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Eva-Maria Panfil (Hrsg.): WissenschaftlichesArbeiten in der Pflege

Cover Eva-Maria Panfil (Hrsg.): WissenschaftlichesArbeiten in der Pflege. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2011. ISBN 978-3-456-94810-2.
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Thema

Im Vergleich zu anderen Ländern setzte die Akademisierung der Pflegeberufe in Deutschland mit großer zeitlicher Verzögerung ein. Immerhin werden nunmehr, nach etwa drei Jahrzehnten Aufbauarbeit, rund 50 pflegebezogene Studiengänge an Fachhochschulen und auf Universitätsebene angeboten. Zum Studium gehört dabei auch das Schreiben von Arbeiten mit wissenschaftlichem Anspruch, was für fast alle Studierenden eine Herausforderung ist. Besondere Schwierigkeiten bereiten dabei nicht nur die noch ungewohnte Form der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einer Fragestellung, sondern auch die formalen Hürden, über die man stolpern kann. Zahlreiche Hinweise und Antworten auf vielfältige Fragen bietet hier das von Eva-Maria Panfil herausgegebene Lehr- und Arbeitsbuch über wissenschaftliches Arbeiten für Pflegende.

Herausgeberin, Autorinnen und Autoren

Eva-Maria Panfil absolvierte nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester am Universitätsklinikum Gießen (1984-1987) ein Masterstudiengang in Soziologie, Erziehungswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Freiburg (1990-1995). Im Rahmen ihrer Teilnahme am Postgraduiertenprogramm Pflegewissenschaft der Universität Witten / Herdecke (1997-1999) und dem European Doctoral Nursing Programme (2001-2003) promovierte sie 2002 bei Prof. Dr. Georges C.M. Evers (1950-2003) am dortigen Lehrstuhl für Klinische Pflegewissenschaft zum Dr. rer. medic mit einer Arbeit über „Krankheitsbedingte Selbstpflege von Menschen mit Ulcus cruris venosum“. Nach einer Vertretungsprofessur (Schwerpunkt Klinische Pflege) an der Fachhochschule Frankfurt am Main (2000-2002) und einer Gastprofessur (Klinische Pflegeforschung) an der Universität Witten / Herdecke (2003-2006) wirkte sie als Professorin für Pflegewissenschaft an der Fachhochschule Frankfurt am Main, bevor sie 2008 die Leitung des Instituts für Angewandte Pflegewissenschaft an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (FHS) in St. Gallen (Schweiz) übernahm.

Schwerpunkte der Lehre und Forschung von Eva-Maria Panfil liegen in einer evidenzbasierten Pflegepraxis, der klinischen Pflegeforschung, standardisierten Messinstrumenten, der Selbstpflegedefizit-Theorie und der Pflege von Menschen mit chronischen Wunden. Sie ist Mitglied in verschiedenen Fachgesellschaften (darunter beispielsweise im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, dem Deutschen Verein für Pflegewissenschaft e.V., dem Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin, der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V.) sowie Mitherausgeberin der wissenschaftlichen Zeitschrift „Pflege“. Daneben wirkt sie als Gutachterin für die „Zeitschrift für Wundversorgung“ und die „Zeitschrift für ärztliche Fortbildung und Qualitätssicherung“. Sie ist Research Supervisor des Institutes des Royal College of Nursing (London), betreut Masterarbeiten der Universität Witten / Herdecke und begutachtet dort auch Promotionen.

Neben zahlreichen Vorträgen veröffentlichte die Autorin eine Vielzahl von Beiträgen in Fachzeitschriften und mehrere Monographien, darunter (mit G. Schröder) „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden. Lehrbuch für Pflegende und Wundexperten“ (Bern 2009), (mit H. Brandenburg und H. Mayer) „Pflegewissenschaft 2. Lehr- und Arbeitsbuch zur Einführung in die Methoden der Pflegeforschung“ (Bern 2007), „Klinische Pflegeforschung. Fokus: Quantitative Designs“ (Hannover 2004), „Messung der Selbstpflege bei Ulcus cruris venosum“ (Bern 2003).

