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Doris Rosenkranz, Edmund Görtler u.a.: Woher kommen künftig die Freiwilligen?

Rezensiert von Alexandra Günther, 14.02.2014

Cover Doris Rosenkranz, Edmund Görtler u.a.: Woher kommen künftig die Freiwilligen? ISBN 978-3-7799-2085-4

Doris Rosenkranz, Edmund Görtler, Brigitte Limbeck: Woher kommen künftig die Freiwilligen? Engagementplanung als Zukunftsaufgabe für Kommunen und Verbände. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2013. 120 Seiten. ISBN 978-3-7799-2085-4. D: 17,95 EUR, A: 18,50 EUR.
Reihe: Edition Sozial
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Thema

Mit dem demographischen Wandel verändert sich auch das Freiwilligenmanagement. Bei steigendem Bedarf muss Freiwilligenengagement strategisch gut geplant sein. So kann auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagiert und aufkommende Lücken geschlossen werden.

Autorinnen und Autor

Dr. rer. pol. Doris Rosenkranz ist Professorin an der Technischen Hochschule Nürnberg, Fakultät Sozialwissenschaften und Sprecherin der Hochschulkooperation Ehrenamt. Sie berät, forscht und lehrt seit vielen Jahren praxisorientiert zu Fragen des Freiwilligenmanagements in Kommunen und Verbänden.

Diplom-Politologe Edmund Görtler ist Leiter von MODUS – Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung in Bamberg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Demografischer Wandel, Evaluation und Bürgerschaftliches Engagement.

Diplom-Sozialpädagogin Brigitte Limbeck war wissenschaftliche Mitarbeiterin des BMBF-Forschungsprojektes „Freiwilligenmanagement in Unterfranken“. Aktuell ist sie als Freiwilligenmanagerin für den AWO Bezirksverband Unterfranken e.V. tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Freiwilligen- und Sozialmanagement.

Entstehungshintergrund

Grundlage des Buches ist das Projekt „Freiwilligenmanagement – Bedarfsabschätzung und Curriculumsentwicklung“ im Regierungsbezirk Unterfranken/Bayern. Hierbei wurde die ehrenamtliche Unterstützung für Senioren untersucht.

Aufbau

Das Buch umfasst drei Teile.

  1. Der erste Teil geht auf die Koordination der sozialen Leistungen durch ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter ein.
  2. Der zweite Teil analysiert die Struktur der Freiwilligen in der Seniorenarbeit.
  3. Der dritte Teil befasst sich mit der Engagementplanung.

Inhalt

Im ersten Teil stellen die Autoren ihre Untersuchungen über die Arbeit der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Koordinierenden vor. Diese umfassen Ergebnisse zu folgenden Bereichen:

  • Struktur der Koordinationsarbeit,
  • Werbung und Auswahl der Ehrenamtlichen,
  • Betreuung der Ehrenamtlichen,
  • Zufriedenheit mit der Koordination,
  • Kommunikation, Vernetzung und Schulung.

Anschließend entwickeln die Autoren Kriterien für eine erfolgreiche Koordination von Freiwilligen.

Der zweite Teil zeigt die häufigsten Bereiche und Merkmale von Freiwilligen auf. Die Autoren erarbeiten des Weiteren verschiedene Zukunftsvariationen, wie sich die Zahl der ehrenamtlich Tätigen bis 2025 verändern könnte. Hierbei zeigen sie, welchen Einfluss welche Faktoren haben. Grundlage dafür sind spezifische statistische Daten und der Freiwilligensurvey 2009 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Bei der Engagementplanung muss diese Entwicklung ebenfalls mit der voraussehbaren Entwicklung des Bedarfs von Freiwilligen abgeglichen werden.

Im dritten Teil gehen die Autoren auf ihr Verfahren zur Bedarfsermittlung detailliert ein. Anhand der Stadt Würzburg wird dies veranschaulicht. Es gilt diverse Faktoren und Einflüsse für die Engagementplanung zu berücksichtigen. Dies können beispielsweise gesellschaftliche Veränderungen wie zunehmende Singlehaushalte im Alter sein. Veränderte Rahmenbedingungen für die Koordinierung haben ebenso Auswirkungen auf das Freiwilligenmanagement. Die Autoren weisen auch auf den Wandel der Einstellungen von Ehrenamtlichen hin. Neue Konzepte für die Bindung von Freiwilligen sind gegebenenfalls zu erarbeiten.

Diskussion

Der Schwerpunkt des Fachbuchs liegt auf den Auswertungen des Forschungsprojektes zum Freiwilligenmanagement in Unterfranken/Bayern. Die empirisch gewonnenen Ergebnisse bieten eine überprüfbare Grundlage für eine nachhaltige Engagementplanung im Seniorenbereich.

Freiwillige sind keine homogene Gruppe. Regionale Unterschiede haben Einfluss. Ebenso verändert sich die Begleitung und Koordination der Freiwilligen aufgrund der sich wandelnden Bedürfnisse und Ansprüche. Die Autoren zeigen, dass Konzepte und Planung der Freiwilligenarbeit nicht statisch, sondern flexibel sein müssen.

Fazit

Das Fachbuch von Rosenkranz, Görtler und Limbeck zeigt, wie Kommunen und Verbände ihre Engagementplanung angemessen für die Zukunft weiter entwickeln können. Konkrete Hinweise anhand der Beispiele erleichtern die Umsetzung.

Rezension von
Alexandra Günther
M.A., Pädagogin/Ethikerin
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Es gibt 38 Rezensionen von Alexandra Günther.

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Zitiervorschlag
Alexandra Günther. Rezension vom 14.02.2014 zu: Doris Rosenkranz, Edmund Görtler, Brigitte Limbeck: Woher kommen künftig die Freiwilligen? Engagementplanung als Zukunftsaufgabe für Kommunen und Verbände. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2013. ISBN 978-3-7799-2085-4. Reihe: Edition Sozial. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/13167.php, Datum des Zugriffs 16.05.2022.


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