socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Sonja Fröse: [...]Bereitschaftsdienste() und Notfälle() in der ambulanten Pflege

Cover Sonja Fröse: Was Sie zu Bereitschaftsdiensten und Notfällen in der ambulanten Pflege wissen sollten. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Hannover) 2011. 135 Seiten. ISBN 978-3-89993-281-2. D: 26,95 EUR, A: 27,80 EUR, CH: 39,90 sFr.

Reihe: Pflege.
Recherche bei DNB KVK GVK.

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand

über Shop des Verlags


Ein leicht umzusetzendes Handbuch für die ambulante Pflege (und für interessierte Angehörige)

Nach SGB V und SGB XI wird erwartet, dass auf Notfälle, die in der ambulanten Pflege auftreten können, jederzeit reagiert werden kann und der ambulante Pflegedienst durchgehend für die Patienten erreichbar sein soll. Hierzu empfiehlt es sich, einen (Ruf)Bereitschaftsdienst erbringen. Auch der Prüfkatalog des MDK geht auf diese Pflicht ein und formuliert Fragen dazu.

In dem vorliegenden Buch geht die Autorin auf diese Vorgaben ein und beleuchtet die Organisation des Bereitschaftsdienstes. Außerdem gibt sie eine Übersicht über einige Notfälle, die in der ambulanten Pflege auftreten können. Dies ist auch für (pflegende) Angehörige sinnvoll.

Die Autorin ist laut Angabe des Verlags Krankenschwester und Qualitätsbeauftragte und arbeitet als Pflegeberaterin in einem ambulanten Pflegedienst in Berlin. Auch die Webseite der Autorin wird genannt.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um ein praktisches Nachschlagewerk zu zwei Themen, die eng miteinander verknüpft und für ambulante Pflegedienste wichtig sind.

Dazu ist es außerdem hilfreich, dass z.B. auch Notfälle besprochen werden, die auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen sind, wobei sich aber aus diesen Situationen weitere schwierige Probleme ergeben können.

Die Frage nach den medizinischen Notfällen erstreckt sich auf wichtige Beispiele und man kann durchaus noch lernen – auch wenn man in der Krankenpflege arbeitet.

Man merkt sehr deutlich, dass die Autorin aus der Praxis kommt.

Aufbau und Inhalte

Der Aufbau des Handbuches ist zweigeteilt – zum einen findet der Leser nützliche Hinweise zum Thema Bereitschaftsdienst, zum anderen spezifische zum Thema Notfälle. Dies macht das Nachschlagewerk praktisch.

Zu den einzelnen Kapiteln:

1. (Ruf-)bereitschaftsdienst, Bereitschaftsdienst und pflegerische Notfälle – die rechtlichen Grundlagen. Es werden die gesetzlichen Grundlagen behandelt, die sich über SGB V und XI bis zum Arbeitszeitgesetz erstrecken. Sinnvoll ist auch die Interpretation der gesetzlichen Vorgaben, in denen man merkt, was tatsächlich präzise beschrieben ist und was Spielraum für die Umsetzung lässt (Stichwort: Ausbildung der Pflegekraft).

2. Allgemeine Hinweise bei Notfällen. Hier wird auch auf Notfälle eingegangen, die nichts mit den Kunden/ Patienten zu tun haben, etwa auf solche wie ein schwerer Verkehrsunfall der Pflegedienstleitung oder Stromausfall im Büro sowie allgemeine Hilfestellungen. Oft wird über diese Themen noch nicht nachgedacht.

3. Der (Ruf-)bereitschaftsdienst in der ambulanten Pflege. In diesem Kapitel wird alles aufgelistet und beschrieben, was mit dem Bereitschaftsdienst zu tun hat: Qualifikationen der Personen, Einarbeitung, Übergabe, technische und materielle Voraussetzungen, Dienstplangestaltung. Für alle Themen finden sich anschauliche Beispiele.

