socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Josef Schrader: Struktur und Wandel der Weiterbildung

Cover Josef Schrader: Struktur und Wandel der Weiterbildung. W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG (Bielefeld) 2011. 447 Seiten. ISBN 978-3-7639-4846-8. 34,90 EUR, CH: 57,00 sFr.

Reihe: Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung - Forschung.
Recherche bei DNB KVK GVK

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Thema

„Struktur und Wandel der Weiterbildung“ präsentiert die Ergebnisse einer Langzeitstudie, welche die Auswirkungen der wohlfahrtsstaatlichen Modernisierungen auf die organisierte Weiterbildung in den Blick nimmt. Ausgehend von der Bildungsreform in den 1960er/1970er Jahren werden zentrale Modernisierungsstrategien sowie Veränderungen der Weiterbildungsorganisation, des Weiterbildungssystems und -angebots analysiert.

Autor

Dr. Josef Schrader, seit 2003 Professor für Erwachsenenbildung/Weiterbildung am Institut für Erziehungswissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen, ist seit 2012 Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung, Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. in Bonn. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte umfassen empirische und theoretische Forschung zum Lehren und Lernen in der Erwachsenenbildung, Professionalisierung des Weiterbildungspersonals sowie Struktur und Steuerung des Weiterbildungssystems, auch unter Berücksichtigung international-vergleichender Perspektiven.

Entstehungshintergrund

Die Publikation verbindet unterschiedliche Forschungsprojekte Josef Schraders: Ausgangspunkt bildet eine Studie zur Situation der Weiterbildung in Bremen zu Beginn der 1990er Jahre, die Schrader während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Bremen erstellt hat, gefolgt von Analysen zum Wandel von Bremer Weiterbildungsprogrammen und -institutionen in seiner Habilitationsschrift, bis hin zu thematischen Vertiefungen während seiner Professur in Tübingen, so bspw. Steuerung in Mehrebenensystemen der Weiterbildung, Reproduktionskontexte, Management und Organisation.

Aufbau

Die Publikation ist in vier zentrale Abschnitte gegliedert. Voran gestellt finden sich das Inhaltsverzeichnis sowie zwei kurze einleitende Kapitel: (1.) eine Vorbemerkung von Monika Kil sowie (2.) ein Vorwort des Autors. Sein wissenschaftliches „Interesse ist auf die Frage gerichtet, welche Folgen die in der Phase der Bildungsreform begonnene wohlfahrtsstaatliche Modernisierung der Weiterbildung für das Weiterbildungssystem, seine Organisationen sowie das Weiterbildungsangebot gehabt hat und wie sich gegebenenfalls unerfüllt gebliebene Ansprüche zukünftig erreichen lassen“ (S. 13).

Teil A: Modernisierung der Weiterbildung im Wohlfahrtsstaat

Zuerst wird in einem einführenden Kapitel (1.) „Weiterbildung im Wandel wohlfahrtsstaatlicher Politik“ die Bildungsreform Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre als „critical juncture“ markiert, infolge derer „die Funktion von Weiterbildung für eine gesellschaftliche Modernisierung unter den Maßgaben von Demokratisierung und Ökonomisierung“ (S. 18) betont wird. Kritisch wird gefragt, was aus dieser Programmatik geworden sei, da sich die bundesdeutsche Politik von den „Versprechungen sozialstaatlicher Modernisierung verabschiedet“ (S. 19) habe, zudem eine neue bildungspolitische Debatte geführt werde und auch der Forschungsstand kontrovers sei. Ausgeführt wird dies am Beispiel der Weiterbildungspolitik, der institutionellen Struktur, der Organisationen, der Professionalisierung sowie der Nutzung des Weiterbildungsangebots. Gegen Ende des Kapitels wird eine Vorschau auf die zentralen Inhalte und Abschnitte der Publikation skizziert.

