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Engelbert Sittler, Marianne Kruft: Handbuch Altenpflege

Rezensiert von Dr. phil. Hubert Kolling, 16.09.2011

Cover Engelbert Sittler, Marianne Kruft: Handbuch Altenpflege ISBN 978-3-437-28451-9

Engelbert Sittler, Marianne Kruft: Handbuch Altenpflege. Urban & Fischer in Elsevier (München, Jena) 2011. 4. Auflage. 452 Seiten. ISBN 978-3-437-28451-9. 31,95 EUR.
Zusätzliches Online-Angebot unter www.pflegeheute.de.

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Thema

Nicht zuletzt aufgrund der demographischen Veränderungen hat die Bedeutung der Altenpflege in der Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahrzehnten ständig zugenommen. Nach dem zum 1. August 2003 in Kraft getretenen Bundesaltenpflegegesetz soll die Ausbildung zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger, die verbindlich auf drei Jahre festgeschrieben wurde, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die zur eigenständigen und eigenverantwortlichen Pflege, einschließlich Beratung, Begleitung und Betreuung alter Menschen erforderlich sind. Entsprechende Kenntnisse möchte das „Handbuch Altenpflege“ vermitteln.

HerausgeberInnen

Engelbert Sittler ist Lehrer für Pflegeberufe und unterrichtet an einer Altenpflegeschule in Baden-Württemberg; Marianne Kruft leitet ein Institut für Pflege-Schulungen und Seminare.

Entstehungshintergrund

Unter dem Titel „Pflegeleitfaden Altenpflege“ legten die Herausgeber bereits 1997 ein so genanntes „Kitteltaschenbuch“ vor, mit dem sie sich vorrangig an Auszubildende, Praktikanten sowie Lehrerinnen und Lehrer für Pflegeberufe wandten. Mit der zweiten Auflage 2004 in „Handbuch Altenpflege“ umbenannt, liegt die Veröffentlichung nach 2009 (dritte Auflage) nun 2011 in der vierten Auflage vor.

Aufbau

Das „Handbuch Altenpflege“ gliedert sich in drei Abschnitte, die insgesamt die folgenden 36 Kapitel umfassen:

I. Geschichte der Pflege / Aktivitäten des täglichen Lebens

  • 1. Die geschichtliche Entwicklung der Alten- und Krankenpflege (Lernbereich 4)
  • 2. Pflegeprozess und die Systematisierung in der Pflege (Lernfelder 1.1 und 1.2)
  • 3. Altenpflegeeinrichtungen (Lernfelder 1.2 und 2.1)
  • 4. Ruhen und Schlafen (Lernfelder 1.2 und 1.3)
  • 5. Sich bewegen (Lernfeld 1.3)
  • 6. Waschen und Kleiden (Lernfeld 1.3)
  • 7. Essen und Trinken (Lernfelder 1.3 und 2.2)
  • 8. Ausscheiden (Lernfelder 1.2 und 1.3)
  • 9. Regulieren der Körpertemperatur (Lernfeld 1.2)
  • 10. Atmen und Blutkreislauf (Lernfelder 1.3 und 1.5)
  • 11. Für Sicherheit sorgen (Lernfeld 1.3)
  • 12. Sich bewegen (Lernfelder 1.2, 2.2 und 2.3)
  • 13. Kommunizieren (Lernfelder 1.3 und 1.4)
  • 14. Sinn finden (Lernfelder 1.1, 1.3 und 1.5)
  • 15. Kind, Frau, Mann sein (Lernfelder 1.2, 1.3, 1.4 und 2.1)

