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Silke Birgitta Gahleitner, Gernot Hahn (Hrsg.): Klinische Sozialarbeit

Cover Silke Birgitta Gahleitner, Gernot Hahn (Hrsg.): Klinische Sozialarbeit. Übergänge gestalten, Lebenskrisen begleiten. Psychiatrie Verlag GmbH (Bonn) 2011. 280 Seiten. ISBN 978-3-88414-535-7. 29,95 EUR, CH: 43,50 sFr.

Reihe: Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung - 4.
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Thema

„Menschen können im Laufe ihres Lebens durch unterschiedliche Auslöser in Krisensituationen geraten oder gravierende Umbrüche erleben. Mit dem vierten Band der Reihe ‚Klinische Sozialarbeit – Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung? werden zentrale Übergangsphasen des Erwachsenenalters wie die Familiengründung, berufliche Entwicklungen und die Zeit des Älterwerdens ebenso beleuchtet wie psychosoziale Risikokonstellationen bei Kriminalität, Suchtverhalten oder schweren traumatischen Belastungen. Neben der Bewältigung der aktuellen Situation erfordern diese Übergangsphasen auch eine persönliche Weiterentwicklung und die Erarbeitung neuer Strategien und Umgangsweisen. Hier können passgenaue psychosoziale Angebote unterstützend wirken. Diese werden in konkreten Praxissettings vorgestellt und können in vielen psychosozialen Arbeitsfeldern Anwendung finden.“ (Klappentext)

Herausgeberin und Herausgeber

„Silke Birgitta Gahleitner, studierte Soziale Arbeit und promovierte in Klinischer Psychologie. Sie arbeitete langjährig als Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin in der sozialtherapeutischen Einrichtung für traumatisierte Mädchen TWG Myrrha sowie in eigener Praxis. Seit 2005 ist sie als Professorin für Klinische Psychologie und Sozialarbeit mit den Arbeits- und Forschungsschwerpunkten psychosoziale Diagnostik, Psychotherapie und Beratung, qualitative Forschungsmethoden und Psychotraumatologie zunächst an der EFH Ludwigshafen, danach an der ASH Berlin tätig. Kontakt: sb@gahleitner.net Gernot Hahn, studierte Sozialarbeit/Sozialpädagogik in Nürnberg sowie Sozialtherapie an der Universität Kassel und promovierte dort in Sozialer Arbeit. Er arbeitet als Leiter der Forensischen Fachambulanz in Erlangen und als Dozent in der Aus- und Weiterbildung von Sozialarbeitern, sowie im Vorstand des ‚European Centre for Clinical Social Work – ECCSW? und der ‚Zentralstelle für Klinische Sozialarbeit – ZKS?; Redaktionsmitglied der wissenschaftlichen Zeitschrift ‚Klinische Sozialarbeit?. Arbeitsschwerpunkte: Sozialtherapie von Sexual- und Gewaltstraftätern, Resozialisierung psychisch kranker Straftäter. Kriminalprognose, Evaluation kriminaltherapeutischer Behandlungsansätze, Entwicklungspsychologie, Prävention. Kontakt: info@gernot-hahn.de“ (Gahleitner/ Hahn, 2012, S. 2).

Aufbau

Der Haupttext gliedert sich nach einer kurzen Einleitung in drei etwa gleich große Parts – einen allgemeinen Teil, einen speziellen Teil und einen Part, der unter der Überschrift Interventionen steht. Diese drei Parts enthalten je zwischen 6-7 Beiträge unterschiedlicher Autoren zu verschiedenen Themenschwerpunkten. Das Buch endet mit Angaben zu allen Autoren, deren Beiträge in diesem Buch aufgeführt sind.

Inhalt

Die Einleitung erstreckt sich über 11 Seiten und gibt einen Überblick der einzelnen Beiträge bzgl. ihrer Inhalte.

