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Liz Lloyd: Health and Care in Ageing Societies

Cover Liz Lloyd: Health and Care in Ageing Societies. A New International Approach. The Policy Press University of Bristol (Bristol BS8 1QU UK) 2012. 176 Seiten. ISBN 978-1-86134-918-7. 33,99 EUR.

Ageing and the Lifecourse Series. Preis: 24.99 Pound (Listenpreis).
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Thema

Im Kontext global alternder Gesellschaften existieren diverse Herausforderungen, welche der Annahme zugrunde liegen, dass Strategien funktionaler Gesundheit und Unabhängigkeit von älteren Menschen gefördert werden sollen. Diese Veröffentlichung bietet eine derartige Herausforderung an. Es wird eine kritische Analyse von Beschränkungen und gegenwärtigen Strategien dargelegt und nach einem besseren Verständnis in der Beziehung zwischen Gesundheit und Betreuung verlangt. Gestützt auf der Ethik feministischer Fürsorge, gewährt die Autorin LizLloyd einen neuen Einblick in internationale Debatten und deren Auswirkung auf die Erfahrungen menschlichen Alterns. Weiterhin wird der Beweis aufgezeigt, dass internationale Unregelmäßigkeiten in der Gesundheitsversorgung und -förderung vorliegen. Diese Publikation wird für eine Reihe von Sozialwissenschaftlern, besonders von Fachleuten aus der Gerontologie und Sozialpolitik von Interesse sein.

In diesem Werk werden vornehmlich die soziale Gerontologie und Lebensverlauf Perspektive dargelegt. Mit neuem Anspruch hinsichtlich des mittleren und späteren Lebens überbrückt die Veröffentlichung Lücken der Literatur und legt Diskussionen, welche sich sowohl mit traditionellen Bereichen als auch mit den neuesten Erkenntnissen der Alterns- und Lebensverlaufforschung auseinandersetzen, dar. Der Fokus liegt gegenüber den medizinischen, vermehrt auf den sozialen Aspekten des Alterns.

Autorin

Liz Lloyd ist außerordentliche Professorin in sozialer Gerontologie, an der Fakultät für politische Wissenschaft, an der Universität Bristol. Ihre Schwerpunkte sind Alterns- und Lebensverlaufforschung mit der Fokussierung auf Gesundheit und Ethik in der Pflege. Sie hat über Sterbebegleitung im Alter geforscht und darüber publiziert. Weiterhin war Sie entscheidend an der Entwicklung der Pflegeethik aus gerontologischer Sicht tätig.

Aufbau

Die Reihenfolge dieser Publikation gliedert sich in acht Hauptkapitel. Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Judith Phillips.

Inhalt

Das ersteKapitel legt als Einführung offenkundig dar, dass Altern, Gesundheit und Betreuung komplexe Konzepte beinhalten und untrennbar in politischen Debatten über die gesamte Welt hinweg, miteinander verbunden sind.

Das zweiteKapitel beschäftigt sich mit den gegenwärtigen Modellen und Trends, welche sich mit dem Altern der Population, Lebenserwartung, Mortalität und Morbidität auseinandersetzen. Diese Diskussion hebt die signifikanten Fragestellungen auf dem Gebiet des individuellen Alterns, welche Auswirkungen auf den Lebensverlauf besitzen, hervor. Eine weitere Wichtigkeit besteht darin, die Bedeutsamkeit von globalen Ungleichmäßigkeiten bezüglich Gesundheit und deren Wahrnehmung im Kontext weltweit alternder Populationen sowie deren politische Geschäftsordnungen, zu beeinflussen.

Das dritteKapitel zeigt die unterschiedlichen Konzeptualisierungen von Gesundheit und Pflege auf, welche im Bezug auf sozialer und epidemiologischer Forschung untersucht werden. In diesem Text wurde die Kritik verlautbar, dass politische Systeme über eine zu eng gefasste Perspektive von Gesundheit und Betreuung verfügen. Die Vielfalt und -zahl an Möglichkeiten Gesundheit, Krankheit und Betreuung, welche in diesem Kapitel im Detail dargelegt werden stehen gänzlich im Kontrast zu dem begrenzten Blick, welche im politischen Geschehen gefunden wurde.

Das vierteKapitel setzt sich vermehrt mit den politischen Prozessen von Gesundheit und Betreuung auseinander. Hierbei liegt der Fokus auf den weltweiten Angelegenheiten, welche sich dafür verantwortlich zeigen, dass auf der globalen Ebene ein verminderter Zusammenhang zwischen Politik und Gesundheitspflege besteht. Im Kontext der globalen Gesundheitsbelange werden die Rollen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank sowie deren Verbundenheit und gegenseitige Unterstützung bei der Einführung von politischen Traktaten dargelegt.

Das fünfte Kapitel möchte anhand von auftretenden Vorgehensweisen verdeutlichen, dass ein gesundes Altern möglich ist und Krankheiten vermieden werden können. Dazu setzen sich die folgenden drei Kapitel mit unterschiedlichen Aspekten von Gesundheit und Pflege auseinander und legen deren Vorkommen in der Politik dar. Dazu verdeutlicht das „Tertiäre Präventionsmodel“, dass Krankheiten auf drei Ebenen unterteilt werden können. Auf der ersten Ebene werden Krankheiten aus der Perspektive betrachtet, dass sie verhindert werden sollen bevor sie entstehen, indem Wohlbefinden und positive Gesundheit gefördert werden. Dazu sind politische Handlungen von großer Bedeutung, welche beispielsweise die ökologische Umwelt, die Einkommenssicherheit sowie die Bildung und sozioökonomischen Determinanten von Gesundheit bedingen.

