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Daniel Kuhn, Jane Verity: Die Kunst der Pflege von Menschen mit Demenz

Cover Daniel Kuhn, Jane Verity: Die Kunst der Pflege von Menschen mit Demenz. Den Funken des Lebens leuchten lassen. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2012. 128 Seiten. ISBN 978-3-456-85038-2. 22,95 EUR, CH: 32,90 sFr.
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Thema

Aufbauend auf dem person-zentrierten Ansatz nach Dr. Tom Kitwood bei der Pflege und Fürsorge von Menschen mit Demenz beschreiben die Autoren die konkrete Umsetzung dieses Ansatzes im Alltag anhand von drei Prototypen, die die verschiedenen Demenzstadien darstellen. Anhand von zahlreichen Beispielen und Situationen erläutern sie die Bedeutung, die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz wahrzunehmen, echte Kontakte mit ihnen zu erleben und so Positives im Leben der erkrankten Menschen zu bewirken.

Autoren

Jane Verity lebt in Australien, wo sie die Organisation Dementia Care Australia gegründet hat und leitet, die das Ziel hat, die Haltung der Gesellschaft gegenüber Demenz zu verändern. Ebenso hat sie das Spark-of-Life-Programm konzipiert, um Menschen mit Demenz mehr Wohlbefinden zu ermöglichen. Verity ist qualifiziert als Beschäftigungs- und Familientherapeutin, sowie Master-Practitioner in Neurolinguistischem Programmieren, das sie auch bei Demenz einsetzt. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Demenz verfasst und verfügt über jahrelange Erfahrung zur Fürsorge von Menschen mit Demenz im beruflichen Kontext als auch im Privaten durch die Demenzerkrankung ihrer Mutter.

Daniel Kuhn lebt in Chicago, USA. Als klinischer Sozialarbeiter liegt sein Schwerpunkt in der Pflege von Personen und Familien, die von Alzheimer-Krankheit und Demenz betroffen sind. Er leitet derzeit das „Professionell Training Institut for the Alzheimer?s Association – Greater Illinois Chapter“. Kuhn hat über 40 Werke veröffentlicht, u.a. den Leitfaden „Alzheimer?s Early Stages: First Steps for Family, Friends an Caregivers“, und hat mehrere Online-Training-Programme mitentwickelt. Er hat beruflich seit über 30 Jahren zahlreiche Kontakte zu Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, und erlebte in der eigenen Familie die Demenzerkrankungen seines Großvaters.

Die Herausgeberin des deutschen Buches, Gerlinde Strunk-Richter, ist beim Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) tätig, wo sie den Bereich Demenz leitet. Sie verfügt über mehrjährige Berufserfahrung als Krankenschwester, studierte Erziehungswissenschaften und schloss das Studium als Diplompädagogin ab. Nach einem Zusatzstudium in Organisationspsychologie qualifizierte sie sich in der Beobachtungsmethode Dementia Care Mapping (DCM), heute ist sie DCM Evaluatorin und Trainerin (B). Sie ist Autorin zu verschiedenen Themen, zu denen sie Beiträge in Büchern und Artikel in Fachzeitschriften geschrieben hat, sowie Herausgeberin von „Pflegen und Begleiten“, ein Lehrbuch für die Altenpflegeausbildung. Auch sie verfügt neben den beruflichen Erfahrungen in der Pflege von Menschen mit Demenz über Erfahrungen im privaten Bereich.

Entstehungshintergrund

Beide Autoren arbeiten seit vielen Jahren mit Menschen mit Demenz und Pflegepersonen, die Menschen mit Demenz pflegen und betreuen. Mit dem vorliegenden Buch möchten sie einen „leicht lesbaren, praktischen und hilfreichen Leitfaden“ (Seite 16) für alle Menschen, die mit Menschen mit Demenz arbeiten, anbieten.

Aufbau

Das Buch beginnt mit einem Dankwort der Autoren, einem Geleitwort der deutschen Herausgeberin, einem Vorwort zur englischen Ausgabe von Professor Dawn Brooker, von der Bradford Dementia Group an der University of Bradford, Großbritannien. und einer Einleitung der Autoren. Der Hauptteil ist in sieben Teile gegliedert, beginnend mit einer Einleitung der Autoren. Am Ende jeden Kapitels stehen eine Zusammenfassung sowie einige Fragen zur Reflexion des Gelesenen. An den Hauptteil schließt sich ein Anhang mit Feldbetrachten an, sowie ein Verzeichnis ausgewählter Quellen und Ressourcen, die durch deutschsprachige Literatur, Adressen und Internetlinks ergänzt werden.