Der allgemeine Teil umfasst 106 Seiten und beginnt mit dem Beitrag „Übergänge als Normalität für Jung und Alt“ von Kirsten Aner. Sie befasst sich mit dem nach wie vor als normativ betrachteten dreigeteilten Lebenslauf, der sich in die Abschnitte „Kindheit und Jugend als Vorerwerbsphase, erwerbstätiges Erwachsenenalter und Alter als nachberufliche Lebensphase“ (Aner, 2012, S. 23) gliedert. Aner betrachtet diesen dreiteiligen Lebenslauf kritisch, da sich u.a. junge Menschen in der heutigen Gesellschaft nach der Ausbildung oder dem Studium nicht direkt auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag freuen können, sondern häufig über Jahre hinweg mit befristeten Verträgen und Gehältern, mit denen sie ihren Lebensunterhalt kaum bestreiten können, konfrontiert sind. Weiterhin spricht sie demographische Faktoren an, durch die die Lebensphase Alter bereits heute aufgrund der steigenden Hochaltrigkeit der Bevölkerung in eine dritte und vierte Lebensphase unterteilt werden kann. Aner stellt fest, dass Lebensläufe heute wesentlich individueller verlaufen und einen erhöhten Grad an Flexibilität beanspruchen. Diese Flexibilität kann jedoch unter Umständen auf die jeweilige Person überfordernd wirken.

Im zweiten Beitrag beschäftigt sich Heiner Keupp mit dem Thema „Alltägliche Lebensführung in der fluiden Gesellschaft“. Darin greift er das Thema des ersten Beitrages auf, indem er darauf eingeht, dass in der heutigen Gesellschaft traditionelle Vorstellungen der Identität immer geringer werden, während verschiedenste neue Lebenskonzepte eine Fülle an nahezu überfordernden Wahlmöglichkeiten bieten. Er bezeichnet diese Entwicklung in Anlehnung an Baumann als fluide Gesellschaft, deren Grenzen und Konstanten sich zu fließenden Variablen wandeln. In diesem Zusammenhang sieht er die Soziale Arbeit als wichtige Unterstützungsform für die Menschen, die Hilfe benötigen, um mit den gesellschaftlichen Umbruchprozessen zurechtzukommen. Dabei soll sich Soziale Arbeit vor allem mit Themen wie der Gesellschaftsdiagnostik, dem Rollenverständnis, der Annahme des Menschenbildes und der sozialen Ungleichheit hinsichtlich des Zugangs zu psychosozialen Ressourcen befassen.

Der dritte Beitrag des allgemeinen Teils stammt von Kathy Weinhold und Frank Nestmann und steht unter der Überschrift „Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung in Übergängen“. Auch dieser Beitrag schließt wiederum an den vorherigen Beitrag von Keupp an, da auch dieser sich mit der Bedeutung psychosozialer Ressourcen befasst. Dabei betonen sie vor allem die Bedeutung sozialer Netzwerke und sozialer Beziehungen für die Führung und Bewältigung des eigenen Lebens, da sich Menschen häufig an anderen Menschen aus ihren eigenen Netzwerken orientieren. Die soziale Unterstützung dieser Netzwerke fördert durchaus auch die Gesundheit und das Wohlbefinden einzelner Subjekte, indem sie bei Übergängen und Umbruchprozessen hilft.

Veronika Hammer und Ronald Lutz haben den vierten Beitrag zum Thema „Erschöpfte Erwachsene in Familien – Über den Umgang mit Armut“ verfasst. Dabei stellen sie die Situation von Erwachsenen mit und ohne Kinder dar, die durch Themen wie Arbeitslosigkeit, Erziehungsfragen oder Haushaltsführung in enorme Stresssituationen bis hin zu Erschöpfungszuständen geraten. Weiterhin nennen sie vor dem Hintergrund der Klinischen Sozialarbeit diverse Interventionsmöglichkeiten wie die integrierte Sozialraumplanung oder die Vernetzung mit Frühen Hilfen für diese Familien.

Der fünfte Beitrag stammt von Silke Birgitta Gahleitner, Ulrike Scheuermann und Wolf Ortiz-Müller zum Thema „Lebenskrisen und Lebensübergänge managen – von der Theorie zur Praxis“ und handelt von krisentheoretischen Überlegungen, die zunehmend Einzug in diverse Praxisfelder halten. Besonders ambulante Krisendienste, Telefonseelsorger oder auch freie Berater bzw. Coaches gewinnen zunehmend an Bedeutung. Besonders wird in diesem Beitrag die Bedeutung eines Coaches in freier Praxis verdeutlicht, der vermehrt durch Klienten aufgesucht wird, die aus verschiedenen Gründen institutionelle Kontexte für solche Coachings meiden.

