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Katharina Vollmeyer, Susanne Fricke: Die eigene Haut retten

Cover Katharina Vollmeyer, Susanne Fricke: Die eigene Haut retten. Hilfe bei Skin Picking. Balance Buch + Medien Verlag (Köln) 2012. 136 Seiten. ISBN 978-3-86739-071-2. 14,95 EUR.

Reihe: Balance Ratgeber.
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Thema

Thema ist das umgangssprachlich als Ritzen, Kratzen, Drücken und Quetschen der Haut bezeichnete Phänomen des Skin Picking.

Autorinnen

Katharina Vollmeyer studierte Soziologie und Amerikanistik mit dem Schwerpunkt Gender Studies und Körpersoziologie. Auf das in dieser Veröffentlichung bearbeitete Thema stieß sie anlässlich ihrer Magisterarbeit. Gegenwärtig arbeitet sie als TV-Redakteurin in Hamburg.

Dr. Susanne Fricke ist Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg. Sie arbeitet als Psychologische Psychotherapeutin und Supervisorin in eigener Praxis.

Entstehungshintergrund

Die Gründe für das Verfassen dieser Publikation sind:

  • das Thema Skin Picking (gemeint ist das Kratzen, Drücken und Quetschen der Haut) ist weithin unerschlossen;
  • die Forschung steht, im Gegensatz zu manch anderen psychischen Erkrankungen, am Anfang;
  • Fachliteratur ist häufig nur schwer zugänglich und für Laien unverständlich;
  • Therapieangebote sind viel zu selten vorhanden;
  • die mediale Berichterstattung ist mangelhaft;
  • die Betroffenen sind zu oft auf sich allein gestellt.

Aufbau

  1. Skin Picking – was ist das?
  2. Die Haut ist der Spiegel der Seele: Hintergründe
  3. Sich in der eigenen Haut wohlfühlen: Was Sie selbst tun können
  4. Die eigene Haut retten: Sich professionelle Hilfe suchen
  5. Vertraute Personen einbeziehen
  6. Noch ein paar Worte am Schluss
  7. Adressen und Literatur

Inhalte

An Skin Picking Leidende berühren, reiben, kratzen oder quetschen Hautstellen. Dabei folgen sie einem starken inneren Drang, welchem sie sich nicht widersetzen können.

Im ersten Kapitel machen die Autorinnen die Leserschaft mit ein paar Zahlen bekannt. Anschließend beschreiben sie das sehr vielgestaltige Krankheitsbild. Welches sind nun die Auslöser des Skin Picking? Hier benennen die Verfasserinnen:

  • äußere Bedingungen;
  • innere Bedingungen;
  • Ereignisse oder Situationen;

Als negative Folgen des Skin Picking werden diskutiert:

  • Verletzungen der Haut;
  • psychische Belastungen;
  • Zeitaufwand;
  • Partnerschaft, Sexualität und Intimität;
  • Freundschaften und soziales Leben;
  • Ausbildung und Beruf;
  • finanzielle Belastungen.

Die Autorinnen stellen dar, wie Psychologinnen und Ärzte die Krankheit beschreiben und sie widmen sich der Abgrenzung von alltäglichen Gewohnheiten mit Blick auf:

  • das Ausmaß des Skin Picking;
  • den unwiderstehlichen Drang;
  • den Leidensdruck;
  • den sozialen und beruflich Beeinträchtigungen.

Dem schließt sich die Abgrenzung von ähnlichen Erkrankungen an, als da wären:

  • selbstverletzendes Verhalten;
  • Zwangsstörung;
  • Störung des Körperbildes;
  • Trichotillomanie;
  • Dermatozoenwahn;
  • vorgetäuschte Störungen;
  • andere Hauterkrankungen;
  • psychische Belastungen.

Das zweite Kapitel geht den Ursachen des Skin Picking auf den Grund. Dabei werden folgende Felder betrachtet:

  • das gesellschaftliche Feld in Bezug auf die Bedeutung von glatter Haut;
  • das individuelle Feld bezüglich Erfahrungen und Einstellungen;
  • die biologischen Faktoren.

Es werden dann noch der Beginn der Erkrankung und das einfach nicht mehr aufhören Können besprochen.

Was können nun die Skin Picking-Opfer selber tun? Sie können grundlegende Veränderungen für ein besseres Lebensgefühl herbeiführen und dabei:

  • etwas für das Selbstwertgefühl tun;
  • für positiven Ausgleich sorgen.

Es werden Techniken zur Bewältigung von Skin Picking-Episoden genannt, wie:

  • sich motivieren;
  • Selbstbeobachtung;
  • Beseitigung von Auslösern und Förderung von Schutzfaktoren
  • Habit-Reversal-Training (Training zur Gewohnheitsumkehr).

Um den Skin Picking-Schaden möglichst gering zu halten, erläutern Vollmeyer/Fricke:

  • grundsätzliche Vorsichtsmaßnahmen;
  • Behandlung von Verletzungen und Narben;
  • Make-up.

Aufmerksamkeit bekommen der Umgang mit schlechteren Phasen und Rückfällen und der Kontakt zu anderen Betroffenen.

Professionelle Hilfe erhalten Skin Pickin-Betroffene über die ambulante, tagesklinische oder stationäre Verhaltenstherapie. Es werden thematisiert die:

  • Arbeit an den Symptomen;
  • Arbeit am Hintergrund;
  • medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka;
  • Behandlung der Haut;
  • Wundversorgung und Pflege der Haut ;
  • ästhetischen Behandlungsangebote.

Vor den Schlussworten widmet sich die Veröffentlichung der Hilfe durch vertraute Personen, wie mit unerwünschter Hilfe umzugehen ist und es werden Hinweise für vertraute Personen gegeben.

Unter dem Kapitel Adressen und Literatur sind Kontaktadressen zu Selbsthilfegruppen sowie deutsch- und englischsprachigen Onlineforen zu finden.

Fazit

Wie im Abschnitt Entstehungshintergrund geschrieben, ist die Lektüre dieser handlichen Publikation, v. a. wegen seiner Verständlichkeit, dem betroffenen Laienleserkreis zu empfehlen. Aber auch Dermatologen und Psychotherapeuten können nützliche Informationen für ihre Arbeit mit Skin Picking-Betroffenen erhalten.


Rezensent
Dr. Carsten Rensinghoff
Dr. Carsten Rensinghoff Institut - Institut für Praxisforschung, Beratung und Training bei Hirnschädigung, Leitung: Dr. phil. Carsten Rensinghoff, Witten
Homepage www.rensinghoff.org
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Zitiervorschlag
Carsten Rensinghoff. Rezension vom 05.04.2012 zu: Katharina Vollmeyer, Susanne Fricke: Die eigene Haut retten. Hilfe bei Skin Picking. Balance Buch + Medien Verlag (Köln) 2012. ISBN 978-3-86739-071-2. Reihe: Balance Ratgeber. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/13271.php, Datum des Zugriffs 17.11.2018.


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ISSN 2190-9245

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