II. Assistenz bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen

  • 16. Umgang mit Arzneimitteln / Medikamenten (Lernfeld 1.5)
  • 17. Injektionen (Lernfeld 1.5)
  • 18. Infusionen (Lernfeld 1.5)
  • 19. Wundbehandlung und Verbände (Lernfeld 1.5)
  • 20. Sonden (Lernfeld 1.5)
  • 21. Darmregulation (Lernfeld 1.5)
  • 22. Blasenkatheter (Lernfeld 1.5)
  • 23. Absaugen von Sekret im Mund-, Nasen- und Rachenraum (Lernfeld 1.5)
  • 24. Sauerstoff verabreichen (Lernfeld 1.5)
  • 25. Inhalationen (Lernfeld 1.5)

III. Spezielle Pflegesituationen

  • 26. Atemwegs- und Lungenerkrankungen (Lernfeld 1.3)
  • 27. Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen (Lernfeld 1.3)
  • 28. Erkrankungen des Verdauungstrakts (Lernfeld 1.3)
  • 29. Erkrankungen von Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse (Lernfeld 1.3)
  • 30. Erkrankungen des Urogenitaltraktes (Lernfeld 1.3)
  • 31. Erkrankungen des Bewegungsapparates (Lernfeld 1.3)
  • 32. Erkrankungen des Nervensystems (Lernfeld 1.3)
  • 33. Erkrankungen an den Sinnesorganen im Alter (Lernfeld 1.3)
  • 34. Gerontopsychiatrische Erkrankungen (Lernfeld 1.3)
  • 35. Die häusliche Krankenpflege (Lernfeld 1.3)
  • 36. Qualitätssicherung (Lernfeld 3.2).

Ergänzt wird die Darstellung durch einen Anhang, der eine Übersicht über die Ausbildungswege in der Altenpflege, die Aufnahmebedingungen für Altenpfleger / Altenpflegerinnen (einschließlich Stundentafel) sowie Altenpflegehelfer / Altenpflegehelferinnen (einschließlich Stundentafel) und ein Register enthält.

Inhalt

Das „Handbuch Altenpflege“, das die Autoren all jenen gewidmet haben, „die sich beruflich, privat oder auch ehrenamtlich für eine ganzheitliche, bewohnerorientierte und aktivierende Pflege und Betreuung alter und kranker Menschen einsetzen“, vermittelt auf 450 Seiten alles, was Altenpflegende und SchülerInnen wissen müssen:

  • Pflege und Betreuung nach den Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Unterstützung und Durchführung von therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen
  • Pflege und Betreuung von bestimmten Alterserkrankungen.

Entsprechend den Anforderungen der geltenden Ausbildungs- und Prüfungsordnung haben die Autoren die einzelnen Kapitel Lernbereichen oder Lernfeldern zugeordnet.

Unter dem Motto „Elsevier-Pflegebücher sind einen Schritt voraus!“ enthält das „Handbuch Altenpflege“ eine persönliche (freizulegende) PIN-Nummer (sie muss vor Erscheinen der Neuauflage dieses Produkts eingegeben werden, sonst verfällt sie), die dem jeweiligen Käufer nach entsprechender Registrierung den Zugang zum „PflegeHeute-Portal“ (auf www.pflegeheute.de oder www.elsevier.de) erlaubt. Damit kann er kostenfrei:

  • auf unterschiedliche Themenbereiche zugreifen
  • mit exklusiven Zusatzinhalten zu dem Buch arbeiten und
  • auf viele weitere multimediale Angebote zugreifen.

Der Zugang zu den Online-Inhalten und -Materialien erhält der Käufer beziehungsweise die Käuferin ausschließlich für den eigenen Gebrauch. Nutzung durch Bibliotheken, Institute und Lehreinrichtungen sind nicht erlaubt. Der Zugang darf nicht gemeinsam genutzt, verkauft oder anderweitig weitergegeben werden. Der Austausch von Passwärtern ist nicht gestattet. Bei Missbrauch wird der Zugang durch den Verlag sofort und ohne weiteres gesperrt.

