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Sven Grote, Simone Kaufeld u.a. (Hrsg.): Kompetenzmanagement

Cover Sven Grote, Simone Kaufeld, Ekkehart Frieling (Hrsg.): Kompetenzmanagement. Grundlagen und Praxisbeispiele. Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH (Stuttgart) 2012. 2., überarbeitete Auflage. 340 Seiten. ISBN 978-3-7910-2956-6. D: 49,95 EUR, A: 51,40 EUR, CH: 67,00 sFr.
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Thema

Im Forschungsprojekt „Lernkultur Kompetenzentwicklung“ haben Wissenschaftler von der Gesamthochschule Kassel unter der Federführung von Professor Ekkehart Frieling gemeinsam mit Unternehmen Lösungen zur Kompetenzentwicklung entwickelt und evaluiert. In diesem Buch stellen sie ihre Ergebnisse vor.

Herausgeber und Herausgeberin

Die drei HerausgeberInnen sind alle an der Universität Kassel tätig, zum Teil auch in der Unternehmensberatung. Die AutorInnen von Fallbeispielen sind VertreterInnen der jeweiligen Unternehmen.

Aufbau und Inhalt

Ausgangspunkt ist die Frage, inwiefern die Entwicklung von Kompetenzen eine Antwort auf erhöhten Wettbewerb darstellen kann (diese wird natürlich positiv beantwortet) und in welcher Form dies adäquat geleistet werden kann. Kompetenzmanagement wird definiert als integriertes dynamisches System von Personalrekrutierung, -einsatz und -entwicklung, welches eine kontinuierliche Anpassung von Kompetenzen an neue Aufgaben und organisationale Veränderungen anstrebt, also Teil der strategischen Personalentwicklung ist. Insbesondere die dynamische Entwicklung der Unternehmen und ihrer Umwelten erfordern gezieltes Kompetenzmanagement.

Zunächst wird in Kapitel 2 ein Überblick über Meilensteine, Theorien und Modelle des Kompetenzmanagement skizziert. Hier geht es u.a. um Arten von Kompetenzen, Möglichkeiten zu deren Messung und systematischen Probleme dabei.

In Kapitel 3 werden Phasen und einzelne Schritte der Einführung eines Kompetenzmanagementsystems dargestellt.

In den Kapiteln 4-13 stellen zehn Unternehmen ihre individuellen Systeme des Kompetenzmanagement vor. Die Beiträge folgen einer einheitlichen Struktur. So werden zunächst das Unternehmen und seine Rahmenbedingungen vorgestellt, sowie die Ziele des Kompetenzmanagements genannt. Den größten Raum nimmt die Beschreibung der jeweiligen Lösungen ein. Dabei wird zunächst die Implementierung des Systems beschrieben, das Kompetenzmanagementsystem an sich, die heutige Situation, die Erfolgsfaktoren für die Implementierung sowie weitere Perspektiven.

In Kapitel 14 werden Perspektiven des Themas zusammen gefasst, u.a. in Zusammenhang mit Herausforderungen durch den demografischen Wandel, die Rolle von Seminarveranstaltungen und die Integration von Kompetenzmanagement in die Arbeitsgestaltung. Seminare werden eher kritisch betrachtet, wobei hier etwas pauschal argumentiert wird, wenn z.b. „Farbtypenanalysen“ und „Persönlichkeitstrainings“ sehr undifferenziert in einen Topf geworfen werden. Arbeitsintegrierte Maßnahmen etwa sind Mentoring- oder Patenprogramme, Hospitationen, systematisiertes Training on-the-job, die Mitarbeit in Projekten oder Auslandsaufenthalte in Konzern- oder Zulieferbetreiben. Hilfreich für PraktikerInnen ist hier die systematische Auflistung aller möglichen Maßnahmen des Kompetenzmanagements, ausgehend von Analyseformen mit Reflexion, wie Mitarbeitergespräche, Qualifikationspässe etc., über unterschiedliche Trainingsformen, verschiedene EDV-unterstützte Möglichkeiten von Coaching und Selbstlernen, zu unterschiedlichen Formen von Feed-back, arbeitsintegrierte oder -nahe Maßnahmen, Lernen von und mit Kunden und fundierte Programme und Laufbahnkonzepte.

Diskussion

Das Buch bietet vielfältige Anregungen, ist sehr klar strukturiert, schafft eine gute Verbindung von Theorie und Praxis, bietet eine Fülle an Informationen, Modellen und Denkanstößen und ist – insbesondere bei den praktischen Beispielen – relativ leicht lesbar auch für PraktikerInnen. Fallbeispiele sind sehr gut strukturiert, ausführlich und differenziert geschrieben und geben einen guten Einblick in z.T. sehr differenzierte Herangehensweisen an das Kompetenzmanagement einzelner Unternehmen.Kritische Aspekte werden eher weniger beleuchtet, es ist aber anzunehmen, dass hier v.a. erfolgreiche und fundierte Kompetenzmanagementsysteme als Gegenstand der Beiträge ausgewählt wurden. Dies macht insofern auch Sinn, als damit in Form von best-practice Anregungen für LeserInnen dargestellt werden.

Fazit

Das Buch kann neben WissenschafterInnen, die sich auf das Thema spezialisieren, v.a. PersonalentwicklerInnen empfohlen werden, die sich Inspirationen von anderen Unternehmen holen wollen, die eine eigene Strategie in Bezug auf Kompetenzmanagement entwickeln, oder die bestehende reflektieren wollen. Auch für BildungsexpertInnen, Führungskräfte oder BeraterInnen kann es wertvolle Anregungen bieten.


Rezension von
Prof. Dr. Ruth Simsa
Wirtschaftsuniversität Wien
Institut für Soziologie, NOP Institut
Homepage www.ruthsimsa.at
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Zitiervorschlag
Ruth Simsa. Rezension vom 10.10.2012 zu: Sven Grote, Simone Kaufeld, Ekkehart Frieling (Hrsg.): Kompetenzmanagement. Grundlagen und Praxisbeispiele. Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH (Stuttgart) 2012. 2., überarbeitete Auflage. ISBN 978-3-7910-2956-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/13227.php, Datum des Zugriffs 09.07.2020.


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ISSN 2190-9245

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