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Uwe Grobshäuser, Michael Preißer (Hrsg.): Die Besteuerung der GmbH

Cover Uwe Grobshäuser, Michael Preißer (Hrsg.): Die Besteuerung der GmbH. Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH (Stuttgart) 2013. 3., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. 821 Seiten. ISBN 978-3-7910-3108-8. D: 99,95 EUR, A: 102,80 EUR, CH: 134,00 sFr.
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Herausgeber

Prof. Dr. Uwe Grobshäuser lehrt an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg und ist Autor zahlreicher Fachpublikationen und Dozent in der Steuerberater-Ausbildung.

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Preißer ist Steuerberater und Partner einer Wirtschaftsprüfungs-u. Steuerberatungsgesellschaft in Hamburg. Darüber hinaus lehrt er als Professor für Steuerrecht und Wirtschaftsprivatrecht an der Leuphana Universität Lüneburg und ist Autor und Herausgeber zahlreicher Fachpublikationen. Er hat Berufserfahrungen als Referent des BMF, des Deutsches Anwaltsinstitut und der Bundesfinanzakademie sowie als Dozent in der Steuerberater-Ausbildung.

Autoren

  • Prof. Dr. Uwe Grobshäuser: s.o.
  • Prof. Dr. Jörg-Thomas Knies ist Professor an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg und Autor zahlreicher Fachpublikationen. Darüber hinaus ist er Dozent in der Steuerberaterausbildung.
  • Karsten Melzer arbeitet als Rechtsanwalt und Steuerberater in Köln. Er ist Dozent im Rahmen der Aus-u. Fortbildung für Steuerberater und Fachanwälte und Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München.
  • Johann Missel ist Dipl.-Wirtschaftsjurist (FH) und arbeitet als Steuerberater bei einer Wirtschaftsprüfungs-u. Steuerberatungsgesellschaft in Hamburg.
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Preißer: s.o.
  • Nina Schütte ist ausgebildete Juristin (LL.M. Dipl.-Wirtschaftsjuristin (FH)) mit Steuerberaterexamen. Sie arbeitet als Partnerin bei BRL, einem Verbund von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern.

Thema

Die von Grobshäuser und Preißer herausgegebene Publikation ist als Grundlagenwerk für die Praxis zu verstehen. Betrachtet man die GmbH, kommt eine Vielzahl anwendbarer Gesetze in Betracht. Hierbei seien exemplarisch das Körperschaftsteuerrecht, das Einkommensteuerrecht sowie das Bilanzsteuerrecht genannt. Ebenso sind in dem Buch Ausführungen zum Handelsrecht, Umsatzsteuerrecht und zum Gewerbesteuerrecht gegeben, um einen umfassenden Blick auf die Besteuerung der GmbH zu ermöglichen.

Die Autoren zollen den zahlreichen Fragen bezüglich der Entstehung, der laufenden Besteuerung bis hin zur Auflösung der GmbH Tribut.

Nicht einzig der steuerlichen Betrachtung der GmbH als solche wird Aufmerksamkeit geschenkt, auch die Folgen für deren Anteilseigner werden umfassend anhand von Beispielen und Praxishinweisen dargestellt.

Grenzüberschreitende Aktivitäten der GmbH werden gleichermaßen präsentiert, wie innerbetriebliche Überlegungen zur Rechtsformwahl, Umstrukturierung und Gesellschafternachfolge.

Aufbau

  1. Teil I – Einführung
  2. Teil II – Laufende Besteuerung der GmbH
  3. Teil III – Die GmbH im Wandel
  4. Teil IV – Besteuerung der Anteilseigner
  5. Teil V – Die GmbH im Unternehmensverbund
  6. Teil VI – Verfahrensrecht und Steuerstrafrecht

Das vollständige Inhaltsverzeichnis ist unter www.schaeffer-poeschel.de/download/inhaltsverzeichnisse einsehbar.

Zu Teil I – Einführung

Grobshäuser zeigt in Kapitel 1 – der Einführung – Gründe auf, die für die Wahl der GmbH als Rechtsform maßgeblich sind. Ausschlaggebend sind u.a. Regelungen bezüglich der Haftung, der Gesellschafteranzahl oder der Geschäftsführervergütung, sowie die Besteuerung von anteiligen (Veräußerungs-)Gewinnen. Nebst den genannten Punkten beeinflussen die Gesellschafterfinanzierung bzw. die Vermietung von Wirtschaftsgütern durch Gesellschafter, die auf das Sonderbetriebsvermögen und die dortigen Sonderbetriebseinnahmen und -ausgaben abzielen, die Auswahl der Rechtsform. Ebenso können der zur Gründung betriebene Aufwand, die Möglichkeit der Kapitalbeschaffung und die Verlustaufteilung entscheidend sein.

