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Andrea Erkert: Wahrnehmungsspiele für Kita, Hort und Schule

Rezensiert von Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse, 23.01.2012

Cover Andrea Erkert: Wahrnehmungsspiele für Kita, Hort und Schule ISBN 978-3-451-32424-6

Andrea Erkert: Wahrnehmungsspiele für Kita, Hort und Schule. Herder (Freiburg, Basel, Wien) 2011. 96 Seiten. ISBN 978-3-451-32424-6. D: 12,95 EUR, A: 13,40 EUR, CH: 20,50 sFr.
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Thema

Unter Pädagoginnen und Pädagogen herrscht ein Konsens, wie nützlich das Spiel für Kinder ist. Spiel ist eines der Grundphänomene menschlichen Daseins. Wesentliche Charakteristika des Spielens sind Selbstbestimmung und das Erleben von Gemeinsamkeit, Zweckfreiheit, Spannung und Entspannung, Freude, Zufriedenheit und Wiederholbarkeit. Darüber hinaus ist es möglich, Wahrnehmungsleistungen, motorische Fertigkeiten und Intelligenzleistungen zu erwerben oder zu festigen.

Autorin

Andrea Erkert ist Erzieherin, Entspannungspädagogin und Fachlehrerin einer Grundschulförderklasse. Sie hat zahlreiche Bücher zum Kinderspiel verfasst.

Aufbau

Erkert gliedert die 96 Seiten umfassende Spielesammlung entlang der Bereiche: auditive, visuelle, taktile, olfaktorische und gustatorische sowie kinästhetische und vestibuläre Wahrnehmung. Es folgen kurze Literaturhinweise und eine Auflistung von elf im Fachhandel erhältlichen Spielen.

Inhalt

Im Vorwort beschreibt die Autorin das Ziel ihrer Schrift: Dies liegt darin, zu zeigen wie die Wahrnehmung von Kindern durch Spiele gefördert und damit ihre Entwicklung unterstützt werden kann.

Jedes der folgenden sechs Kapitel wird mit Erfahrungen aus der Praxis eingeleitet, welche die Bedeutung des jeweiligen Sinnes und seiner Förderung erläutern. Dabei wird auch beschrieben, welche Beobachtungen auf Schwierigkeiten im jeweiligen Wahrnehmungsbereich hindeuten. Die Kapitel sind in zufälliger Reihenfolge angeordnet.

  1. Zuhören, unterscheiden und erkennen
  2. Hinschauen, beobachten und verstehen
  3. Ertasten, fühlen und (be-)greifen
  4. Riechen, schmecken und genießen
  5. Ziehen, drücken und Körpergefühl entwickeln
  6. Balancieren, drehen und Gleichgewicht halten

Insgesamt finden sich in den sechs Kapiteln 92 Spiele. Diese stellen eine übersichtliche Sammlung von leicht umsetzbaren Gruppenspielen dar. Alle Spiele benötigen einen geringen Materialeinsatz und haben eine kurze Spieldauer von 3-10 Minuten. Es findet sich eine große Anzahl von Altbekanntem, z.B. traditionelle Merkspiele wie „Hilfe ein Dieb“. Zum Teil werden diese verändert, so wird zum Beispiel aus „Ich sehe was, was du nicht siehst“ „Ich sehe etwas Rundes!“. Dabei werden auch Förderangebote beschrieben, die den Rahmen der klassischen Spielpädagogik verlassen, wenn es z.B. um das Kräuterbeet (S.58) geht oder darum, einen Obstsalat zuzubereiten (S. 61). Angebote wie der Pedalo Lauf (S. 92) sind der Psychomotorik entlehnt. Anschaulich erläutert die Autorin oftmals auch Variationsmöglichkeiten zu den Spielen und gibt Hinweise für die praktische Umsetzung. Zu vielen der beschriebenen Spiele wird aufgezeigt, welche pädagogische Intention sich damit verbinden lässt.

Diskussion

Das Taschenbuch folgt dem Prinzip einer klassischen Spielesammlung. Titel und Vorwort versprechen zugleich Möglichkeiten zur Wahrnehmungsförderung von Kindern aufzuzeigen. Das Taschenbuch wendet sich aber sicherlich nicht an ein Fachpublikum, sondern an einen breiteren Leserkreis. Die verwendeten Fachbegriffe und der Anspruch der Wahrnehmungsförderung weisen auf einen fachlichen Anspruch hin, dieser findet sich aber ausschließlich in einer Ordnung der Spiele entlang der sechs Wahrnehmungsbereiche wieder. Eine fundierte theoretische Auseinandersetzung mit dem kindlichen Spiel und Konzepten zur Wahrnehmungsförderung wie z.B. der sensorischen Integration fehlen.

Fazit

Eine übersichtliche Spielesammlung, die sich vor allem für Einsteigerinnen und Einsteiger in die pädagogische Arbeit mit Kindern eignet, die noch über wenig Erfahrung mit Spielen verfügen. Die Beschreibungen sind nachvollziehbar und leicht umsetzbar. Um fundiert die Wahrnehmung von Kindern zu fördern, ist das Buch nicht geeignet, dazu fehlt ein theoretisch verankertes Konzept.

Rezension von
Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse
Leitung des Lehrgebiets körperliche und motorische Entwicklung der Fakultät Rehabilitationswissenschaften an der TU Dortmund
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Es gibt 3 Rezensionen von Ingo Bosse.

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Zitiervorschlag
Ingo Bosse. Rezension vom 23.01.2012 zu: Andrea Erkert: Wahrnehmungsspiele für Kita, Hort und Schule. Herder (Freiburg, Basel, Wien) 2011. ISBN 978-3-451-32424-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/12265.php, Datum des Zugriffs 17.08.2022.


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