1. Einleitung

Die Autoren stellen am Anfang ihre Grundannahme vor, dass Pflegende durch ihre Einstellung gegenüber den Menschen mit Demenz deren Leben verbessern können. Durch eine „Summe kleiner Handlungen, die aus echter Empathie, Ermutigung, Liebe und Freude geschehen,“ (Seite 15) kann die Pflegeperson etwas Positives bewirken. Sie vergleichen die Arbeit einer Pflegeperson mit der eines Künstlers, der seine erlernten Fertigkeiten einsetzt, und diese durch Übung und Erfahrung verbessern kann. Als Ziele des Buches geben die Autoren an:

„ 1. …Ihnen die Vorstellung nahezubringen, dass die Fürsorge für Menschen mit Demenz ein Kunstwerk darstellt.

2. …den Fokus von einem medizinischen Modell auf ein Beziehungsmodell der Pflege und Versorgung zu verlagern.

3. …Sie als Künstlerin in derselben Weise zu achten und zu befähigen, in der wir Sie dazu ermutigen, die in Ihrer Pflege und Begleitung Befindlichen zu achten und zu befähigen.“ (Seite 16)

In der Einleitung erläutern die Autoren dann die drei Stadien der Demenz, auf die sie sich anhand von beispielhaften Menschen mit Demenz in den späteren Kapiteln immer wieder beziehen:

Frühstadium: Florian: Die Personen werden vergesslich, verlegen Dinge und können sich nicht mehr gut erinnern. Die Denkleistung nimmt ab.

Mittleres Stadium: Martha: Die Menschen können kurz zurückliegende Ereignisse nicht mehr erinnern, haben Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden und benötigen Hilfe von anderen Personen im Alltag.

Spätstadium: Sarah: Die Symptome der Demenz sind ausgeprägt, die Menschen mit Demenz benötigen bei allen Tätigkeiten des Alltags Unterstützung, die Sprachfähigkeit geht oft verloren, die Menschen leben in einer eigenen Welt.

2. Dr. Alzheimer und Auguste Deter

Die Autoren berichten über die Betreuung der Patientin Auguste Deter durch Dr. Alzheimer. Dr. Alzheimer beschrieb 1906 als erster die Symptome und forschte nach Ursachen und Behandlungsmethoden, die Krankheit wurde nach ihm Demenz von Alzheimer-Typ benannt.

Die Krankheitsursachen sind bis heute ungeklärt, Prävention und Behandlung weiterhin schwierig. Die heute an Demenz erkrankten Menschen fühlen sich genauso verloren, einsam und verängstigt wie Auguste Deter. Sie benötigen Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich um sie kümmern, auf sie zugehen. Dies bietet der von Dr. Tom Kitwood in den 1980-iger Jahren entwickelte person-zentrierte Ansatz mit der Forderung, die Perspektiven des Individuums zu verstehen, die Menschen mit Demenz wertzuschätzen und die Person als Ganzes zu betrachten.

Die Autoren möchten die oft vorhandenen Stereotype gegenüber Menschen mit Demenz aufbrechen, da diese die Haltung und das Handeln beeinflussen. Für diese Herangehensweise führen sie fünf Überzeugungen auf, die Pflegende annehmen sollten:

  1. Ein positives soziales Umfeld kann die behindernden Effekte der Demenz auf ein Mindestmaß reduzieren.
  2. Menschen mit Demenz sind Individuen mit einzigartigen Persönlichkeiten, Hintergründen und Präferenzen.
  3. Menschen mit Demenz gedeihen inmitten lebenslustiger Beziehungen mit Erwachsenen, Kindern und Haustieren.
  4. Menschen mit Demenz haben das Recht, an Körper, Geist und Seele ihr höchstes Potenzial zu erreichen.
  5. Menschen mit Demenz haben uns alle etwas Wertvolles zu lehren.

