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Ernst Engelke: Die Wissenschaft Soziale Arbeit. Werdegang und Grundlagen

Cover Ernst Engelke: Die Wissenschaft Soziale Arbeit. Werdegang und Grundlagen. Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2004. 2. Auflage. 528 Seiten. ISBN 978-3-7841-1560-3. 25,00 EUR, CH: 43,80 sFr.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-7841-1893-2 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.
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Einführung/Hintergrund

Das Bemühen um ein theoretisches Fundament der Sozialarbeit und Sozialpädagogik ist so alt wie ihre Berufsgeschichte, dennoch wollte die Etablierung einer eigenständigen Disziplin in Deutschland lange Zeit nicht gelingen. Unter anderem erwies sich die funktionale Unterscheidung von Sozialarbeit und Sozialpädagogik als Hindernis - trotz vieler Gemeinsamkeiten der Entwicklung: Mit der Berufswerdung an der Wende vom 19. zum 20. Jh. wuchs der Bedarf an Ausbildung, mit der Ausbildung der Bedarf an theoriegestützter Lehre, mit der Theorie der Bedarf an wissenschaftlicher Fundierung, mit der wissenschaftlichen Grundlegung der Anspruch auf Professionalität und damit schließlich das Verlangen nach einer eigenständigen Wissenschaft.

Da sich die Handlungsfelder immer mehr annäherten und überschnitten, setzte sich schließlich der Begriff "Soziale Arbeit" zur Bezeichnung des gemeinsamen Funktionssystems durch. Während im Wissenschaftsbetrieb noch um Sozialpädagogikwissenschaft und Sozialarbeitswissenschaft gerungen wird (Mühlum (Hrsg.) 2004; Thole (Hrsg.) 2002), spricht Ernst Engelke als erster konsequent von der Wissenschaft Soziale Arbeit, die nach seiner Überzeugung allein dem gemeinsamen Handlungssystem angemessen und anschlussfähig ist an die internationale Social Work.

Engelkes Buch "Soziale Arbeit als Wissenschaft" (1992) gilt als Weichenstellung im Wissenschaftsdiskurs und Bezugspunkt für alle, die zwischenzeitlich an der Etablierung und Entwicklung der Profession und Disziplin Soziale Arbeit beteiligt waren. Das nun vorgelegte Werk ist laut Vorwort (S. 22) eine Neubearbeitung und Weiterführung der Teile 1 und 2 jener Erstveröffentlichung. (Die Teile 3 und 4 wurden schon 1998 weiter entwickelt und unter dem Titel "Theorien der Sozialen Arbeit" veröffentlicht - mittlerweile in dritter Auflage). Um einer möglichen Fehleinschätzung vorzubeugen: Es handelt sich keineswegs um einen "Aufguss" der früheren Erkenntnisse, sondern um ein völlig neues Werk, das als Studienbuch konzipiert ist und hinsichtlich Aktualität, Gliederung (Systematik) und Umfang (528 S.) die Erstveröffentlichung weit übertrifft.

Aufbau

Werdegang und Grundlagen der "Wissenschaft Soziale Arbeit" verlangen nach einer systematischen Darstellung, die in der Gliederung augenfällig zum Ausdruck kommt. Ungewöhnlich aber leserfreundlich ist die dreifache Inhaltsangabe:

  • Die Inhaltsübersicht (2 Seiten) gibt die Grobstruktur wider und macht neben den zentralen Inhalten die Symmetrie der Gliederung mit Einführung, Hauptteilen und Schlussbetrachtung deutlich;
  • Das Inhaltsverzeichnis I (4 Seiten) untergliedert die Hauptkapitel bis zur zweiten Gliederungsebene, wobei jedem der fünf Hauptteile eine eigene Einleitung vorangestellt ist;
  • Das Inhaltsverzeichnis II (8 Seiten), führt die Ausdifferenzierung in zahlreichen Unterpunkten weiter, die hier als dritte Gliederungsebene erscheinen und eine fachliche Orientierung erleichtern.
Diese aufwändige Darstellungsweise mag übertrieben erscheinen, erweist sich jedoch angesichts der außerordentlichen Materialfülle als hilfreich. Sie erlaubt eine gezielte Suche nach Begriffen und Inhalten - nur Rezensenten werden das voluminöse Werk fortlaufend lesen können - und macht ein Schlagwortverzeichnis entbehrlich. Sie spiegelt die Intention des Autors, auch Studienanfänger systematisch an die Wissenschaft Soziale Arbeit heranzuführen.