Mit einer ganz anderen Zielgruppe befasst sich Albert Mühlum im sechsten Beitrag mit dem Titel „Im Angesicht des Todes: Die letzte Lebensphase als finale Herausforderung – auch für Klinische Sozialarbeit“. Darin geht er darauf ein, dass das Sterben eine Herausforderung nicht nur für die Sterbenden selbst, sondern auch für deren Angehörigen und die zuständigen Sozialarbeiter/innen ist. Besonders die Sozialarbeiter/innen befinden sich in einem Spagat zwischen Professionalität und persönlicher Betroffenheit. Denn sie müssen sich nicht nur mit dem Sterbenden und seinen Angehörigen, sondern auch mit ihrer eigenen Vergänglichkeit auseinandersetzen. Weiterhin stellt Mühlum die Hospizarbeit als einen Bereich Klinischer Sozialarbeit dar, in welchem den Themen Tod und Trauer professionell begegnet werden kann.

Im letzten Beitrag des allgemeinen Teils beschäftigt sich Franz-Christian Schubert mit „Ressourcen und Ressourcenarbeit“. In diesem Zusammenhang skizziert er zunächst die verschiedenen Verständnisse des Ressourcenbegriffs, befasst sich anschließend mit einigen theoretischen Modellen wie der Ressourcenerhaltungstheorie nach Hobfoll und dem Modell der Systemischen Anforderungs-Ressourcen nach Becker, um anschließend den Bezug zu Praxissettings zu schlagen.

Der Spezielle Teil umfasst 115 Seiten und beginnt mit dem Beitrag „Vom Paar zur Familie? Übergänge zur Elternschaft in postmodernenBeziehungsformen“ von Gernot Hahn und Susanne Hahn. In diesem Beitrag werden die neuen Aufgaben werdender Eltern in Verbindung mit steigenden außerfamilialen Aufgaben, wie der finanziellen Notwendigkeit der Berufstätigkeit beider Elternteile, skizziert. Die Autoren gehen darauf ein, dass die Elternrolle durch zusätzliche psychische Belastungen enorm erschwert werden kann und sich deshalb zu einem wichtigen Aspekt in Beratungssettings der Klinischen Sozialarbeit entwickelt. Besonders Familienzentren werden hier als interessantes Praxisbeispiel genannt, die zwar ein noch neues Feld der Sozialen Arbeit darstellen, jedoch ihre Dienste stark an den Bedürfnissen von Familien orientieren.

Der zweite Beitrag des speziellen Teils stammt von Philipp Martius und trägt den Titel „ ,Ich habe fertig!‘ Gesundheitliche Folgen von Arbeitsbelastungen am Beispiel des Burn-out-Syndroms in einem biopsychosozialen Kontext“. Darin befasst sich der Autor besonders mit beruflichen Belastungen und deren Folgen. Dabei betrachtet er das Burn-out-Syndrom nicht nur interdisziplinär aus sozialer, psychologischer, biologischer und medizinischer Sicht, sondern reichert seine Überlegungen mit einem konkreten Fallbeispiel an, um einen direkten Praxisbezug herzustellen.

Marion Krüsmann ist Autorin des dritten Beitrags zum Thema „Zur Prävention von berufsbedingter Traumatisierung“ und schließt damit an den vorangegangenen Beitrag an. Zunächst befasst sie sich recht medizinisch mit Traumafolgen und deren Verarbeitung. Anschließend geht sie auf besonders gefährdete Berufsgruppen wie Bankangestellte, Feuerwehrleute oder Mitarbeiter des Rettungsdienstes ein, um letztlich Formen der primären, sekundären und tertiären Prävention, als der Prävention vor, direkt nach und lange nach einer berufsbedingten Traumatisierung aufzuzeigen.

Der vierte Beitrag trägt den Titel „Brüche und Kontinuitäten ,krimineller‘ Entwicklungsverläufe“ und wurde von Wolfgang Stelly und Jürgen Thomas verfasst. Die beiden Autoren stellen ihre Überlegungen anhand eines konkreten Praxisbeispiels dar und zeigen somit nicht nur mögliche Entwicklungen von Kriminalität auf, sondern verdeutlichen auch, dass sich der Weg aus der Kriminalität heraus oft als ein langer Prozess gestaltet.

Matthias Hüttemann, Cornelia Rösch, Holger Schmid und Monika Allenspach haben gemeinsam den fünften Beitrag über „Soziale Arbeit im Krankenhaus – Sozialarbeiterische Kompetenz in einem multiprofessionell und institutionell geprägten Kontext“ verfasst. Darin wird eine Studie umfangreich dargestellt, die sich Kompetenzen und Möglichkeiten der Wissenserweiterung für Mitarbeiter/innen des Krankenhaussozialdienstes befasst. Auffällige Ergebnisse sind dabei die interprofessionelle Positionierung des Sozialdienstes und die Bedeutung der Kooperation der Sozialarbeiter/innen untereinander. Diese Ergebnisse fließen in eine abschließende Professionalisierungsdebatte ein.