3. Der „Demenzpflegekünstler“

Die Autoren sehen in der Pflegeperson mehr als eine Betreuungsperson, die einem passiv Pflegebedürftigen Pflege gibt, ohne dessen verbleibende Fähigkeiten zu berücksichtigen. Vielmehr sehen sie in der Pflegeperson einen Künstler mit schöpferischer Fähigkeit und Geschicklichkeit, der verpflichtet ist, notwendige Fertigkeiten zu erlernen, „um den Bedürfnissen einer jeden von Ihnen gepflegten Person bestmöglich zu entsprechen.“ (Seite 38) Diese Fertigkeiten sind:

  1. Empathie: Sich in den Menschen hineinversetzen und auf die eigene Intuition hören, welche Fähigkeiten, Vorlieben und Abneigungen die Person mit Demenz hat.
  2. Liebe: Eine universelle Liebe, die mitfühlend ist, leidenden Menschen helfen will, die vergibt und auf der Basis eines Willensaktes entsteht.
  3. Verständnis: Im Wissen, dass es auch für das seltsam erscheinende Handeln und die Worte der Menschen persönliche Erklärungen gibt. Menschen mit Demenz versuchen die Gefühle, sich gebraucht und nützlich zu fühlen, wiederaufleben zu lassen, durch Kreativität finden sich Lösungen, diese Bedürfnisse in der jetzigen Realität zu befriedigen.
  4. Respekt: Die Person als Ganzes achten und auf die Einschränkungen des Gedächtnisses, des Denkens und anderer Hirnfunktionen Rücksicht nehmen, in dem der Person Zeit gegeben wird und die Menge an Informationen reduziert und zeitlich verteilt wird.
  5. Verspieltheit: Als Basis einer Kreativität, Freude und Spontaneität, um spielerisch mit den Menschen mit Demenz umgehen zu können.
  6. Ermutigung: Aktiv auf Menschen mit Demenz zugehen und ihnen helfen, sich wertvoll zu fühlen, weil sich durch Beeinträchtigungen der Demenz die Selbstachtung reduziert.

4. Gedanken, Worte und Handlungen umstellen

Die Autoren erläutern, wie durch die innere Einstellung, die eigenen Gedanken, Worte und auch Handlungen umgestellt werden können. In der Pflege von Menschen mit Demenz ist es sehr wichtig eine positive Kultur zu schaffen, häufig werden durch Etikettierungen des Verhaltens von Menschen mit Demenz Trennungen zwischen Pflegebedürftigen und Pflegenden geschaffen.

In der Kommunikation mit Menschen mit Demenz sind die Fertigkeiten der nonverbalen Kommunikation wesentlich, damit die Bedeutung besser verstanden werden kann.

Für ein verbessertes Zuhören werden die folgenden Verhalten empfohlen:

  • Kontakt aufnehmen
  • Körpersprache lesen
  • Einschätzen
  • Überprüfen Ihrer Einschätzung
  • Interpretieren symbolischer Handlungen

Für eine gute Kommunikation mit einem besseren Verständnis der Botschaft, wird den Sprechenden empfohlen:

  • Kontakt aufzunehmen
  • Die richtigen Fragen zu stellen
  • Positive Worte zu wählen
  • Einfache Worte und ein niedriges Tempo einzusetzen
  • Verschiedene sensorische Hinweise zu geben
  • Reminiszenz zu nutzen

5. Umgang mit herausforderndem Verhalten

Beispiele für herausforderndes Verhalten sind „eine beschimpfende oder beleidigende Sprache, Aggression, körperlicher Widerstand gegen die Pflege, Verweigern der Kooperation und verbale Ausbrüche.“ (Seite 69) Dies ist für alle beteiligten Personen unangenehm, die Autoren empfehlen Pflegepersonen, die sich als Künstler der Pflege von Menschen mit Demenz verstehen, herauszufinden, warum das jeweilige Verhalten auftritt, das herausfordernde Verhalten zu akzeptieren, deren Ursachen oder Auslöser zu suchen und Lösungen zu finden.

Wichtig ist dabei die eigene Haltung zu reflektieren und die herausfordernden Verhaltensweisen nicht persönlich zu nehmen. Die Pflegenden sollten versuchen, die Ursachen für dieses Verhalten zu beseitigen, oder die Bedürfnisse hinter diesem Verhalten ermitteln, um sie nach Möglichkeit zu erfüllen: dies können körperliche, emotionale oder umgebungsbedingte Gründe sein.

Als hilfreiche Methode wird der Solution Circle vorgestellt, in dem gemeinsam im Kollegenteam nach einer Lösung gesucht wird.