Während sich das zweite Kapitel - Gesellschaftliche Grundlagen – der Rechtsnatur einer GmbH, deren Vor- und Nachteilen bzw. den konkreten Richtlinien (Form des Gesellschaftsvertrags, Mindestinhalte etc.) zur Errichtung der Gesellschaft widmet, zielt das darauf folgende Kapitel 3 auf die Gründung der GmbH ab. Die erforderlichen Regularien finden sich im GmbHG wieder, Ergänzungen dazu sind im HGB niedergeschrieben. Die Errichtung einer GmbH vollzieht sich in drei Stadien, auf die im Buch näher eingegangen wird. Zunächst entsteht eine Vorgründungsgesellschaft, welche in das Gründungsstadium übergeht und letztendlich zur eingetragenen GmbH wird. Das Werk legt dabei ein besonderes Augenmerk auf die mit dem Gesellschafts- und Steuerrecht korrespondierenden Schwierigkeiten. Bezugnehmend zur Rechtsnatur aus Kapitel 2 (Melzer) wird hier ebenfalls eine Erläuterung zu Stammkapital/-einlage gegeben. Wie Einlagen buchhalterisch erfasst werden und was es zwischen der Übertragung von Wirtschaftsgütern des Privat- und des Betriebsvermögens zu beachten gibt, wird anhand von Beispielen verdeutlicht (Verfasser: Grobshäuser).

Zu Teil II – Laufende Besteuerung der GmbH

In Kapitel 1 des zweiten Teils werden die Grundlagen für die Besteuerung einer GmbH, speziell die Körperschaft-, Gewerbe- sowie Umsatzsteuer näher besprochen (Schütte). Danach werden verdeckte Gewinnausschüttungen und verdeckte Einlagen betrachtet (Preißer) (Kapitel 2). Ein eigenes Kapitel (3) wird der Zinsschranke gemäß § 8a KStG i.V.m. § 4h EStG eingeräumt. Hier wird insbesondere auch auf die Escape-Klausel eingegangen. Dabei handelt es sich um eine Ausnahmeregelung von der Beschränkung des Zinsabzugs im Rahmen der Zinsschranke (Preißer). Im folgenden Kapitel (4) wird die Besteuerung der GmbH als Beteiligung an anderen Körperschaften und Personenvereinigungen anhand des § 8b KStG en Detail dargelegt. Die wichtigsten Inhalte dieses Paragraphen sind die Steuerfreiheit von Dividenden, das pauschale Betriebsausgabenabzugsverbot für Bezüge im Sinne des § 8b Abs. 1 KStG i.H.v. 5%, sowie die Steuerbefreiung der Veräußerungsgewinne. Weiterhin wird auf den Anwendungsausschluss für Lebens- und Krankenversicherungsunternehmen und Pensionsfonds verwiesen (Preißer). In Kapitel 5 wird auf Verluste eingegangen, wobei diese in die folgenden Jahre vorzutragen sind, bis sich ein Ausgleich mittels der Gewinnvorträge einstellt (Grobshäuser). Auslandsbeziehungen der GmbH zu anderen Tochter- oder auch Muttergesellschaften stehen im Fokus des 6. Kapitels. Im Zuge der weltweiten Vernetzung global operierender Unternehmen ist es notwendig nachzuvollziehen in welchem Land die Besteuerung, der durch die GmbH erzielten Einkünfte, erfolgt.

Zu Teil III – Die GmbH im Wandel

Kapitel 1 des dritten Teils befasst sich mit der Thematik der Kapitalherabsetzung, die u.a. dazu geeignet ist die Haftungsmasse herabzusetzen und finanzielle Mittel freizusetzen. Das Pendant dazu ist die Kapitalerhöhung. Auch hier gilt, dass verschiede Gründe dafür ursächlich sein können. Beispielhaft sei die Notwendigkeit einer Erhöhung des Stammkapitals und der damit verbundenen verbesserten Bonität, als auch die Mitgliedschaft weiterer, neuer Gesellschafter genannt (Grobshäuser).