Um „Subjektive Konzepte psychischer Gesundheit und Krankheit im deutsch-mongolischen Vergleich“ geht es im Beitrag von Magdalena Stemmer-Lück. Sie verdeutlicht darin vor allem, dass der Blick auf Begriffe wie Gesundheit und Krankheit stark kulturabhängig ist und zeigt direkte Unterschiede anhand einer eigenen Forschungsstudie auf, innerhalb derer sie sowohl deutsche als auch mongolische Experten, Betroffene und Angehörige qualitativ befragt. So hält sie fest, dass in der Mongolei bspw. psychische Störungen mit Behinderungen gleichgesetzt werden oder auch der Gang zum Schamanen dort keine Seltenheit ist.

Der letzte Beitrag des speziellen Teils stammt von Karlheinz Ortmann und Dieter Röh und beschäftigt sich mit „Gesundheitsstörungen als soziopsychosomatische Phänomene – Behandlung neu denken, Krankheiten auch sozial behandeln und Behinderungen vermeiden“. Die beiden Autoren stellen die soziopsychosomatische Sichtweise als wichtige Ergänzung in der Behandlung von Gesundheitsstörungen dar. Sie stellen die sozialen Faktoren für Gesundheitsstörungen anhand des biopsychosozialen Modells in den Vordergrund und verdeutlichen die Wechselwirkungen zwischen sozialen, psychischen und somatischen Faktoren im Zusammenhang mit gesundheitlichen Störungen.

Der dritte Teil des Buches steht unter der Überschrift Interventionen, erstreckt sich über 91 Seiten und beginnt mit dem Beitrag „Selbstbestimmt bis zum Lebensende zu Hause bleiben – Strategien niederschwelliger Hilfen und psychosozialer Beratung für alte Menschen und ihr Umfeld“ von Astrid Hedtke-Becker, Rosemarie Hoevels, Ulrich Otto und Gabriele Stumpp. Die Autoren stellen anhand eines Forschungsprojektes über innovative Wohnformen, angereichert durch Fallbeispiele, diverse Krisensituationen und Belastungen alter Menschen und deren Angehörigen dar und nennen anschließend Möglichkeiten niederschwelliger Hilfen, die aus Sicht der Autoren nur dann ihre gesamte Wirkung entfalten können, wenn sie immer wieder neu auf die Bedürfnisse der Klienten angepasst werden.

Mit dem Thema „Wege aus der Sucht – Suchtarbeit, Abstinenz und selbstkontrollierter Konsum“ befasst sich Joachim Körkel im zweiten Beitrag. Dabei beschreibt er zunächst mögliche Wege in die Sucht hinein, bevor er sich mit Wegen, die aus der Sucht heraus führen, wie dem eigenverantwortlichen Prinzip des self-change oder der proessionellen Variante des Motivational Interviewing, beschäftigt. Anschließend stellt er ein 10-Schritte Programm dar, anhand dessen akut alkoholabhängige Menschen selbstständig ein kontrolliertes Trinkverhalten erlernen sollen.

Andrea Dischler setzt sich im dritten Beitrag mit „Freiwilligenarbeit als Teilhabe mit Eigensinn“ auseinander und stellt anhand einer eigenen Studie dar, wie psychiatrieerfahrene Menschen den Weg in eine freiwillige Tätigkeit finden können. Dabei betrachtet sie sowohl die Passung zwischen dem Freiwilligen und seiner Tätigkeit, als auch die Faktoren, die für das Gelingen dieser Tätigkeit wichtig sind. Weiterhin geht sie darauf ein, dass sich eine freiwillige Tätigkeit als Ressourcenerschließung für den freiwillig Tätigen gestalten kann und nennt Handlungsoptionen, die für die Klinische Sozialarbeit relevant sein können.

