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Arist von Schlippe, Björn von Schlippe: Paradoxer Alltag

Cover Arist von Schlippe, Björn von Schlippe: Paradoxer Alltag. Ganz normale Verrücktheiten. Klett-Cotta Verlag (Stuttgart) 2012. 96 Seiten. ISBN 978-3-608-94774-8. D: 14,95 EUR, A: 15,40 EUR, CH: 21,90 sFr.
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Thema

In einer lockeren Serie von Cartoons stehen Paradoxien des Alltags im Mittelpunkt.

Autoren und Entstehungshintergrund

Entworfen wurden die Cartoons gemeinsam von dem berühmten systemischen Lehrtherapeuten Arist von Schlippe und seinem Bruder Björn von Schlippe, einem Cartoonisten, Kartonkünstler und Kunstdozenten.

Immer wieder erschienen in einer eigenen Rubrik einzelne der Cartoons in der Fachzeitschrift „Familiendynamik“ und wurden jetzt in einer hübschen und stabilen Hardcover-Ausgabe bei Klett-Cotta herausgebracht.

Inhalt und Diskussion

Paradoxien, Kommunikationsfallen, Dilemmata und Zwickmühlen – wer kennt sie nicht? Egal wie scharfsinnig und vorsichtig wir sind – es gibt einfach Situationen, die uns in jeder Beziehung aufs Glatteis führen und an Abgründe, bei denen jeder nächste Schritt in die Tiefe führt. Solche verwickelten und widersprüchlichen Situationen, die uns alles abfordern, aber dennoch meist nicht „gelöst“ werden können, haben die Brüder von Schlippe in ihrem gemeinsamen Projekt „Kartist“ (aus „Karton“ für Björn und „Arist“ für Arist von Schlippe zusammengesetzt) in Wort und Zeichnung eingefangen und durch weitere gemeinsame Lieblings-Cartoons ergänzt.

Die mit wenigen Strichen stets ausdrucksstarken Cartoons, die eine verbale Kommunikationssituation untermalen und begleiten, können dabei Situationen wesentlich eindrücklicher und pointierter in ihrer ganzen Komplexität präsentieren als es das bloße Wort könnte.

Unter den großen Überschriften:

  • Paradoxe Paare und Paarthemen
  • Familien und ihre Dilemmata
  • Verrückte Berufswelten

werden die alltäglichen Dilemmata und Paradoxien aus Partnerschaft, Familie und Berufsleben dargestellt.

Die Rubrik „Alles (Un)mögliche“ vereint eine bunte Sammlung aus allem, was nicht unter die drei großen Rubriken passt.

Zum Schluss findet sich noch eine für mich sehr witzige Serie aus fünf Cartoons, die ein kleines bärtiges Kind (Sokrates?) in antik-hellenistischer Umgebung, bekleidet mit einem kleinen antiken Gewand, zeigen, das seiner Mutter in jedem der fünf Cartoons verkündet: „Mama, ich weiß, dass ich nichts weiß!“ Die Cartoons zeigen fünf verschiedene Wege der Mutter auf diese Äußerung zu reagieren und damit fünf verschiedene Erziehungsstile, die uns alle bekannt sind und zum Schmunzeln bringen.

Zielgruppe und Fazit

Ich habe den Cartoon-Band mehrfach mit Freunden und Freundinnen, Kollegen und Kolleginnen angesehen. Alle fanden die meisten der Cartoons ebenso ansprechend, witzig und klug wie ich selbst – aber wir wurden uns nie darüber einig, welche uns nun besonders erheitern. Der Lieblingscartoon des einen, der am helllichten Tag schenkelklopfende (Lach-)Tränen aus Männeraugen trieb, rief bei der anderen ein müde-heiteres Abnicken hervor. Aber niemand konnte den Band aus der Hand legen – das, was die englischsprachigen KollegInnen als „Seitendreher“ (page-turner) bezeichnen.

Paradoxe Situationen wie das berühmte „Sei locker und spontan!“-Paradox können nur schwer aufgelöst werden. Sie einerseits zu durchschauen, aber humorvoll und bescheiden zurückzutreten, nicht das letzte Wort zu behalten und nicht zu kämpfen – dabei kann dieser Band sicher hilfreich sein.

Ein schönes Geschenk, ein schönes Mitbringsel, ein schönes Buch für Wartezimmer und die Therapie-Ausbildung.


Rezension von
Prof. Dr. Lilo Schmitz
ILBB – Institut für lösungsorientierte Beratung Brühl Ethnologin und Dipl. Sozialpädagogin
ehem. Hochschule Düsseldorf, Lehrgebiet Methoden der Sozialarbeit am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Homepage www.gutberaten.cologne
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Zitiervorschlag
Lilo Schmitz. Rezension vom 27.08.2012 zu: Arist von Schlippe, Björn von Schlippe: Paradoxer Alltag. Ganz normale Verrücktheiten. Klett-Cotta Verlag (Stuttgart) 2012. ISBN 978-3-608-94774-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/13591.php, Datum des Zugriffs 05.07.2020.


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