In den folgenden drei Kapiteln werden die drei zentralen Modernisierungskonzepte der letzten Jahrzehnte vorgestellt: Das Kapitel (2.) „Institutionalisierung der Weiterbildung: historische Entwicklungen und bildungspolitische Reformen“ beschreibt eine dauerhaft gesicherte rechtliche Reglementierung bei gleichzeitigem Rückgang öffentlicher Förderung und einer ansteigenden Akteurs- und Interessensvielfalt. Im Kapitel (3.) „Professionalisierung der Weiterbildung“ werden die über das Wissenschaftssystem ausgelösten Professionalisierungsversuche des hauptamtlichen Personals mit dem Ziel qualitativ hochwertiger Angebote nachgezeichnet. Das Kapitel (4.) „Qualitätssicherung in der Weiterbildung“ stellt Qualitätssicherung als Paradigmenwechsel in der Erwachsenenbildung mit zunehmendem Fokus auf die Organisationsqualität und deren Kundenorientierung heraus: „Sozialstaatlich motivierte Fürsorge wird abgelöst durch betriebswirtschaftliche Effektivität und Effizienz“ (S. 83). Im Kapitel (5.) „Desiderat der Forschung: Analyse der Wirkungen von Modernisierungsstrategien“ wird der Teil A zusammengefasst und gefragt, „welche Bedeutung der Wohlfahrtsstaat für die Weiterbildung (noch) hat“ (S. 90).

Teil B: Theoretische und methodische Grundlagen der Untersuchung

Dieser Teil diskutiert die theoretische Konzeption und methodische Umsetzung der Studie, deren zentrales Interesse sich auf Zusammenhänge zwischen Modernisierungsstrategien und Struktur bzw. Wandel von Weiterbildung richtet. Die Leitfragen zielen folglich auf die aktuelle Struktur des Weiterbildungsbereichs, auf mögliche Zusammenhänge zwischen „Überlebensfähigkeit von Organisationen“ (S. 140) und Kundenorientierung sowie auf pädagogische Qualität und Systematik von Weiterbildungsprogrammen. Übergreifend wird gefragt, „ob die unbestrittene Krise des Wohlfahrtsstaates zu seiner Transformation oder zu seinem Ende führt“ (ebd. f.).

Um dies empirisch zu fassen, wird zunächst im Kapitel (6.) „Theoretische Grundlagen der Untersuchung“ ein Mehrebenenmodell organisierter Weiterbildung skizziert, welches die Ebenen der Lerngelegenheiten, der Organisation, des institutionellen Umfeldes, der nationalen sowie supranationalen politischen Akteure umfasst. Diese systemtheoretisch orientierten Differenzierung von Interaktions-, Organisation- und Systemebene wird anschließend um die Ebene der institutionellen Umwelt ergänzt: Institutionen vs. Organisationen, die Reproduktion von Organisationen und Organisationstypen, deren institutionelle Rahmenbedingungen sowie Akteure und Akteurskonstellationen. Dieses „Modell der Reproduktionskontexte“ unterbreitet theoriebasierte Vorschläge, um institutionelle und organisatorische Strukturen von Weiterbildung systematisch erfassen zu können. Da neben der empirischen Analyse der Struktur ebenso der Wandel von Weiterbildung von Interesse ist, wird anschließend Wandel als Ergebnis intendierter Interventionen vs. als ungeplante Folge komplexer gesellschaftlicher Strukturveränderungen, Modernisierungstheorien und institutionalistische Konzepte sozialen Wandels thematisiert.

Das Kapitel (7.) „Methodische Grundlagen der Untersuchung“ begründet zunächst, warum Programmanalysen zur Datenerhebung genutzt worden sind, gibt Einblicke in den Forschungsprozess und informiert über die einbezogenen Weiterbildungsanbieter, deren Programme 1979, 1992, 1996 und 2006 erhoben wurden. Die auf die Region Bremen bezogen Daten werden für die letzten beiden Erhebungsjahre als annähernd repräsentativ herausgestellt.

Teil C: Struktur und Wandel der Weiterbildung

In diesem Teil werden die umfassenden Studienergebnisse untergliedert in fünf Kapitel vorgestellt. Zunächst wird in Kapitel (8.) „Bremen – Eine traditionelle Industrieregion im Wandel“ der Übergang von einer Produktions- in eine Dienstleistungsökonomie nachgezeichnet, welcher für viele Regionen in der Bundesrepublik typisch sei und mit einer wachsenden Orientierung an der Beschäftigungsfähigkeit (anstelle des Berufsprinzips) einhergehe. Während im Weiterbildungssektor rechtliche Reglementierungen erhalten bleiben, erodieren die finanziellen Grundlagen. Ebenfalls habe die Arbeitsverwaltung an Einfluss und Bedeutung gewonnen, die über erhebliche finanzielle Mittel einen „dauerhaften Druck auf Organisationen“ (S. 209) ausübe, sowohl qualitative als auch günstige Weiterbildung anzubieten.