Aspekte des Umwandlungsrechts werden in Kapitel 2 erläutert. Die Verschmelzung, Spaltung und Vermögensübertragung mittels eines Rechtsformwechsels charakterisieren an dieser Stelle die verschiedenen Umwandlungsarten. Im Grunde genommen ermöglicht die Reformierung des Umwandlungsrechts durch das Umwandlungsbereinigungsgesetz im Jahre 1994 eine vereinfachte Handhabe der Umstrukturierung der GmbH (Preißer, Missal).

Bereits seit Jahren sehen sich zahlreiche Unternehmen mit der Problematik einer nahenden Insolvenz konfrontiert. Die Verfasser zeigen in Kapitel 3 des dritten Teils Möglichkeiten auf, Krisen frühzeitig zu erkennen, um derartige Unternehmenszusammenbrüche zu verhindern bzw. Schadensbegrenzung zu betreiben. Dies geschieht durch operative und strategische Frühwarnsysteme. Auch die Geschäftsführung sollte hierbei regelnd eingreifen, indem sie ein Gespür für kritische Situationen entwickelt und zeitnah Lösungsansätze zur Verfügung stellt. (Melzer)

Insofern eine GmbH die Umstände für eine Krise nicht abwenden kann, d.h. die Unternehmung über eine Verschuldung in dem Maße verfügt, so dass ihre Existenz bedroht ist, spricht man von einer Insolvenz (Kapitel 4). Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens (auf Antrag) werden durch das Insolvenzgericht vorläufige Sicherungsmaßnahmen ergriffen, um das Vermögen nicht noch weiter zu schmälern, dementsprechend kommen Maßnahmen wie z.B. die Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters oder aber die Aufhebung bestehender Zwangsvollstreckungen zum Tragen. Im anschließenden Hauptverfahren werden die Forderungen aller Gläubiger gesammelt und die Insolvenzmasse verteilt. Die Autoren verweisen im Zusammenhang dessen auf die Option der Eigenverwaltung und eine speziell Form davon – das Schutzschirmverfahren. Das Insolvenzplanverfahren – als Vereinbarung zwischen Gläubigern und Schuldner – verfolgt drei unterschiedliche Absichten: die Liquidation des Gemeinschuldners, die Übertragung des Unternehmens auf Dritte oder die Sanierung des Unternehmens (Melzer).

Kapitel fünf konkretisiert, welche Ursachen für die Auflösung einer GmbH in Betracht kommen. Auf eine genaue Aufzählung sei an dieser Stelle verzichtet. An den Konkurs einer GmbH ist folglich eine Liquidationsphase geknüpft, in der die laufende Geschäftstätigkeit zum Abschluss gebracht, ausstehenden Verpflichtungen nachgekommen und bestehendes Vermögen veräußert wird. Da diese Publikation im Zeichen der Besteuerung der GmbH steht, wird an dieser Stelle auf den Zusammenhang zwischen Auflösung/Abwicklung und Steuern, entsprechend § 11 KStG, verwiesen (Grobshäuser).

Zu Teil IV – Besteuerung der Anteilseigner

In Kapitel 1 des vierten Teils wird die Problematik der offenen und verdeckten Gewinnausschüttung eingeführt. Beispielhaft wird die Materie der Ausschüttungen aus dem Einlagekonto, sowie Unterschiede zwischen dem Handels- und Gesellschaftsrecht besprochen. Teil IV umfasst nicht nur Ausführungen zur Besteuerung von Dividenden der Shareholder, wenn sich diese im Privatvermögen befinden, sondern auch zu Beteiligungen, die im Betriebsvermögen gehalten werden. Im ersteren Fall unterliegen die Gewinnausschüttungen der Einkommensteuer, da sie laut § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG zu Einkünften aus Kapitalvermögen zählen. Im zweiten Fall sind Dividenden als Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb zu beurteilen und demgemäß findet das Teileinkünfteverfahren Anwendung (Grobshäuser).

Kapitel zwei bezieht sich auf die Veräußerung von Anteilen. Entscheidend bei der steuerrechtlichen Beurteilung der Veräußerung von Anteilen ist zunächst zwischen Privatvermögen und Betriebsvermögen zu unterscheiden. Außerdem ist die Höhe des Stammkapitals von Bedeutung. Das Gestaltungsdilemma hinsichtlich des Erwerbs von Vermögensgegenständen „asset deal“ und des Anteilsverkaufs „share deal“ ist durch einen Interessengegensatz zwischen Erwerber und Veräußerer gekennzeichnet. Es ist offensichtlich, dass die Autoren das breite Spektrum der Besteuerung von Anteilen abdecken wollen und folglich auch auf die Betriebsveräußerung gemäß §16 EStG, die Veräußerung von Anteilen durch eine Kapitalgesellschaft und die Möglichkeit des Anteilstausches eingehen. Gleichwohl wird die Besteuerung von Anteilen bei der Übertragung im Wege der vorweggenommenen Erbfolge und im Rahmen der regulären Erbfolge besprochen (Grobshäuser).