Im Herbst 2011 wird Eva-Maria Panfil anlässlich der 3-Länderkonferenz Pflege und Pflegewissenschaft in Konstanz für ihr Werk mit dem alle zwei Jahre verliehenen Pflegepublizistik-Preis ausgezeichnet. “Prof. Panfil ragt in besonderer Weise aus der Gruppe der Autoren und Autorinnen durch ihre kontinuierliche und qualitative Bearbeitung von Fachthemen heraus“, so Prof. Dr. Angelika Abt-Zegelin vom Fachbereich Pflegewissenschaft der Universität Witten / Herdecke, eine der Initiatorinnen des Preises. Die Preisträgerin. Die für verschiedene Verlage unterschiedliche Publikationen herausgebe und damit ein breites Feld in den Pflegeberufen erreiche, sei beständig an der Entwicklung der Pflege orientiert, schließe die gegenwärtige wissenschaftliche Erkenntnislage ein und habe einen verständlichen Schreibstil.

An dem vorliegenden Sammelband waren neben der Herausgeberin die folgenden 17 AutorInnen, denen allesamt wissenschaftliches Arbeiten in der Pflege seit vielen Jahren bestens vertraut ist, mit Beiträgen beteiligt: Marie-Claire Baumann, Katharina Fierz, Yvonne Ford, Jürgen Georg, Ursula Graf, Peter Meurer, Maria Nänny, Peter Offermanns, Dr. Klaus Reinhardt, Andrea Renz, Doris Ruhmann, Nicole Ruppert, Michael Simon, Prof. Rebecca Spirig, Maria Müller-Staub, Elias Torra und Prof. Heidi Zeller.

Aufbau

„Wissenschaftliches Arbeiten in der Pflege“ umfasst vier Teile mit insgesamt 25 Kapiteln. Im Einzelnen zeigt der Band dabei folgenden Aufbau:

Teil 1 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

  1. Willkommen in der Branche der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Eine Einführung (Eva-Maria Panfil) (S. 25-39)
    1. Wissenschaft

    2. Pflegewissenschaft

    3. Wissenschaftliches Arbeiten

    4. Kompetenzen für das wissenschaftliche Arbeiten

    5. Kriterien für Wissenschaftlichkeit

    6. Literatur

  2. Publikationsarten richtig einschätzen (Eva-Maria Panfil) (S. 45-62)
    1. Informationsarten

    2. Textarten

    3. Publikationsarten

    4. Wie wissenschaftlich ist der Text? – Eine Kriterienliste

    5. Wer „darf“ publizieren?

    6. Literatur

Teil 2 Techniken wissenschaftlichen Arbeitens: Denken, lesen, zuhören, fragen, schreiben, sprechen

  1. Kritisches Denken: Sich kein X für ein U vormachen lassen (Maria Müller-Staub) (S. 65-78)
    1. Was ist Kritisches Denken? Definitionen und Merkmale

    2. Weshalb ist Kritisches Denken in der Pflege wichtig?

    3. Techniken des Kritischen Denkens

    4. Zusammenhänge: Wissen, Pflegefachsprache und Kritisches Denken

    5. Literatur

  2. Lesen, lesen und nochmals lesen (Marie-Claire Baumann) (S. 85-98)
    1. Wozu lesen?

    2. Wer liest, hat Rechte

    3. Die vier Leseformen

    4. Die vier Lesetechniken

    5. Leseerfahren: Wann bin ich das?

    6. Literatur

  3. Effective reading strategies for academic texts (Yvonne Ford) (S. 99-105)
    1. Is your English knowledge weak?

    2. School-style reading strategies are ineffective

    3. Effective reading: The shopping centre strategy

    4. Strategies for reading an English text

    5. Summary

    6. Literature

  4. Das hat noch niemand gesagt?! – Aktiv zuhören (Marie-Claire Baumann) (S. 113-118)
    1. Zuhören und wissenschaftliches Arbeiten

    2. Hören, hinhören, zuhören

    3. Wahrnehmen, Interpretieren, Bewerten, Reagieren – das WIBR-Modell

    4. Hören im wissenschaftlichen Umfeld

    5. Zuhören-Können geht nicht immer

    6. Literatur

  5. Eine kluge Frage ist manchmal wichtiger als jede Antwort – Fragen als Beweggrund (Marie-Claire Baumann) (S. 119-126)
    1. Wenn Fragen provozieren

    2. Was die Sprache über Fragen weiß

    3. Fragen zu stellen kann man lernen

    4. Fragekategorien

    5. Wer fragt, gewinnt

    6. Literatur

  6. „Ich glaube“, „ich meine“ oder „ich weiß“? Gekonnt argumentieren (Elias Torra) (S. 133-140)
    1. Was ist eine Argumentation?