Das Kapitel (9.) „Das Weiterbildungsangebot und seine Veränderungen – ein Überblick“ resümiert, das Weiterbildungsangebot sei hinsichtlich der Veranstaltungszeiten und Themen „alltäglicher“, bezogen auf seine stärkere Erwerbsorientierung „realistischer“, aufgrund weniger gezielter Zielgruppenansprachen „inklusiver“ und wegen Veränderungen von Veranstaltungsformen und -zeiten „verdichteter“ (S. 260) geworden. Die Inhalte der allgemeinen Weiterbildung konzentrierten sich stärker auf gewöhnliche Handlungskompetenzen anstelle auf „(hohe) Kultur“ (ebd.).

Das Kapitel (10.) „Struktur und Wandel auf Ebene des Weiterbildungssystems“ bilanziert, dass sich die Wirkung der in den 1960er angestoßenen Weiterbildungsgesetzgebung deutlich abzeichne und sich in der Breite des Angebots, den präferierten Inhaltsbereichen sowie der Bedeutung, die dem öffentlich-rechtlichen Kontext zuteil werde, äußere. Nicht gelungen sei es, ein quartäres System aufzubauen, die Weiterbildungsgesetzgebung habe „eher für Kontextdifferenzierung gesorgt als für ein koordiniertes Weiterbildungssystem“ (S. 303). Die Ergebnisse werden dahin gehend interpretiert, dass die Verrechtlichung des Weiterbildungssystems bedeutsamer als die Höhe der finanziellen Förderung sei. Mit den geänderten Finanzierungsbedingungen gehen der Bedeutungsverlust der politischen und sozialen Bildung sowie der Bedeutungszuwachs der beruflichen Weiterbildung einher.

Im Kapitel (11.) „Struktur und Wandel auf der Ebene der Weiterbildungsorganisation“ wird deutlich, dass die Weiterbildungsgesetze „nach wie vor einflussreich sind“ (S. 340) und sowohl Existenz als auch Profil anerkannter Anbieter prägen. Differenziert wird zwischen kommunal geförderten Organisationen, welche sich hinsichtlich des Angebotsvolumens als auch des Angebotsprofils stabil und thematisch flexibel zeigen, und großen Korporationen, deren Programmprofil erschöpft zu sein scheine und „die um ihre Existenz ringen“ (S. 342). Die Einführung von Qualitätsmanagementverfahren garantiere zudem nicht die Überlebensfähigkeit von Organisationen, diese „korreliert vielmehr mit den Kontextbedingungen, mit der Art der […] Beschaffung von Ressourcen und Legitimationen“ (S. 341).

Das Kapitel (12.) „Struktur und Wandel auf der Ebene des Weiterbildungsangebots“ stellt heraus, dass zwischen dem Preis einer Weiterbildungsveranstaltung und der Qualität von Ankündigungstexten kein Zusammenhang bestehe. Zudem haben QM und Professionalisierung nur begrenzten Einfluss: Deutlich wird, dass „die Einführung von Qualitätsmanagement zwar die Aufbau- und Ablauforganisation verbessert, aber die Lehr-Lernebene kaum erreicht“ (S. 403).

Teil D: Bilanz und Perspektive

Dieser Teil ist mit insgesamt sieben Seiten der kürzeste der Publikation.

