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Virginia Bell, David Troxel: Personenzentrierte Pflege bei Demenz

Cover Virginia Bell, David Troxel: Personenzentrierte Pflege bei Demenz. Das Best-Friends-Modell für Aus- und Weiterbildung. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2004. 220 Seiten. ISBN 978-3-497-01695-2. 33,00 EUR.

Reihe: Reinhardts gerontologische - Band 29. Originaltitel: The best friends staff - building a culture of care in Alzheimer's programs". Mit 99 Ausbildungstools..
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Vorbemerkungen

Ein weiteres Buch zur Demenz, so mag man denken, denn in der letzten Zeit sind tatsächlich zahlreiche Werke publiziert worden, die das Thema Demenz behandeln. Aufmerksam macht vielleicht der Hinweis, dass sich dieses Buch der personenzentrierten Pflege widmet. Neben diesem Aspekt, der auf dem deutschen Fachbuchmarkt zur Demenz besondere Beachtung finden sollte, erscheint dieses Werk auch aus anderen Gesichtspunkten heraus interessant.

  • Es handelt sich erstens hier um eine recht gelungene Übersetzung aus dem amerikanischen - dies kann nicht von jeder Übersetzung behauptet werden.
  • Zweitens wurde eine sehr einfache, alltagstaugliche Sprache verwendet. Dies mag den einen oder anderen Spezialisten langweilen, doch für Pflegekräfte, die keine einschlägige Ausbildung absolviert haben, für ehrenamtliche Mitarbeiter und Angehörige hat diese einfache Sprache einen hohen Verständlichkeitswert.
  • Drittens wurde das Buch für Aus- und Fortbildung in einer Weise konzipiert, die zu allen aufgeführten Aspekten personenzentrierter Pflege bei Demenz anschauliche Beispiele und Praxiserfahrungen einbindet.

Dieses Buch über personenzentrierte Pflege bei Demenz ist aus diesen Gründen empfehlenswert.

Inhalte

Das Best-Friends-Modell baut auf dem Anspruch auf, dass Personen mit Demenz freundschaftlich begegnet werden sollte, um angenehme Sozialkontakte zu ermöglichen. Durch eine freundschaftliche Sozial- und Umfeldgestaltung wird erreicht, dass sich Menschen mit Demenz trotz ihrer Behinderung wohlfühlen. Bewusst wird auf den zwischenmenschlichen Kontakt fokussiert, dessen Qualität in der personenzentrierten Pflege eine Schlüsselstellung einnimmt. Die Inhalte sind konsequent auf der von Martin Buber thematisierten Begegnung zwischen Ich - Du ausgerichtet, die asymmetrisch-hierarchische Beziehungen kritisch wertet und empathische, gleichberechtigte Begegnungen erreichen will.

Die Inhalte beschreiben zu Beginn zwanzig Aspekte und Grundhaltungen, die personenzentrierte Pflege bei Demenz erfordern. Das folgende Kapitel geht auf die Personalauswahl zur Pflege und Betreuung ein. Kapitel 3 behandelt das medizinische Grundwissen in Form eines Frage- Antwortkataloges, darauf folgen Aspekte des Erlebens demenzbetroffener Menschen. In fünf weiteren Kapiteln:

  • Pflegeassessment und Erwartungen
  • Freundschaft
  • Die Lebensgeschichte
  • Kommunikation
  • Gute Freunde unternehmen etwas miteinander

werden die Aspekte personenzentrierter Pflege bei Demenz behandelt. Hier finden sich am Ende jedes Kapitels Übungen, die in der Ausbildung und Teamfortbildung genutzt werden können, um besonders praktische Erfahrungen zu machen und sicherer im Umgang mit Menschen mit Demenz zu werden.

Abschließend folgt ein Kapitel, welches die Rollen pflegender Angehöriger thematisiert.

Resümee

Das Buch besticht durch seine Fähigkeit, personenzentrierte Pflege auf anschauliche Weise darzustellen. Es eignet sich sehr gut, um einzelne Aspekte nachzuschlagen oder quer zu lesen. Es ist daher besonders geeignet, leseungeübte Menschen zu erreichen, die durch ein kompliziert geschriebenes, mit Fremdworten angereichertes Werk abgeschreckt werden können. Dass der Textaufbau einem wiederholten Schema folgt, gereicht hier nicht zum Nachteil. Die vorgeschlagenen Übungen zu allen Aspekten personenzentrierter Pflege sind eher praxisrelevant als theoretisch angelegt. Es handelt sich also um ein deutlich praktisch ausgerichtetes Konzept personenzentrierter Pflege, welches dennoch zahlreiche Reflektionssequenzen enthält. Das Buch ist für alle Personengruppen geeignet, die ihren Alltag mit Personen mit Demenz verbringen. Es eignet sich ebenfalls für die Ausbildung und für Gruppensitzungen, in denen Beziehungsaspekte zu Personen mit Demenz thematisiert werden.


Rezensentin
Dr. rer. medic. Christine Riesner
Leiterin des Referats "Grundsatzfragen der Pflegewissenschaft- und pädagogik / Modellstudiengänge" Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
Homepage www.dzne.de
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Zitiervorschlag
Christine Riesner. Rezension vom 28.09.2004 zu: Virginia Bell, David Troxel: Personenzentrierte Pflege bei Demenz. Das Best-Friends-Modell für Aus- und Weiterbildung. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2004. ISBN 978-3-497-01695-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/1369.php, Datum des Zugriffs 20.10.2019.


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