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Frank Deickert, Björn Maier et al. (Hrsg.): Erfolgsfaktor strategisches Management, [...]

Rezensiert von Prof. Dr. Andrea Hirschfeldt, 21.06.2012

Cover Frank Deickert, Björn Maier et al. (Hrsg.): Erfolgsfaktor strategisches Management, [...] ISBN 978-3-86226-056-0

Frank Deickert, Björn Maier, Siegrfried Schwab (Hrsg.):Erfolgsfaktor strategisches Management, Controlling und Personal. Zukunft des Gesundheitswesens. Centaurus Verlag & Media KG (Freiburg) 2012. 295 Seiten. ISBN 978-3-86226-056-0. D: 24,80 EUR, A: 24,80 EUR.
Reihe: Mannheimer Schriften zur Gesundheitswirtschaft - Band 3.

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Thema

Das Thema ist schwer zu umreißen, da der Sammelband „eine große Bandbreite des ökonomischen Handelns in Betrieben und Institutionen der Gesundheitswirtschaft“ beinhaltet (Maier, Vorwort, S. VII). Es handelt sich um den dritten Band in der Reihe „Mannheimer Schriften zur Gesundheitswirtschaft“ die von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (Berufsakademie) und der Firma Roche Diagnostics Deutschland GmbH (nach eigenen Angaben ein „Gesundheitsunternehmen mit den Geschäften Pharma und Diagnostics“, http://www.roche.de/allgemein) herausgegeben wird.

Herausgeber, Autorinnen und Autoren

Die Schriftenreihe wird heraus gebracht von:

  • Dr. Frank Deickert, Leiter von „Gesundheitsmarkt“, Vertrieb Marketing Labordiagnostik der Firma La Roche.
  • Prof. Dr. Björn Maier, Professor und Studiengangsleiter für den Bereich Gesundheitswesen und soziale Einrichtungen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, Mannheim, Fakultät Wirtschaft.
  • Prof. Dr. Siegfried Schwab, Professor für Öffentliches Recht und Studiengangsleiter an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, Mannheim.

Die AutorInnen des wirtschaftswissenschaftlichen Teils (Stn. 1- 170, s. Aufbau) sind Studierende bzw. AbsolventInnen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, Mannheim. Die Ausnahme bildet der Beitrag von Dr. Kramer der Firma La Roche.

Der arbeitsjuristische Teil (Stn. 171 -273) wird vom Herausgeber Prof. Dr. Schwab unter Mitarbeit einer Betriebswirtin (Silke Schwab) sowie einer Referentin (Heike Schwab) bearbeitet.

Entstehungshintergrund

Herausgestellt wird, dass die „Mitarbeit der Studierenden… in diesem Band… deutlich ausgeweitet wurde“ (Maier, Vorwort, S. VII). Besonderer Wert wird darüber hinaus auf den Theorie- Praxis- Transfer gelegt, der sich bei den studentischen Beiträgen in exemplarischen Untersuchungen nieder schlägt. Im arbeitsjuristischen Teil wird die aktuelle Rechtslage zu Personalthemen auch anhand von Beispielen diskutiert und erläutert. Dies ist besonders für Arbeitgeber im Gesundheitswesen sowie Betriebsräte von praktischem Interesse.

Herauszustellen und begrüßenswert ist die Herausgabe studentischer Arbeiten um „erste wissenschaftliche Schritte zu unterstützen und zu fördern“ (Maier, Vorwort, S. VII). Damit werden auch der Stellenwert des ersten berufspraktischen Abschlusses sowie die Wissenschaftlichkeit des Bachelors betont und gefördert und damit ein Beitrag geleistet, um der Unsicherheit potenzieller Arbeitgeber gegenüber dem herkömmlichen Diplom-Abschlüssen zu begegnen.

Aufbau

Es lässt sich eine Zweiteilung ausmachen:

  1. Der erste Teil beinhaltet studentische Arbeiten zu verschiedenen Themenbereichen wie Controlling, Organisationsentwicklung, Prozessmanagement, strategisches Management sowie Kostenrechnung (Beiträge Bauer bis Wilhelm). Ob es sich im sog. „wirtschaftswissenschaftlicher Teil“ (Maier, Vorwort, S. VII) nur um Abschlussarbeiten (Bachelorarbeiten) handelt oder auch um Leistungsnachweise wie Seminar- oder Hausarbeiten die im Laufe des Studiums erbracht wurden, ist nicht ersichtlich.
  2. Der zweite Teil ist geprägt durch eine arbeitsjuristische Bearbeitung verschiedener Personalthemen. Die Bandbreite reicht von Themen die Kündigung betreffend, über Arbeitszeugnisse, Rückzahlung überzahlter Vergütung, Verzicht auf Kündigungsschutzklage u.a. bis zu Mobbing-Personalversetzung.