Eingangs wird eine Zusammenfassung über zentrale Annahmen, theoretische Ausführungen und den Ansatz der Studie gegeben. Anschließend wird im Kapitel (13.) Modernisierung der Weiterbildung im Wohlfahrtssystem: Erträge und Perspektiven der Forschung“ eine Bilanz zu den drei Modernisierungsstrategien gezogen: Erstens wurde über die Institutionalisierung bzw. rechtliche Reglementierung „die historisch gewachsene Struktur des Weiterbildungssystems nachhaltig modernisiert. Ihre Wirkung besteht allerdings eher in einer Kontextdifferenzierung als im Aufbau eines quartären Systems“ (S. 409). Zweitens habe die Einführung von Qualitätsmanagement „kaum Einfluss auf die thematische Profilbildung“ (S. 410) und sichere nicht die Existenz von Organisationen. Drittens scheine die Professionalisierung des hauptamtlichen Planungspersonals „die didaktische Differenzierung des Angebots wahrscheinlicher zu machen“ (S. 410). Die Modernisierungsstrategien der Professionalisierung und Qualitätssicherung zeigen insgesamt weniger sichtbare Wirkungen als die der rechtlichen Reglementierung. Des Weiteren wird die „Macht in Form rechtlicher Reglementierung als wirksamer als Geld und Wissen“ (S. 411) herausgestellt. Hingewiesen wird zudem auf eine zunehmende Pluralisierung von Akteuren und Interessen in der Weiterbildung. Abschließend werden offene Fragen gestellt, bspw. nach der Steuerung des Weiterbildungssystems, welche im Kontext der vorliegenden Studie aufgeworfen, aber nicht beantwortet werden konnten.

Im Anschluss an Teil D finden sich das Literatur- und Abbildungsverzeichnis, ein englisches Abstract sowie Autorenangaben.

Diskussion

Hervorzuheben sind an „Struktur und Wandel der Weiterbildung“ mehrere positive Aspekte: Inhaltlich sticht insbesondere die komplexe Datenlage hervor, welche zurecht im Vorwort Monika Kils als „einzigartig und in dieser Weise noch nie aufbereitet“ (S. 12) gewürdigt wird. Die Studie bietet nicht nur eine längsschnittlich (zu den Jahren 1979, 1992, 1996 und 2006) angelegte Programmanalyse der Weiterbildung des Landes Bremen, sondern gleichzeitig enorm differenzierte Ergebnisse, welche entlang des eingeführten Mehrebenenmodells unterschiedliche Weiterbildungsebenen, aber auch die Reproduktionskontexte systematisch berücksichtigen. Das Eingehen auf die Akteurskonstellationen und den bspw. gestiegenen Einfluss der Arbeitsverwaltung auf organisierte Weiterbildung wird aktuellen Realitäten gerecht. „Während Phänomene dieser Art in der Diskussion der Weiterbildung zumeist beklagt werden, wurde hier der Vorschlag unterbreitet, sie zum Anlass zu nehmen, um Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik stärker im Zusammenhang zu betrachten, wie es die vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung bereits praktiziert“ (S. 411). So konstruktiv dieser Vorschlag auch ist, leider wird er jedoch nicht weiter ausgeführt, so bspw. weder der Diskussionsstand der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung noch die Betrachtung von Weiterbildung aus dieser Perspektive. Es wird lediglich der Wandel von einem konservativen zu einem liberalen Wohlfahrtsstaat konstatiert (S. 219, 304).

Des Weiteren ist die Publikation sehr lesefreundlich gestaltet: Zahlreiche Zwischenfazits und überleitende bzw. resümierende Abschnitte zu Beginn und Ende der Kapitel erleichtern ein Querlesen. Bemerkenswert ist, dass im Teil D sehr klar benannt wird, auf welche Fragen die Studie keine Antworten liefern kann und dass auf vorschnelle bzw. nicht haltbare Interpretationen verzichtet wird. Bedauerlich ist es aber dennoch, dass zentrale Fragen der Studie nicht beantwortet werden können, so bspw. die Frage nach der Erreichbarkeit unerfüllt gebliebener Ansprüche aus der Bildungsreform (S. 13). Offen bleiben die Fragen nach der Steuerung und Steuerbarkeit des Weiterbildungssystems (S. 412), nach Zusammenhängen zwischen dem Handeln von Akteuren und kontextuellen, organisationalen und personalen Merkmalen (ebd.) sowie nach Einflussfaktoren auf Veranstaltungsebene (S. 413). Schrader formuliert als „notwendige und reizvolle Aufgabe, darüber nachzudenken, wie eine wohlfahrtsstaatliche Politik zur Modernisierung der Weiterbildung gestaltet werden kann“ (S. 413). Auch zu diesem Punkt werden keine weiterführenden Überlegungen aufgezeigt und auch keine Impulse gegeben, so bspw. zur Frage, welche Interessenskonflikte hier zwischen Profession, Disziplin oder Politik auftreten können, grundlegende Fragen gesellschaftlicher Strukturen und Legitimationen berühren oder welche Akteure welche Standpunkte beziehen können, wollen oder müssen. Der Problemhorizont der Steuerung von Weiterbildung wird nicht konkretisiert, weshalb die Publikation in diesem Punkt eher nüchtern wirkt.