Im sechsten Kapitel wird der Fokus auf die Perspektive des Alterns und der Medizin im Gesundheitswesen gelegt. Auf der zweiten Ebene des Modells werden Inhalte vorgestellt welche Gesundheit durch Interventionen der Gesundheitsfürsorge wiederherstellen sollen. Tatsächlich ist der zweiten Ebene eine höhere Bedeutsamkeit im späteren Leben zuzuordnen, als anderen Perioden im Lebensverlauf. Das ist überwiegend an den speziellen Gesundheitskonditionen, welche mit dem späteren Lebens assoziiert sind sowie der Prävalenz von Langzeiterkrankungen, ersichtlich. Im Ganzen betrachtet, stellt der Wachstum von Langzeiterkrankungen eine Herausforderung für die Politik und Gesundheitsanbieter dar. Weiterführend auch für die traditionelle Beziehung zwischen Arzt und Patient, deren Folgen sich auf ältere Menschen und den Verbrauchern von Gesundheitsdienstleistungen auswirken.

Das siebte Kapitel gibt einen Einblick in die Betreuung und Pflege im fortgeschrittenen Alter. Die dritte Ebene des Models beinhaltet Maßnahmen, um Gesundheit im Kontext von terminalen Erkrankungen zu fördern. Die Relevanz auf dieser Ebene im späteren Leben ist dahingehend eindeutig, dass nicht nur chronische Krankheiten eine vermehrte Prävalenz im späteren Leben benötigen. Dieses Kapitel begutachtet die unterschiedlichen Bestimmungen der Politik, welche für die Pflege für ältere Menschen entwickelt wurde.

Das achte Kapitel beschäftigt sich umfassend mit den Sachverhalten und der Relevanz wie Gesundheit und Betreuung in alternden Gesellschaften verstanden wird. Abschließend wird dargelegt, dass Pflege häufig mit Leiden, Schwierigkeiten und Einschränkungen verknüpft, sowie mit chronischen und unheilbaren Krankheiten bedingt ist. Umso bedeutender ist es, ein Verständnis für die Ethik der Pflege zu entwickeln, welche eine hohe Relevanz für eine gesundheitsorientierte Politik und Praxis beinhaltet.

Diskussion

Im Vorwort erhält der Leser die Aktualität und Bedeutsamkeit der Publikation aufgezeigt. Weiterführend wurde ein Abkürzungsverzeichnis dargelegt. Der Sprach- und Schreibstil ist akademisch gehalten. Jedes Kapitel untergliedert sich in Einleitung, Zwischenüberschriften sowie einer Konklusion. Darüber hinaus beschließt ein Index-Kapitel diese Veröffentlichung. Die Publikation wurde umfassend recherchiert und richtet sich an Sozialwissenschaftler, Gerontologen und Studierende.

Fazit

„Gesundheit und Pflege in alternden Gesellschaften. Eine neue internationale Annäherung“ setzt sich mit den Disziplinen der Gesundheit, Versorgung und Altern in Verbindung mit politischen Aspekten in einem internationalen Kontext auseinander. Der Leser erhält eine Vorstellung, was sich durch die Alterung und den Lebensverlauf von Menschen in den Gesellschaften verändern wird. Welche politischen Maßnahmen getroffen werden sollen, um ältere und alte Menschen zu versorgen. Diese gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen besitzen einen Einfluss auf das Leben der gesamten Population eines Landes. Vornehmlich sollen Leistungen erbracht werden, welche sich um Ältere kümmern, welche dazu eigenständig nicht mehr in der Lage sind. Prävention und gesundheitsfördernde Maßnahmen müssen dazu noch vermehrt in die Gesellschaft einfließen. Wenn chronische Krankheiten und Langzeiterkrankungen demographisch bedingt auftreten, benötigt der Mensch spezielle Hilfe. Der Aspekt der Versorgung und Pflege hält dementsprechend auch in der Politik Einzug, welche die notwendigen Maßnahmen und Ressourcen dafür schaffen müssen, um Menschen in den jeweiligen Ländern eine bestmögliche Hilfe im Alter zu gewährleisten. Bedauerlicherweise differenziert der Rahmen der Versorgung und Betreuung und wird in den meisten Ländern unterschiedlich interpretiert.

Diese Publikation bietet ein fundiertes Bild der aktuellen Lage bezüglich Gesundheit und Pflege in alternden Gesellschaften.


Rezension von
Dr. Christian Heidl
Diplom-Pflegewirt (FH), MSc Dozent und Wissenschaftlicher Mitarbeiter Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften, Forschungsinstitut IDC
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Zitiervorschlag
Christian Heidl. Rezension vom 13.09.2012 zu: Liz Lloyd: Health and Care in Ageing Societies. A New International Approach. The Policy Press University of Bristol (Bristol BS8 1QU UK) 2012. ISBN 978-1-86134-918-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/12930.php, Datum des Zugriffs 24.06.2021.


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