Inhalte

Wirtschaftswissenschaftlicher Teil: In den verschiedenen Themenbereichen des Gesundheitswesens dieses Teils wird i.d.R. nach einer kurzen Einleitung und aktueller Bezugsetzung ein theoretischer Input gegeben, gefolgt von der Untersuchung anhand eines Praxisbeispiels, beendet durch ein Fazit teils mit Handlungsempfehlung bzw. Ausblick (Seitenumfang: jeweils 10 – 26 Seiten). Leider sind die Beiträge alphabetisch nach Namen der AutorInnen, statt thematisch gegliedert. Bedingt durch die thematische Bandbreite erschwert dies die Übersicht und den Lesefluss. Man könnte folgende inhaltliche Einteilung vornehmen:

Strategischen Management/ Personal- und Organisationsentwicklung:

Michael Wilhelm stellt „Outsourcing von betrieblichen Funktionen im Krankenhaus“, dem strategischen Management zuzuordnen, vor. Outsourcing wird als Instrument der „Kostensenkung und zur Qualitätssicherung“ gesehen (S. 159). Dabei gelingt ein guter Überblick der Ziele des Outsourcings unterteilt nach Qualitäts-, Kosten- und Wirtschaftlichkeitsaspekten sowie der Konzentration auf Kernkompetenzen nach kurz-, mittel- und langfristigen Zielen. Zur Überprüfung welche Bereiche für’s Outsourcing geeignet sind, wird das Instrument der Portfolio-Analyse nach Kernkompetenz und Marktangebot aufgezeigt. Der Ablauf des Outsourcingsprozesses wird als Prozesskette dargestellt (Abb. 3, S. 163) und unterteilt in fünf Phasen (Vorarbeiten, Analyse-, Entscheidungs-, Auswahl-, Umsetzungsphase) aufgezeigt. Bei den Grenzen des Outsourcings wird u.a. Backsourcing (auch: Insourcing) als Trend anhand einer Studie demonstriert, wobei dieser laut Wilhelm im Krankenhausbereich nicht erkennbar sei. Eine Quelle für diese Behauptung bleibt der Autor leider schuldig, konkretisiert lediglich knapp anhand eines Beispiels. Weiterhin werden unternehmensinterne Grenzen (Unternehmensphilosophie, Mitarbeiterzufriedenheit, räumliche und organisatorische Strukturen) vorgestellt. Der Shareholder Ansatz wird als Grenze zu ungenau dargelegt. Einerseits werden Shareholder in einem engen Verständnis als Anteilseigner, ihr Nutzen in der Verbesserung der „Einkommens- und Vermögenssituation“ gesehen (S. 168), andererseits wird ein breiteres Verständnis für Krankenhäuser zugrunde gelegt („Kreditgeber, Kommunen sowie Krankenhausträger“, S. 169), ohne den Unterschied aufzuarbeiten oder die daraus resultierenden Grenzen für Outsourcing im Krankenhausbereich zu erläutern. Im Fazit gelingt eine gute kritische Aufarbeitung, die in die Aufforderung einer langfristigen Betrachtungsweise mündet.

Die mit einer Auszeichnung versehene Bachelorarbeit von Sandra Bauer befasst sich mit „Analyse des Einsatzes von Kodierfähigkeit am Beispiel der Universitätsmedizin Mannheim“. In der Arbeit werden die Vor- und Nachteile der Kodierung (DRG’s) durch Kodierfachkräfte bzw. Ärzte diskutiert und eine abschließende Handlungsempfehlung für Kliniken gegeben die unter dem Spannungsfeld Ressourceneinsatz (Zusatzkosten für die qualitative Weiterentwicklung der Kodierkräfte) versus Mehrbelastung des ärztlichen Personals steht.

