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Roswitha Sommer-Himmel, Tanja Brandl (Hrsg.): [...] Bildungsansätze im Kita-Alltag

Cover Roswitha Sommer-Himmel, Tanja Brandl (Hrsg.): Aus der Hochschule in die Praxis - Bildungsansätze im Kita-Alltag. Logos Verlag (Berlin) 2011. 185 Seiten. ISBN 978-3-8325-2837-9.
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Thema

Dass Bildung nicht erst in der Schule stattfindet ist mittlerweile nichts Neues mehr. Wie Bildung im Elementarbereich bei den ganz Kleinen aussehen kann, greifen Roswitha Sommer-Himmel und Tanja Brandl in ihrem Band „Aus der Hochschule in die Praxis – Bildungsansätze im Kita-Alltag“ auf, indem sie Praktikerinnen mit ihren konkreten Ansätzen und Erfahrungen zu Wort kommen lassen. Allesamt haben sie mehrjährige Berufserfahrung im Elementarbereich und haben sich auf den Weg gemacht ihre praktische Erfahrung in einem Studium noch einmal theoretisch anzureichern. Aus dabei entstandenen Studienarbeiten ist dieser Band entstanden.

Aufbau

In dem Buch geht es zunächst einmal um die Gruppe der 0-3 Jährigen:

  • Tanja Brandl: Ene meine muh und raus bist du! Vom Spiel und seinen Funktionen
  • Heike Fischer: Eingewöhnung in die Krippe unter dem Bindungsaspekt
  • Heike Fischer: Bindungsaufbau durch Pflege. Haltungen und methodische Überlegungen nach Emmi Pikler im Elementarbereich Kinderkrippe

Weiter geht es mit den 3-6 Jährigen:

  • Diana Hechtel: Lernen durch Spielen? Möglichkeiten des spielerischen Lernens in der Kindertagesstätte
  • Rita Hartkort-Wolkenstörfer: Die Lernwerkstatt – eine Möglichkeit individuellen Lernens für Vorschulkinder, exemplarisch dargestellt am Bereich Mathematik
  • Julia Bleidißel: Die Bedeutung von Beziehung und Bindung. Gestaltung der Erzieher-Kind-Beziehung in der Eingewöhnungszeit

Folgende Artikel beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themen des Elementarbereiches:

  • Henrike Müller: Eltern als Experten ihrer Kinder im Early Excellence Ansatz
  • Heike Mengel: Naturwissenschaftliche Bildung – Experimente mit Kindern. Möglichkeiten der Umsetzung aus der Sicht kindlicher Lernförderung
  • Iris Hinkelmann: Freies Spiel und der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan. Die Gefahr der Verschulung des Kindergartens zu Lasten des freigewählten Spiels
  • Liselotte Meier: Aspekte des Lernens. Am Beispiel der Nachmittagsbetreuung in der Grundschule

Inhalt

Exemplarisch gehe ich auf drei Aufsätze genauer ein.

1. Tanja Brandl: Ene meine muh und raus bist du! Vom Spiel und seinen Funktionen. Tanja Brandl beschäftigt sich mit den Funktionen des Spiels und stellt dabei unterschiedliche Ansätze dar. Sie betrachtet das Spiel zunächst unter seinem Nützlichkeitsaspekt, dann als Vorübung für den Ernstfall, als Verarbeitungsmöglichkeit bereits Erlebten und schließlich als Spiegel der sozialen Gruppe.

2. Rita Hartkort-Wolkenstörfer: Die Lernwerkstatt – eine Möglichkeit individuellen Lernens für Vorschulkinder, exemplarisch dargestellt am Bereich Mathematik. Rita Hartkort-Wolkenstörfer stellt zunächst Ergebnisse der Hirn- und Kognitionsforschung dar, die die Einrichtung von Lernwerkstätten als sinnvoll erscheinen lassen. Eine weitere Grundlage ist die historische Einbettung der Lernwerkstatt-Idee in unterschiedliche pädagogische Ansätze wie z.B. der Montessori-und der Reggio-Pädagogik. Ein besonderes Augenmerk richtet sie auf die Rolle der Erzieherin und die Arbeitsprinzipien der Lernwerkstatt. Am Beispiel des Bereichs Mathematik stellt sie offene und didaktische Materialien vor.

3. Heike Mengel: Naturwissenschaftliche Bildung – Experimente mit Kindern. Möglichkeiten der Umsetzung aus der Sicht kindlicher Lernförderung. Heike Mengel hat über zehn Monate mit einer festen Gruppe von Vorschulkindern mit den Vorlagen „Forschen mit Fred“ von Gisela Lück naturwissenschaftlich experimentiert. In ihrem Aufsatz stellt sie zunächst eine Experimentiereinheit vor, bei der vor allem sie selbst als Erzieherin die Handelnde ist. Daraufhin geht sie auf hirnphysiologische Grundlagen des Lernens ein und stellt neurodidaktische Überlegungen an, die sie in eine spätere Experimentiereinheit einfließen lässt. Zum Abschluss vergleicht sie beide Experimentiereinheiten miteinander und reflektiert sie in Hinblick auf ihre neurodidaktischen Ziele.

Fazit

Das Buch zeigt, dass Erzieherinnen im Kindergarten eben keine Spiel- und Basteltanten sind, sondern fundierte Arbeit machen. Es zeigt auch, wie wertvoll es sein kann, die Arbeit mit kleinen Kindern durch ein Hochschulstudium auf ein noch höheres Niveau zu heben. Dass die Aufsätze von Erzieherinnen geschrieben sind, kann anderen Erzieherinnen ermutigen, sich ebenfalls weiterzubilden.

Das Pfund, mit dem das Buch wuchern könnte, es aber nicht immer tut, ist Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Gut gelungen ist das Heike Mengel, die zudem die Leserinnen und Leser in ihrem Aufsatz an ihrem eigenen Lernprozess teilhaben lässt. Das schafft Motivation, sich selbst auf solchen einen Lernprozess einzulassen und zeigt die Praxisrelevanz von Forschungsergebnissen.


Rezensentin
Dr. Anke Meyer
Fachschule für Sozialpädagogik, Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen
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Zitiervorschlag
Anke Meyer. Rezension vom 28.12.2011 zu: Roswitha Sommer-Himmel, Tanja Brandl (Hrsg.): Aus der Hochschule in die Praxis - Bildungsansätze im Kita-Alltag. Logos Verlag (Berlin) 2011. ISBN 978-3-8325-2837-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/11670.php, Datum des Zugriffs 16.09.2019.


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