4. Die praktische Umsetzung des (Ruf-)bereitschaftsdienstes. Die konsequente Weiterverfolgung des vorherigen Kapitels – was geschieht im Bereitschaftsdienst? Sehr anschaulich anhand von Übersichtstabellen wird erklärt, welche Anfragen häufig vorkommen und wie man darauf am besten reagiert. Hier ist gut zu sehen, dass der „klassische“ Notfall der Patienten eher eine untergeordnete Rolle spielt. Meistens sind es organisatorische Fragen von Angehörigen oder Kollegen.

5. Bereitschaftsdienst statt Rufbereitschaft in ambulanten Pflegediensten. Leider wird in diesem Kapitel nicht klar auf die Überschrift eingegangen sondern es verbergen sich weitere Themen, die auch durch Rufbereitschaftsdienste übernommen werden könnten. Hilfreich ist der Hinweis auf Zusammenschlüsse mit anderen Pflegediensten, um Bereitschaft herzustellen.

6. Was Sie über medizinische und pflegerische Notfälle wissen sollten . In diesem Kapitel wird es nun ganz und gar praktisch. Eigentlich sollte es jeder Pflegeperson klar sein, aber da die genannten Notfälle glücklicherweise selten vorkommen, ist es doch sinnvoll, das Vorgehen aufzulisten. Behandelt werden z.B. Sturz, Schlaganfall, Suche nach vermisster Person, Herzinfarkt und Verhalten im Brandfall. Auch Angehörige können an dieser Stelle an Sicherheit gewinnen.

7. Was Sie über Notfälle von Kollegen wissen sollten. Hier werden drei Themen behandelt, von denen eines (die Nadelstichverletzung) nicht mehr vorkommen sollte. Aber die Realität zeigt, dass dies nicht komplett verhindert werden kann. Die beiden anderen Themen sind Arbeits- und Verkehrsunfall und Einbruch ins Auto.

8. Das Hausnotrufsystem als wichtiges Bindeglied zwischen Patient und ambulanten Pflegedienst. Kurz werden hier Leistungen erläutert, die mit der ambulanten Pflege an sich nichts zu tun haben, die aber in Kooperation mit den Pflegediensten angeboten werden können.

Es folgt der Anhang mit Adressen und Literaturverzeichnissen.

Diskussion

Auf den ersten Blick fragt man sich, ob es denn nötig ist, zu dem in der Überschrift genannten Thema ein ganzes Buch zu verfassen. Aber dann merkt man, dass sich unter den beiden Begriffen „Bereitschaftsdienst“ und „Notfall“ Fallstricke verbergen, die man nach der aufmerksamen Lektüre dieses Buches umgehen kann.

Übersichtlich aufgebaut, mit vielen Fallbeispielen, bringt es auch diese eher trockenen Themen an die Leser. Diese können dann auch viel Nützliches aus diesem Buch herausziehen und sicherer in ihrem Arbeitsalltag werden.

Ein wichtiger Aspekt ist auch das Hervorheben, dass die Bereitschaftsdienstmitarbeiter nicht selber alles regeln müssen sondern auch delegieren können.

Die praktische Erfahrung der Autorin wird hier und im gesamten Buch deutlich, dies macht es auch besonders wertvoll für Betreiber von ambulanten Pflegediensten.

Fazit

Ein auf den ersten Blick vielleicht nicht notwendiges, aber beim Lesen durchaus wichtiges und praktisches Nachschlagewerk.


Rezensentin
Claudia Schwill
QualitätsBeratungSchwill
Homepage www.qb-s.de
E-Mail Mailformular


Alle 20 Rezensionen von Claudia Schwill anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Claudia Schwill. Rezension vom 23.02.2012 zu: Sonja Fröse: Was Sie zu Bereitschaftsdiensten und Notfällen in der ambulanten Pflege wissen sollten. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Hannover) 2011. ISBN 978-3-89993-281-2. Reihe: Pflege. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/12409.php, Datum des Zugriffs 24.07.2017.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Schon 12 000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft

Gehören Sie auch schon dazu?

Ansonsten jetzt für den Newsletter anmelden!