Waldemar Dück untersucht „Retentionmanagement und Commitment im Krankenhaus – ein betriebliches Gestaltungskonzept“. Dabei geht es um die Möglichkeiten der Mitarbeiterbindung als „bedeutender Teil des strategischen Personalmangements“ (S. 67) in Krankenhäusern, gerade vor der Herausforderung „des Ärzte- und Pflegemangels“ (S. 65). In Anbindung auf die Organisationsentwicklung werden zwei Konzepte gesehen: Commitment und Arbeitszufriedenheit (Kap. 3). Während Commitment mit drei Komponenten vorgestellt wird, kommt die Darstellung der Arbeitszufriedenheit zu kurz. Nach einen kurzen allgemeinen Abriss der externen Bedingungen von Krankenhäusern analysiert der Autor die internen Bedingungen anhand der Kategorien „Stellenbesetzung, Geschlechterverteilung, Altersstruktur, Anzahl der Mitarbeiter in Elternzeit und Mutterschutz sowie unbesetzter Stellen“ am Beispiel (S. 74f.). Interessant sind Dücks die Ansatzpunkte für ein Bindungsmanagement: individuelle Personalleistungen nach einem Punkte-Modell (Cafeteria-System), Führungsverständnis einer positiven Feedback-Kultur, Profilierung der Marke als Employer-Branding sowie Kontakthalte-Programm in der Elternzeit (Kap. 6). Vor diesem Hintergrund erscheint das knappe Fazit mit der Empfehlung „regelmäßiger, professioneller Mitarbeiterbefragungen“ (S. 78) jedoch etwas zu dünn.

Katarina Baur macht eine „Entwicklung eines Konzeptes zur Reorganisation der Zentralen Notaufnahme im Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr“. Notfallaufnahmen verzeichnen in den letzten Jahren zunehmende Patientenzahlen. Herausforderungen stellen der demographische Wandel, der Ärztemangel und der Missbrauch durch sogenannte „walk-in-Patienten“ dar. Als Hauptmerkmale der Notaufnahmen gelten Eigenständigkeit, Interdisziplinarität und Zentralität. Bauer stellt die Kontroverse dar, ob die Notaufnahme in die Aufnahmestation integriert sein sollte oder nicht. Das für das Diakonissenkrankenhaus aufgezeigte Konzept der Reorganisation wird unterteilt in Optimierungsbedarfe in Bezug auf die organisatorische Verankerung sowie die Prozessgestaltung aufgezeigt und erläutert. Die zugrundeliegende „ausführliche Soll-Ist-Analyse“ (S. 35) fehlt jedoch, was einerseits die Einschätzung der Maßnahmen erschwert, andererseits die praktische Relevanz für Optimierungen in anderen Krankenhäusern zu wünschen lässt. Wünschenswert wäre daher eine Erläuterung der Analyse anstelle der ausführlichen Situations-Darstellung deutscher Notfallaufnahmen gewesen.

Controlling und Kostenrechnung:

Miriam Blumenstock befasst sich mit dem Thema „Differenziertes Wachstum in der Maximalversorgung und als Strategie eines Universitätsklinikums am Beispiel der Herzchirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg“ als strategisches Controlling. Ausgehend von einer Erläuterung zum hohen Stellenwert strategischen Managements aufgrund zunehmenden Wettbewerbs, „neuer Technologien und neuer Handlungsfelder für Krankenhäuser“ (S. 41) stellt Blumenstock die Konzentration auf Schwerpunkte mit den Instrumenten Umweltanalyse und Stärken-Schwächen-Analyse, zusammengeführt in der SWOT dar. Aus den gewonnenen Daten, zeigt Blumenstock auf, wie eine Strategie zum Ausbau (im Beispiel: Marktstabilisierung) bzw. zur Stärkung der Versorgungsschwerpunkte (im Beispiel: Optimierung der Erlössituation) entwickelt wird. Sowohl die Instrumente als auch die Strategieentwicklung werden konsequent anhand des Beispiels aufgezeigt, was das Verständnis erleichtert. Allerdings fehlt das Aufzeigen, wie die Bewertungen erfolgen (z.B. Bewertungsmatrix Geschäftsfeldanalyse).