Diskussion

Das von Engelbert Sittler und Marianne Kruft herausgegebene beziehungsweise bearbeitete „Handbuch Altenpflege“ bietet SchülerInnen und MitarbeiterInnen in den Pflege- und Gesundheitsberufen alles Wesentliche zum Lernen, Lehren und Nachschlagen. Der auf hohem fachlichem Niveau verfasste Band ist übersichtlich gegliedert. Warum allerdings in den ersten Abschnitt, dessen Schwerpunkt auf den Aktivitäten des täglichen Lebens liegt, auch ein Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Alten- und Krankenpflege (Kapitel 1), den Pflegeprozess und die Systematisierung in der Pflege (Kapitel 2) und Altenpflegeeinrichtungen (Kapitel) mit aufgenommen wurde, ist unklar. Hierfür hätte sich ein eigener Abschnitt besser gemacht.

Es ist verständlich, dass sich das Kapitel über „Die geschichtliche Entwicklung der Alten- und Krankenpflege“ nur auf die wesentlichsten Punkte beschränkt und kein entsprechendes Lehrbuchwissen wiedergeben kann. Unabdingbar notwendig wäre hier jedoch für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wenigstens ein knapper Hinweis darauf, dass während der NS-Zeit (1933-1945) neben Ärzten auch Pflegepersonen in die „Euthanasie“ verstrickt waren.

Das mit einer Vielzahl von Schwarzweiß-Abbildungen illustrierte Buch – Farbaufnahmen wären hier wesentlich ansprechender – enthält durchgehend einige Strukturelemente, die seiner Leserschaft das Lernen erleichtern: neben Definitionen, Merksätzen und Tipps wird mittels Symbolen auch auf besonders wichtige Punkte hingewiesen.

Es ist auffallend, dass der Text keinerlei Quellenangaben und Hinweise auf weiterführende Literatur enthält. Von einem Handbuch dürfte man dies jedoch erwarten. Wer sich also eingehender mit einem Thema beschäftigen möchte, hat ein Problem und muss sich erst an anderer Stelle informieren. Dabei kann es nicht am Platz gelegen haben, gibt es doch am Ende der allermeisten Kapitel genügend große Leerstellen.

Das „Handbuch Altenpflege“ dürfte, zumal er in vielen Ausbildungseinrichtungen des Gesundheitswesens seit Jahren fest etabliert ist, wiederum hohe Verkaufszahlen erreichen und sich so auch für Elsevier unter ökonomischen Gesichtspunkten rechnen. Vor diesem Hintergrund empfindet es der Rezensent als eine gewisse Unsitte des Verlages, das ihm zur Verfügung gestellte Besprechungsexemplar gleich mehrfach mit Stempelaufdrucken („Kostenloses Rezensions-/Prüfexemplar. Dieses Exemplar darf nicht verkauft werden“) zu verunstalten. Während ein solches Vorgehen vielleicht bei Veröffentlichungen mit in der Regel nur sehr schwer zu finanzierenden Kleinstauflagen durchaus nachvollziehbar und angemessen erscheinen mag, fehlt ihm hierfür bei Großverlagen, die Bücher mit entsprechend hohen Auflagen vertreiben, das Verständnis.

Fazit

Sieht man von den besagten Mängeln einmal ab, liegt mit dem „Handbuch Altenpflege“ ein ebenso nützliches Lehrbuch wie Nachschlagewerk vor.

Rezension von
Dr. phil. Hubert Kolling
Krankenpfleger, Diplom-Pädagoge und Diplom-Politologe
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Es gibt 190 Rezensionen von Hubert Kolling.

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Zitiervorschlag
Hubert Kolling. Rezension vom 16.09.2011 zu: Engelbert Sittler, Marianne Kruft: Handbuch Altenpflege. Urban & Fischer in Elsevier (München, Jena) 2011. 4. Auflage. ISBN 978-3-437-28451-9. Zusätzliches Online-Angebot unter www.pflegeheute.de. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/11982.php, Datum des Zugriffs 19.06.2024.


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