinder. Durch den minimalen Materialaufwand – vieles kann auch ohne jedes Zusatzmaterial gespielt werden – können die Spiele annähernd überall eingesetzt werden. Sie bieten Ideen für Kindergeburtstage ebenso wie für Familienausflüge oder Autofahrten, vorausgesetzt, der Anwender versteht es, die Anleitungen entsprechend abzuwandeln.

Das Buch kann ebenfalls in Kindergarten, Grundschule oder Hort eingesetzt werden.

Bei einem Kaufpreis von fünf Euro ist das Buch auf jeden Fall eine lohnende Anschaffung.


Rezensentin
Dipl. Pädagogin Lorena Rautenberg
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Zitiervorschlag
Lorena Rautenberg. Rezension vom 15.04.2012 zu: Rosemarie Portmann: Die 50 besten Spiele für mehr Selbstvertrauen. Don Bosco Verlag (München) 2011. ISBN 978-3-7698-1890-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/11631.php, Datum des Zugriffs 18.09.2019.


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