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Wilfried Weber: Wege zum helfenden Gespräch

Cover Wilfried Weber: Wege zum helfenden Gespräch. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2012. 211 Seiten. ISBN 978-3-497-02297-7. D: 19,90 EUR, A: 20,50 EUR, CH: 28,50 sFr.
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Thema

Die zu besprechender Publikation ist eine Einführung in die Praxis der Gesprächspsychotherapie. Grundlage ist der Personenzentrierte Ansatz Carl Rogers“.

Autor

Dr. Wilfried Weber ist Pfarrer und Psychotherapeut. In Stuttgart leitet er die Telefonseelsorge. Er hat in einer psychologischen Beratungsstelle einen Teilauftrag. Der Autor ist Ausbilder der „Gesellschaft für Pastoralpsychologie e.V.“. Weber verfügt über Zusatzausbildungen in „Klientenzentrierter Gesprächsführung“ (GwG), „Konzentrativer Bewegungstherapie“ (DAKBT) und „Ehe-, Familien- und Lebensberatung“ (DAJEB). Mittlerweile ist der Verfasser im Ruhestand und hat seinen Lebensmittelpunkt in Stuttgart.

Aufbau

Nach dem Vorwort zur zehnten, völlig neu bearbeiteten Auflage und der Einführung in das Lernprogramm ist die Publikation folgendermaßen strukturiert:

  • Teil I: Wichtige Verhaltensweisen und Haltungen innerhalb der Gesprächspsychotherapie
  • Teil II: Weitere wichtige Wege zum helfenden Gespräch

Bei der Einführung in das Lernprogramm befasst sich das zu besprechende Werk mit methodisch-pädagogischen Überlegungen, dem Lernziel, der Zielgruppe, dem Zeitplan und den Lernmethoden. In begründeter Form wird das pädagogische Konzept dieses Lehrbuchs aufgezeigt – und das sind:

  1. die Impulsmethode;
  2. das Arbeitspapier;
  3. die Gruppenarbeit.

Zu Teil I

Mittels eines Informationsblattes wird die Erstinformation zur Gesprächspsychotherapie kurz und praxisnah vorgestellt. Hierin werden Angaben gemacht zu dem, was das Lernprogramm in seinem ersten Teil bietet. Von Carl R. Rogers begründet und danach von Reinhard Tausch und dessen Schülern weiterentwickelt ist die Gesprächspsychotherapie eine anerkannte und bewährte Methode. Weiter erfahren wir:

  • was in der Gesprächspsychotherapie geschieht;
  • was in der Gesprächspsychotherapie nicht geschieht;
  • wie die Gesprächspsychotherapie verläuft.

Eine praktische Übung dient dann dem Kennenlernen des augenblicklichen therapeutischen Verhaltens und Könnens.

Es geht im ersten Teil dann noch um:

  • Gefahren und Laster der Gesprächsführung;
  • Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle;
  • partnerschaftlich sein;
  • partnerzentriert sein;
  • die Kunst des Zuhörens;
  • einfühlendes Spiegeln, der wichtigste Bestandteil des helfenden Gesprächs;
  • Annehmen und Wertschätzen;
  • Echtheit und Selbstkongruenz, spielt eine entscheidende Rolle in der Beziehung zwischen Therapeut und Klient;
  • Selbstexploration des Klienten, steht in engem Zusammenhang mit dem Verhalten des Therapeuten;
  • Kontrolle und Verbesserung des Verhaltens innerhalb der Gesprächspsychotherapie.

Zu Teil II

Der zweite Teil der zu besprechenden Publikation liefert spezielle Erweiterungen und wichtige Ergänzungen. „In der Hauptsache werden einzelne schwierige Gesprächssituationen behandelt, fußend auf den Erkenntnissen der Gesprächspsychotherapie und der Tiefenpsychologie“ (S. 149).

Es geht um:

  • den Gesprächsanfang;
  • den Gesprächsabschluss;
  • Gesprächspausen;
  • Fragen des Klienten an den Therapeuten;
  • Fragen des Therapeuten an den Klienten;
  • die Strukturierung des Gesprächs;
  • Abstraktion und Konkretion
  • Distanz und Nähe;
  • Schutz- und Abwehrmechanismen;
  • Körperarbeit als Weg zum helfenden Gespräch.

Diskussion

Positiv hervorzuheben sind die Praxisbeispiele, die in der besprochenen Publikation enthalten sind. Verständlich ist dann auch Webers Aussage zum Zeitplan und zu den Lernmethoden: „Für das ganze Buch sind etwa 100 bis 200 Arbeitsstunden aufzuwenden. […] Um Eintönigkeit und Ermüdung zu umgehen, werden Vielfalt und Abwechslung innerhalb der Lernmethoden angestrebt“ (S. 14).

Fazit

Eine gute und sinnvolle Lektüre für Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Seelsorger, Telefonseelsorger, Eheberater, Psychologiestudenten, Psychologen, medizinische Psychotherapeuten, Krankenpflegende, Gemeindehelfer, Diakone, Altenpfleger, Ehepartner und Eltern.


Rezensent
Dr. Carsten Rensinghoff
Dr. Carsten Rensinghoff Institut - Institut für Praxisforschung, Beratung und Training bei Hirnschädigung, Leitung: Dr. phil. Carsten Rensinghoff, Witten
Homepage www.rensinghoff.org
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Zitiervorschlag
Carsten Rensinghoff. Rezension vom 27.06.2012 zu: Wilfried Weber: Wege zum helfenden Gespräch. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2012. ISBN 978-3-497-02297-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/12695.php, Datum des Zugriffs 17.11.2018.


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ISSN 2190-9245

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