6. Fürsorge für betreuende Familienangehörige

Häufig werden Menschen mit Demenz so lange wie möglich zu Hause von ihren Angehörigen betreut. Auch die Personen um die Person mit Demenz herum sind von den Auswirkungen betroffen, Familien gehen mit der belastenden Betreuungssituation unterschiedlich um.

Häufig werden Pflegebedürftigen in der häuslichen Pflege von ihren Angehörigen ohne weitere bezahlte Hilfe betreut. Erst bei Verschlechterung der eigenen Gesundheit oder einem weiteren Anstieg des Betreuungsaufwands sind diese Frauen bereit, ihre Angehörigen in Pflegeeinrichtungen zu geben, wobei dies oft mit Gefühlen des Versagens und Schuldgefühlen, Trauer und Wut begleitet ist.

Die Erkrankung an Demenz verändern sich die Beziehungen durch die Abhängigkeit der demenzerkrankten Personen zu einseitigen Beziehungen. Die Betreuungspersonen erfahren dadurch viele Verluste, ein Trauerprozess mit den bekannten Stadien von Verleugnung, Wut, Loslassen und Annahme setzt ein.

Diese Phasen können sich auch im Verhalten der Angehörigen bei Besuchen ihrer demenzerkrankten Familienmitglieder in stationären Einrichtungen zeigen. Die Autoren empfehlen hier den Künstlern in der Pflege von Menschen mit Demenz, auf die Gefühle der Angehörigen einzugehen und zu akzeptieren, dass die Menschen sehr unterschiedlich und in einem jeweils eigenen Tempo trauern.

Weiter geben die Autoren Empfehlungen wie Pflegepersonen Angehörigen helfen können, ihre Besuche bei den an Demenz Erkrankten zu gestalten. In einer Liste werden Tätigkeiten angeboten, die die Besuchszeit gestalten helfen.

7. Künstler in Aktion

Im letzten Kapitel stellen die Autoren in Anlehnung an Dr. Tom Kitwood, 17 Haltungen und Verhaltensweisen, die auf Menschen mit Demenz kräftezehrend wirken, weil sie Menschen mit Demenz gewollt oder ungewollt herabsetzen, 17 Haltungen und Verhaltensweisen gegenüber, die als Kräftespender wirken und Interaktionen fördern, indem sie in der Haltung des Kümmerns geschehen und so Wohlbefinden und Lebensqualität hervorrufen.

Die einzelnen Haltungen werden anhand von Beispielen aus der Praxis erläutert:

  • Einschüchtern versus Einfühlen
  • Vorenthalten versus Anteilnehmen
  • Anklagen versus Verstehen
  • Entwerten versus Bestärken
  • Infantilisieren versus Anerkennen
  • Zum-Objekt-erklären versus Personalisieren
  • Lästern versus Respektieren
  • Stigmatisieren versus Bekräftigen
  • Ignorieren versus Anerkennen
  • Zur-Machtlosigkeit-Verurteilen versus Befähigen
  • Herabwürdigen versus Steigern des Selbstwertgefühls
  • Täuschen versus Unterstützen
  • Zwang versus Autonomie
  • Etikettieren versus Beschreiben
  • Unterbrechen versus Sich-Zurückhalten
  • Verbannen versus Einbeziehen
  • Überholen versus Mitgehen

Zu den Anhängen

Feldbetrachtungen

Anhand von Beispielen aus der Realität berichten die Autoren über auffällige Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz, durch die sich andere Menschen gestört fühlen oder die eine fürsorgliche Pflege des Menschen selbst behindern. Durch die Analyse des unerfüllten Bedürfnisses, das hinter der Verhaltensweise steht, werden Lösungen aufgezeigt, wie das Bedürfnis befriedigt werden kann, damit die Person mit Demenz sich wohl fühlen kann. Folgende unerfüllte Bedürfnisse werden in verschiedenen Beispielen vorgestellt:

  • Sich gebraucht und nützlich fühlen
  • Freude und Vergnügen sicher ausdrücken können
  • Respektvoll behandelt werden
  • Steigerung des Selbstwertgefühls
  • Sich geliebt fühlen
  • Lieben und geliebt werden

Ausgewählte Quellen und Ressourcen

  • Bücher
  • Organisationen
  • Audiovisuelle Ressourcen
  • Training und Edukation im Internet

Deutschsprachige Literatur, Adressen und Links

Literatur:

