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Rudolf Bieker: Erfolgreich bewerben im Erziehungs- und Sozialsektor

Cover Rudolf Bieker: Erfolgreich bewerben im Erziehungs- und Sozialsektor. Ein Leitfaden. Kohlhammer Verlag (Stuttgart) 2008. 211 Seiten. ISBN 978-3-17-019896-8. 22,00 EUR.

Reihe: Sozialpädagogik.
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Thema

Wer sich professionell bewerben will, der hat viel Arbeit vor sich. Sowohl Berufseinsteiger, die sich zum ersten Mal bewerben, als auch Berufserfahrene, die sich für eine neue Tätigkeit bewerben wollen, müssen sich sehr gut vorbereiten und zumeist auch gegen viele Konkurrenten behaupten. Wer sich bewerben will, der muss nicht nur eine fundierte und adäquate Bewerbung formulieren. Vielmehr gehören auch die Suche nach einer passenden Stelle, das Vorstellungsgespräch sowie eine entsprechende Nachbereitung dazu. Während dieses Prozesses können viele Fehler passieren, die mit Erfahrung und Alltagswissen allein nicht erkannt werden können. Unter anderem aus diesen Gründen greift der Leitfaden die einzelnen Schritte eines Bewerbungsgeschehens auf und bietet das nötige Handwerkszeug für eine erfolgreiche Bewerbung im Erziehungs- und Sozialsektor. Das Spektrum der Zielgruppe erstreckt sich dabei von der frisch ausgebildeten Erzieherin bis hin zum promovierten Psychologen.

Autor

Prof. Dr. rer. soc. Rudolf Bieker ist Hochschullehrer am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein (Standort Mönchengladbach). Seine Lehrgebiete sind Theorien und Strukturen sozialer Dienste sowie Sozialverwaltung.

Aufbau

Der Leitfaden ist in 13 Kapitel unterteilt, denen einen Vorwort vorausgeht. Die Kapitel bauen aufeinander auf und geben chronologisch die einzelnen Schritte eines Bewerbungsprozesses wieder. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit den Verdiensten im Erziehungs- und Sozialsektor. Ergänzt wird der Band durch ein Stichwortregister.

Inhalt

Nach einem kurzen Vorwort lädt das erste Kapitel den Leser zur Erstellung eines Wunschprofils ein. Anhand eines Merkmalkatalogs können hier die besonderen Interessen herausgearbeitet werden, um die eigenen Vorstellungen von einem passenden Arbeitsgebiet zu exponieren.

Die gezielte Stellensuche wird im zweiten Kapitel behandelt, wobei der Autor auf die verschiedenen Quellen (Internet, Zeitschriften, Printmedien) eingeht. Ferner stellt er weitere Möglichkeiten wie postgraduale Praktika oder Networking vor. Auch eine umfassende Auflistung allgemeiner und spezieller Jobbörsen sowie von Metasuchmaschinen ist hier zu finden.

Im dritten Kapitel werden die Stärken und Nicht-Stärken des Bewerbers behandelt. Neben harten und weichen Kompetenzen wendet sich dieser Teil besonders den Schlüsselkompetenzen zu. Darüber hinaus kann der Leser anhand einer umfassenden Selbsteinschätzung ein persönliches Profil generieren, das Aufschluss über eigene Stärken und Nicht-Stärken gibt.

Im darauffolgenden vierten Kapitel wird der Leser auf acht Seiten mit der Auswertung von Stellenangeboten vertraut gemacht.

Die telefonische Kontaktaufnahme steht im Zentrum des fünften Kapitels, wobei nicht nur die Gesprächsführung am Telefon sondern auch eine entsprechende Vor- respektive Nachbereitung dargestellt wird.

Kapitel 6 ist das umfangreichste Kapitel des Leitfadens. Es beschreibt Schritt für Schritt die einzelnen Elemente der schriftlichen Bewerbung. Großzügig widmet sich hier der Autor dem Aufbau und den formalen Anforderungen einer schriftlichen Bewerbung, während neben den formalen und formellen Kriterien des Anschreibens auch die sprachliche Gestaltung beleuchtet wird. Ebenfalls wird der Lebenslauf ausführlich behandelt. Untermauert wird das Kapitel von Musteranschreiben und -lebensläufen sowie mit diversen Praxisbeispielen.

Der Autor befasst sich anschließend im siebten Kapitel mit Initiativbewerbungen und stellt dabei heraus, wann diese sinnvoll sind und wann nicht. Die besondere Vorgehensweise bei einer Bewerbung auf Verdacht wird ebenfalls behandelt.

Ferner sind im achten Kapitel Informationen zu E-Mail und Online-Bewerbungen zu finden.