    2. Dialogcharakter des Argumentierens und Begründungsverpflichtung

    3. Argumentation und Logik

    4. Wie erkennt man die Gültigkeit einer Argumentation?

    5. Der Fünfsatz als rhetorisch wirkungsvolles Argumentationsschema

    6. Literatur

  7. Mitschreiben – eine strategische Denk- und Lernhilfe (Marie-Claire Baumann) (S. 141-152)
    1. Eine Mitschreib-Strategie entwickeln

    2. Werkzeuge für Ihre Mitschreib-Strategie

    3. Das Protokoll

    4. Das wissenschaftliche Tagebuch

    5. Mitschreiben – Ihr persönlicher Gewinn

    6. Literatur

  8. Dazu gibt es nichts!? Die Kunst der Literaturrecherche (Michael Simon) (S. 161-187)
    1. Die Literaturrecherche

    2. Der Recherche-Werkzeugkasten

    3. Orientierende versus systematische Literaturrecherche

    4. Recherchetechnik am Beispiel von PubMed

    5. Entwicklung einer systematischen Literaturrecherche

    6. Literatur

  9. Wo habe ich dies gelesen? Übersicht schaffen, ohne in Informationen zu ertrinken (Peter Meurer) (S. 189-199)
    1. Wer braucht (k)eine Literaturverwaltung?

    2. Was macht man mit einer Literaturverwaltung?

    3. Ein Literaturverwaltungssystem aussuchen

    4. Zusammenfassung

    5. Literatur

  10. Wer soll das alles lesen? I: Lesbar und verständlich schreiben (Klaus Reinhardt) (S. 207-224)
    1. Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler

    2. Uns fehlt ein funktionierender Jargon

    3. Die Form geht vor

    4. Leser durch Aha und Oho führen

    5. Durchsichtige Sätze bauen

    6. Verben mit Leben füllen

    7. Anschauliche Bilder pflegen

    8. Man kann es auch übertreiben

    9. Literatur

  11. Wer soll das alles lesen? II: In der Kürze liegt die Würze (Doris Ruhmann, Eva-Maria Panfil) (S. 225-236)
    1. Zusammenfassungen

    2. Für sich selbst schreiben: Exzerpt

    3. Für sich Werbung machen: Abstract

    4. Literatur

  12. Wertschätzende Ansprache: Es geht um Menschen (Ursula Graf) (S. 245-253)
    1. Sprache spiegelt Denkhaltungen

    2. Frauen in der Sprache sichtbar machen

    3. Tipps für geschlechtergerechte Formulierungen

    4. Dimensionen wertschätzenden Sprechens

    5. Literatur

  13. Gute Manieren I: Bibliografieren und zitieren (Marie-Claire Baumann, Maria Nänny) (S. 255-265)
    1. Zitieren – was ist das?

    2. Die Rolle der Fremdtexte

    3. Zitierformen: Wörtlich und sinngemäß

    4. Zitierstandards

    5. Quellenangaben richtig dargestellt

    6. Das Literaturverzeichnis

    7. Literatur

  14. Wer hört eigentlich zu? Mündlich vortragen (Peter Offermanns) (S. 273-281)
    1. Aufbau und Inhalt

    2. Wie fessle ich meine Zuhörer?

    3. Von der Küche ins Theater: Sprechen

    4. Der Einsatz von Medien

    5. Das Handout

    6. Wie beende ich mein Referat?

    7. Literatur

  15. Was sagt schon ein Bild? (Peter Meurer) (S. 283-290)
    1. Visualisieren tut not – oder weh

    2. Und ewig lockt das Präsentationsprogramm

    3. Tipps für Tabellen, Diagramme, Fotos und Grafiken

    4. Abbildungen – woher nehmen und nicht stehlen?

    5. Zusammenfassung

    6. Literatur

Teil 3 „Brötchen“ wissenschaftlichen Arbeitens

  1. Feststellung der Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Arbeiten: Qualifikationsarbeiten (Eva-Maria Panfil) (S. 295-303)
    1. Qualifikationsarbeiten

