Michael Noweski: Normative Wissenschaft
Rezensiert von Prof. Dr.PH Max Ueberle, 28.11.2013
Michael Noweski: Normative Wissenschaft. Eine Erkundung unter besonderer Berücksichtigung der Gesundheitswissenschaften.
Verlag Dr. Köster
(Berlin) 2011.
96 Seiten.
ISBN 978-3-89574-767-0.
D: 19,80 EUR,
A: 20,40 EUR.
Schriftenreihe Politikwissenschaft - 18.
Thema
- Woher wissen wir was wir in den Gesundheitswissenschaften wollen?
- Sollten Gesundheitswissenschaftler auf der Seite der Schwachen stehen?
- Wie anwendungsnah sollte Forschung sein?
- Welches sind die Gründe für die Grenzen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen?
Michael Noweski geht Fragestellungen nach, die der Beschäftigung mit den Bedingungen von Gesundheit und Krankheit zugrundeliegen – und häufig genug auch wichtige Elemente für die persönliche Motivation für die Befassung mit gesundheitswissenschaftlichen Themen darstellen.
Aufbau und Inhalt
Das Ergebnis ist ein schmales Bändchen von gerade einmal 70, nach Abzug der großzügigen Fußnoten geschätzt noch 40 Seiten, das eine umfassende Beschreibung von Normen und Wertkonzepten in den Gesundheitswissenschaften enthält.
Dabei werden höchst unterschiedliche Gesichtspunkte angesprochen wie zum Beispiel :
- „Dogmatisierung“, also die Festlegung von Maßstäben, die nicht mehr in Frage gestellt werden, „Transferbeschleunigung“, das ist das Bestreben, wissenschaftliche Erkenntnisse schnell, gelegentlich auch vorschnell in die Praxis umzusetzen (das Kapitel umfasst 13 Zeilen mit sieben wertvollen Fußnoten) oder
- die „Parteinahme“ für vulnerable Zielgruppen.
- Vergleichsweise viel Raum wird dem Kapital „Disziplinenbeziehungen“ gewidmet, das die Einordnung gesundheitswissenschaftlicher Disziplinen in die Wissenschaftslandschaft darstellt.
Diskussion
Bei dem begrenzten Umfang kann vieles nur angerissen werden und teilweise entsteht der Eindruck einer Ideen- und Stichwortsammlung für eine umfassendere Arbeit – die sich aus dem Material wohl auch erstellen ließe. Das tut der Lesbarkeit keinen Abbruch, ja die Materialsammlung ist sogar vergnüglich zu lesen, viele Aha- und Wiedererkennungseffekte einbezogen.
Fazit
Dem nachdenkenden Studenten der Gesundheitswissenschaften, der den Grundlagen des Fachs nachspürt, kann der Band empfohlen werden. Denn gerade in Anfängerveranstaltungen begegnet man nicht selten einem (verständlichen und lässlichen) Willen zum „Guten“, der konstruktiv reflektiert werden sollte.
Dem Wissenschaftler bietet der Band aufgrund seiner Kürze vielleicht wenig Neues, als Vedemecum und Anregung zur laufenden Selbstreflexion ist er ein guter Stichwortgeber und durch den umfangreichen Fußnotenapparat liefert er auch Hinweise zu nicht ganz naheliegenden Quellen.
Rezension von
Prof. Dr.PH Max Ueberle
Professor für Gesundheits- und Sozialmanagement, FOM Hochschule für Oekonomie und Management, Essen, Hochschulzentrum Frankfurt am Main
Mailformular
Es gibt 8 Rezensionen von Max Ueberle.



