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Wolf Wagner: Familienkultur

Cover Wolf Wagner: Familienkultur. Europäische Verlagsanstalt (Hamburg) 2003. 95 Seiten. ISBN 978-3-434-46185-2. 8,60 EUR, CH: 15,50 sFr.

Reihe: Wissen 3000.
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Das Thema

Der Autor zeigt ganz unterschiedliche Kulturen und die jeweils damit gesellschaftlich korrespondierenden Familienformen auf. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich die Vorstellungen sind, was eine "anständige Familie" ausmacht.

Zum Autor

Wolf Wagner ist Professor für Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Politik an der Fachhochschule Erfurt.

Aufbau und Inhalt

Auf nur rund 100 Seiten führt Wolf Wagner seine Leserschaft durch eine faszinierende kulturelle Vielfalt von Familienwirklichkeiten. Mit klaren, gut nachvollziehbaren Argumenten zeigt er auf, welche Bedeutung die Familie für den einzelnen Menschen hat, wie sehr wir von Familie geprägt sind und wie diese Bedeutungen nicht isoliert werden können von den vorherrschenden ökonomischen, politischen und sozialen Verhältnissen in der jeweiligen Kultur. Der Gewinn des Buches liegt einerseits in der gelungenen Gegenüberstellung von christlich-jüdischer Kultur, orientalischer Kultur, hinduistischer Kultur, japanischer Kultur sowie zwei pazifisch-ozeanischen Kulturen (Sulawesi und Papua-Neuguinea). Andererseits in der Thematisierung solch wieder sehr aktueller Problemstellungen wie die Umwelt-Anlage-Kontroverse, die Bedeutung des Verhältnisses von Kultur und Soziobiologie, dem historischen Funktionswandel der Familie sowie der westlichen Entwicklungslinie hin zur "postmodernen Familie". Bei all diesen Aspekten schafft es Wagner auf eine erfrischende Art, Informationen anzubieten, Sichtweisen zu problematisieren und offene Fragen zu thematisieren. Er stellt wahrlich kein ideales Familienbild vor. Er beschreibt anschaulich, welche gesellschaftlichen Kräfte wirken, um die Erscheinungsweisen der jeweiligen Kulturformen nachvollziehbar zu machen. In der Frage der Geschlechterverhältnisse beispielsweise stellt sich Wagner argumentativ deutlich auf die Seiten der benachteiligten Frauen. Wolf Wagner schließt mit der Feststellung, dass es richtige und falsche Familienformen gar nicht gibt. Nach seiner Meinung gibt es sehr viele Formen, und alle haben ihre Vor- und Nachteile.

Zielgruppen

Das kleine Buch kann allen Leserinnen und Lesern empfohlen werden, die sich aus beruflichen und/oder persönlichen Gründen mit Fragen der Familie beschäftigen wollen, ohne dabei direkt ein intensives Studium leisten zu wollen.

Fazit

Es ist ein gut lesbares, weil verständlich geschriebenes Buch, welches auf verhältnismäßig wenigen Seiten viele Informationen und Denkanstöße zu Familienfragen bietet. Seine Stärke besteht darin, zentrale Sachverhalte in Bezug auf Familie zu bündeln, ohne dabei unzulässig zu vereinfachen oder einseitig Partei zu ergreifen, so dass die lesende Person eigene Schlüsse ziehen kann.


Rezension von
Prof. i.R. Dr. Peter Bünder
Vormals Hochschule - University of Applied Sciences - Düsseldorf, Lehrgebiet Erziehungswissenschaft am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Homepage www.systemische-praxis-bruehl.de
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Zitiervorschlag
Peter Bünder. Rezension vom 23.03.2004 zu: Wolf Wagner: Familienkultur. Europäische Verlagsanstalt (Hamburg) 2003. ISBN 978-3-434-46185-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/1311.php, Datum des Zugriffs 06.07.2020.


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ISSN 2190-9245

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