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Birgit Greif: Das aktuelle Handbuch der Pflegestufen

Cover Birgit Greif: Das aktuelle Handbuch der Pflegestufen. Alle Ansprüche kennen und ausschöpfen ; kein Geld verschenken ; Checklisten, Beispiele, Musterschreiben. Walhalla Fachverlag (Berlin) 2011. 135 Seiten. ISBN 978-3-8029-7392-5. 17,90 EUR.

Reihe: Walhalla Vorsorge.

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Autorin

Birgit Greif gilt als anerkannte Expertin im Bereich der Pflege. Sie arbeitet als zertifizierte und unabhängige Pflegesachverständige sowie als Dozentin für Pflegeassistenz.

Zielgruppe und Thema

Die Autorin benennt im 1. Kapitel ihres Buches, das eigentlich ein Vorwort enthält, als Zielgruppe diejenigen Menschen, die selber pflegebedürftig sind. Ihnen soll das Buch als „Anleitung der Hilfe zur Selbsthilfe“ (S. 7) dienen. Die Autorin will aufklären, über die Pflegestufen, die Leistungen, das Verfahren der Antragstellung und über den Verlauf der Begutachtung der Pflegebedürftigkeit. Durch eigene Kompetenzerweiterung, zu der die Autorin verhelfen will, sollen die Pflegebedürftigen und ihre (sie pflegenden) Angehörigen in die Lage versetzt werden, ihre Rechte gegenüber den Pflegekassen besser durchzusetzen.

Aufbau und Inhalt

Das Buch enthält 10 Kapitel auf insgesamt 135 Seiten. Alle Seiten des Buches sind gelocht. Die Seiten lassen sich einzeln herauslösen. So kann man die Texte, die man als hilfreich empfindet, herausnehmen und gesondert abheften.

Kapitel 1 (S. 7 – 8) trägt die Überschrift: „Die Pflegestufen begreifen“, enthält aber eigentlich nur ein Vorwort (vgl. unter Zielgruppe).

Kapitel 2 (9 – 12) ist überschrieben mit den Worten: „Den Antrag richtig stellen“. Hilfreich sind hier insbesondere die zwei kurzen Musterformulierungen (S. 10) für einen formlosen Erstantrag sowie einen formlosen Verschlimmerungsantrag an die Pflegekasse. Auf den beiden folgenden Seiten benennt die Autorin Fragen, die auf dem Formblatt für den Antrag zu beantworten sind, das die Pflegekasse der pflegebedürftigen Person zuschicken wird. Es finden sich weitere Hinweise zum Verlauf des Verfahrens der Bewilligung von Leistungen.

Kapitel 3 (S. 14 – 16) heißt: „Die drei Pflegestufen“. Die Autorin gibt die Umschreibungen der drei Pflegestufen mit Worten aus dem SGB XI wieder und veranschaulicht diese noch einmal mit unterstützenden schematischen Darstellungen. Sie schließt das Kapitel mit einem kurzen Hinweis ab, der für alle Pflegestufen gilt.

Kapitel 4 (S. 18 – 28) trägt die Überschrift: „Die Leistungsarten“. Die Autorin stellt die verschiedenen Leistungsarten für alle drei Pflegestufen mit Hilfe von Schaubildern dar. Besonders hilfreich sind in diesem Kapitel aber die Ausführungen über die Möglichkeit der Freistellung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen zur Pflege von Angehörigen auf den Seiten 23 bis 28.

Im Kapitel 5 (S. 30 – 46) geht es um „das Pflegegutachten“. Der Abdruck des amtlichen Formblatts für das Gutachten nimmt hier den größten Raum ein (S. 31 – 43). Auf den Seiten 44 u. 45 finden sich noch kleine Hinweise zum Einholen ärztlicher Atteste. Seite 46 enthält Musterschreiben für einen Antrag auf Einsichtnahme in das MDK-Gutachten und für einen Widerspruch gegen den Bescheid der Pflegekasse.

Kapitel 6 (S. 48 – 54) widmet sich dem „Pflegetagebuch“. Es enthält ein Musterpflegetagebuch, einzelne pflegebegründende Diagnosen sowie einige recht hilfreiche Hinweise zum Führen des Pflegetagebuchs.

Kapitel 7 ist das umfangreichste Kapitel des Buches. Es enthält auf 61 Seiten (S. 56 – 117) zwölf Fallbeispiele aus der Praxis, d. h. aus der praktischen Arbeit der Autorin als unabhängige Pflegesachverständige. Die Fallbeispiele zeigen wie unterschiedlich die Situation der pflegebedürftigen Menschen sein können, wie unterschiedlich die Gutachter und wie unterschiedlich die Rahmenbedingungen der Begutachtung. Es wird deutlich, dass sich niemand unvorbereitet in die Situation der Begutachtung hineinbegeben sollte. In den dargestellten Fallbeispielen bekommen die Gutachter und Gutachterinnen des MDK kaum gute Noten von der Autorin. Dies wird Leser und Leserinnen des Buches motivieren, sich für die Begutachtung auch sachkundigen Beistand zu organisieren.

Kapitel 8 lautet: „Die Zukunft regeln – auch wenn es schwerfällt“ (S. 120 – 132). Es geht um die Themen altersgerechtes Wohnen, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Elternunterhalt. Die Ausführungen zu den „Verfügungen“ bleiben doch recht abstrakt. Hier hätten Musterformulierungen mehr Hilfe geben können.

Kapitel 9 (S. 133) benennt auf einer knappen halben Seite Anlaufstellen, bei denen sich pflegebedürftige Personen und Angehörige Hilfe holen können. Kapitel 10 enthält auf der Seite 135 ein kurzes Stichwortverzeichnis.

Fazit

Das Buch enthält einige hilfreiche Hinweise für die benannte Zielgruppe. Die Fallbeispiele machen deutlich: Auch andere müssen um die Bewilligung der bedarfsgerechten Leistungen kämpfen. Dennoch fällt das Lesen schwer. Mit dem Buch kann derjenige etwas anfangen, der etwas geübt ist im Lesen abstrakter Texte.


Rezensentin
Prof. Dr. Renate Bieritz-Harder
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Zitiervorschlag
Renate Bieritz-Harder. Rezension vom 11.06.2012 zu: Birgit Greif: Das aktuelle Handbuch der Pflegestufen. Alle Ansprüche kennen und ausschöpfen ; kein Geld verschenken ; Checklisten, Beispiele, Musterschreiben. Walhalla Fachverlag (Berlin) 2011. ISBN 978-3-8029-7392-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/11803.php, Datum des Zugriffs 19.11.2019.


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