Lisa Decker stellt „Kenzahlengestütztes Personalcontrolling – Praxisrelevanz und Leistungsfähigkeit des Personalberichts der Klinikum Saarbrücken gGmbH“ vor. Mittlerweile ergibt sich auch für Krankenhäuser ein Bedarf im „war of Talent“ sich als attraktiver Arbeitgeber „für die Gewinnung von Nachwuchskräfte, die Personalbindung und Erhaltung“ im Wettbewerb zu profilieren (S. 55). Decker ordnet im Grundverständnis Personalcontrolling (PCO) als strategisches Steuerungsinstrument ein (Kap. 3), versäumt allerdings im Folgenden richtig zu stellen, dass es sich beim kennzahlengestützten Personalcontrolling, dass sie eng in Anbindung an die Berichterstattung (Reporting) darstellt, um ein operatives Controlling-Instrument handelt und arbeitet daher die Differenzierung auch nicht auf. In Bezug auf das Praxisbeispiel gelingt eine gute Aufarbeitung der Personalberichterstattung Handlungsbedarfe in verschiedenen Themenfeldern betreffend (Qualifikationsspiegel, betriebliche Gesundheitsförderung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Einbindung von Mitarbeiterbefragungen, Kap. 4) und Handlungsempfehlungen (Kap. 5).

Sandra Glier fertigt eine „Modellanalyse zum fachabteilungsspezifischen Erlössplitting im Krankenhaus anhand ausgewählter Verteilungsmethoden“ an. Bei der Erlösverteilung in diesem Kontext handelt es sich um ein spezifisches Instrument der Kosten- und Leistungsrechnung mit der Herausforderung adäquate Verteilungsschlüssel zur Umlage des Gesamterlöses für die Kostenstellenrechnung (Betriebsabrechnungsbogen, BAB), zu finden. Glier stellt verschiedene Methoden des Erlössplittings dar (aufwandskorrigierte Verweildauermethode (AKVD), erlösorientierte Budgetierung (Day-Mix-Index), aufwandsorientiertes Erlössplitting, Dual-Day-Mix-Index (DDMI), ergebnisorientierte Erlösrechnung (EER) und bewertet diese (Vor- und Nachteile). Dies gibt einen guten Überblick, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit und leider ohne Erklärung der Auswahlentscheidung zu den vorgestellten Methodiken sowie Kategorien der Bewertung.

Prozessmanagement und Automatisierung:

Mit dem Titel „Prozessmanagement im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden“ fertigt Annika Carolin Sack „eine Prozessanalyse der medizinischen Dokumentation am Beispiel einer Station der Klinik für Suchttherapie und Entwöhnung“ (Untertitel). Aufgrund einer Änderung des Entgeltsystems in psychiatrischen Kliniken wird eine vollständige Leistungserfassung erforderlich um bei Plausibilitätsprüfung durch den MDK (Einzelprüfung von Leistungen) keine Erlösausfälle zu erleiden. Nach einem Überblick zum Ablauf der Prozessanalyse (leitfadengestützte Interviews zur Eruierung aller Prozessschritte, Quantifizierung und Qualifizierung des Ist-Zustandes, Durchlaufzeitanalyse, Wertschöpfungsanalyse, Entwicklung eines Soll-Zustandes) wird anhand des Beispiels die Erhebung des Ist-Zustandes dargelegt (Voraussetzungen, Beschreibung des Ist-Zustandes, Problem- und Potenzialerhebung, Ermittlung der Zeitinformationen, Ermittlung der Kosteninformationen). Als Ergebnis stellt Sack Fehlleistungen fest und reduziert die Personalkosten pro Fall, verkürzt die Durchlaufzeit mithilfe einer Wertschöpfungsanalyse auf einer Station. Daneben deckt sie Verbesserungspotenziale bezüglich dem Veränderungen beim Führen elektronischer Patientenakten auf. Sack gibt damit einen guten Einblick in exemplarische Möglichkeiten der Optimierung der Ablauforganisation durch Prozessmanagement.

Maike Weis beschäftigt sich mit „Prozess- und Leistungsmanagement im Kurzzeittherapie-Zentrum der Universitätsmedizin Mannheim – Optimierung von Optimierungspotenzial durch Einsatz der Prozessanalyse und Deckungsbeitragsrechnung.“ Als Beispiel dient die Vergütung ambulanter Operationen nach EBM-Punktwert, „dem einzigen Segment der medizinischen Versorgung, das keiner mengenbegrenzenden Deckung unterliegt“ (S. 143). Trotz des jährlichen Einsparpotenzials von 26-520 Mio. Euro im Gesundheitswesen, stellte eine unzureichende Finanzierung eine Barriere insbesondere für kleinere Krankenhäuser dar. Weis zeigt anhand der Prozessanalyse mithilfe qualitativer und quantitativer Daten Optimierungspotenziale bei „einigen Arbeitsvorgängen“ (S. 153, welche?) und der Flexibilisierung der Arbeitszeit auf, wobei das genaue Vorgehen leider nicht belegt ist. Er skizziert ferner die dreistufige Deckungsbeitragsrechnung und weist kritisch auf die Gefahr von Fehlinterpretation durch Nichtbeachtung der soft Skills hin darauf hin (Kap. 3.3). Beindruckend ist die breite Literaturauswahl.