    2. Referat, Thesenpapier und Hausarbeit

    3. Bachelor-ThesisMaster-Thesis

    4. Promotion oder Dissertation

    5. Habilitation

    6. Literatur

  2. Der Bauplan einer wissenschaftlichen Arbeit: Skizze, Exposé oder Proposal (Andrea Renz, Heidi Zeller, Eva-Maria Panfil) (S. 305-320)
    1. Themenfindung – von der Idee zur konkreten Fragestellung

    2. Aufbau und Inhalte eines Exposés

    3. Zeitplan

    4. Kostenplan

    5. Betreuung

    6. Formalien: Das Layout

    7. Literatur

  3. In einem Journal veröffentlichen (Rebecca Spirig, Katharina Fierz) (S. 325-336)
    1. Der Publikationsweg

    2. Was publizieren?

    3. Wo publizieren?

    4. Wer sind die Autoren?

    5. Autorenrichtlinien

    6. Den Artikel einreichen

    7. Strategien für die Unterstützung von Veröffentlichungen

    8. Literatur

  4. Das große Solo: Der Kongressvortrag (Michael Simon) (S. 337-34345)
    1. Eine kleine Einführung in die Kongressplanung

    2. Wie mache ich einen guten Vortrag?

    3. Üben und Rückmeldung

    4. Der Ernstfall

    5. Literatur

  5. Das kleine Solo: Das Poster (Nicole Ruppert) (S. 349-362)
    1. Das Poster

    2. Planung eines Posters

    3. Layout

    4. Poster-Evaluation

    5. Poster-Präsentation

    6. Literatur

  6. Rezensionen schreiben (Jürgen Georg) (S. 363-368)
    1. Die Buchrezension

    2. Auswahl der Fachzeitschrift und eines Buches

    3. Rezensionskriterien

    4. Literatur

Teil 4 Wissenschaftliche Tugenden – Tugendhafte Wissenschaft

  1. Gute Manieren II: Das tut man nicht: Anstand und Recht (Klaus Reinhardt) (S. 375-385)
    1. Do No Evil

    2. Der Sache schaden: Fälschungen, Publication Bias, methodische Fehler

    3. Arbeitgebern und Mitarbeitern schaden: unerlaubter Nebenverdienst, Ausbeutung, Ehrenautorschaften

    4. Lesern und anderen Wissenschaftlern schaden: tendenziöse Darstellung, Verschweigen von Interessen, Salamipublikationen, Plagiate

    5. Literatur

  2. Der Weg zum Gipfel: Bergsteigen als Metapher für die akademische Laufbahn? (Silvia Käppli) (S. 387-400)
    1. Einleitung

    2. Fragestellung und Ziel

    3. Theoretischer Hintergrund: Funktion einer Metapher

    4. Methodisches Vorgehen

    5. Ergebnisse: Die Analyse als metaphorischen Gehalts des Wegs zum Gipfel

    6. Diskussion: Die Wirkung der Attribute und Implikationen auf die akademische Laufbahn

    7. Schlussfolgerung

    8. Literatur

Anhang (S. 401-427)

Sachwortverzeichnis (S.429-435).

Inhalt

Der 1. Teil („Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“), der die Kapitel 1 und 2 umfasst, führt in das wissenschaftliche Arbeiten ein, beleuchtet Kompetenzen für das wissenschaftliche Arbeiten, stellt Kriterien für Wissenschaftlichkeit vor und informiert über die richtige Einschätzung verschiedener Publikationsarten.

Der 2. Teil („Techniken wissenschaftlichen Arbeitens“), mit den Kapiteln 3 bis 17 am umfangreichsten, informiert ausführlich über die Themen denken, lesen, zuhören, fragen, schreiben und sprechen.