Der vierte Beitrag stammt von Claudia Igney unter dem Titel „,Was soll ich denn jetzt tun?‘ Bewältigungswege komplex traumatisierter, dissoziativer Menschen“. Diese stellt anhand der Angebote eines konkreten Vereins mögliche Wege aus Traumata durch Gewalterfahrungen dar. Dabei betont sie, dass die Auseinandersetzung mit solchen Erfahrungen für Klienten zwar enorm wichtig ist, jedoch zunächst auch von Krisensituationen begleitet werden kann. Weiterhin geht sie auf mögliche Unterstützungsformen für Betroffene ein, wie bspw. Selbstverteidigungskurse, Beratungsstellen oder therapeutische Wohngruppen.

Um „Neue Perspektiven – Klinische Sozialarbeit mit traumatisierten Flüchtlingen“ geht es im fünften Beitrag von Maximiliane Brandmaier und Andrea Ahrndt. Die Autorinnen zeigen anhand eines konkreten Fallbeispiels, dass auch Flüchtlinge, die aufgrund politischer, religiöser oder anderer Gründe verfolgt oder vertrieben werden und deshalb nach Deutschland kommen, auf ihrer Flucht traumatische Erfahrungen machen. Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht der Autorinnen wichtig, dass Klinische Sozialarbeit zunächst mal bei den Klienten ein Gefühl der Sicherheit und der Wertschätzung schafft, um somit die Rahmenbedingungen zu stabilisieren und eine Grundlage zu schaffen, auf der anschließend erst konkrete Hilfemaßnahmen angeboten werden können.

Der letzte Beitrag des dritten Teils steht unter dem Titel „Angehörigenarbeit bei psychischer Erkrankung“ und wurde von Elke Ziegler verfasst. Dieser befasst sich inhaltlich mit der hohen Bedeutung der Angehörigenarbeit für die Klinische Sozialarbeit und zeigt anhand eines Praxisbeispiels, wie sich die Begleitung von Angehörigen konkret gestalten kann. Die Autorin geht dabei besonders auf das amerikanische Verständnis der Angehörigen als dritte Säule der Behandlung neben Psychopharmakotherapie und Psychotherapie ein und beschreibt Angehörige weiterhin als wichtige Ressource des psychisch kranken Patienten.

Dem dritten Teil des Buches folgt abschließend ein Kapitel mit kurzen Angaben zur Vita und Email-Kontakten aller am Buch beteiligten Autoren und Autorinnen.

Diskussion

Bei der Lektüre des Buches fällt zunächst die Themenvielfalt positiv auf. Die einzelnen Beiträge greifen ineinander und sind somit trotz unterschiedlicher Themenschwerpunkte sinnvoll gegliedert. Besonders angenehm für den Leser gestaltet sich die Wiederkehr der einzelnen Themenschwerpunkte im Rahmen der drei Hauptteile des Buches. So werden sie vom Allgemeinen Teil über den Speziellen Teil bis hin zum Interventionen-Teil im Verlauf immer ein Stück praxisorientierter dargestellt. Besonders die vielen Praxisbeispiele anhand von Klientenbetreuungen oder auch die Ergebnisse verschiedener Studien erleichtern dem Leser das Verständnis der einzelnen Inhalte.

Als positiv zu betrachten ist auch, dass sich die Beiträge dieses Buches nicht nur mit Krisensituationen von Klienten, sondern auch von professionellem Fachpersonal der Sozialen Arbeit auseinandersetzen. Aus diesem Grund ist das Buch vor allem für Personen aus der Praxis geeignet. Denn sie erhalten nicht nur Methoden, Hilfestellungen und Denkanstöße im Umgang mit Klienten, sondern auch im Umgang mit sich selbst. Aber auch Personen aus der Wissenschaft können sich anhand der verschiedenen dargestellten Studien Ideen und Anregungen für eigene Forschungsvorhaben herausziehen.

Fazit

Das Buch richtet sich sowohl an Personen aus der Praxis als auch aus der Lehre und der Wissenschaft. Es ist leicht verständlich geschrieben und kann durchaus auch für Studierende als erste Wissensaneignung bzgl. den Inhalten und Arbeitsfeldern Klinischer Sozialarbeit interessant sein.


Rezension von
Dr. Helen Schneider
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Zitiervorschlag
Helen Schneider. Rezension vom 08.03.2012 zu: Silke Birgitta Gahleitner, Gernot Hahn (Hrsg.): Klinische Sozialarbeit. Übergänge gestalten, Lebenskrisen begleiten. Psychiatrie Verlag GmbH (Bonn) 2011. ISBN 978-3-88414-535-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/12669.php, Datum des Zugriffs 02.07.2020.


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ISSN 2190-9245

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