Sehr ausführlich widmet sich sodann Kapitel 9 dem Vorstellungsgespräch. Inhalte sind dabei neben der adäquaten Vorbereitung auf den Vorstellungstermin und den strukturellen Bedingungen auch der Ablauf des Gesprächs sowie die Aspekte entsprechenden Verhaltens während des Termins. Zudem werden unzulässige und zulässige Fragen dargestellt. Abschließend folgt ein Hinweis zur persönlichen Selbstauswertung eines Vorstellungsgesprächs.

Auf mehr als zwanzig Seiten erstreckt sich im zehnten Kapitel ein umfassendes Fragetraining für das Vorstellungsgespräch. Der Autor stellt hier typische Einstiegsfragen, Fragen zu Motivation und Werdegang sowie zu den Erwartungen, Kompetenzen und auch persönlichen Lebensumständen des Bewerbers vor. Dabei folgt das Kapitel dem Schema, dass sowohl schlechte Antworten, die zu vermeiden sind, als auch gute Antworten exemplarisch aufgezeigt werden.

Im elften Kapitel erfährt der Leser, wie man sich verhält falls man beispielsweise nach Übersendung der Bewerbungsunterlagen keine Eingangsbestätigung erhält oder man neben dem einen Stellenangebot noch ein anderes Angebot in Aussicht hat.

Im Zentrum von Kapitel 12 steht das Assessment-Center, das auch im Sozial- und Erziehungssektor einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Hier werden exemplarische Abläufe und mögliche Beurteilungssituation sowie Tests aufgeführt. Ebenso werden ein paar praktische Übungen vorgelegt.

Im letzten Kapitel präsentiert der Autor die verschiedenen Einkommen im Öffentlichen Dienst und bei freien bzw. privaten Trägern. Zu guter Letzt schließt der Leitfaden mit einem Stichwortregister, welches dem Leser ein schnelles Nachschlagen vereinfacht.

Diskussion

Das Buch zeichnet sich zum einen durch eine hohe Praxisnähe aus, zum anderen durch seinen enormen Informationsgehalt. Umfangreich und dennoch präzise befasst sich Rudolf Bieker mit allen Aspekten eines Bewerbungsprozesses und lässt dabei keine Fragen offen. Gelegentlich perfekt pointiert gelingt es dem Autor, die Lektüre des Leitfadens nie eintönig werden zu lassen. Die zahlreichen praktischen Empfehlungen und Übungen laden zur direkten Umsetzung der theoretischen Aspekte ein, die vielen Tabellen und Übersichten sorgen daneben für eine gute Überschaubarkeit und visuellen Abwechslungsreichtum. Der Autor arbeitet in dem Leitfaden konsequent mit Beispielen, was die inhaltlichen Aspekte sowohl auf den Punkt bringt, als auch dem Leser eine gute Orientierung für den Härtetest in der Praxis gibt. Dem Anspruch, ein Buch für alle Berufsgruppen im Sozial- und Erziehungssektor zu verfassen, ist Bieker de facto gerecht geworden, da die Abhandlung mit ihrer Fülle an Informationen und Anregungen sowohl für die frisch ausgebildete Heilpädagogin als auch für den erfahrenen Sozialarbeiter ein sehr gutes Handwerkszeug bereit hält, wobei die Vorgaben für individuelle Ideen offen sind.

Fazit

Wie eingangs bereits benannt, hängt eine erfolgreiche Bewerbung mit viel Arbeit zusammen. Und wer seine Bewerbung auf ein sicheres Fundament stellen will, der kommt an dem Leitfaden Rudolf Biekers nicht vorbei. Das Buch bietet dabei einen Wegweiser für diejenigen, die sich zum ersten Mal nach dem Studium oder der Ausbildung bewerben. Gleichzeitig können auch Berufserfahrene gute Anregungen und Tipps aus dem Buch ziehen, um die eigene Bewerbung zu optimieren oder das bisherige Bewerbungsverhalten zu reflektieren. Besonders geeignet ist das Werk für Bewerbungen auf vorderhand praktische Tätigkeiten im Sozial- oder Erziehungswesen. Aber auch Personen mit Interesse an einer wissenschaftlichen Karriere kommen sicher auf ihre Kosten. Die Lektüre lohnt sich in jeden Fall.


Rezensent
Jens M. Schneider
Sozialarbeitswissenschaftler, M.A. (Hochschule Fresenius - Standort Frankfurt am Main)
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Zitiervorschlag
Jens M. Schneider. Rezension vom 12.09.2011 zu: Rudolf Bieker: Erfolgreich bewerben im Erziehungs- und Sozialsektor. Ein Leitfaden. Kohlhammer Verlag (Stuttgart) 2008. ISBN 978-3-17-019896-8. Reihe: Sozialpädagogik. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/11713.php, Datum des Zugriffs 21.09.2018.


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