Der 3. Teil („Brötchen“ wissenschaftlichen Arbeitens) mit den Kapiteln 18 bis 23 stellt die verschiedenen Produkte wissenschaftlichen Arbeitens vor, angefangen von Qualifikationsarbeiten über Referate, Thesenpapiere und Hausarbeiten bis hin zu Bachelor-und Master-Thesis, Promotionen und Habilitationen, aber auch den Kongressvortrag, Poster und Rezensionen.

Der 4. Teil („Wissenschaftliche Tugenden – Tugendhafte Wissenschaft“), der die Kapitel 24 und 25 umfasst, beschäftigt sich mit den Phänomenen Fälschungen, Publication Bias, methodischen Fehlern, unerlaubtem Nebenverdienst, Ausbeutung und Ehrenautorschaften bis hin zu tendenziösen Darstellungen, Verschweigen von Interessen, Salamipublikationen und Plagiaten.

Ergänzt wird die Darstellung – und zwar zwischen den einzelnen Beiträgen – durch mehrere Interviews mit langjährigen PflegewissenschaftlerInnen, die jeweils Einblicke in ihre konkrete Tätigkeit gewähren, aber auch Auskünfte darüber geben, warum sie diesen Beruf ergriffen haben, wo sie Hürden für das wissenschaftliche Arbeiten sehen, wie ihre Arbeitswoche aussieht, welche Rolle Mentoren spielen, welchen Stellenwert Netzwerke haben und was wesentliche Punkte sind, an die Studierende denken sollten. Gesprächspartnerinnen waren im Einzelnen: Johann Behrens: „In jedem Fall die Entstehung des Neuen“ (S. 40-43), Manuela Eicher: „Ein gut durchdachter kleiner Beitrag ist nützlicher als ein großer Wurf ohne festes Fundament“ (S. 79-84), Silvia Käppeli: „Probieren und studieren Sie gleichzeitig!“ (S. 106-111), Sascha Köpke: „Bewahren Sie sich einen freien Geist“ (S. 127-131), Hanna Mayer: „Erliegen Sie der Faszination der Pflege als Wissenschaft!“ (S. 153-159), Gabriele Meyer: „Kritisch sein und Fragen stellen“ (S. 200-206), Berta Schrems: „Eine gute Frage ist der halbe Weg!“ (S. 237-243), René Schwendimann: „Leidenschaft, Besonnenheit, Ausdauer und Geduld“ (S. 266-271), Michael Simon: „Neugierig bleiben!“ (S. 291-293), Rebecca Spirig: „Freude an Fragen, Durchhaltevermögen, Kritikfähigkeit und Humor!“ (S. 321-323), Renate Stemmer: „Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen!“ (S. 346-348) und Antje Tannen: „Nie den praktischen Nutzen der Forschung aus den Augen verlieren!“ (S. 369-372).

Darüber hinaus finden sich im Anhang diverse Hinweise, unter anderem (jeweils meist in Auswahl) auf:

  • Europäische pflegewissenschaftliche Fachgesellschaften
  • Europäische Pflegekongresse
  • Pflegewissenschaftliche Fachzeitschriften
  • Internationale Pflege-Fachzeitschriften
  • Deutschsprachige Pflege-Fachzeitschriften
  • Deutschsprachige Pflege-Fachbuchverlage.

Erschlossen wird der Band durch ein ausführliches Sachwortverzeichnis.

Die Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Angelika Abt-Zegelin von der Universität Witten / Herdecke hat zu dem Buch ein Geleitwort geschrieben (S. 17-18), in dem sie an die Entwicklung der Pflegewissenschaft erinnert: „Eva-Maria Panfils Werk ist ein Zeichen dafür, dass Pflegewissenschaft im deutschsprachigen Raum‚ angekommen ist, sich etabliert hat. […] Pflegewissenschaft ist nicht mehr wegzudiskutieren, auch wenn sie noch nicht die gesellschaftliche und politische Anerkennung hat, die ihr zusteht. Vor allem kommt die Forderung nach wissenschaftlicher Orientierung auch in der eigenen Berufsgruppe allmählich an, ablesbar unter anderem an einer Vielzahl von Publikationen“ (S. 17).

