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Michelle Craske: Kognitive Verhaltenstherapie

Cover Michelle Craske: Kognitive Verhaltenstherapie. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2012. 180 Seiten. ISBN 978-3-497-02279-3. D: 24,90 EUR, A: 25,60 EUR, CH: 35,50 sFr.
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Thema

Es geht um die Kognitive Verhaltenstherapie, deren Ziel es ist behavioral zu intervenieren, um maladaptives Verhalten zu reduzieren und adaptives Verhalten zu fördern.

Autorin

Michelle G. Craske ist Professorin am Department of Psychology and Department of Psychiatry and Behavioral Sciences und Direktorin des Anxiety Disorders Behavioral Research Program an der University of California in Los Angeles.

Aufbau

  1. Einführung
  2. Geschichte
  3. Theorie
  4. Der therapeutische Prozess
  5. Evaluation
  6. Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
  7. Zusammenfassung

Die Publikation erfährt ihren Abschluss durch ein Glossar, Literaturempfehlungen, ein Verzeichnis der zitierten Literatur, einem Register und Angaben über die Autorin.

Inhalte

Ein Blick in die Historie zeigt, dass die Kognitive Verhaltenstherapie von 1950 bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein behavioral orientiert war. Gegenwärtig – und das bezeichnet die Autorin als dritte Welle behavioraler Therapieverfahren – tritt die Funktion von Kognitionen in den Fokus. So befasst sich Craske im Geschichtskapitel mit den Ursprüngen, dem aktuellen Ansatz und der Entwicklung bis heute und einem Ausblick auf Zukünftiges.

Im Theorieteil stellt die Verfasserin die übergeordneten Ziele der Kognitiven Verhaltenstherapie vor, um darauf folgend die einzelnen theoretischen Ansätze zu skizzieren und darzustellen.Derartige Skizzierung und Darstellung dient der theoretischen Untermauerung, wie die spezifische Theorie maladaptive Verhaltensweisen, Emotionen, Kognitionen und deren Modifikation konzeptualisiert. Nach der Nennung der Ziele werden die Kernkonzepte der Lerntheorie, nämlich die Klassische Konditionierung und die Instrumentelle Konditionierung aufgeführt. Diese beiden Formen der Konditionierung stellen die Basis für die Theorie des sozialen Lernens und der kognitiven Bewertungstheorie dar.

Im Rahmen des therapeutischen Prozesses wird die Rolle der therapeutischen Beziehung, die Rolle des Therapeuten oder der Therapeutin und die Rolle des Klienten oder der Klientin betrachtet. Sodann befasst sich Craske mit der Beschreibung kognitiver und behavioraler Strategien, welche den Nukleus der Kognitiven Verhaltenstherapie bilden, wie:

Fertigkeiten- und verstärkungsbasierte Strategien, als da wären:

  • Selbstbeobachtung;
  • Entspannung;
  • Training von sozialkompetentem Verhalten und der Selbstbehauptung;
  • Erwerb von Problemlösungskompetenz;
  • Verhaltensaktivierung;
  • Verhaltensverträge;
  • Habit-Reversal-Training;

expositionsbasierte Strategien, als da wären:

  • Expositionstherapie;
  • Reaktionsverhinderung;

kognitionsbasierte Strategien, wie:

  • Rational-Emotive-Verhaltenstherapie (REVT);
  • kognitive Therapie;
  • Selbstinstruktionstraining.

Anhand von Fallbeispielen illustriert die Autorin die Reichweite der Kognitiven Verhaltenstherapie. Diese Illustration erfolgt an den Beispielen:

  • Angsterkrankungen;
  • Depression;
  • Alkoholmissbrauch;
  • Bulimia nervosa.

Am Ende des Therapiekapitels betrachtet Craske die Erschwernisse und Probleme bei der Anwendung der Kognitiven Verhaltenstherapie.

Hinsichtlich der Evaluation stellt die Autorin auf Seite 125 fest, dass die kognitive Verhaltenstherapie das empirisch am besten belegte psychotherapeutische Verfahren sei. Sie geht in diesem Kapitel auf die Wirkmechanismen ein. Die aktuelle Datenlage werfe große Fragen über die Rolle der Veränderungen bezüglich des Inhalts bewusster Kognitionen auf. Ein weiterer Punkt, welcher der evaluativen Betrachtung zugänglich gemacht wird ist die Funktion der Kognitiven Verhaltenstherapie bei verschiedenen kulturellen Gruppen.

Die Zukunft der Kognitiven Verhaltenstherapie wird aus dem Blickwinkel der psychologischen Kognitionsforschung betrachtet. Was kann Achtsamkeit als therapeutische Technik zur Entwicklung der Kognitiven Verhaltenstherapie beitragen? Ebenso werden die präsenten Lücken im Effektivitäts- und Effizienznachweis der Kognitiven Verhaltenstherapie diskutiert.

Fazit

Diese Einführung in den psychotherapeutischen Ansatz der Kognitiven Verhaltenstherapie ist allen jenen zur Lektüre zu empfehlen, die sich mit Verhaltensanalyse und Verhaltensänderung auseinandersetzen.


Rezensent
Dr. Carsten Rensinghoff
Dr. Carsten Rensinghoff Institut - Institut für Praxisforschung, Beratung und Training bei Hirnschädigung, Leitung: Dr. phil. Carsten Rensinghoff, Witten
Homepage www.rensinghoff.org
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Zitiervorschlag
Carsten Rensinghoff. Rezension vom 29.06.2012 zu: Michelle Craske: Kognitive Verhaltenstherapie. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2012. ISBN 978-3-497-02279-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/12700.php, Datum des Zugriffs 24.06.2018.


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