Tobias Menges zeigt die „Implementierung eines automatisierten Rechungseingangs“ auf. Durch eine schnellere Bearbeitung der eingehenden Rechnungen können Rabatte und Skonti gezielt genutzt werden. Menges stellt dabei detailliert die Vorgänge der klassischen denen der automatisierten Bearbeitung gegenüber und weist neben den technischen Voraussetzungen auf die Einsparpotenziale bei Personal- und Archivierungskosten hin. Anhand eines Beispiels wird die Umstellung (Ist-Analyse, Soll-Konzept, Soll-Prozess, technische Veränderungen und deren Kosten, Vorteile) dargelegt. Deutlich wird, dass die technischen Kosten gegenüber den Einsparpotenzialen und der „höheren Transparenz des Prozessablaufs“ (S. 124) gering sind.

Medizin:

Der Beitrag von Dr. Horst Kramer „Vom Verständnis molekularer Mechanismen der Krankheitsentstehung zu maßgeschneiderten Therapien: Das Zeitalter der personalisierten Medizin hat begonnen“, steht als medizinischer Beitrag dem wirtschaftswissenschaftlichen Teil zugeordnet, isoliert da. Für den medizinischen Laien ist er kaum verständlich, zudem wird der Begriff „personalisierte Medizin“ nicht definiert. Letztlich werden Forschungsergebnisse der Firma La Roche und ihr Einsatz für verschiedene Krankheitsbilder dargestellt.

Der arbeitsjuristischer Teil weist ein für das Richterrecht übliche Format auf, auf juristische Rechtsprechung hinzuweisen. Die daraus resultierenden teils fast ganzseitigen Fußnoten fördern nicht gerade den Lesefluss. Eine inhaltliche Stellungnahme ist der Rezensentin als Nichtjuristin leider nicht möglich.

Diskussion

Die Beiträge des wirtschaftswissenschaftlichen Teils weisen stets eine exemplarische Darstellung anhand von Praxisbeispielen auf. Die breite Darstellung von gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen bietet eine gute Einführung in die jeweilige Thematik auf aktuellem Stand. Allerdings erscheinen diese sowie die Beschreibungen der eingesetzten Instrumente in der Relation zu den meist nur spärlich beschriebenen Vorgehen in der Anwendung derselben bezüglich der Praxisbeispiele zu detailliert. Eine detailliertere Darstellung der eingesetzten Methodiken hätte den Praxistransfer auf andere Kliniken, Einrichtungen und Dienste des Gesundheitswesens erleichtert.

Der medizinische Beitrag von Dr. Kramer passt nicht recht in den wirtschaftswissenschaftlichen Teil. Er mag der Tatsache geschuldet sein, dass die Firma La Roche „die Herausgabe des Buches…unterstützt“ hat.

Der arbeitsjuristische Teil beinhaltet verschiedene Personalthemen.

Fazit

Anerkennenswert sind die Veröffentlichung studentischer Arbeiten (wirtschaftswissenschaftlichen Teil) sowie die große Bandbreite der bearbeiteten Thematik und die exemplarischen Darstellungen. Allerdings wäre hier statt einer alphabetischen Sortierung, eine thematische Einteilung sinnvoll gewesen. Der arbeitsjuristische Teil stellt verschiedene Personalthemen dar und bietet somit einen guten Überblick, insbesondere für Arbeitgeber und Betriebsräte. Die Darstellung medizinischer Forschungsergebnisse und deren pharmazeutische Einsatzgebiete durch den Sponsor, dem Pharmakonzern La Roche sind kritisch zu betrachten.

Rezension von
Prof. Dr. Andrea Hirschfeldt
Professur für Sozialökonomie und Sozialpolitik, Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften
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Es gibt 6 Rezensionen von Andrea Hirschfeldt.

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ISSN 2190-9245