Zur Bedeutung ihres Buches hält die Herausgeberin im Vorwort fest: „Das vorliegende Buch versucht, Kopf- und Handwerk des wissenschaftlichen Arbeitens in der Pflege vorzustellen. Dies ist mehr, als einen Text zu lesen, richtig zu zitieren und zu schreiben. Zunächst fällt es vielen Studierenden schwer, Fragen zu stellen. Aber: Ohne Fragen funktioniert wissenschaftliches Arbeiten überhaupt nicht. Auch die Fähigkeiten, zuzuhören und mitzuschreiben, mitzudenken und kritisch zu denken, sowie Kenntnisse der englischen Sprache sind essenziell. Das Buch versucht, verschiedene Ausdrucksformen wissenschaftlichen Arbeitens darzustellen. Sie finden unterschiedliche Umgangsweisen mit Zitierweisen, dem Bibliografieren und auch der Verwendung der männlichen und weiblichen Schreibweise“ (S. 20).

Diskussion

Seit dem Akademisierungsprozess der Pflege in Deutschland kommt dem wissenschaftlichen Arbeiten auch in der Pflege große Bedeutung. „Wissenschaftliches Arbeiten in der Pflege“ versteht sich hierbei als „Lehr- und Arbeitsbuch für Pflegende“, das alle relevanten Informationen kurz und konkret zusammenfasst. Es erklärt verständlich, was wissenschaftliches Arbeiten in der Pflege bedeutet, mit welchen Techniken gearbeitet wird und welche Produkte als Ergebnis wissenschaftlichen Arbeitens entstehen. Neben einer Einführung in wissenschaftliches Arbeiten wird darin konkret beschrieben, wie man kritisch denkt, englische Texte liest, gut zuhört, effektiv mitschreibt, klug fragt, klar argumentiert, gewinnbringend referiert, auf den Punkt zusammenfasst, anschaulich visualisiert, effektiv Literatur recherchiert, bibliografiert und verwaltet, sauber zitiert und verständlich schreibt. Aufgezeigt wird aber auch, wie man Themen findet, ein Exposé oder einen Projektplan schreibt, Artikel einreicht, ein Buch rezensiert, einen Vortrag hält, Poster präsentiert oder Haus- und Abschlussarbeiten verfasst.

Die einzelnen Beiträge sind bestens gegliedert, ausreichend dargestellt und mit vielen Beispielen versehen, so dass sie für die Nutzerschaft gut nachvollziehbar sind. Am Ende von jedem Beitrag findet sich ein Literaturverzeichnis, mit dessen Hilfe eine weiter- und tiefergehende Beschäftigung einzelner Themen leicht möglich ist. Besonders praktisch ist, dass das „Lehr- und Arbeitsbuch“ nicht von Anfang bis Ende gelesen werden muss; je nach Interesse und Bedarf kann man sich auch nur einzelne Kapitel oder Abschnitte anschauen.

Insgesamt animieren die die einzelnen Beiträge, ebenso wie die persönlich gehaltenen Interviews dazu, Fragen zu stellen, Texte kritisch zu betrachten, scheinbar Selbstverständliches in Frage zu stellen und andere Positionen einzunehmen. Insofern ist das Buch ein absolut nützliches Handwerkszeug für alle Praktiker im Wissenschaftsbetrieb. Zugleich schließt es eine echte Marktlücke, indem es bislang kein vergleichbares Werk gibt.

Im Hinblick auf eine Neuauflage des Buches wäre es sinnvoll, noch ein Kapitel zur historischen Pflegeforschung aufzunehmen, in dem auf die spezifischen Belange etwa bei der Nutzung und Auswertung von Archivalien dargestellt und erläutert werden.

Fazit

„Wissenschaftliches Arbeiten in der Pflege“ ist anschaulich, fundiert und verständlich geschrieben – kurzum, ein in jeder Beziehung gelungenes Lehr- und Arbeitsbuch, das man allen am wissenschaftlichen Arbeiten Interessierten – und zwar nicht nur Pflegenden – uneingeschränkt empfehlen kann.


Rezension von
Dr. Hubert Kolling
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Zitiervorschlag
Hubert Kolling. Rezension vom 16.09.2011 zu: Eva-Maria Panfil (Hrsg.): WissenschaftlichesArbeiten in der Pflege. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2011. ISBN 978-3-456-94810-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/11846.php, Datum des Zugriffs 30.10.2020.


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ISSN 2190-9245

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