Kapitel drei - Gesellschafternachfolge: Schenken und Vererben von Anteilen - berücksichtigt die einkommensteuerliche Beurteilung von unentgeltlich bzw. teilunentgeltlich erworbenen Geschäftsanteilen einer GmbH. Neben der Schenkung kommt eine vorweggenommene Erbfolge mit dem Ziel in Betracht, das Vermögen innerhalb der Familie zu erhalten und deren Existenz zu sichern. Anstelle nachfolgenden Gesellschaftern sämtliche Rechte am GmbH-Geschäftsanteil zu übertragen, ist auch der Nießbrauch respektive die Treuhandschaft denkbar. Im Gegenzug zu den vorangegangenen Vermögensübertragungen unter Lebenden handelt es sich bei dem (Allein-)Erbfall um die steuerliche „Endstation“. Erben in Folge des Todesfalls eines Gesellschafters einer GmbH mehrere Personen, nennt man das zur Anwendung kommende Verfahren der Aufteilung von Nachlassvermögen Erbauseinandersetzung. Besonders interessant sind neben dem Fazit, welches im letzten Unterabschnitt beschrieben wird, die anschließend vorgestellten Gestaltungshinweise (Preißer).

Zu Teil V – Die GmbH im Unternehmensverbund

Kapitel 1 des fünften Teils Unterpunkt eins legt die Begrifflichkeit der Organschaft dar. Organschaften liegen immer dann vor, wenn sich eine Kapitalgesellschaft verpflichtet, ihren gesamten Gewinn an eine beherrschende Muttergesellschaft abzuführen. Grundlegend treffen die Autoren eine Unterscheidung zwischen Organschaften nach dem Körperschaftsteuer- bzw. Gewerbesteuerrecht. Bei den erstgenannten wird außerdem zwischen persönlichen und sachlichen Voraussetzungen differenziert. Das Buch betitelt und erläutert ferner vielfältige Problemfelder, die im besonderen Zusammenhang mit einer Organschaft stehen. Voraussetzung für eine Organschaft im Gewerbesteuerrecht ist die körperschaftsteuerliche Organschaft. Kurz erwähnt wird ebenfalls die Organschaft im Umsatzsteuerrecht (Grobshäuser).

Kapitel zwei geht auf eine Spezialform der GmbH ein – die GmbH & Co. KG. Die hybride Rechtsform erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da sie über eine Vielfalt von Vorzügen verfügt. Kennzeichnend sind Haftung, Vertretung, Geschäftsführung und steuerrechtliche Vorteile. In erster Linie kann man die steuerrechtliche Betrachtung einer GmbH & Co. KG danach abgrenzen, ob sie gewerblich oder vermögensverwaltend tätig wird. Bei der letztgenannten beziehen einige Gesellschafter private und andere wiederum betriebliche Einkünfte, damit wird die Problematik deutlich, dass es kompliziert ist, deren Einkünfte zu ermitteln. Als Erscheinungsformen gelten die typische GmbH & Co. KG und die Sonderformen von ihr, die zuweilen jeweils noch feiner untergliedert werden können (Preißer).

Die GmbH & Still ist als eine Innengesellschaft anzusehen, da sie nach außen hin nicht als solche hervortritt und einen Mix zwischen Personen- und Kapitalgesellschaft herstellt. Auch sie bietet Begünstigungen für Unternehmer, die in Kapital 3 geschildert werden. Die Besteuerung der GmbH & Still orientiert sich an der Zuordnung zu einer Typischen oder Atypischen Gesellschaft (Preißer).

Im letzten Kapitel 4 des fünften Teils kommen Merkmale der Betriebsaufspaltung zum Ausdruck. Mit Betriebsaufspaltung ist eine Art Doppelgesellschaft gemeint, wobei deren beide Gesellschaften rechtlich selbstständig sind. Ziel ist die Umorganisation. Steuerrechtliche Gestaltungsparameter für die Betriebsaufspaltung ergeben sich aus der sachlichen und personellen Verflechtung. Die steuerlichen Folgen der Betriebsaufspaltung bergen Chancen und Gefahren für die GmbH. Als besondere Erscheinungsformen der Betriebsaufspaltung seien die umgekehrte und kapitalistische, sowie mitunternehmerische Betriebsaufspaltung zu nennen.