Insgesamt aber wirken Schraders umfassenden Forschungsarbeiten zu Struktur und Wandel der Weiterbildung über den Zeitraum von drei Jahrzehnten hinweg ausgesprochen beachtlich. Dies verleitet zum Eindruck, dass es sich bei „Struktur und Wandel der Weiterbildung“ gewissermaßen um das „Lebenswerk“ des Autors handelt, zudem ist es auch seiner Familie gewidmet. Jedoch weist Schraders Forschungsprofil noch einen zweiten Strang auf: Die Beachtung der Lehr-Lernebene und des lernenden Individuums, so bspw. in seiner Dissertation zu Lerntypen in der Erwachsenenbildung oder in seinen Auseinandersetzungen mit mediengestützter Fallarbeit. Diese lernerorientierte Perspektive auf Strukturen und Wandel der Weiterbildung wäre eine Bereicherung auch für die vorliegende Studie, was jedoch schlichtweg den Rahmen sprengen würde, den Programmanalysen (und auch Forschungsbudgets) zu bieten haben.

Fazit

„Struktur und Wandel der Weiterbildung“ stellt aufgrund seiner theoretisch-methodischen Komplexität sowie seiner bislang einmaligen Datenlage einen empirischen Meilenstein dar, der für das wissenschaftliche Feld der Erwachsenen- und Weiterbildungsforschung von besonderem Interesse sein dürfte. Für die Bildungspolitik und Weiterbildungspraxis ist die Studie ebenfalls eine bedeutende Bezugsgröße, jedoch ist nicht mit einfachen „Rezepten“ zur Lösung von Weiterbildungsproblematiken zu rechnen. Die Studie schafft zwar durchaus eine „gesicherte Grundlage für gezielte Innovationen“ (S. 144), um jedoch anschlussfähige Innovationen zu entwickeln, sind von den entsprechenden Akteuren selber spezifische Reflexions- und Transferleistungen zu erbringen.

Von daher richtet sich „Struktur und Wandel der Weiterbildung“ eher an ein wissenschaftlich interessiertes Fachpublikum und ist als konkreter Impulsgeber oder einführender Grundlagentext weniger geeignet. Eine Ausnahme bilden die einführenden Kapitel (Teil A) zur Modernisierung der Weiterbildung, Bildungsreform, Institutionalisierung, Professionalisierung und Qualitätssicherung, welche einen ausgezeichnet verdichteten und systematischen Überblick über die Entwicklungen der Weiterbildung in den letzten Jahrzehnten liefern.


Rezension von
Dipl.-Päd. Iris Männle
E-Mail Mailformular


Alle 8 Rezensionen von Iris Männle anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Iris Männle. Rezension vom 17.01.2013 zu: Josef Schrader: Struktur und Wandel der Weiterbildung. W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG (Bielefeld) 2011. ISBN 978-3-7639-4846-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/12284.php, Datum des Zugriffs 02.07.2020.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

ISSN 2190-9245

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!

socialnet optimal nutzen!

Recherchieren

  • Rezensionen liefern den Überblick über die aktuelle fachliche Entwicklung
  • Materialien bieten kostenlosen Zugang zu aktuellen Fachpublikationen
  • Lexikon für die schnelle Orientierung und als Start für eine vertiefende Recherche
  • Sozial.de für tagesaktuelle Meldungen

Publizieren

  • wissenschaftliche Arbeiten
  • Studien
  • Fachaufsätze

erreichen als socialnet Materialien schnell und kostengünstig ihr Publikum

Stellen besetzen
durch Anzeigen im socialnet Stellenmarkt

  • der Branchenstellenmarkt für das Sozial- und Gesundheitswesen
  • präsent auf führenden Fachportalen
  • schnelle und preiswerte Schaltung
  • redaktionelle Betreuung