Programmatik

"Wenn die Soziale Arbeit ihre Aufgaben in der modernen Welt erfüllen will, benötigt sie dazu die Wissenschaft" (Klappentext). Diese Überzeugung, die mit Zitaten der Pionierinnen, z.B. Ilse von Arlt (S. 25), unterstrichen wird, liegt dem Band zu Grunde. Das wird programmatisch in der Rahmung deutlich:

Die Einführung (S. 24-36) fokussiert die Wissenschaft Soziale Arbeit als "notwendige Wissenschaft" im doppelten Sinne, "um von Menschen Not abzuwenden und ... um die Praxis Sozialer Arbeit wissenschaftlich zu fundieren" (S. 26).

Die Schlussbetrachtung (S. 471-481) bekräftigt diese Grundidee mit Bezug auf Pierre Bourdieu, "Wissen in engagiertes Wissen überzuführen". Dies sei von jeher das existenzielle Anliegen der Wissenschaft Soziale Arbeit. Da der Praktiker überprüfbare Handlungskonzepte auf wissenschaftlicher Grundlage benötigt, orientiert sich Engelke an der Trias Soziale Arbeit als Wissenschaft (Forschung), als Praxis (Anwendung) und als Ausbildung (Lehre), - die für ihn zusammen die Profession Soziale Arbeit ausmachen. Damit ist auch der Zusammenhang von Wissenschafts- und Professionsdebatte hergestellt.

Der Band ist ausdrücklich als Studienbuch für Studierende und Praktiker konzipiert, soll aber "auch die fachlichwissenschaftliche Diskussion beleben" (S. 31). Als Stilmittel werden immer wieder Fragen aufgeworfen, auf die der Leser zunächst eigene Antworten finden soll, bevor die Antworten des Autors gelesen und kritisch gewürdigt werden sollen. Die fünf Hauptteile sind

  1. Soziale Arbeit als Teil der Kulturen
  2. Soziale Arbeit als Wissenschaft der modernen Gesellschaft (Werdegang)
  3. Philosophische und wissenschaftstheoretische Grundlagen
  4. Die Wissenschaft Soziale Arbeit
  5. Verbindung der Wissenschaft Soziale Arbeit mit der Praxis und der Ausbildung

Teil 1: Soziale Arbeit ist Teil der Kulturen

(S. 37-64) Der Titel lässt die Grund legende Hinführung erkennen, die hier beabsichtigt ist.

  • (1) Nach der Einleitung (Kultur, Perspektiven auf die Welt) folgt die Frage nach dem Ursprung der Sozialen Arbeit mit Anregungen zum Nachdenken über soziale Probleme und Reaktionen darauf.
  • Daran schließen sich "Fragen über Fragen zur Wissenschaft Soziale Arbeit" (2) an, weil Fragen und (methodisches) Zweifeln Ausgangspunkt für Erkenntnisgewinnung und wissenschaftlichen Fortschritt sind.
  • Auf die systematisch aufgelisteten zentralen Fragen nach der Wissenschaft Soziale Arbeit wird in "zwölf Thesen zum Werdegang und zu den Grundlagen der Wissenschaft Soziale Arbeit" (3) geantwortet, die den Kern des Studienbuches ausmachen, - mit grundlegenden Begriffs- und Funktionsbestimmungen sowie gesellschaftlichen Zusammenhängen. Die Thesen werden nicht nur plausibel begründet, sondern durchgängig mit Zitaten aus der offiziellen Definition der International Federation of Social Workers (IFSW 2000) belegt (Wiedergabe in vollem Umfang in Teil 4).