Zu Teil VI – Verfahrensrecht und Steuerstrafrecht

Kapitel 1 des sechsten Teils – Verfahrens- und Steuerrecht – geht auf die zivil- und steuerrechtliche Haftungsnorm ein. Im Gegensatz zur steuerlichen Haftung entsteht die zivilrechtliche dadurch, dass man nicht nur für fremde Schulden einstehen muss, sondern auch für eigen verursachte. Weitere Abschnitte sind die Drittwirkung der Steuerfestsetzung (§ 166 AO), sowie die Zahlungsaufforderung (§ 219 AO) (Melzer).

Die allgemeinen Vorschriften der Außenprüfung werden in Kapitel 2 wiedergegeben. Im Zusammenhang mit der Steuerfahndung werden deren Aufgaben konkretisiert, die sich in § 208 AO nachlesen lassen (Melzer).

Strafrechtlich zu verantworten (Kapitel 3) haben sich Gesellschafter nicht nur für Steuerstraftaten, sondern auch Wirtschaftsdelikte außerhalb der AO. Geprüft werden Straftaten anhand von 3 Stufen. Strafrechtliche Sanktionen außerhalb der AO werden bspw. für das Unterlassen der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens verhängt, bei Fehlverhalten im Fall der Gründung und der Kapitalerhöhung oder bei falschem Ausweis von Verlusten. Abschließend bildet das Werk Ausführungen zum Steuerstrafrecht und dem Steuerordnungswidrigkeitsrecht ab (Melzer).

Fazit

Das vorliegende Handbuch zur Besteuerung der GmbH ist ein umfangreiches Werk, das alle Aspekte der GmbH-Besteuerung auf über 800 Seiten darstellt. Die Darstellung umfasst auch Nebenaspekte, wie die Rechtsformwahl, die Umstrukturierung nach dem Umwandlungsgesetz und verfahrensrechtliche Aspekte. Darüber hinaus behandelt das Handbuch Gestaltungen, in denen die GmbH als Teil eines komplexen Unternehmensverbundes eingesetzt wird, wie z. B. Organschaft, GmbH & Co KG, GmbH & Still und Betriebsaufspaltung.

Neben der Besteuerung der Tätigkeit im Inland (Ertragsteuern und Verkehrssteuern) werden auch steuerliche Aspekte von Tochtergesellschaften und Auslandsbeziehungen betrachtet.

Das Handbuch weist eine tief gehende Untergliederung auf. Durchgängig sind viele Beispiele mit Lösungen und Praxishinweisen angegeben.

Das Handbuch ist als Nachschlagewerk konzipiert, als Lehrbuch zum Studium der Materie der Besteuerung ist es wegen der detaillierten Gliederungsebenen weniger geeignet.

Die von verschiedenen Autoren verfassten Einzelkapitel sind zwar von der Ordnung und Reihung aufeinander abgestimmt, es fehlt jedoch an einer durchgängigen Darstellung von inneren Zusammenhängen. Beim Durchlesen dieses Buchs am Stück – und nicht dem Benutzen als Nachschlagewerk – ist dem Rezensenten aufgefallen, dass sich manche inhaltlichen Aussagen wiederholen.

Zudem fällt auf, dass das Niveau der Darstellung vom jeweiligen Verfasser abhängt. Z.T. sind die Aussagen hoch akademisch, z.T. dann sehr einfach und praxisorientiert gehalten.

Das Handbuch stellt trotz der genannten Kritik ein gelungenes Kompendium des komplexen Steuerrechts der GmbH dar.

Für eine Neuauflage wäre zu wünschen, dass die einzelnen Kapitel besser inhaltlich aufeinander abgestimmt und Wiederholungen vermieden werden.


Rezensent
Prof. Dr. Friedrich Vogelbusch
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Zitiervorschlag
Friedrich Vogelbusch. Rezension vom 06.05.2014 zu: Uwe Grobshäuser, Michael Preißer (Hrsg.): Die Besteuerung der GmbH. Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH (Stuttgart) 2013. 3., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-7910-3108-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/13226.php, Datum des Zugriffs 16.11.2019.


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