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Christiane Funken, Alexander Stoll u.a.: Die Projektdarsteller. Karriere als Inszenierung

Cover Christiane Funken, Alexander Stoll, Sinje Hörlin: Die Projektdarsteller. Karriere als Inszenierung. Paradoxien und Geschlechterfallen in der Wissensökonomie. VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2011. 227 Seiten. ISBN 978-3-531-18257-5. 24,95 EUR.
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Thema

Die Publikation befasst sich:

  1. mit der Wirkung posttayloristischer Rahmenbedingungen auf die Führungskräfte und deren Beeinflussung ihrer Karriereambitionen und -chancen;
  2. mit den Chancen und Restriktionen für Frauen und Männer, hinsichtlich der organisationalen und karrierestrategischen Kontexte.

Die zu besprechende Publikation ist eine Studie zur „Beschreibung und Analyse von (weiblichen und männlichen) Karrierestrategien und -chancen in unterschiedlichen Wirtschaftskontexten“ (S. 7).

Autorinnen und Autor

Christiane Funken ist Professorin für Kommunikations- und Mediensoziologie sowie Geschlechterforschung an der Technischen Universität Berlin. 1987 promovierte sie mit einer Arbeit zu „Frau, Frauen, Kriminelle: zur aktuellen Diskussion über ‚Frauenkriminalität‘“.

Alexander Stoll ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Technischen Universität Berlin.

Sinje Hörlin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln.

Aufbau

Die Publikation ist wie folgt aufgebaut:

  1. Einleitung
  2. Wandel von Arbeit
  3. Karriere
  4. Bewährungsproben
  5. Illusion der Gleichheit
  6. Anhang: Forschungshistorie und angewandte Methoden

Das Buch endet mit einem 16seitigen Literaturverzeichnis.

Inhalte

Frauen in Führungspositionen der deutschen Wirtschaft sucht man gegenwärtig oft immer noch vergeblich. Die Autoren machen dafür in der spätmodernen Organisation der Wissensökonomie durchgängig geschlechtliche Ungleichheiten verantwortlich, die sich für Frauen negativ auswirken. Die die Publikation durchlaufende These beinhaltet, „dass die Ausblendung des Politikums ‚Geschlecht‘ bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung geschlechtlich konnotierter Kompetenz-Kategorien letztlich einer Persistenz der Geschlechterungleichheit zuarbeitet“ (S. 11). Die Autoren haben den Verdacht, dass neuartige Kompetenzen für alle offen gehalten werden und die unternehmerischen Wunschkonzepte schmücken. Im Hintergrund tun sich jedoch altbekannte Vorurteile auf und behindern ganz subtil den Aufstieg vieler Frauen in die Führungsspitzen. Hierbei handelt es sich häufig um eine unbemerkte Ausgrenzung, die als überwunden und irrelevant abgespeist wird. Aus organisations-, karriere-, kommunikations- und mediensoziologischer Perspektive wird in dieser Studie dem vorgenannten Verdacht nachgegangen. „Im Zuge der funktionalen Differenzierung, Modularisierung und Virtualisierung von Arbeitsorganisationen, wodurch eigenständige Bereiche mit gesonderten Aufgaben und neuen Beobachtungsweisen geschaffen werden, scheint es zu einer veränderten Wechselwirkung zwischen organisationalen Strukturen und Akteuren zu kommen, bei denen Medien eine neue, strukturierende Rolle einnehmen“ (S. 11). Genanntes begründet den organisations-, karriere-, kommunikations- und mediensoziologischen Blickwinkel, mit welchem die Autoren dem oben genannten Verdacht nachgehen.

Bezogen auf die u. a. mediatisierte Kommunikation und den besonderen Impression Management-Taktiken wird danach gefragt, ob:

  1. bei der Zusammenarbeit flexiblerer und eventuell auch räumlich verteilter Strukturen neue Kommunikationsstrukturen gefordert sind, die dazu dienen die eigenen Leistungen für eine Karriere erkennbar werden zu lassen;
  2. sich, unter Beachtung des in Punkt 1 Genannten, gravierende Unterschiede in den weiblichen und männlichen Kommunikationsstrategien zu erkennen sind.

Fazit

Die besprochene Publikation ist für die Leserschaft zu empfehlen, die sich mit den Geschlechterdifferenzen in der Arbeitswelt und den damit verbundenen Karrierebemühungen in Forschung und Lehre auseinandersetzt.


Rezensent
Dr. Carsten Rensinghoff
Dr. Carsten Rensinghoff Institut - Institut für Praxisforschung, Beratung und Training bei Hirnschädigung, Leitung: Dr. phil. Carsten Rensinghoff, Witten
Homepage www.rensinghoff.org
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Zitiervorschlag
Carsten Rensinghoff. Rezension vom 01.08.2011 zu: Christiane Funken, Alexander Stoll, Sinje Hörlin: Die Projektdarsteller. Karriere als Inszenierung. Paradoxien und Geschlechterfallen in der Wissensökonomie. VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2011. ISBN 978-3-531-18257-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/11918.php, Datum des Zugriffs 19.06.2018.


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