Teil 2: Der Werdegang der Sozialen Arbeit als Wissenschaft der modernen Gesellschaft - eine historisch-kritische Rückbesinnung

(S. 65-139) Einleitend wird die Bedeutung der historischen Perspektive erläutert und wegen der unvermeidlich subjektiven Auswahl zur kritischen Überprüfung mit Hilfe der einschlägigen Fachliteratur aufgerufen. Die wichtigsten Entwicklungslinien und gesellschaftlichen Bedingungen werden - wiederum in einem weiten Rahmen - als "historisch-kritische Rückbesinnung" skizziert: Helfen und Erziehen in archaischen, hochkultivierten und modernen Gesellschaften (1), Entwicklung in Europa vom 11. bis 18. Jh. (2), Europa und Nordamerika im 19. Jh. (3) und schließlich als "weltweite Entwicklung seit dem 20. Jh." (4) . Alle diese Kapitel sind einheitlich strukturiert und informieren in einem Dreischritt über den Wandel der wirtschaftlich-politischen und gesellschaftlichen Bedingungen, der Wissenschaft und Ausbildung und die Entwicklung der Sozialen Arbeit. Dabei wird sie in den internationalen Zusammenhang gestellt und auch die deutsche Begrifflichkeit Sozialpädagogik und Sozialarbeit gestreift. Hervorzuheben ist das ausführliche Kapitel 4.3 zur Entwicklung der Praxis, der Ausbildung und der Wissenschaftlichkeit einschließlich wichtiger Organisationsformen - national und international.

Teil 3: Philosophische und wissenschaftstheoretische Grundlagen der Wissenschaft Soziale Arbeit

(S. 141-259) Nach der obligaten Einleitung (hier: Wissenschaft, Theorie, Selbstreflexion) wird das Erkennen (1) im historischen und gesellschaftlichen Kontext abgehandelt, gefolgt von offenen Fragen und grundlegenden Antworten (2) - ausgehend von Grundfragen der Menschen (2.1) über Werte, Normen und Menschenrechte (2.2) bis zu Philosophie, Kunst, Religion und Wissenschaft (2.3) als Erkenntniswege. Das "wissenschaftliche Wissen" (3) wird vom Alltagswissen und Berufswissen unterschieden, zentrale philosophische und wissenschaftstheoretische Grundfragen werden - getreu dem Anspruch, nur Orientierung geben und zum vertieften Studium anregen zu wollen - mit Antwortalternativen dargestellt (S. 189 ff.) und die wichtigsten Wissenschaftstheorien mit ihren Erkenntnismethoden abgehandelt. Weitere ausführliche Kapitel sind der Forschungs- und Wissensorganisation (4) mit der Ausdifferenzierung und (relativen) Autonomie von Disziplinen sowie unterschiedlichen Arten und Methoden der Forschung, sodann der Beeinflussung von Erkenntnisprozessen (5) und den Interdependenzen von Wissenschaft, Praxis und Ausbildung (6) gewidmet. Ein "Interdependenzmodell für die Profession Soziale Arbeit" beschließt den Teil.

Teil 4: Die Wissenschaft Soziale Arbeit

(S. 261-440) Dieser Teil verspricht die inhaltliche Einlösung des Buchtitels und entfaltet die Wissenschaft Soziale Arbeit als eine "grundsätzlich selbstständige bzw. relativ autonome Wissenschaftsdisziplin" (S. 264), die als Sozialwissenschaft und Handlungswissenschaft verstanden und zur Gruppe der "Menschenwissenschaften" (Norbert Elias) gezählt wird (1). Auch hier beginnt der Autor mit einer kritischen Sichtweise, mit Einwänden und Widerständen gegen den Wissenschaftsanspruch, denen er formale und inhaltliche Kriterien gegenüberstellt, die den erreichten Wissenschaftsstatus belegen. Dazu gehört ein relativ autonomer Gegenstandsbereich (2), der mit Textbeispielen aus der Fachliteratur und der Definition der IFSW illustriert wird. Auf eine kurze Formel gebracht handelt es sich um das "Bewältigen sozialer Probleme" (2.5), womit auch Loyalitätskonflikte (2.6) verbunden sind. Dies leitet über zu Werten, Normen und Rechtsgrundlagen der Sozialen Arbeit (3), die grundsätzlich philosophisch und sozialarbeitswissenschaftlich (Code of Ethics, Menschenrechtsprofession) erörtert werden. Weitere Kapitel sind den Bezugswissenschaften (und Modellen der Verknüpfung) (4) sowie der Forschung (u.a. Forschungsmethoden und Methodenprobleme) (5) gewidmet.