  • Informationen über das Krankheitsbild und den Umgang mit Demenzkranken
  • Pflege, Pflegekonzepte
  • Demenz und Zivilgesellschaft
  • Beschäftigung, Training, Erinnern
  • Spiele
  • Ernährung
  • Wohnen und Pflegeheim
  • Technische Unterstützung
  • Beratung und Unterstützung für Angehörige
  • Erfahrungsberichte, Tagebücher und Prosa
  • Bücher für Kinder und Jugendliche
  • Medizinische Fachliteratur
  • Recht und Pflegeversicherung
  • Videos und DVDs

Veröffentlichungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.:

  • Selbsthilfe Demenz
  • Tagungsreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
  • Praxisreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
  • CD-Rom?s und DVDs
  • Sonstige Veröffentlichungen

Links im Internet

Adressen (Deutschland, Österreich und Schweiz)

Diskussion

Das Buch ist ein sehr praxisnaher Ratgeber für Pflegepersonen, die mit Menschen mit Demenz arbeiten. Ausgehend von der Entdeckung der Demenzerkrankung durch Dr. Alzheimer und seine Beschreibung der Krankheitssymptome werden die Ausprägungen auf das Leben mit Menschen mit Demenz in den verschiedenen Stadien des Krankheitsverlaufs sehr anschaulich anhand der drei Prototypen Florian, Martha und Sarah dargestellt.

Die Autoren greifen den von Dr. Tom Kitwood beschriebenen Ansatz der person-zentrierten Pflege auf und beschreiben die Umsetzung dieses Ansatzes in die Praxis. Die Adressaten dieses Buches sind die Pflegepersonen selbst, die mithilfe dieses Buches zu Künstlern ihrer Profession werden können. Die Autoren unterstreichen dies in der häufig verwendeten direkten Anrede.

Hilfreich ist die gut verständliche und lesbare Sprache, die dennoch die Inhalte auf einer wissenschaftlich basierten Basis vermittelt. Die einzelnen Kapitel sind übersichtlich und kurz gefasst, zahlreiche Unterüberschriften gliedern die Kapitel, Fotos und viele sehr nachvollziehbare Beispiele vermitteln die Inhalte kurzweilig und sehr praxisnah. Auch wenn die Beispiele von der Herkunft der Autoren (USA und Australien) geprägt sind, können diese gut in die deutschsprachige Pflegepraxis übertragen werden. In den Beispielen werden zahlreiche bekannte Pflegesituationen mit lösungsorientierten Handlungsansätzen für die Künstler der Pflege von Menschen mit Demenz beschrieben, so dass es zum unentbehrlichen Nachschlagewerk für die tägliche Pflegepraxis wird.

Auch wenn die Autoren vor allem die in der Pflege tätigen Pflegekräfte ansprechen, so bietet das vorliegende Buch auch zahlreiche hilfreiche Anregungen für Unterrichtende, Führungskräfte und Einrichtungsleiter, die in Einrichtungen der Geriatrie, Gerontopsychiatrie und in der ambulanten und stationären Arbeit mit Menschen mit Demenz tätig sind. Auch pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz können hilfreiche Informationen zum Umgang mit der veränderten Situation finden.

Fazit

Mit dem vorliegenden Buch über die Kunst der Pflege von Menschen mit Demenz haben die Autoren ihr Ziel erreicht, einen leicht lesbaren, praktischen und hilfreichen Leitfaden zu schaffen. Das kurze aber dennoch sehr inhaltsreiche Buch besticht durch zahlreiche Beispiele aus der Praxis und ist für Pflegepersonen, die an Demenz erkrankte Menschen pflegen, ein wertvoller Praxisbegleiter. Die positive Sichtweise und der wertschätzende, fürsorgliche Umgang von Menschen mit Demenz werden dem Leser durch eine positive Sprache direkt vermittelt, so dass deren Umsetzung in die pflegerische Praxis unmittelbar daraus folgen muss.


Rezensentin
Diplom-Pflegewirtin (FH) Barbara Scharfenberg
Pflegedirektorin, Kreisklinik Ebersberg


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Zitiervorschlag
Barbara Scharfenberg. Rezension vom 05.03.2013 zu: Daniel Kuhn, Jane Verity: Die Kunst der Pflege von Menschen mit Demenz. Den Funken des Lebens leuchten lassen. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2012. ISBN 978-3-456-85038-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/13163.php, Datum des Zugriffs 16.10.2019.


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ISSN 2190-9245

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