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Deutsche Post AG, Renate Köcher u.a. (Hrsg.): Glücksatlas Deutschland 2011

Cover Deutsche Post AG, Renate Köcher, Bernd Raffelhüschen (Hrsg.): Glücksatlas Deutschland 2011. Erste Deutsche Glücksstudie. Albrecht Knaus Verlag (München) 2011. 176 Seiten. ISBN 978-3-8135-0471-2. D: 14,99 EUR, A: 15,50 EUR, CH: 24,90 sFr.

Mit einer Einführung von Andrew J. Oswald.
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Thema

Mit dem „Glücksatlas 2011“ wird erstmalig die Lebenszufriedenheit der deutschen Bevölkerung umfassend erforscht. Obwohl unser Lebensstandard seit 60 Jahren stetig wächst, erhöht sich die Lebenszufriedenheit nur marginal. Was macht die deutsche Bevölkerung glücklich oder unglücklich? Sind Menschen aus dem Osten Deutschlands glücklicher als aus dem Westen? Sind Frauen zufriedener als Männer? Was macht glücklicher: Geld oder Kinder? Ein Arbeitsverhältnis oder gute Gesundheit und welchen Einfluss besitzt die Mentalität auf die Zufriedenheit des Glückserlebens? Welche Faktoren tragen zum Anstieg und Verminderung der Lebenszufriedenheit bei, etwa in Beruf, Gesundheit und Familie? Diese und weitere Fragestellungen untersuchen der Freiburger Ökonom Bernd Raffelhüschen und die Demoskopin Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach in einer empirischen Studie im Auftrag der Deutschen Post. Die Ergebnisse der Studie werden im Glücksatlas vorgestellt, analysiert und in farbigen Abbildungen präsentiert. Eine Bestandsaufnahme, welche eine solide Basis für eine Debatte bietet: Wer ist wo und warum und wie glücklich oder unglücklich?

Autoren

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen ist Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sein Forschungsschwerpunkt ist der demographische Wandel. Prof. Dr. Renate Köcher studierte Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Publizistik in Mainz und München. Seit 1988 leitet sie zunächst mit Elisabeth Noelle-Neumann das Institut für Demoskopie Allensbach.

Entstehungshintergrund

Diese Publikation ist die erste Glücksstudie, welche umfassend Glück, Lebenszufriedenheit und Lebensqualität in Deutschland erforscht. Auf Datenbasis des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) wurde diese Studie durchgeführt.

Aufbau

Die Reihenfolge dieser Publikation gliedert sich in drei Teilkapitel. Die Veröffentlichung beginnt mit der Vorwort von Jürgen Gerdes, welcher den Glücksatlas 2011 vorstellt sowie zusammenfassend einen Ausblick darlegt. Weiterführend verdeutlicht der britische Ökonom Andrew J. Oswald, dass sich in der westlichen Welt politische Entscheidungsträger und Sozialwissenschaftler vermehrt für die Fragestellung, wie das Glück eines Menschen zu messen sei, interessieren.

Inhalt

Im ersten Teil gibt Andrew J. Oswald einen Überblick über die Glücksforschung und verdeutlicht, dass „Glück erforscht werden kann“. Er legt dar, dass die Thematik des Glücks in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat und verdeutlicht, dass sich mittlerweile interdisziplinär aus politischer, ökonomischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive dem Glück angenähert wird. Oswald zeigt historische wissenschaftliche Erkenntnisse auf und veranschaulicht visuell anhand einer „Landkarte des Glücks für Europa 2010“ die aktuelle Lage.

