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Anne Marx, Märle Poser u.a.: Pflegetransparenzkriterien im Griff

Cover Anne Marx, Märle Poser, Andrea Theßeling: Pflegetransparenzkriterien im Griff. Modell der integrierten Pflegeplanung mit Praxisbeispielen und Instrumenten. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2012. 200 Seiten. ISBN 978-3-456-85108-2. 29,95 EUR, CH: 35,50 sFr.
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Autorinnen

  • Marx Anne, Diplom-Pflegewirtin (FH), Master in Sozialmanagement, Münster
  • Poser Märle, Professorin für Personalmanagement an der Fachhochschule Münster
  • Theßeling Andrea, Diplom-Pflegewirtin (FH), Pflegedienstleitung, Münster

Thema und Zielsetzung

Ich habe das Buch aus der Sicht eines betroffenen Angehörigen und eines Professors gelesen, der umständliche Arbeitsabläufe identifiziert und verbessert. Pflegetransparenz ist aus beiden Sichtweisen sehr wünschenswert, gleichzeitig ist auch nach dem Preis zu fragen. Anders gesagt ist die Frage nach dem minimalen Aufwand bei tagaktueller Transparenz zu stellen. Ein Widerspruch? Diese Frage müsste sich auch die kontrollierende Aufsichtsbehörde stellen.

Aufbau und Inhalt

Zunächst legen die Autorinnen die Pflege-Transparenzvereinbarungen sowie die Prüfpraxis des MDK dar und setzen sich insbesondere mit letzterer im Detail auseinander, wobei auch Vorschläge eingearbeitet sind, die über die gegenwärtige Praxis teils weit hinausgehen, aber insbesondere aus der Sicht der Qualitätsentwicklung viel Sinn machen. Dabei wird auch die Handhabung des Modells insbesondere die Reduzierung auf Noten kritisch angemerkt.

Anschließend erfolgt ein Kapitel zu Pflegediagnosen, die in einer integrierten Pflegeplanung enden.

Weiters werden im darauffolgenden Kapitel hilfreiche Praxisbeispiele nach dem Modell der Integrierten Pflegeplanung vorgestellt:

  • Schmerz,
  • Zahnhygiene,
  • Harninkontinenz,
  • Mangelernährung,
  • Flüssigkeitsmangel,
  • Sturzrisiko,
  • Umgang mit demenzkranken BewohnerInnen.

Die Beispiele sind sehr ausführlich und bedürfen im Falle der Umsetzung einer Adaption auf die jeweiligen Ansprüche hinsichtlich der Praktikabilität. Hilfreich ist auch, dass auf weiterführende Literatur verwiesen wird. Eine prozessorientierte Betrachtung von der Aufnahme bis zur Entlassung erfolgt dabei leider nicht. Die Befürchtung, dass es dadurch zu mehr Bürokratie in der Pflege kommt, entsteht auch beim Lesen dieses Buches.

Im Anhang finden sich Formulare und Instrumente (u.a. Befinden DCM, Biografiebogen, Erstgesprächsbogen, Schmerzeinschätzung, Screening Alltagskompetenz) so dass der Anhang eigentlich zur Pflichtlektüre wird.

Fazit

Das Buch liest sich gut, ist sehr übersichtlich und eine gute Hilfestellung für die Praxis. Als ein Rezensent, der auch einen Blick auf die Software hat, würde ich mir wünschen, dass das hier vorgelegte Modell ein Standard in jeder Pflegedokumentation wird, so dass – im Sinne der Vergleichbarkeit – ein Benchmark leichter durchführbar ist. Das Buch könnte – mit Ergänzungen um die Nahtstellen Aufnahme und Auszug – die Papierform der elektronischen Version darstellen. Man müsste so dieses Modell nicht bei mehreren Trägern neu erfinden und könnte so Entwicklungskosten sparen. Im Sinne eines qualitativen Benchmarks wäre dabei ein differenzierter Vergleich sinnvoll und notwendig. Dies bliebe einer weiterführenden Arbeit vorbehalten.


Rezensent
Prof. Dr. Paul Brandl
Studiengang Sozial- und Verwaltungsmanagement (SVM). Masterstudiengang Services of General Interest (SGI). Koordinator des Studiengangs Sozialmanagement. FH OÖ-Studienbetriebs GmbH, Campus Linz
Homepage www.fh-ooe.at
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Zitiervorschlag
Paul Brandl. Rezension vom 21.11.2012 zu: Anne Marx, Märle Poser, Andrea Theßeling: Pflegetransparenzkriterien im Griff. Modell der integrierten Pflegeplanung mit Praxisbeispielen und Instrumenten. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2012. ISBN 978-3-456-85108-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/13154.php, Datum des Zugriffs 14.12.2017.


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