Den weitaus größten Teil nimmt Kapitel 6 "Theorien und Modelle der Sozialen Arbeit" ein (S. 362-440): Auf einen Überblick zur Theorie- und Modellbildung folgen einschlägige Orientierungskriterien, danach werden universelle (foundation theories), spezifische (practice theories) und externe Theorien dargestellt, um abschließend die Entwicklungslinien und Theorien Sozialer Arbeit in einem sog. "Stammstrauch" zusammenzufassen. Die Gliederung spiegelt erneut die überaus gründliche Arbeitsweise des Autors:

  • 6.1 Theorie- und Modellbildung der Sozialen Arbeit (mit Unterkapiteln wie Theorienreichtum, Paradigmenbildung, wissenschaftstheoretische Grundlagen, relativ autonome Theorien und Weiterentwicklung der Theorien).
  • 6.2 Orientierende Übersicht (mit Unterkapiteln wie formale Merkmale, Erwartungen an und Klassifikation von Theorien, Entstehungszusammenhang, Grundmodelle sozialwissenschaftlicher Theoriebildung, Theoriefragmente und Bewertung).
  • 6.3 Universelle Theorien der Sozialen Arbeit (mit Unterkapiteln wie Vorläufer, Theorie-Schulen, Systemtheorien, Gesellschaftstheorien, Verhaltens- und Handlungstheorien, Visionen und Utopien).
  • 6.4 Spezifische Theorien der Sozialen Arbeit (mit Unterkapiteln wie spezifische Theorien für Assessment und Intervention, Methodenklassiker, empirisch-theoretische Grundlagen, Handlungsmodelle).
  • 6.5 Externe Theorien der Sozialen Arbeit und 6.6 Stammstrauch der Theorien Sozialer Arbeit.

Teil 5: Die Verbindung der Wissenschaft Soziale Arbeit mit der Praxis und der Ausbildung der Sozialen Arbeit

(S. 441-469) Das Bewältigen sozialer Probleme bildet den Fokus der Profession Soziale Arbeit und ihrer drei Figurationen Wissenschaft, Praxis und Ausbildung (S. 443). Dazu wird zunächst die "Verbindung von Wissenschaft und Praxis in der Sozialen Arbeit" (1) erörtert, u.a. mit Überlegungen zu Anspruch und Selbstverständnis, Rezeption von wissenschaftlichem Wissen, Forschung in der Praxis, Theorie-Praxis-Beziehung und Grundmodellen für das Professionsverständnis. Darauf folgt die "Verbindung von Wissenschaft und Ausbildung in der Sozialen Arbeit" (2), mit einem Blick auf die 100jährige Ausbildungsgeschichte, die Vielstimmigkeit in den (deutschen) Studiengängen und den Neubeginn im 21. Jh. "auf der Grundlage der Wissenschaft Soziale Arbeit" (S. 463f). Die internationalen Standards der Ausbildung werden auszugsweise referiert und die herausragende Bedeutung erkenntnistheoretischer und theoretischer Grundlagen ("frameworks") betont. Zu den Standards gehört auch, "dass Soziale Arbeit von ProfessorInnen, die selbst ein Master- oder/und Doktoratsstudium der Sozialen Arbeit erfolgreich abgeschlossen haben, unterrichtet wird" (S. 466). Teil 5 schließt mit einem Ausblick auf die künftige Entwicklung der Ausbildung im Kontext von Bachelor- und Masterabschlüssen.

Die Schlussbetrachtung (S. 471-481) bekräftigt die Notwendigkeit der "Wissenschaft Soziale Arbeit" ebenso, wie die Toleranz und Pluralität der Meinungen und Theorien, die unabdingbar zur Wissenschaft gehören (S. 476). Zum Schluss werden Desiderata formuliert: u.a.