Der zweite Teil fragt, wie zufrieden Deutschland ist. Dazu wird die Lebenszufriedenheit von 1984 bis 2011 sowie die Lebenszufriedenheit im regionalen Vergleich auf Basis der SOEP Daten untersucht. Weiterführend steht die Frage im Fokus, was den explizit glücklich macht? Dazu werden individuelle Persönlichkeitsmerkmale, wie Alter und Geschlecht, Familie und Freunde (Ehe und Partnerschaft, Kinder, Freunde und soziale Kontakte) untersucht. Ebenso wird die ökonomische Perspektive anhand von Einkommen und Vermögen (Wirtschaftswachstum, Einkommen und Lebenszufriedenheit, relative Einkommensposition und Einkommensungleichheit sowie Vermögen und Vermögensungleichheit) analysiert. Die Arbeit wird mittels Arbeit und Arbeitslosigkeit, Erwerbstätigkeit und Arbeitszufriedenheit, Arbeitszeit und Arbeitsdruck, Pendeln, Autonomie und Selbstbestimmtheit sowie Betriebszugehörigkeit und Betriebsgröße untersucht. Die Gesundheit wird mit dem Gesundheitszustand und Lebenszufriedenheit, Behinderung, Sport und Alkoholkonsum erforscht. Bildung und Kultur wird mittels Bildung, Kultur und Religiösität ermittelt. Eine Stärken und Schwächenanalyse der Regionen zeigt die Unterschiede. Abschließend werden jeweils zehn Glücksbringer und Glückshemmnisse im Überblick dargelegt.

Der dritte Teil dieser Publikation setzt die Zufriedenheit der Deutschen mit Ihrer Arbeit in den Fokus. Hierzu werden der subjektive Wert der Arbeit, die Zusammenhänge von Lebens- und Arbeitszufriedenheit und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz erforscht. Interventionen in der Nahumwelt älterer Menschen rücken dabei in den Mittelpunkt des letzten Teils.

Diskussion

Beide Autoren Bernd Raffelhüschen und Renate Köcher führten diese Studie durch und beteiligten sich mit ihrem individuellen Fachgebiet und Expertise. Die Publikation wurde umfassend recherchiert. Der Sprach- und Schreibstil ist akademisch gehalten. Erfreulicherweise arbeiten die Autoren mit zahlreichen Abbildungen, um die Präsentation der Daten visuell zu unterstützen. Ein Stichwortkapitel am Ende des Buches wurde verzichtet. Somit gestaltet sich die Suche nach komplexen Wörtern erheblich schwieriger. Der Anhang wird durch die Messung der Zufriedenheit, Literatur sowie ein Verzeichnis der Autorinnen und Autoren abgerundet.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich aussagen, dass die Publikation „Glücksatlas Deutschland 2011“ einen sehr guten Überblick zu diesem aktuellen Thema aus politischer, psychologischer, ökonomischer und soziologischer Perspektive darlegt. Aufgrund der aktuellen Thematik des Glücks und unter dem Fokus des Demographischen Wandels ist es den beiden Autoren gelungen, mittels der Datengrundlage des Sozioökonomischen Panels (SOEP) ein fundiertes Werk zu veröffentlichen. Der interessierte Leser, welcher vom Laien bis zum Wissenschaftler aus interdisziplinären Fachgebieten reicht, erhält Anregungen und dürfte nach der Lektüre umfassend informiert sein. Die Veröffentlichung stellt kein hochwissenschaftliches Kompendium dar, jedoch ein gelungenes Werk, welches profundes Grundlagenwissen bietet und einen guten Überblick vermittelt.


Rezensent
Dr. Christian Heidl
Diplom-Pflegewirt (FH), MSc Dozent und Wissenschaftlicher Mitarbeiter Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften, Forschungsinstitut IDC
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Zitiervorschlag
Christian Heidl. Rezension vom 19.07.2012 zu: Deutsche Post AG, Renate Köcher, Bernd Raffelhüschen (Hrsg.): Glücksatlas Deutschland 2011. Erste Deutsche Glücksstudie. Albrecht Knaus Verlag (München) 2011. ISBN 978-3-8135-0471-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/13557.php, Datum des Zugriffs 20.09.2019.


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