  • Sammlung des vorhandenen wissenschaftlichen Wissens,
  • Ausbau der empirisch-theoretischen Forschung,
  • projektorientierte Kooperation mit den Bezugswissenschaften,
  • Pflege einer Ethikkultur,
  • vollständige Integration der Sozialen Arbeit in das Wissenschaftssystem und den tertiären Bildungsbereich,
  • bessere Verbindung der Wissenschaft zur Praxis,
  • Einbindung in die internationale Soziale Arbeit
  • sowie Anerkennung der Grenzen der Wissenschaft.

Zielgruppen

Als Studienbuch wendet sich der Band zunächst an Studierende der Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialen Arbeit sowie benachbarter Studiengänge, aber auch an Ehemalige und alle "helfenden Berufe", die sich über den Stand der Entwicklung ihrer Profession und Disziplin orientieren wollen.

Als Einführung sollte er Pflichtlektüre für die Lehrenden sein, auch und besonders für die sogenannten Bezugswissenschaftler, die ihren Beitrag zur Ausbildung nicht ohne fundierte Kenntnis der Wissenschaft Soziale Arbeit leisten können.

Lesbarkeit und Nützlichkeit

Die Teile 1-3 sind so wichtig und umfangreich (220 S.), dass sie ein komplettes Buch ausmachen. Auf diesem Fundament gründet der zentrale 4. Teil (180 S.), der den Buchtitel aufgreift und so gut einlöst, wie es derzeit nur möglich ist. Somit handelt es sich eigentlich um zwei Bücher in einem, die zusammen eine vorzügliche Einführung in die Wissenschaft Soziale Arbeit geben.

Der Band ist leicht verständlich, ohne zu banalisieren. Schlüsselbegriffe werden geduldig erläutert und Fundamente gelegt, die zum Verständnis der schwierigeren Passagen und der aktuellen Herausforderungen notwendig sind. Der gewählte "enzyklopädische" Ansatz ist ungeheuer materialreich, manchmal detailverliebt, aber immer gründlich recherchiert, systematisch aufgebaut und plausibel begründet.

Hervorzuheben ist das Bemühen des Autors, die LeserInnen zum Mit-Denken und Selbst-Denken anzuregen - mit vielen Fragen und behutsamen Antworten (auch mit dem Stilmittel von Gegenpositionen und Antwortalternativen), um kritisch-reflektierend zu einem eigenen Urteil gelangen zu können. Hervorzuheben ist auch die Bezugnahme auf Schlüsseltexte des internationalen Social Work, um den engen Horizont der deutschen Fachdiskussion zu überwinden.

Eine ausführliche Literaturliste (S. 488-527) ist eigentlich selbstverständlich, aber bemerkenswert ist die 6seitige Webliographie (S. 482-487) mit ausgewählten Internetseiten zur Wissenschaft Soziale Arbeit (national und international).

Fazit

Ein notwendiges und verdienstvolles Werk, das gleichermaßen durch Materialreichtum und Systematik besticht. Dem Autor gelingt es, die scheinbaren Gegensätze einer wissenschaftlich-kritischen und einer persönlich-engagierten Position glaubwürdig zu verbinden. Das Buch ist erneut eine Wegmarke: Es ist die lange erwartete wissenschaftliche Einführung für alle Studiengänge der Sozialen Arbeit und gleichzeitig eine Positionsbestimmung für den Wissenschaftsdiskurs, an dem künftig kein seriöser Beitrag vorbeigehen kann.


Rezension von
Prof. Dr. Albert Mühlum
Professor für Sozialpolitik und Sozialarbeitswissenschaft an der FH-Heidelberg


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Zitiervorschlag
Albert Mühlum. Rezension vom 12.07.2005 zu: Ernst Engelke: Die Wissenschaft Soziale Arbeit. Werdegang und Grundlagen. Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2004. 2. Auflage. ISBN 978-3-7841-1560-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/1185.php, Datum des Zugriffs 22.06.2021.


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